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Forschung in der Antarktis: British Antarctic Survey (BAS)
Auf den Spuren des Eisbergs A-68A 2020
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Forschung in der Antarktis: British Antarctic Survey (BAS)
Auf den Spuren des Eisbergs A-68A

Der Eisberg A-68A, welcher 2017 im Larsen-C Schelfeis abgebrochen ist, war am 13. Dezember 2020 nach Angaben der British Antarctic Survey (BAS) noch 3'900 km2 gross. Am 23. Dezember 2020 hatte der Eisberg nach Angaben der ESA noch lediglich eine Fläche von 2'606 km2. Der Eisberg bedroht mit seiner Drift durch die Scotiasee das weltweit wichtigste Ökosystem rund um die Insel Süd-Georgien.

Die Gewässer rund um Süd-Georgien gelten als die Region mit der grössten biologischen Vielfalt. Es werden dort mehr wissenschaftlich beschriebene Arten von Meerestieren als auf den Galapagos-Inseln vor der Küste von Ecuador. Die Küstengebiete von Süd-Georgien uns seinen vorgelagerten Inseln und Riffen sind die Heimat von Hunderttausenden von Pinguinen, Seehunden und Walen. Süd-Georgien liegt im weltweit grössten Meereschutzgebiet. Süd-Georgien ist von einem teilweise mehrere Dutzend Kilometer breiten Gürtel von untiefen Gewässern umgeben.

Die Eisberg und seine abgebrochenen kleineren Eisberge sind eine grosse Gefahr für die Tierbestände in diesen seichten Meereszonen. Das Aufgleiten der immer kleiner werdenen Eiskörpern bedroht die Brutkolonien. Durch das Abschmelzen der Eismassen reduzieren die riesigen Mengen Süsswasser den Salzgehalt der küstennahen Gewässer. Der geringere Salzgehalt beeinflusst den Lebensraum Fischen und anderen Meerestieren. Eine Kollision einer grösseren Eisfläche mit der Küstenlinien kann Zehntausende von Piguinen von ihren Nahrungsquellen abschneiden. 2010 rammte der Eisberg B-09B die Zunge des Mertz-Gletschers . Durch dieses Naturereignis wurde eine dort brütende Pinguinkolonie ausgelöscht.

Auf seinem Weg nach Nordosten hat der Eisberg durch das Abschmelzen des Eiskörpers und das Abbrechen von Eisblöcke massiv an Volumen verloren. Der Haupteisberg und seine von ihm abgetrennten kleineren Eisberge haben einen kleineren Tiefgang. Die Eisberge können daher weit in die untiefen Schelfwasserzonen vordringen und zu den zahlreichen kleineren Insel wie die Insel Annekov vorstossen und die dort lebenden Pinguinkolonien gefährden.

Die auflaufenden Eisberge zerstören die am Meeresgrund lebende Pflanzen und Organismen wie u.a. Seesterne, Würmer, Schwämme, Seeigel. Diese Organismen speichern riesige Mengen an Kohlenstoff in ihren Körper. Nach einer Zerstörung gelangen diese Kohlenstoffverbindungen mit der Zeit ins Meerwasser und möglicherweise später auch in die Atmosphäre.

Eisberge zerbrechen im Verlaufe der Zeit in tausende von kleineren Eisstücke. Diese schwimmenden Eisinseln gefährden den Schiffsverkehr.

Beim Abschmelzen der Eisberge werden riesige Mengen von mineralischen Partikel frei, welche als Nahrung für viele Planktonarten dienen. Dieses Plankton gehören zu den Nahrungsketten von zahlreichen Meerestiere.

Unter der Führung der BAS wird startete am 2. Februar 2021 auf den Falkland-Inseln eine Forschungsexpedition, welche den Auftrag hat, die Auswirkungen des Eisbergs A-68A und seiner Bruchstücke auf das marine Ökosystem in den Küstengewässern der Insel Süd-Georgien zu untersuchen. Das Forschungsteam wird an Bord des Forschungsschiff «RRS James Cook» in die Gewässer um Süd-Georgien fahren. Eine mit Messinstrumenten ausgerüstete Unterwassersonde (Slocum glider) soll helfen, das gewünschte Datenmaterial zu sammeln. Das Gerät misst den Salzgehalt, die Wassertemperatur, die Chlorophyll-Konzentration und andere Parameter.

Die Tauchsonden sind kleine, vollautomatische Fahrzeuge, welche völlig autonom während Monaten ihren programmierten Aufgaben nachgehen können. Die Sonde taucht von Zeit zu Zeit auf, stellt mit GPS die Position fest, übermittelt die Daten via Satellitenleitung auf einen Server in Grossbritannien und wartet auf neue Anweisungen.

Normalerweise dauert die Planung einer Expedition in die arktischen bzw. subarktischen Zonen Jahre. Stellen der britischen Regierung, der Regierung von Süd-Georgien und den Süd-Sandwichinseln, die Verantwortlichen der BOT (British Overseas Territories) und des Blue Belt Programme haben die Dringlichkeit des Forschungsprojekt rasch erkannt, die institutionsübergreifenden finanziellen und logistischen Herausforderung in sehr rascher Zeit angepackt und gelöst.

Die BAS ist ein Institut des Natural Environment Research Council (NERC) und somit Teil des UKRI.

Das National Oceanography Centre (NOC) beschäftigt sich mit Forschungsaufgaben, welche die Küstenregionen und die Tiefsee betreffen. Das NOC gilt in Grossbritannen als gemeinnützige OrganiStation und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Institution wie das British OceanographicData Centre (BODC), das Marine Autonomous and Robotic Systems (MARS) facility, den National Marine Equipment Pool (NMEP), die National Tide and Sea Level Facility (NTSLF), den Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) und die British Ocean Sediment Core Research Facility (BOSCORF). Das NOC betreibt die zwei Forschungsschiffe «RRS James Cook» und «RRS Discover».

Das Blue Belt Programme unterstützt die nachhaltige Pflege, den Schutz und die Bewirtschaftung der Meeresumwelt in den in den Britischen Überseeterritorien.

Quelle: British Antarctic Survey (BAS), Giant iceberg mission, 15. Dezember 2020
Text: RAOnline
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