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Juli 2014: Hochwasser in der Schweiz
Gewittrige Starkniederschläge in der Schweiz
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Starkniederschläge und Schneefälle auf der Alpensüdseite
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Extremereignis in der Schweiz: Starkniederschläge 2014
Gewittrige Starkniederschläge - Rekordniederschläge im Juli 2014
Im Jahr 2006 richteten Überschwemmungen, Murgänge, Rutschungen und Felsbewegungen in der Schweiz insgesamt rund 75 Millionen Franken Schäden an. Verglichen mit der durchschnittlichen Schadensumme der Jahre 1972 bis 2005, die teuerungsbereinigt etwa 350
Das Höhentief über Norditalien zog am Dienstag, 29. Juli 2014, nur langsam ostwärts ab. Es steuerte schubweise nach wie vor sehr feuchte und instabile Luft aus Süden zum Alpenraum.

Im Zeitraum von Montagnachmittag (28. Juli 2014) bis Dienstagnachmittag sind teils grosse Niederschlagsmengen gefallen.

Problematisch waren vor allem die gebietsweise extrem hohen Niederschlagsintensitäten am Montagabend, welche durch Gewitter ausgelöst wurden. Die darauffolgenden flächigen Dauerniederschläge verursachten bisher eher wenig Probleme.

Hauptbetroffen waren das südliche und westliche Tessin, das Wallis, die Berner Voralpen sowie Teile der Zentralschweiz und die Umgebung von Altstätten im St. Galler Rheintal.

Hier wurden vielerorts Niederschlagsmengen von 30 bis 70 Millimeter gemessen, wobei ein Grossteil dieser Menge in rund zwei Stunden gefallen ist. Dementsprechend lagen die Stundensummen teils bei 30 bis 35 Millimeter, die 10-Minutensummen erreichten stellenweise 15 bis 20 Millimeter. In Wädenswil am Zürichsee wurde mit 19.9 Millimeter die zweithöchste 10-Minuten-Summe seit Beginn der automatischen Messung im Jahr 1981 aufgezeichnet.

Das Höhentief über Norditalien zog am Dienstag, 29. Juli 2014, nur langsam ostwärts ab. Es steuerte schubweise nach wie vor sehr feuchte und instabile Luft aus Süden zum Alpenraum.

Im Zeitraum von Montagnachmittag (28. Juli 2014) bis Dienstagnachmittag sind teils grosse Niederschlagsmengen gefallen. Problematisch waren vor allem die gebietsweise extrem hohen Niederschlagsintensitäten am Montagabend, welche durch Gewitter ausgelöst wurden. Die darauffolgenden flächigen Dauerniederschläge verursachten bisher eher wenig Probleme.

Hauptbetroffen waren das südliche und westliche Tessin, das Wallis, die Berner Voralpen sowie Teile der Zentralschweiz und die Umgebung von Altstätten im St. Galler Rheintal. Hier wurden vielerorts Niederschlagsmengen von 30 bis 70 Millimeter gemessen, wobei ein Grossteil dieser Menge in rund zwei Stunden gefallen ist. Dementsprechend lagen die Stundensummen teils bei 30 bis 35 Millimeter, die 10-Minutensummen erreichten stellenweise 15 bis 20 Millimeter. In Wädenswil am Zürichsee wurde mit 19.9 Millimeter die zweithöchste 10-Minuten-Summe seit Beginn der automatischen Messung im Jahr 1981 aufgezeichnet.

Die grössten 24-Stunden-Summen (Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag) wurden auf der Alpennordseite mit knapp 80 Millimeter in Giswil am Sarnersee, in Luthern im Napfgebiet und am Schallenberg im Emmental gemessen. Anhand der Radardaten muss davon ausgegangen werden, dass punktuell innert kurzer Zeit Regenmengen von rund 100 Millimeter gefallen sind. So beispielsweise in der Region zwischen Altstätten (SG) und dem Gäbris (AR).

Auf der Alpensüdseite kamen bis Dienstagnachmittag noch grössere Niederschlagsmengen zusammen: Bis Redaktionsschluss fielen gebietsweise deutlich über 100 Millimeter. Am meisten verzeichnete Stabio mit 145 Millimetern in 24 Stunden. Der grösste Teil davon fiel seit Dienstagmorgen.

Die vorläufige Bilanz für den Juli zeigt denn auch ein eindeutiges Bild: Die Niederschlagssummen liegen deutlich über der Norm von 1981-2010. In der Westschweiz, im Wallis, am westlichen/zentralen Alpennordhang sowie im Emmental/Entlebuch wurden gar 200-300% von der Norm erreicht. Insbesondere westlich der Reuss wurden an zahlreichen Messstationen neue Rekordsummen für den Monat Juli gemessen. Aber auch im Zürcher Oberland und im Thurgau wurden punktuell neue Juli-Höchstwerte verzeichnet. An den Messstationen Langnau i.E., Aigle und Sempach wurden im laufenden Juli sogar die höchsten Monatswerte überhaupt registriert.

Obschon der Juli in weiten Teilen des Landes buchstäblich ins Wasser fiel, ist anzumerken, dass für Teile von Graubünden - namentlich Mittelbünden, das Rheintal und das Unterengadin - auch heute noch eine Warnung für erhebliche Waldbrandgefahr besteht.

Quelle: Text - Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz , 20. Juli 2014

Unwetter über dem Kanton Luzern

Am 28. Juli 2014 zogen heftige Gewitter über den Kanton Luzern. Die Gewitter waren von starken Regenfällen begleiten. Am 29. Juli 2014 hat sich das Wettergeschehen vorübbergehend beruhigt. Bei der Luzerner Polizei sind nur einzelne weitere Schadensmeldungen eingegangen. Aktuell stehen noch fünf Feuerwehrorganisationen mit Aufräumarbeiten in den Hauptschadensgebieten im Einsatz. Am 30. Juli 2014 gingen in der zweiten Tageshälfte weitere intensive Regenschauern über dem Kantonsgebiet nieder.

Rund 150 Schadensmeldungen - Schaden an Gebäuden über eine Million Franken

Bis zum Dienstagnachmittag, 29. Juli 2014, waren bei der Luzerner Polizei rund 150 Schadensmeldungen eingetroffen. Betroffen waren insbesondere das hintere Entlebuch mit der Gemeinde Schüpfheim, das Luzerner Hinterland mit Luthern und das südliche Sempacherseegebiet mit Nottwil. Dutzende Keller und Gebäude standen unter Wasser. "Die Schadensumme übersteigt die Millionengrenze!" sagte Vinzenz Graf - Feuerwehrinspektor vom Kanton Luzern. Stark betroffen waren unter anderen zwei Sägereien in Hofstatt und eine Scheune in Nottwil. In der Scheune verendeten wegen den Wassermassen ca. 30 Ferkel. Die Polizei erhielt keine keine Meldungen von verletzten Personen.

22 Feuerwehren aufgeboten - fünf Feuerwehren stehen noch im Einsatz

Seit dem Montagnachmittag, 28. Juli 2014, standen insgesamt 22 örtliche Feuerwehrorganisationen mit rund 700 Eingeteilten im Einsatz. Diese hatten ihre Arbeit an der Kantonalen Notfallplanung ausgerichtet. Diese wurde anfangs 2014 fertiggestellt und enthält wichtige Angaben und Vorgehensempfehlungen zur Bewältigung von Hochwasserereignissen.

Quelle: Text - Kanton Luzern , 29. Juli 2014

Hochwassersituation im Kanton Aargau

Der Kantonale Führungsstab (KFS) hat am Montag, 28. Juli 2014, an einer weiteren Kernstabsitzung die Lage im Aargau analysiert. Zu Beginn der Woche ist mit starken Niederschlägen mit Schwerpunkt Ostschweiz zu rechnen. Aufgrund der allseits gefüllten Flüssen und Seen sowie den gesättigten Böden werden erhebliche Zuflüsse in den Kanton Aargau erwartet.

Die Ausgangslage für den Rhein bleibt weiter ungewiss. Ein Entscheid über den Einbau von mobilen Hochwasserschutzsperren in Wallbach fällt in der Nacht auf Dienstag, den 29. Juli 2014.

Die Prognosen für Aare, Reuss und Limmat lassen für die kommenden Tage weiterhin keine bedrohlichen Pegelstände erwarten. Allerdings muss die Aare grössere Wassermengen aus der Emme aufnehmen infolge der erwarteten starken Niederschläge in deren Einzugsgebiet. Dies könnte dazu führen, dass der Abfluss des Bielersees reduziert werden muss.

Die Hochwasserschutzsperren an der Reuss in Windisch, die letzte Woche eingebaut wurden, bleiben vorerst bestehen. Sollten sich die starken Niederschläge ins Entlebuch verschieben, könnten die zurzeit moderaten Prognosen deutlich übertroffen werden und die Lage der Reuss verschärfen. Der Abfluss der Limmat hat sich dank der Massnahmen im Kanton Zürich auf tieferem Niveau stabilisiert.

Der untere Hochrhein (ab Koblenz) wird in der Nacht auf Dienstag, 29. Juli 2014, grosse Wasserzuflüsse verzeichnen. Deren Spitze wird gegen Dienstagmittag erwartet.

Die Ausgangslage bei den Schweizer Seen, die als Rückhaltebecken funktionieren, bleibt im Grossen und Ganzen unverändert. Die Oberliegerkantone (Bern, Luzern und Zürich) sind aufgrund der angespannten Lage in ihren Gebieten stark engagiert und können nur bedingt Hilfestellung für den Kanton Aargau leisten. So sind die Pegelstände von Bieler- und Vierwaldstättersee weiterhin sehr hoch.

Quelle: Text - Kanton Aargau , 29. Juli 2014
Hochwasser-Management: Bielersee

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Starkniederschläge und Schneefälle auf der Alpensüdseite im November 2014

Seit Anfang November 2014 befand sich der Alpensüdhang mehrheitlich im Einflussbereich einer Südwestströmung, die feuchte und relativ milde Subtropenluft zum Alpensüdhang führt. Das Wetter im Alpenraum wurde Ende November durch ein Tiefdruckgebiet über den Britischen Inseln und Frankreich bestimmt. Mit südwestlichen Höhenwinden flossen während einigen Tagen feuchte Luft zur Alpensüdseite.

Eine Südstaulage hatte zwischen dem 2. und 17. November 2014 im Tessin rekordhohe Niederschlagsmengen verursacht. Die während dieser Periode gemessenen Regenmengen entsprachen je nach Region dem drei- bis fünffachen der durchschnittlichen Monatssumme für den November. In Lugano wurde mit 538 mm die seit Messbeginn 1864 höchste November-Niederschlagsmenge registriert. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2002 wurde übertroffen, einige weitere Messstellen registrierten zweit- oder dritthöchste Messwerte. Da gleichzeitig bei überdurchschnittlichen Temperaturen die Schneefallgrenze bei über 1800 m ü.M. lag, fielen somit in den Einzugsgebieten des Lago Maggiore und des Lago di Lugano hauptsächlich als Regen und nicht als Schnee. Sie flossen entsprechend schnell ab.

Seen wieder auf Normalniveau

Im Jahr 2006 richteten Überschwemmungen, Murgänge, Rutschungen und Felsbewegungen in der Schweiz insgesamt rund 75 Millionen Franken Schäden an. Verglichen mit der durchschnittlichen Schadensumme der Jahre 1972 bis 2005, die teuerungsbereinigt etwa 350
Während an den Fliessgewässern keine extremen Abflusswerte beobachtet wurden, stiegen der Lago Maggiore und der Lago di Lugano markant an und traten für mehrere Tage über die Ufer. Die Wasserstände der Seen haben 20 Tage die Gefahrenstufe 2 oder höher erreicht und lagen davon gar 10 Tage oberhalb der Hochwassergrenze (Gefahrenstufe 4). Die Pegel erreichten jedoch nicht ganz die Höchststände aus den Jahren 2000 (Lago Maggiore) und 2002 (Lago di Lugano). Seit dem Einsetzen der trockenen Witterung sinken die Pegel an beiden Seen.

Am letzten Wochenende unterschritten sie die Hochwassergrenzen. Ab Mitte dieser Woche sollten sich die Wasserstände an allen Tessiner Gewässern wieder normalisiert haben.

Mehrere Rutschungen

Die anhaltend hohen Niederschlagsmengen hatten zu einer kompletten Durchnässung der Böden geführt. Bereits kleinste Zusatzbelastungen konnten deshalb an exponierten Stellen zu spontanen Rutschungen führen, die teilweise als Murgänge abflossen. Da keine extremen Stundenniederschläge zu verzeichnen waren, blieb die Anzahl der eingetretenen Rutschungen auf einige Dutzend beschränkt. Leider hatten zwei davon jedoch fatale Konsequenzen und kosteten 4 Menschenleben. Wo Gefahrenkarten vorhanden waren, haben die Behörden speziell gefährdete Gebiete vorübergehend evakuiert oder die notwendigen Vorsorgemassnahmen getroffen. Das Ereignis hat jedoch gezeigt, dass die Karten überprüft und gegebenenfalls ergänzt werden müssen.

Zusammenarbeit der Behörden

Die betroffenen Fachstellen für Naturgefahren des Bundes (Bundesamt für Umwelt und MeteoSchweiz) hatten sich mit den Behörden des Kantons Tessin frühzeitig in Kontakt gesetzt und konnten so vor dem sich anbahnenden Ereignis warnen. Dank der vorliegenden Informationen und der gemeinsamen Lageeinschätzung konnten sich die kantonalen und lokalen Behörden und Einsatzkräfte frühzeitig organisieren und die Massnahmen der Notfallplanungen umsetzen. So konnten grössere Schäden verhindert werden.

Auf Bundesseite war dank der Umsetzung der OWARNA-Massnahmen (Bundesratsbeschlüsse von 2007 und 2010 zur Optimierung der Warnungen vor Naturgefahren) der Betrieb rund um die Uhr sichergestellt. Die in den letzten Jahren eingeführten Verbesserungen der meteorologischen und hydrologischen Vorhersagen sowie die verbesserte Information trugen wesentlich dazu bei, dass das Ereignis insgesamt gut bewältigt wurde.

Quelle: Text - Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz , 25. November 2014

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