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Gletscher auf dem Rückzug |
Oktober
2026
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2025/2026: Enorme Gletscherschmelze |
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| Die Schweizer Gletscher verlieren weitere fünf Prozent ihres Volumens |
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Intensive Hitzewellen von Mai bis September 2026 kombiniert mit einem schneearmen Winter führten zu einem weiteren verheerenden Jahr für die Gletscher. Dies zeigen die aktuellen Daten des Schweizerischen Gletschermessnetzes (GLAMOS) und der Schweizerischen Kommission für Kryosphärenbeobachtung der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT)
Das Abschmelzen der Schweizer Gletscher war 2026 wiederum extrem. Über 5 Prozent des Eises sind verschwunden. Die mittlere Eisdicke einzelner Gletscher nahm zwischen 2,5 und 4 Metern ab. Auf Gletscherzungen reduzierte sie sich über den Sommer teils um bis zu 10 Meter. Allein in den letzten 5 Jahren hat das Eisvolumen in der Schweiz nun um fast 20 Prozent abgenommen.
Kleinere Gletscher bereits verschwunden
Wie bereits im Vorjahr lag im Winter 2025/26 in allen Höhenstufen viel weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Der Hauptgrund waren die geringen Niederschläge. Bezogen auf die mittlere Schneehöhe gehört das Winterhalbjahr (November 2025 bis April 2026) zu den zehn schneeärmsten Wintern seit Messbeginn. Von Mai bis September 2026 war jeder Monat durch Trockenheit und mindestens eine Hitzeperiode geprägt. Die Nullgradgrenze lag während dieser Monate an 76 Tagen über 4'000 Metern. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im Mittel und damit ein Rekordwert. Die schützende Schneeschicht auf den Gletschern verschwand teils schon in den Hitzewellen im Juni 2026 . Im September blieb selbst auf einer Höhe von 3'500 m.ü.M. kein Schnee mehr liegen.
Alpengletscher haben unter solchen Bedingungen langfristig keine Überlebenschance. Das äussert sich im Verschwinden vieler kleiner Gletscher, wie zum Beispiel dem Bella-Tola-Gletscher (VS) und dem Griessfiren/Plattalvafirn (GL).
Die Messperiode 2026 reiht sich nur knapp hinter dem Rekord-Jahr 2022 ein. Dass dessen Verluste trotz höheren Temperaturen nicht ganz erreicht wurden, hängt damit zusammen, dass auf vielen Gletschern etwas mehr Schnee lag als 2022. Zusätzlich wurde 2026 weniger Saharastaub auf dem Schnee abgelagert. Somit wurde das Sonnenlicht besser reflektiert. Aber es gab Ausnahmen: So erlitten einige Gletscher (Allalin, Clariden, Grosser Aletsch und Rhone) dieses Jahr so starke Schmelze wie noch nie.
Schmelzwasser dämpft Wasserknappheit
Zwischen Juli und September 2026 haben die Gletscher insgesamt rund 2'200 Milliarden Liter Wasser verloren. Dies entspricht mehr als viermal dem jährlichen Trinkwasserverbrauch aller Schweizer Haushalte. Die Gletscherschmelze trägt damit momentan noch dazu bei, sommerliche Wasserknappheiten abzumildern. Allerdings nimmt dieser Effekt aufgrund der schwindenden Eisfläche schon heute deutlich ab.
Zu wenig Schnee im Winter
Im Winter 2025/2026 führte die Kombination aus wenig Niederschlag und drittwärmstem Winterhalbjahr (Oktober bis März) seit Messbeginn zu sehr geringen Schneemengen. In Teilen Nord- und Mittelbündens fiel beispielsweise so wenig Neuschnee wie noch nie. Auf den Gletschern lag deshalb Ende April 2026 rund 13 Prozent weniger Schnee verglichen mit der Periode 2010-2020. Der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen führte zu einer rapiden Schneeschmelze bis in die höchsten Lagen. Nach einem eher kühlen und feuchten Juli brachte der August eine Hitzewelle mit einer Nullgradgrenze auf teils über 5'000 Metern. In Kombination sorgte diese Witterung für einen überdurchschnittlich warmen Sommer. Zwischen Juli und September 2005 führten einige Kaltfronten zu einzelnen Tagen mit Neuschnee oberhalb von 500 m ü.M., der aber nur im Hochgebirge länger erhalten blieb.
«Die stetig schwindenden Gletscher tragen dazu bei, dass sich das Gebirge destabilisiert», sagt Matthias Huss, der Leiter von GLAMOS. «Dies kann zu Ereignissen wie im Lötschental führen, wo im Mai 2025 eine Fels-Eis-Lawine das Dorf Blatten verschüttet hat.»
Die Schweizerische Kommission für Kryosphärenbeobachtung (SSK) der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) dokumentiert die Veränderungen der alpinen Kryosphäre. Sie koordiniert die langfristig angelegten Schweizer Messnetze für Schnee, Gletscher (GLAMOS) und Permafrost (PERMOS).
In der SKK sind die Institutionen vertreten, welche diese nationalen Messnetze betreuen (Eidg. Forschungsanstalt WSL, Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, MeteoSchweiz, ETH Zürich, Universitäten Zürich, Fribourg und Lausanne, sowie Fachhochschule Südschweiz) oder einen finanziellen Beitrag zur langfristigen Sicherung leisten (Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz im Rahmen von GCOS Schweiz, SCNAT, Bundesamt für Landestopografie swisstopo).
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| Ablation |
| Unter Ablation versteht man alle Vorgänge, die dem Gletscher Eis entziehen. Dazu gehören das Abschmelzen von Eis, das Kalben von Eisbergen, das Verdunstung, die Eisabbrüche und die Sublimation. Die gesamte jährliche Volumenabnahme eines Gletschers wird als Ablation bezeichnet. |
| Gesamtmassenbilanz |
| Die Gesamtmassenbilanz berücksichtigt, den Eiszuwachs bzw. die Eisverluste an der Oberfläche, den Abbruch von Eisbergen an der Gletscherkante und das Schmelzen von Gletschereis bei Kontakt mit dem Meerwasser. |
| Oberflächenmassenbilanz |
Die Oberflächenmassenbilanz beinhaltet alle auf die Oberfläche begrenzten Vorgänge, welche zum Anwachsen oder Abschmelzen einer Eisfläche beitragen.
Die Oberflächenmassenbilanz berücksichtigt die Kombination aus abgeschmolzenem Oberflächeneis, Verdunstung, Abfluss und Niederschlägen. |
| Sublimation |
| Die direkte Umwandlung eines Festkörpers in ein Gas wird als Sublimation bezeichnet. Bei einer Sublimation verwandelt sich Eis in Wasserdampf , ohne dass sich bei diesem Vorgang der Zustandsänderung flüssiges Wasser bildet |
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