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Niederdruck-Laufkraftwerk Hagneck
Landschaft des Jahres 2017 2017
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Renaturierung von Flussläufen bei Kraftwerken
Niederdruck-Laufkraftwerk Hagneck

Die beiden Juragewässerkorrektionen verfolgten zwei Ziele:

1. das Sumpfgebiet im Berner Seeland zu entwässern
2. die Hochwassergefahr der Aare im Seeland sowie im Mittelland östlich von Biel zu reduzieren

Der von 1867 bis 1891 während der 1. Juragewässerkorrektion neu gebaute, 8 km lange Aare-Hagneck-Kanal half mit, die Versumpfung des Seelandes zu beseitigen. Durch diesen Kanal wurden die Aare in den Bielersee umgeleitet. Der Bieler-, der Murten- und der Neuenburgersee werden seither als Rückhaltebecken der Aare (siehe: Regulierung der Jurarandseen) genutzt.

Die 2. Juragewässerkorrektion wurde in den Jahren 1962 bis 1973 durchgeführt.

Die Elektrizität Motor AG übernahm 1896 die Konzessionen von den Gemeinden. Das Unternehmen begann den Bau des Kraftwerks Hagneck im Jahr 1897. Mitte 1899 nahm das Flusskraftwerk Hagneck seinen Betrieb auf. Dieses Kraftwerk wird von den Bernischen Kraftwerken BKW in Partnerschaft dem Energie Service Biel/Bienne ESB (Bielerseekraftwerke AG) betrieben. Die BKW betreiben heute unterhalb des Wohlensees neben dem Kraftwerk Hagneck noch die drei Kraftwerke Niederried-Radolfingen, Kallnach und Aarberg.

Die BKW haben die Sanierungsarbeiten bei den vier Kraftwerken jeweils genutzt, neben der Erhöhung der Stromproduktion auch gleichzeitig die ökologische Aufwertung der Flusslandschaften voranzutreiben. Entlang des Aare-Hagneck-Kanals wurden bis heute vier bedeutende kantonale Naturschutzgebiete geschaffen:

- Stausee Niederried
- Mülau-Radelfingenau
- der alte Aarelauf
- Hagneckdelta

2015 nahm das neue Wasserkraftwerk Hagneck seinen Betrieb auf. Während der Neubauzeit wurde auch das alte Kraftwerk Hagneck erneuert. 2015 wurden ebenfalls die Sanierungsarbeiten am Aare-Hagneck-Kanal abgeschlossen.

Das alte und erneuerte Kraftwerk Hagneck 1 (M1, m3, M4) weist eine mittlere jährliche Produktionserwartung von 11 GWh auf, die neue Anlage Hagneck 2 (M1, M2) eine von 99 GWh. Für beide Kraftwerke gilt die Konzessionsdauer bis 2095. (Quelle: BFE 2017).

Die Brutto-Energieproduktion des Kraftwerk Hagneck beträgt rund 86 GWh. Im Sommer wird gegen 60% der Energie produziert, die restlichen 40% im Winter. Die Gesamtleistung der installierten Tubinen beträgt 24 MW. (Quelle: ESB 2018)

Im Kraftwerk Hagneck 1 sind horizontale Kaplan-Rohrturbinen installiert. Die neue Kraftwerkanlage wurde katastrophensicher gebaut. Selbst starke Erdbeben sollen nach Angaben der Betreiber die Funktionstüchtigkeit nicht beeinträchtigen.

Regulierung der Jurarandseen

Die Wassermassen der Aare, welche durch das Hagneckdelta in den Bielersee fliessen, müssen den See bei Port wieder verlassen. Bei Hochwassergefahr (bei grossem Zufluss) werden grosse Wassermengen im Murten-, Neuenburger- und Bielersee für einen späteren, dosierten Abfluss zurückgehalten und gespeichert.

Am 22. August 2005 registrierte die Messstation Hagneck einen Spitzenabfluss der Aare von 1'403 m3/s. Etwas später flossen sogar 1'514 m3/s in den Bielersee (siehe: Hochwasser-Jahrhundertereignis 2005). Das neue Wehr beim Kraftwerk Hagneck 1 kann einen maximalen Wasserdurchfluss von 2'700 m3/s bewältigen.

Der Kanton Bern und der Kanton Aargau haben eine Vereinbarung unterzeichnet, in welcher festgelegt wird, dass die Durchlaufwassermenge der Aare bei Murgenthal den Wert von 850 m3/s ohne vorherige Konsultation nicht überschritten werden darf. Der Kanton Bern reguliert mit dem Wehr bei Port die aus dem Bielersee abfliessende Wassermenge in der Aare (siehe: Regulierung der Jurarandseen).

Informationsquellen: BFE, ESB, BKW, SLS
Text: RAOnline

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Landschaft des Jahres 2017
Energieinfrastrukturlandschaft - fragiles Gleichgewicht zwischen Nutzen und Schützen

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) ernennt die Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal zur Landschaft des Jahre 2017. Die Kraftwerklandschaft zeigt in modellhafter Weise eine "Win-Win"-Situation von Stromproduktion und Landschaftsschutz auf. Der öffentliche Festakt mit anschliessenden Exkursionen fand am Samstag, 6. Mai 2017 auf dem Areal des Wasserkraftwerks Hagneck statt. Am Vortag veranstaltete die SL eine Fachtagung zum Thema erneuerbare Energien und Landschaftsschutz.

Die diesjährige Auszeichnung geht an die Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal. In den letzten Jahren wurden sowohl der Kanal wie auch die vier Flusskraftwerke saniert (Hagneck, Aarberg, Niederried, Kallnach). Dies ermöglicht eine höhere Stromproduktion und gewährleistet den Hochwasserschutz. Aus den Sanierungen resultieren aber auch bedeutende Aufwertungen für Natur und Landschaft. Damit ist die Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal ein Modell für ein Nebeneinander von intensiver Nutzung und hohen Schutzwerten.

Preisempfänger sind die BKW, der Energie Service Biel ESB und der Kanton Bern für ihr Engagement zur sorgfältigen, umwelt-und landschaftsverträglichen Sanierung der Kraftwerke und Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen.

Am Vortag des Festaktes veranstaltet die SL eine öffentliche Fachtagung zum Thema "Energiewende und Landschaftsschutz - Kriterien der Vereinbarkeit". Die Fachtagung ist ein Beitrag zur Debatte über die Energiestrategie 2050. Im Zentrum steht die Frage, wie das Ziel der Nutzung erneuerbarer Energien landschaftsverträglich umgesetzt werden kann. Die Teilnahme an der Tagung und am Festakt ist kostenlos.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) ernennt jedes Jahr eine Landschaft des Jahres. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, die Werte der schweizerischen Landschaften zu kommunizieren, über deren Gefährdungen zu informieren und das lokale Engagement für die Landschaftspflege zu honorieren. Der Preis wird vom Migros-Genossenschafts-Bund und von Herrn Balthasar Schmid, Meggen LU, gestiftet. Die Preissumme beträgt Fr. 10'000.--.

Quelle: Text Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, Mai 2017
Landschaft des Jahres 2017
Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal
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