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Fünf-b-Wetterlage
Entwicklung eines "Genua-Tiefs"

Bei dieser als wiederkehrendes Muster mit der Bezeichnung Vb (5b) katalogisierten Wetterabfolge weichen die Luftmassen von ihrer üblichen West-Ost-Richtung nach Süden ab, erwärmen sich über dem Mittelmeer und laden sich stark mit Feuchtigkeit auf. Wenn sie dann beim überqueren der Alpen von Süd nach Nord auf kältere Luftmassen stossen und sich dadurch stark abkühlen, kommt es oft zu extremen Regenfällen in kurzer Zeit.

Bei 30 °C nimmt die Luft maximal 30,3 g Feuchtigkeit pro m3 Luft auf. Kühlt sich die Luft dann z.B. auf 22 ° C ab, fällt die Differenz (30,3 - 19,4) von 10,9 g für jeden m3 Luft als Regen nieder.

"Fünf-B"-Tief

Zyklone, die sich aus einem oberitalienischen Tief entwickelt und entlang des Alpenostrandes über Österreich, Ungarn und Polen hinweg zur Ostsee zieht, entlang einer als 5b bezeichneten typischen Zugbahn. Die von dem Tief mitgeführte feuchtwarme Mittelmeerluft verursacht beim Aufgleiten auf die vorhandene Kaltluft meist langanhaltende starke Niederschläge und Überschwemmungen.

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Tief Mitteleuropa (Tm)
Vom 31. Mai 2013 bis zum 2. Juni 2013 steuerte ein Tiefdruckgebiet über Mittelitalien und ein hochreichendes und ortsfestes Tiefdruckgebiet über Mittel- und Osteuropa sehr feuchte Luft vom Mittelmeer über das Schwarze Meer zum Alpenraum.

Anders als bei den Hochwassersituationen 2005 und 2007 handelte es sich diesmal nicht um eine Grosswetterlage des Typs Vb, sondern um eine dieser Wetterlage ähnlichen Typ "Tief Mitteleuropa (Tm). Bei dieser Wetterlage ist jeweils mit beträchtlichen Niederschlägen zu rechnen.

Die feuchten Luftmassen wurden östlich um die Alpenkette herumgeführt und trafen über Mitteleuropa auf Kaltluft, welche aus dem Nordatlantik heranfloss.

Der konstant wehende Nordwind führte zu einer lang andauernden Staulage an den Alpen, am Erzgebirge und am Thüringer Wald.

Seit Anfang Juni 2014 verging kaum ein Tag, an dem die Medien nicht auch über Unwetter irgendwo in Deutschland berichten. Bilder von vollgelaufenen Kellern, überschwemmte Strassen, umgestürzte Bäume und aufgetürmten Hagelkörner prägen dann die Nachrichtensendungen. Ist der Klimawandel schuld? Die Starkniederschläge über Mitteleuropa wurden häufig durch feuchtwarme Luft im Bereich eines Tiefs verursacht, das meist direkt über Mitteleuropa lag. Mit Hilfe von Klassifikationen der jeweiligen Grosswetterlagen ist es möglich zu statistischen Aussagen zu kommen. Entsprechende Analysen führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit vielen Jahrzehnten durch.

"Tief Mitteleuropa" (TM) mit hohem Unwetterpotenzial

Eine Grosswetterlage ist definiert durch die Lage der Hochs und Tiefs über Europa sowie dem Nordostatlantik über eine Dauer von mehreren Tagen. Die Grosswetterlage bestimmt dabei den wesentlichen Charakter des Wettergeschehens.

Eine für Zentraleuropa immer wieder gefährliche Lage nennt sich "Tief Mitteleuropa". Für Deutschland bedeutet dies meist feuchtes und unbeständiges Wetter. Vor allem im Sommerhalbjahr besteht dabei eine erhöhte Gefahr für das Auftreten von Unwettern mit Starkniederschlägen und gelegentlich auch Überschwemmungen, insbesondere wenn sich daraus eine sogenannte Vb-Lage entwickelt, die oft mit extremen Niederschlägen in Mitteleuropa verbunden ist.

In diesem Jahr herrschte bislang an 19 Tagen diese ansonsten eher seltene Grosswetterlage. In der Folge musste der DWD im meteorologischen Sommer 2014, der von Juni bis August reicht, an bisher 36 von 66 Kalendertagen amtliche Unwetterwarnungen herausgeben. Immer wieder wurde auch die höchste Stufe der "extremen Unwetterwarnung" ausgerufen. Noch mehr Tage mit dieser Wetterlage, nämlich 29, gab es im Jahr 2002, wobei es in der Folge im August zur Elbeflut kam.

Mittlere Häufigkeit der Grosswetterlage TM hat zugenommen

Obwohl die Anzahl solcher Wetterlagen von Jahr zu Jahr sehr stark schwankt, steigt sie langfristig gesehen an. Nach einer vom DWD durchgeführten Studie gab es um 1950 im Schnitt 8 bis 10 solcher Wetterlagen pro Jahr, in heutiger Zeit dagegen schon meist zwischen 9 und 15. Das entspricht einem Anstieg von etwa 20 Prozent. Bis zum Jahr 2100 wird mit einem weiteren Anstieg auf eine Spanne zwischen 10 und 17 gerechnet. Die Szenarien deuten also an, dass wir künftig öfter mit solchen extremen Wetterlagen rechnen müssen.

Quelle: Text Deutscher Wetterdienst (DWD), August 2014
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