Klima-Fakten
Klima-Informationen aus der Schweiz
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Schweiz Witterungsjahr 2006
Winter 2005/06
Frühling 2006
Sommer 2006
Herbst 2006
Winter 2006/07
Sommerhitze 2006 Juli 2006
Starkniederschläge 2006 September 2006
Rekordtemperaturen 2006 Oktober 2006
Witterungsjahr 2006 im Überblick
Klima und Wetter weitere Informationen
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Klima in der Schweiz: Witterungsjahr 2006
Wetter 2006: Von einem Extrem ins Andere
Extremes Wetter prägte das Jahr 2006: Entweder war es sehr nass oder extrem trocken.

Winter 2005/06

Die erste Winterhälfte 2005/06 war geprägt von langen Nebel- und Inversionslagen (unten grau und kalt, oben schön und relativ mild). Die langanhaltenden Nebelphasen brachten zwei Besonderheiten hervor:

Rauhreiftage im Januar 2006
1. Starker Anstieg der Feinstaubanteile in der Luft im Schweizerischen Mittelland. Folge: Geschwindigkeitbeschränkungen auf den Autobahnen.

2. Raureif-Spektakel an den Bäumen, Sträuchern und Gräsern in den Nebelschichten.

Die kalten Temperaturen blieben über Wochen bestehen. Im März und selbst im April musste im Mittelland noch zur Schaufel gegriffen werden, um die Vorplätze vom Schnee zu befreien.

Rauhreiftage im Februar 2006
Schnee im März 2006

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Frühling
Ende März 2003: Vegetation mit Rückstand
Nach dem kältesten Winter seit 21 Jahren liess der Frühling lange auf sich warten.

Der März war auf der Alpennordseite nass, sonnenarm und als vierter Monat in Folge zu kalt.

Erst gegen Ende März kamen vorübergehend die insbesondere von den Gemüsebauern ersehnten wärmeren Tage.

Kartofffeln im April 2006
Kartoffeln im Mai 2006
Raps im Mai 2005
Die Niederschläge setzten sich im April fort, sodass Mitte April die Felder wassergesättigt waren.

Erst zum Monatsende kamen die Obstbäume zum Blühen. Insgesamt war der April am Ende aber durchschnittlich zu warm. Im Gegensatz zur Alpennordseite klagte die Südseite über fehlende Niederschläge.

Baumblühte: ab Ende April 2006
Bäume anfangs Mai 2006

Nur wenigen Bauern in den frühen Lagen gelang es, in der ersten Maiwoche das Heu unter Dach zu bringen. Die Übrigen mussten im regnerischen Mai viel Geduld haben.

Ende Mai fiel nochmals Schnee bis 600 Meter über Meer.

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Sommer

Mit der Sonne Anfang Juni konnte endlich das Futter eingebracht werden. Der Juni war sehr warm mit einem ersten Hagelzug Ende des Monats, der grosse Schäden anrichtete.

lange Schönwetterphase im Juli 2006
Auch der Juli war heiss und in der ganzen Schweiz zu trocken. Insbesondere in den Bündner Südtälern und im Tessin verdorrte das Gras. Ende des Monats fielen die Temperaturen um 15 Grad und auf den Alpenpässen lag der erste Schnee.

Besonderes Wettereregnis im Juli: Die Bildung von mehrerern Windhosen (Minitornados) über dem Bodensee.

ausgeprägte Trockenheit im Juli 2006
ausgeprägte Trockenheit im Juli 2006
viel Regen im August 2006
Der Wetterwechsel kam mit dem Nationalfeiertag am 1. August 2006. Mit den heranziehenden Fronten aus Nordwesten veränderte sich innerhalb von ein paar Stunden der Wettercharakter vollständig.

Der August war dann auf der Alpennordseite extrem sonnenarm, deutlich zu kalt und in fast allen Landesteilen sehr nass. Schnee fiel mehrmals bis unter 2000 Meter über Meer.

Regen und wenig Sonne im August 2006
kühles Wetter im August 2006
Sommerhitze im Witterungsjahr 2006 Juli 2006

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Herbst

Die erste Hälfte im September brachte zum Teil intensive Niederschläge.

Gute Fernsicht im Oktober 2006
Der September brachte schliesslich wieder trockenere und sommerliche Tage und am Ende zählte dieser Monat auf der Alpennordseite zu den wärmsten der letzen 140 Jahre.

Auch der Oktober zählte den wärmsten seit Messbeginn 1864.

Sogar der November war extrem warm, ausserordentlich sonnig und im ganzen Land zu trocken. Nach einem sehr kalten Monatsbeginn lagen die Temperaturen durchwegs deutlich über der jahreszeitlichen Norm.

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Winter 2006/07

Der Winterbeginn war eigentlich ein Spätherbst. Die für diese Jahreszeit typischen Nebellagen traten zu Beginn nur vereinzelt auf. Grund dafür waren die für die Jahreszeit eher zu milden Temperaturen und besondere Wetterlagen wie Föhn- und Bisenströmungen. Frosttage waren wie schon im eigentlichen Späteherbst eher selten.

Bisenlagen im Dezember 2006
Die erste Hälfte des Winterquartals 2006/07 war geprägt von über dem langjährigen Mittelwert liegenden Temperaturen und relativer Trockenheit. In den Alpen war ein ausgeprägter Schneemangel spürbar. Gegen das Jahresende fielen dann vor allem in den nördlichen Alpen bis gegen 70 cm Neuschnee. Die ersten Lawinenopfer wurden beklagt.

Im Dezember stellte sich eine längere Inversionsphase ein, welche weite Teile des Mittellandes unter eine Nebeldecke setzte. Unter der Nebeldecke herrschten Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt.

Bodennebel im Dezember 2006
Föhnlagen im Dezember 2006

Über der Nebeldecke herrschten milder Temperaturen und prächtiges Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und wenig Niederschlägen. Häufiges Hochdruckwetter wechselnd mit aus Südwesten oder Süden zuströmender, milder Luft prägten den Oktober 2006.

Neue höchste Tageshöchsttemepraturen ergaben sich für einige Orte in den Föhntälern auf der Alpennordseite. Mit der häufig südlichen Anströmung profitierte die Alpennordseite zudem von ausgeprägten Föhneffekten.
Am 26. Oktober 2006 wurden auf der Alpennordseite für die Jahreszeit teils ausserordentlich hohe Temperaturen gemessen. Die Wärmeperiode erreichte damit ihren Höhepunkt.

Der Wetterwechsel erfolgte erst auf den Silvestertag 2006, als ein Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik mit Westwinden den Nebelschichten und damit auch dem prächtigen Ausflugswetter in höheren Lagen ein Ende setzte.

Informationsquellen:
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz 2006
Schweizerischer Bauernverband SBV, Januar 2007
Ergänzungen: RAOnline
Das Witterungsjahr 2006 im Überblick

Das Jahr 2006 war in der Schweiz das fünft wärmste der Datenreihen seit 1864. Noch wärmer waren die Jahre 1994, 2003, 2002 und 2000. In Juranähe fielen übernormale Jahresniederschläge, in den inneren Alpen und im Süden waren diese unterdurchschnittlich. Die Besonnung erreichte übernormale Werte.

Der Winter hielt sich bis nach Mitte März. Sowohl in der Südschweiz wie auch in den nördlichen Landesteilen traten extreme Starkschneefälle auf, welche den Verkehr teils massiv beeinträchtigten. Im Übrigen war die Witterung im Winter überwiegend trocken. Hingegen war das Frühjahr (März bis Mai) im Mittelland und Jura vielerorts das nässeste seit Messbeginn im Jahr 1864. Zu Beginn des Juni fiel nochmals Schnee bis gegen 1'100 m. Dann folgte hochsommerliches Wetter, so dass bis zur Jahresmitte auch auf der Alpennordseite das Temperaturdefizit der ersten drei Monate kompensiert war. Die zweite Jahreshälfte stand ganz im Zeichen extremer Temperaturverhältnisse. Der Juli war so heiss wie nie zuvor in den Datenreihen, die für Genf und Basel bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück reichen. Danach folgte ein im Norden unfreundlich nasser und ungewöhnlich kühler August. Die Herbstmonate September bis November zählten allesamt zu den wärmsten der Messreihen, so dass der Herbst insgesamt einen fast doppelt so grossen Wärmeüberschuss gegenüber dem Mittel der Jahre 1961-90 erreichte wie der bisher wärmste Herbst im Jahr 1987. Auch der Dezember war mild.

Der Wärmeüberschuss im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961-90 erreichte meist sehr grosse 1.2 bis 1.7 Grad Celsius. In den Tallagen vom Alpensüdhang, vom Engadin, vom Goms und in frostexponierten Stellen am Alpennordhang erreichte der Wärmeüberschuss rund 1 Grad.

Wegen den teils extremen Niederschlägen im März und April, dem nassen Mai, August und teils auch September erreichten die Jahressummen im Jura, im angrenzenden Flachland und vom Neuenburgersee bis zum oberen Genfersee 110-140 Prozent der Norm. Auch im Übrigen Mittelland waren die Jahres-Niederschläge zumeist etwas grösser als normal. Einzig im Raum Genf fiel tendenziell etwas zu wenig Niederschlag. Am Alpennordhang und im Unterwallis waren die Mengen etwa normal. Graubünden, Tessin und die Übrigen Teile des Wallis erhielten meist nur 75 bis 90 Prozent der normalen Jahresniederschläge.

Die Besonnung erreichte im Mittelland und in der Südschweiz um die 110 Prozent des Normalwertes von 1961-90, von Luzern bis St. Gallen bis 120 Prozent. Etwa normale Werte erreichte die Sonnenscheindauer am Alpensüdhang. In den Übrigen Gebieten wurden rund 105 Prozent der Norm gemessen.

Quelle: Text Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, Januar 2007

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