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| Gletscherabbruch im Lötschental am 28. Mai 2025 |
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24. Oktober 2025
Nach dem Bergsturz von Blatten: BKW Mitarbeitende bauen Stromleitung in Rekordzeit
Wer das Video des Bergsturzes von Blatten und den Schuttkegel gesehen hat, ist nicht erstaunt, dass auch die Stromleitung ins obere Lötschental am 28. Mai 2025 zerstört wurde. Hinter Blatten stehen Liegenschaften wie das Hotel Fafleralp und mehrere Alphütten, die vom Bergsturz verschont wurden. Auch gibt es zuhinterst im Tal vier Kleinwasserkraftwerke, die mehrheitlich der Gemeinde Blatten und dem Elektrizitätswerk EW Blatten gehören und für beide eine wichtige Einnahmequelle sind. Die Kraftwerke sind intakt, die produzierte Energie konnte aber wegen der zerstörten Stromleitung nicht mehr abtransportiert werden.
Dauerhafte statt provisorische Stromleitung
In den ersten Tagen nach der Katastrophe habe man sich überlegt, eine provisorische Leitung ins obere Lötschental zu legen, sagt Projektleiter Bernhard Ritler, der selbst in der Region wohnt. Doch rasch setzte sich die Idee durch, die neue Leitung dauerhaft zu bauen - und zwar entlang der ebenfalls neu entstehenden Notstrasse. Neben der Strasse wurde ein zweites Trassee projektiert für Strom- und andere Leitungen, etwa die Telekommunikation und das Wasser.
Priorität hatte der schnelle Bau der Notstrasse, sagt Bernhard Ritler. «Es wäre nicht sinnvoll gewesen, wenn man zuerst die Strasse gebaut und sie kurze Zeit später für die Leitungen nochmals aufgerissen hätte. Damit wäre die Verbindung nach Blatten wieder für längere Zeit unterbrochen gewesen» - deshalb das zweite Trassee.
Riesiger Materialbedarf
Schon am 10. Juni 2025, keine zwei Wochen nach dem Bergsturz, gab es die erste Sitzung mit dem Krisenstab. Danach musste alles vorbereitet und Material bestellt werden. Keine einfache Sache, denn das Kabel dieses Typs von 4,5 Kilometern Länge ist mehr als die Hälfte dessen, was die BKW normalerweise in einem ganzen Jahr verbaut. Der Standard-Lieferant konnte so viel Material in so kurzer Zeit gar nicht liefern. Deshalb wurde die Beschaffungs-Abteilung der BKW eingeschaltet. Bis Ende Juli 2025 konnten 18 riesige Kabelrollen ins Nachbardorf von Blatten, nach Wiler, geliefert werden.
Ferien verschoben, und dann Vollgas
Nun war noch das Personalproblem zu lösen, denn es war nächstens Sommerferienzeit. Projektleiter Bernhard Ritler fragte BKW intern im Berner Oberland bei der Gruppe Meiringen an. «Die waren sofort Feuer und Flamme, haben sogar Ferien verschoben, um mitzuhelfen.» Die Gruppe stand unter der Leitung von Simon Bisang, Leiter Netzbau Jungfrauregion/Oberhasli und Peter Flühmann, Gruppenleiter. Die Crew bezog vor Ort auf der Lauchernalp ein Chalet und arbeitete oft von 7 bis 19 Uhr, so dass die Leitung inklusive Mu.en und Anschlüssen an die Trafostationen im August 2025 innert zweier Wochen eingezogen war.
«Sie haben Vollgas gegeben», sagt Bernhard Ritler, denn normalerweise dauere eine solche Arbeit drei bis vier Wochen, mit dem Tiefbau zusammen gar mehrere Monate. Dank Sonderschichten des Montageteams und der Aufteilung des Tiefbaus in drei Abschnitte mit drei verschiedenen Unternehmen, konnte die Stromleitung früher als geplant in Betrieb genommen werden. Auf den Tag genau drei Monate nach dem Bergsturz waren am 28. August 2025 die Kraftwerke in Blatten wieder elektrisch erschlossen. Seit dem 10. Oktober 2025 sind auch die intakten Wohngebäude und das Gebiet im oberen Lötschental wieder versorgt.
Die Netzbetreiberin im Lötschental ist die EVTL, die Energieversorgung Talschaft Lötschen. Die BKW ist an ihr zu 49% beteiligt und stellt mit Gilles Russi den Geschäftsführer. Verschiedene Dienstleistungen für die EVTL, etwa Betrieb und Unterhalt des Netzes sowie die Abrechnungen, erbringt die ReLL, die Regionale Energie Lieferung Leuk AG. Im vorderen Teil des Lötschentals betreibt die BKW ausserdem Wasserkraftwerke - diese waren vom Bergsturz Ende Mai nicht direkt betroffen.
Wie es mit dem Dorf Blatten weitergeht, ob es wieder aufgebaut werden kann und wo - diese Diskussionen sind im Gang. «Die Zeit heilt alle Wunden», sagt Bernhard Ritler. Es gebe Blattnerinnen und Blattner, die unbedingt zurück wollten, aber auch solche, die sich das nach dem Erlebten nicht mehr vorstellen könnten. Bis dereinst gebaut wird, gibt es Hürden ohne Ende zu überwinden - aber Strom wird dank des Efforts in diesem Jahr zuverlässig zur Verfügung stehen.
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| Quelle: Text Manfred Joss, Senior Communication Manager, BKW, 24. Oktober 2025 |
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Kanton Wallis |
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| Bergsturz |
Ein Bergsturz ist eine Massenbewegung von Felsblöcken, Geröll und Schutt mit einem Volumen von über einer Million m3 Material, das entspricht dem Volumen von 1'000 bis 2'000 Einfamilienhäusern. |
| Felssturz |
Von einem Felssturz spricht man, wenn sich Felsblöcke, Geröll und Schutt mit einem Volumen von mehr als 100m3 und weniger einer Million m3 talwärts bewegen, das ist vergleichweise das Fassungsvermögen von 500 bis 600 Badewannen. |
| Blockschlag |
Blockschlag entsteht, wenn grössere Felsbrocken bzw. Felsblöcke niedergehen. |
| Steinschlag |
Ein Steinschlag ist ein Sturzprozess, bei welchem sich kleinere Mengen von Fels-, Schutt- und Steinmaterial, oft sogar nur einzelne Steine ins Tal stürzen. Grössere Steinschlagereignisse können u.a. Verkehrsverbindungen und Wanderwege kurzzeitig blockieren. |
| Murgang oder Rüfe |
Murgänge sind eine Mischung aus Hochwasser, Erdrutsch und Felssturz. Murgänge oder Rüfen sind «Gerölllawinen». |
| Hangrutsch |
Von einer Hangrutschung spricht man, wenn festes Material wie Fels und Gestein auf einer festen Unterlage talwärts gleitet. Das kann ein jahrhundertelanger Prozess sein, kann aber auch spontan und schnell ablaufen |
| Quelle: |
WSL |
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