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Starke Abkühlung entlang der Westantarktischen Küste

Der Pine Island Gletscher in der Westantarktis reagiert sensibel auf Klimaänderungen

Forscher der British Antarctic Survey haben festgestellt, dass sich in den Jahren 2010 bis 2012 das Abschmelzen des Antarktischen Schelfeises in der Westantarktis wegen des La Ninã-Wetterphänomens merklich abgeschwächt hat.

In das Gebiet der Pine Island-Bay fliessen mehrere Gletscherströme vom westantarktischen Kontinent, von denen der Pine Island-Gletscher und der Thwaites-Gletscher die grössten sind.

2012 fand eine drastische Abkühlung der Wasserzuflüsse um die Antarktis statt.

Die Wissenschaftler vermuten, dass starke Winde aus östlichen Richtungen wesentlich zur Abkühlung der Gewässer beigetragen haben. Die östlichen Winden wurden vermutlich durch eine ausgeprägte La Niña -Phase im tropischen Pazifischen Ozean ausgelöst. Normalerweise wehen die Winde vor der Küste der Antarktis aus westlichen Richtungen. 2012 hatte das Abschmelzen den antarktischen Gletscher den tiefsten Stand erreicht, der je gemessen wurde. 2012 befand sich die Thermokline (also die Wasserschicht, welche das kalte Oberflächenwasser vom wärmeren Tiefenwasser trennt) rund 250 m tiefer als in irgendeinem Jahr seit Messbeginn. Zwischen 2010 und 2012 ging der Schmelzproszess am Schelfeis in der Pine Island Bay, in welche der Pine Island Gletscher fliesst, merklich zurück. 2012 war das Abschmelzen nur noch halb so stark wie 2010.

Während La Niña-Phasen sind die Oberflächentemperaturen in den tropischen Meeren tiefer als üblich. Einen gegenteilige Wirkung wird während El Niño-Phasen beobachtet.

Mündungsgebiet des Pine Island-Gletschers.
Foto: Karsten Gohl, Alfred-Wegener-Institut.
In der Pine Island Bay verhindert ein Unterwasserrücken, dass wärmeres Meerwasser gegen die dicksten Schichten des Schelfeises drücken.Der Zufluss von warmen Tiefenwasserströmen fördert das Abschmelzen der Schelfeise von unten her. Die Schelfeise wirken als als Barrieren für das Ausliessen der Eisströme aus dem Inland. Dünnere Schelfeise führen zu einem erhöhten Zufluss der Inlandgletscher und zu einem rascheren Abschmelzen von grossen Eismassen. In den vergangenen Jahren wurde der Pine Island Gletscher durch diesen Effekt immer dünner.
Die Forscher waren überrascht, wie schnell sich die Schmelzprozesse beim Schelfeis durch die veränderten klimatischen Verhältnisse beeinflusst wurden. Die Unterwassertopografie hat offenbar einen grossen Einfluss auf die Geschwindigkeit und den Ablauf der Schmelzvorgänge im Schelfeis. Unterwasserrücken beeinflussen die Meeresströmungen. In tiefer gelegenen Wasserschichten verlaufende Wasserströme werden durch solche Rücken und Erhebungen abgelenkt.

An der Untersuchung waren Forscher aus folgenden Institutionen beteiligt:

British Antarctic Survey, Korea Polar Research Institute, University of Washington, Seattle und Alfred Wegener Institute for Polar and Marine Research

Quelle: British Antarctic Survey, Januar 2014 (Text: RAOnline)
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