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| Kraftwerk Bondo (Kanton Graubünden) |
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Das ewz-Kraftwerk Bondo produziert wieder Strom - acht Jahre nach dem grossen Bergsturz
Beim verheerenden Bergsturz vom August 2017 wurde die Wasserfassung Prä des ewz-Kraftwerks Bondo im Bergell von gewaltigen Murgängen verschüttet. Fast acht Jahre später ist die Stromproduktion wieder angelaufen. ewz hat rund 11 Millionen Franken investiert, um die Wasserfassung neu und deutlich widerstandsfähiger aufzubauen. Zudem wurden umfangreiche Revisionsarbeiten im Kraftwerk sowie der Druckleitung durchgeführt. Seit Anfang Mai 2025 produziert das Laufwasserkraftwerk Bondo wieder rund 18 Gigawattstunden Naturstrom pro Jahr sauber, sicher und zuverlässig.
Am 23. August 2017 stürzten rund drei Millionen Kubikmeter Gestein vom Piz Cengalo ins Bondascatal. Die Massen führten zu mehreren Murgängen, die das Dorf Bondo im Bündnerischen Bergell schwer in Mitleidenschaft gezogen haben. Auch die Wasserfassung Prä auf rund 1'100 Metern des ewz-Kraftwerks Bondo wurde meterhoch zugeschüttet. Die Schäden betrafen sowohl die technische Infrastruktur als auch die Zugänglichkeit. In der Folge war das Kraftwerk Bondo fast acht Jahre ausser Betrieb.
Sorgfältige Analyse als Basis für den Wiederaufbau
Ob und wie die Wasserfassung Prä wiederhergestellt werden konnte, wurde ab 2022 durch spezialisierte Ingenieurteams untersucht. Rasch zeigte sich: Eine provisorische Instandsetzung war angesichts der geologischen Risiken ausgeschlossen. Stattdessen wurde eine vollständige Neukonzeption notwendig angepasst auf die potenzielle Gefahr künftiger Murgänge. Die neue Wasserfassung wurde auf der bestehenden Infrastruktur errichtet, jedoch mit deutlich verstärkten Schutzmassnahmen. Sie ist so konstruiert, dass sie Murgängen möglichst standhält oder im Schadenfall rasch wiederhergestellt werden kann ein entscheidender Faktor für einen stabilen Kraftwerksbetrieb. «Die durchdachte Neukonzeption der Wasserfassung Prä hat uns in der Geschäftsleitung überzeugt», erklärt Philippe Heinzer, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei ewz. «Der Stadtrat hat deshalb unseren Antrag für gebundene Ausgaben in der Höhe von 10,9 Millionen Franken bewilligt», ergänzt Phlippe Heinzer.
Bau unter schwierigen Bedingungen
Der Baubeginn im Juli 2023 verlief zunächst planmässig bis ein erneuter Murgang Ende August 2023 die Baustelle teils verschüttete und bereits errichtete Bauwerke beschädigte. «Bevor wir überhaupt weitermachen konnten, musste die gesamte Baustelle von Geröll geräumt werden», berichtet Andres Fasciati, Leiter der Bergeller Kraftwerke bei ewz und Gesamtprojektleiter. «Dank rascher Räumung und Reparaturarbeiten konnten wir den Rückstand auf nur drei Monate begrenzen.» Um die aufwändigen Betonarbeiten trocken auszuführen, wurde das Wasser der Bondasca unter der Baustelle hindurchgeleitet.
Wiederinbetriebnahme im Mai 2025 nach umfassender Kraftwerksrevision
Das eigentliche Kraftwerk am südwestlichen Rand des Dorfs Bondo gelegen, war vom Bergsturz 2017 nicht direkt betroffen, stand aber infolge der zerstörten Wasserfassung jahrelang still.
Für die Wiederinbetriebnahme ab Mai 2025 erfolgten eine Revision der mechanischen Komponenten sowie die Neuwicklung und Neublechung des Generators. Zudem wurde der Korrosionsschutz der fast 60-jährigen Druckleitung umfassend erneuert. «Ich war immer überzeugt, dass wir ab Frühjahr 2025 das Kraftwerk wieder in Betrieb nehmen können. Umso mehr freue ich mich, dass es mit allen Beteiligten gemeinsam gelungen ist, die Wasserfassung Prä wieder neu und robust aufzubauen. Seit Anfang Mai 2025 dreht die Turbinen wieder und produziert sauberen Strom», sagt Andres Fasciati stolz. Philippe Heinzer ergänzt: «Mit der Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Bondo bekräftigt ewz sein starkes Engagement für die Wasserkraft. Diese Investition stärkt die Partnerschaft mit der Gemeinde Bregalia und baut die regionale Verbundenheit aus. Sie unterstreicht das über hundertjährige Engagement von ewz im Kanton Graubünden.»
Technische Daten Kraftwerk Bondo
| Kraftwerkstyp |
In den Berghang gebautes Laufwasserkraftwerk mit Druckleitung |
| Inbetriebnahme |
1962 resp. 2025 |
| Turbinen |
2 Pelton-Turbinen / 1 x 1-düsig und 1 x 2-düsig |
| Installierte Leistung |
7 Megawatt |
| Mittlere Jahresproduktion |
rund 18 Gigawattstunden damit können rund 4'000 Bündner Haushalte mit Ø 4'500 Kilowattstunden (kWh) Verbrauch pro Jahr oder über 7'000 Haushalte in der Stadt Zürich mit einem Ø Verbrauch von 2'500 kWh pro Jahr versorgt werden. |
| Bruttofallhöhe |
ca. 280 m |
| Wasserzufuhr |
Wasserfassung Prä Bondascatal |
| Standort der Zentrale |
Bondo (Gemeinde Bregaglia, GR) |
| Betriebswassermenge |
rund 2,9 m³/s |
Technische Daten Wasserfassung Prä
| Einzugsgebiet |
Bach Bondasca (Seitenbach im Bergell, Zufluss zur Maira |
| Höhenlage |
1'082 m ü.M. |
| Ausbau |
Ursprünglicher Bau 1962, Kompletterneuerung 2023 - 2025 |
| Fassungstyp |
Typisches Tirolerwehr mit Rechenanlage und Sedimentaustrag |
| Zuleitung |
Unterirdisch über einen rund 700 Meter langen Druckstollen und einer Druckleitung zur Kraftwerkzentrale Bondo |
Das Kraftwerk Bondo ist ein Laufwasserkraftwerk und besteht aus einer Fassungsanlage bei Prä im Bondascatal. Das gefasste Wasser wird durch einen Druckstollen mit anschliessender Druckleitung zur Zentrale bei Bondo geführt. Die beiden Peltonturbinen weisen eine installierte Gesamtleistung von 6,8 MW auf und produzieren jährlich rund 18 GWh Strom. Das Kraftwerk wurde 1962 erstmals in Betrieb genommen.
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| Quelle: Text Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ, 20. Mai 2025 |
19. April 2023
Stadtrat der Stadt Zürich bewilligt Ausgaben für die Wiederinbetriebnahme des ewz-Kraftwerks Bondo im Bergell
Der Stadtrat hat für die Wiederinbetriebnahme des ewz-Kraftwerks Bondo im Bergell (GR) gebundene Ausgaben von 10,9 Millionen Franken bewilligt.
Das ewz-Kraftwerk Bondo steht seit dem Bergsturz vom Piz Cengalo im Sommer 2017 still. Die Wasserfassung Prä vom Kraftwerk wurde vom Murgang komplett zugeschüttet. In den folgenden Jahren war es aus Sicherheitsgründen nicht möglich, bei der Fassung und beim Druckstollen Arbeiten auszuführen. Erst 2022 konnten erste Sondierungen getätigt werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Fassung Prä für die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks umfassend erneuert werden muss. Dazu soll auf der werden muss. Dazu soll auf der bestehenden Staumauer eine neue Wasserfassung erstellt werden, welche den schwierigen geologischen Verhältnissen gerecht wird.
Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass weitere Murgänge nicht ausgeschlossen werden können. Die Wasserfassung soll dann rasch wieder in Stand gesetzt werden können, damit der Betrieb des Kraftwerks Bondo möglichst schnell wiederaufgenommen wird.
Im Zuge der Inbetriebnahme werden ebenfalls die maschinellen Anlagen in der Energiezentrale (Turbine und Generator) und der Korrosionsschutz in der Druckleitung erneuert. Die entsprechenden Arbeiten sollen 2023 gestartet werden, damit das Kraftwerk 2025 wieder in Betrieb genommen werden kann.
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| Quelle: Text Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ, 19. April 2023 |
4. Juli 2023
Beginn der Bauarbeiten: ewz-Kraftwerk Bondo produziert ab 2025 wieder Strom
Anfang Juli 2023 beginnen die Bauarbeiten für die Wiederinbetriebnahme des ewz-Kraftwerks Bondo im Bergell. Das Kraftwerk stand seit dem Bergsturz vom Piz Cengalo im Sommer 2017 still. Das Kraftwerk soll ab dem Frühling 2025 wieder Strom produzieren.
Für die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Bondo muss die Fassungsanlage bei Prä umfassend erneuert werden. Dazu wird auf der bestehenden Staumauer eine neue, robuste Wasserfassung erstellt, welche den schwierigen geologischen Verhältnissen gerecht wird.
Experten gehen davon aus, dass weitere Murgänge nicht ausgeschlossen werden können. Dank der massiven Bauweise und dem steilen Gefälle soll die Wasserfassung nach einem allfälligen Murgang rasch wieder in Stand gesetzt werden können.
Im Zuge der Inbetriebnahme werden ebenfalls die maschinellen Anlagen in der Energiezentrale (Turbine und Generator) und der Korrosionsschutz in der Druckleitung totalsaniert. Die entsprechenden Arbeiten starten Anfang Juli 2023, damit das Kraftwerk 2025 wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Gesamtkosten der Erneuerungsarbeiten belaufen sich auf rund 11 Mio. Franken.
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| Quelle: Text Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ, 4. Juli 2023 |
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