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Wasserstrassen: Flüsse der Welt
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Bangladesh Das Ganges-Brahmaputra-Meghna Flusssystem
Bangladesh Charland: Inseln im Gangesflussystem Klimawandel
World Bank Flood Risk Assessment and Forecasting for the
Ganges- Brahmaputra-Meghna River Basins
Golf von Bengalen:
Niederschlagswerte und Tropische Stürme 1956-2009
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Flusssysteme der Welt
Das Ganges-Brahmaputra-Meghna Flusssystem

Bangladesh

Bangladesh erstreckt sich über eine Fläche von rund 147'500 km2 von 20º 34'N bis 26º 38'N und 88º 01'E bis 92º 41'E (siehe: Gradnetz). Auf seinem Staatsgebiet vereinigen sich die drei grossen Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna (GBM). 84% der Landfläche gehören zum GBM-Flusssystem.

Die Geländetopografie ist sehr flach. Die meisten Gebiete liegen weniger als 10 m über dem Meeresspiegel. 10% der Landfläche liegt weniger als 1 m ü.M. Die höchsten Erhebungen sind mit einer Ausnahme weniger als 1'000 m hoch. Nennenswerte Hügelzüge gibt es lediglich im Südosten in der Region östlich von Chittagong. Die höchste Erhebung in Bangladesch erreicht eine Höhe von 1'003 m ü.M.

Lediglich etwa 20% der Landfläche von Bangladesh unterliegen nicht dem Einfluss der monsunbedingten Überflutungen. Zwei Drittel dieser Festlandgebiete nehmen die Hügelzonen im Norden sowie im Nord- und Südosten ein. 9% der Hügelflächen nimmt das Ökosystem bei Sylhet ein.

Das Einzugsgebiet der drei Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna befindet sich in den vier Ländern Bhutan, China, Indien und Nepal. Lediglich 7% dieses Einzuggebiets befindet sich in Bangladesch. 92% der Wassermassen des GBM-Flusssystems strömen hingegen durch Bangladesh.

Klima

Das Land liegt zwischen zwei sehr unterschiedlichen geografischen Räumen, den Gebirgsketten der Himalajas im Norden und dem Golf von Bengalen im Süden.

Klimatische Einflüsse aus beiden Regionen bestimmen das Leben in Bangladesch. Bangladesh ist durch die spezielle Lage besonders stark den Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt. Während des Sommermonsuns strömen riesige Wassermassen verbunden mit ausgedehnten Überschwemmungen von Norden her in die Deltaregion.

Jedes Jahr bilden sich tropische Zyklone über den warmen Gewässern im Golf von Bengalen. Einige dieser Wirbelstürme erreichen die Küste von Bangladesh und verursachen dort grosse Schäden.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt 25°C. Das Temperaturmittel beträgt im Januar 18°C und 30°C im April und Mai. Die Höchsttemperaturen bewegen sich ganzjährig zwischen 38°C und 41°C. Im Landesdurchschnitt fallen rund 2'300 mm Niederschlag. Mit 5'800 mm fälllt im Nordosten am meisten Niederschlag, mit 1'200 mm im im Nordwesten am wenigsten.

Rund 80% der Niederschläge fallen in den Monaten Mai bis September (Sommermonsun). Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig recht hoch. Während des Sommermonsuns von Juni bis September liegt sie über 80%.

Mehr als die Hälfte der Landfläche in Bangladesch ist fruchtbar, auf rund 19% wächst Wald (inkl. Mangroven) und rund 9% ist immer mit Wasser bedeckt.

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Südostasien Topografie, Bewässerung, Städte grössere Grafik
Bangladesh Bevölkerung und Klima grössere Grafik

Das Ganges-Brahmaputra-Meghna Flusssystem wird mehrheitlich vom südasiatischen Monsun beeinflusst. Die grössten Regenmengen fallen während wenigen Monaten im Nordsommer. Die Überschwemungsgefahr ist in dieser Jahreszeit besonders gross.

Das Ganges-Brahmaputra-Meghna Flussdelta ist die am stärksten besiedelte Deltaregion der Welt. Durch das Flusssystem werden dem Golf von Bengalen die drittgrösste Menge Süsswasser aller Flusssysteme der Welt zugeführt.

Die Sundarbans

Die Sundarbans sind ein riesiges Mangrovengebiete entlang der Golfküste im Mündungsgebiet des Ganges. Sie erstrecken sich über Gebiete in Bangladesch und in Westbengalen in Indien.

60% der Sundarbans liegen in Bangladesch, 40% in Indien. Die Sundarbans erstrecken sich über etwa 4% der Staatsfläche.

Sundarban heisst auf Bengali, der Sprache der einheimischen Volksgruppe, "schöner Wald". Das Gangesdelta ist das grösste Flussdelta der Welt. Die Sundarbans gehören zum UN-Weltnaturerbe.

Die Mangrovenwälder sind eines der letzten Rückzugsgebiet des bengalischen Tigers. Das Gebiet ist auch der Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Wasserschildkröten, Krokodile, Frischwasserdelphine und viele andere Tierarten. Rund 5'000 Blütenpflanzen wurden hier gefunden.

In der Pufferzone der Sundarbans in Bangladesch leben Hunderttausende von Menschen vom Fischfang, der Jagd nach Wildtieren, dem Holzschlag sowie dem Sammeln von Honig und Bienenwachs.

Die Sundarbans sind ein System von unzähligen Ästuaren. Ästuare sind Flussarme, welche den täglichen Gezeitenbewegungen unterworfen sind. Die Sundarbans leidenunter den Auswirkungen des Klimawandels. Von tropischen Zyklonen ausgelöste Flutwellen überrollen immer häufiger die Uferzonen und treiben Salzwasser bis weit ins Inland hinein. Der Meerspiegelanstieg macht sich an der Golfküste besonders stark bemerkbar. Eine stärkere Gezeitenströmung nagt an den Ufern. Sie lässt Inseln verschwinden und stösst das Meerwasser während Flutphasen immer weiter nach Norden.

Der Klimawandel beeinträchtigt die Zukunft der Kinder in Bangladesch

Ökosysteme

Die Sundarbans sind ein Ökosystem von weltweiter Bedeutung mit dem grössten Mangrovenwald der Welt. Bei Cox's Bazar befindet sich der längste Strand der Welt. Die Mangrovenwälder in dieser Region machen 40% der gesamten Waldfläche aus.

in Bangladesch befinden sich eine Vielzahl von Ökosystemtypen wie die tropischen Regenwälder, die Mangrovenwälder, die Vegetation der Schwemmebenen, Salz- und Süsswasser-Feuchtgebiete und die marinen Ökosysteme (Korallenbänke, benthische Lebensgemeinschaften usw.) im Golf von Bengalen.

Zahlreiche Inseln befinden sich vor der Küsten von Bangladesh. Narikel Jinjira ist die einzige Koralleninsel des Landes.

Der Meeresspiegelanstieg entlang den Küsten von Bangladesh ist höher als der weltweite Durchschnittswert. Schätzungen gehen davon aus, dass bei einem Meeresspiegelanstieg um 1 m rund 15% der Staatsfläche unter dem Meeresspiegel verschwinden würden.

Die Meghna-Überschwemmungsebenen in den Distrikten Noakhali und Lakshmipur werden regelmässig durch Salzwassereinbrüche überflutet. Die Ebenen werden von einer Vielzahl von Vögeln als Lebensraum genutzt.

Flussschiffahrt

in Bangladesch gibt es 310 Flüsse. 57 dieser Flüsse überqueren die Landesgrenze (3 gemeinsam mit Indien, 1 mit Myanmar).

Tausende von Kilometern Flussläufe und Kanäle durchziehen das Land. Rund 70% des Gütertransports und rund 40% des Passagierverkehrs wird auf den Inlandgewässern abgewickelt. Während den Monsunmonaten stehen rund 6'000 km Wasserwege zur Verfügung. Während der Trockenzeit sind nur noch 3'800 km benutzbar. Die Schifffahrt wird nach Starkniederschlägen zunehmend durch grosse Geschiebemengenund die starke Ufererosion behindert. Die Fahrrinnen sind grösseren Veränderungen unterworfen.

Wasserversorgung

In der Trockenzeit herrscht in allen Landesteilen Wassermangel. Eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist nur mit Bewässerungswasser möglich. Vor allem der Nordwesten leidet oft unter einer Dürre, welche im Frühjahr jeweils besonders ausgeprägt ist. Im Nordwesten ist daher die Armut weit verbreitet. Der Ackerbau und mit ihm die Lebensmittelversorgung hängt in dieser Jahreszeit von den Grundwasserreserven ab.

Bangladesh verfügt in den Sedimentschichten der drei Flussysteme über ausreichend grosse Grundwasservorräte.

In den Sommermonaten werden die Grundwasserschichten durch die Regenfälle und die Überschwemmungen wieder angereichert.

Der Grundwasserspiegel liegt je nach Region zwischen der Erdoberfläche und 20 m Tiefe.

Die Qualität und die verfügbare Menge des nahe der Erdoberfläche liegenden Grundwassers vermindert sich allerdings in einer besorgniserregenden Geschwindigkeit.

Durch die Erhöhung der Wirtschaftsleistungen konnte Bangladesh den Anteil der unter Armutsgrenze lebenden Einwohnenr von 48% im Jahr 2000 auf rund 24% im Jahr 2016 senken.

Für die Verschlechterung der Grundwasserqualität sind u.a folgende Gründe verantwortlich:

- die zunehmende Arsen- und Eisenkonzentration

- die Versalzung (vor allem in den Küstenregionen)

- die Übernutzung

- die zunehmende Belastung mit Umweltgiften

- die mangelnde Reinigungskraft der Kies- und Geröllschichten (vor allem in den Hügelzonen)

Grundwasservorräte in Gefahr

Fast 90% des Gebrauchswassers wird in Bangladesch für landwirtschaftliche Zwecke verwendet. Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser ist eine der grossen Herausforderungen in Bangladesch. Die Hälfte der Haushalte in den ländlichen Gebieten fördern das Wasser mit Handpumpen aus Wasserstellen. Rund 40% der Menschen holen sich das Wasser in Teichen oder stehenden Wasserflächen. Der Rest nutzt das Flusswasser für den täglichen Bedarf. Über 80% der städtischen Bevölkerung deckt ihren Wasserbedarf aus Grundwasservorkommen.

Auf unzähligen Inseln leben Menschen, welche aus dem Grundwasser ihren Trinkwasserbedarf decken und die Böden zum Anbau von Kulturpflanzen nutzen. Nach jedem Hochwasser verändert sich die Gestalt dieser Inseln. Kulturland und Häuser werden weggeschwemmt. Einige Inseln verschwinden. Es ist äusserst schwierig, die Menschen vor diesen Naturgewalten zu schützen. Dämme halten den Erosionskräften auf die Dauern nicht stand. Die Überschwemmungen bringen die Menschen oft in Lebensgefahr. Eine Flucht in höher gelegene Gebiete ist kaum möglich. Es gibt keine Erhebungen. Auf den wenigen künstlich aufgeschütteten und befestigten Inseln finden nur wenige Menschen Schutz.

Quelle 1: Priya, Satya, William Young, Thomas Hopson, and Ankit Avasthi.
2017. Flood Risk Assessment and Forecasting for the Ganges-Brahmaputra-Meghna River Basins
Washington, DC: World Bank
Quelle 2: SAARC, Bangladesh Road Map on Water Security (Bhutan Climate Summit 2011)
Quelle 3: UNICEF, Climate change threatens lives and futures of over 19 million children in Bangladesch
Text: RAOnline
Arsen
Arsen ist weltweit eine der häufigsten anorganischen Verunreinigungen im Trinkwasser. Das Halbmetall ist natürlicherweise in den Sedimenten des Untergrundes enthalten und wird durch Verwitterung in geringen Mengen im Grundwasser gelöst. Die Salze des Arsens sind geruchs- und geschmacklos, aber für den Menschen sehr giftig. Über längere Zeit eingenommen, können selbst bei tiefen Konzentrationen Gesundheitsschäden auftreten, darunter übermässige Hautpigmentierungen, Funktionsstörungen von Leber, Niere und Herzkreislauf sowie verschiedene Formen von Krebs. Problematisch ist zum einen, dass der Arsengehalt lokal sehr stark schwanken kann. Zum anderen aber auch, dass vielerorts das Risiko überhaupt nicht erkannt wird, weil weder Brunnen- noch Grundwasser je auf Arsen getestet wurden. Eine Arsenkonzentration über 10 µg/L gilt als problematisch. Dieser Wert wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO daher als Grenzwert im Trinkwasser empfohlen.
Pakistan Arsenrisiko im Trinkwasser viel grösser als angenommen
Umwelt und Wasser
Bangladesh: Naturereignisse vergrössern die Armut

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Quelle: World Bank
Flood Risk Assessment and Forecasting for the Ganges- Brahmaputra-Meghna River Basins
Priya, Satya, William Young, Thomas Hopson, and Ankit Avasthi.
2017. Flood Risk Assessment and Forecasting for the Ganges-Brahmaputra-Meghna River Basins.
Washington, DC: World Bank
Report , 108 pages, english
4.6 MB PDF Download

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Golf von Bengalen: Niederschlagswerte und Tropische Stürme 1956-2009
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Quelle: OCHA
Historical Monthly Data on Average Precipitation and Tropical Storms
Golf von Bengalen: Niederschlagswerte und Tropische Stürme 1956-2009
2011
2,1 MB PDF Download
Bangladesh war im Gegensatz zu seinen Nachbarländern Myanmar und Indien weniger stark von der Tsunamikatastrophe im Jahr 2004 betroffen, obwohl die Tsunamiwelle ebenfalls die Küste von Bangladesh erreicht hat. Die Küste von Bangladesh ist wegen des dichten Mangrovengürtels nicht so stark besiedelt. Die Mangroven wirkten wie eine Schutzbarriere.
Informationen über Bangladesch
Klimadiagramme Bangladesh
Windsystem in Südasien und Südostasien Monsunsaison 2010
Monsun-Saison 2007 in Indien, Nepal und Bangladesh
Zyklon Aila (Bangladesh - Indien) 2009
Bangladesh Zyklon Sidr 2007
Globaler Klima-Risiko-Index Bangladesh 2009
Climate Summit Bhutan 2011
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