Geomorphologie: Massenbewegungen
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Erdrutsch in Schwanden (Glarus)

Erdrutsch in Schwanden: Wiederaufbau

Erdrutsch in Schwanden

Am Dienstag, 29. August 2023, ca. 17.05 Uhr, kam es bei der Wagenrunse oberhalb Schwanden GL zu einem Erdrutsch, der sich auf einer Länge von über 400 Metern erstreckte. Die Erdmassen zogen diverse Gebäude in Mitleidenschaft. Weitere Erdmassen schoben sich um ca. 19.30 Uhr nach.

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Wagenrunse: Eine Naturkatastrophe kündigt sich an

18. März 2025

Rückbau der Notbrücke über den Sernf - Inbetriebnahme der neuen Verkehrsführung

ie Notbrücke über den Sernf, die nach dem Erdrutsch «Wagenrunse» zur Sicherstellung der Erreichbarkeit des Quartiers «Herrenstrasse» errichtet wurde, hat ihren Dienst erfüllt. Dank des Baufortschritts beim Bau des Schutzbauwerks und der anschliessenden Umlegung der Herrenstrasse können, in Absprache mit der Schweizer Armee, die Rückbauarbeiten der Notbrücke am 27. März 2025 vorgenommen werden.

Hintergrund zur Notbrücke

Nach dem tragischen Naturereignis «Wagenrunse» im Jahr 2023 errichteten 15 Angehörige des Katastrophenhilfe-Bataillons der Armee unter der Leitung von Kommandant Sébastien Neuhaus innerhalb kürzester Zeit eine 37 Meter lange und 6 Meter breite Notbrücke mit einer Tragfähigkeit von 40 Tonnen. Die sogenannte «MABEY-Brücke» wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Armee, dem Kanton Glarus und der Gemeinde Glarus Süd errichtet. Lokale Unternehmen und Privatpersonen leisteten wertvolle Unterstützung, insbesondere beim Fundamentbau und der Metallinstallation.

Ablauf der Rückbauarbeiten

Mit der Anlieferung der ersten Maschinen auf den Schwimmbad-Parkplatz in Schwanden startet am 27. März 2025 die Abbauphase. Am selben Tag wird die Notbrücke für jeglichen Verkehr gesperrt. Während der Bauphase bleibt die Erreichbarkeit des Quartiers «Herrenstrasse» über eine bestehende, markierte Baupiste gewährleistet. In den darau.olgenden Tagen führt das Departement Tiefbau und Werke gemeinsam mit den Technischen Betrieben Glarus Süd vorbereitende Arbeiten durch, bevor am 31. März 2025 das Katastrophenhilfe-Bataillon der Armee mit dem eigentlichen Rückbau startet. Am 1. April 2025 wird die Brücke gezogen und anschliessend schrittweise zerlegt. Aufgrund der Näfelser Fahrt ruhen die Arbeiten am 3. und 4. April 2025. Voraussichtlich am 11. April 2025 werden die letzten Bauteile nach Mollis abtransportiert. Ein erneuter Einsatz der Notbrücke ist bereits geplant - sie wird beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2025 Glarnerland+ wiederverwendet.

Die Militärische Katastrophenhilfe war auch ab 2025 im Naturkatstrophengebiet bei Blatten im Lötschental (Kanton Wallis) im Einsatz
Die Militärische Katastrophenhilfe war auch ab 2024 nach der Unwetterkatastrophe im Kanton Tessin im Einsatz

Konsequenzen für die Bevölkerung

Während der Arbeiten kann es zu kurzfristigen Einschränkungen im Baustellenbereich sowie auf der Sernfalstrasse kommen. Die betro.enen Anwohner und Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die Signalisationen und Umleitungen zu beachten. Eine vollständige Sperrung der Sernfalstrasse ist jedoch nicht notwendig. Der Gemeinderat Glarus Süd dankt der Bevölkerung für ihr Verständnis und ihre Kooperation während der Rückbauarbeiten und den betroffenen Betrieben Denecke + Leuzinger AG, SN Energie AG und Rüegg-Wa.en für die hervorragende Zusammenarbeit.

Rückbau der Notbrücke über den Sernf - Mit der Inbetriebnahme der neuen Verkehrsführung endet ihr Einsatz.

25. März 2025

Schutzbauwerk in Schwanden abgeschlossen: Sicherheit für betroffene Quartiere wieder gewährleistet

Durch die Murgänge in Schwanden im Jahr 2023 sind die Quartiere Plattenau und Herren in Schwanden zum Teil komplett zerstört worden. Zur Bewältigung des Naturereignisses hat die Gemeinde Glarus Süd sechs Teilprojekte lanciert. Die Gemeinde freut sich mitzuteilen, dass die Räumungs- und Abbrucharbeiten sowie Schutzbauten innerhalb der gesetzten Frist grösstenteils umgesetzt werden konnten.

Das erste der sechs Teilprojekte umfasst die Räumung des vom Murgang überführten Areals mit Abbruch der zerstörten Gebäude sowie die Erstellung des Schutzbauwerks. Als Schutzbauwerk wurde ein Murgangablagerungsplatz erstellt, der mit einem hohen Schutzdamm umfasst wurde. Der Schutzdamm stellt sicher, dass keine weiteren Rutschungen und Murgänge in die angrenzenden, bewohnten Gebiete fliessen. Dank des Schutzdamms werden die Risiken durch Naturgefahren im Siedlungsgebiet auf ein tragbares Mass reduziert.

Am 11. März 2025 fand in Anwesenheit von Gemeinde- und Kantonsvertretern die Abnahme des Bauwerkes statt. «Das Bauwerk erfüllt nun die ihm zugeteilte Funktion, die Quartiere Plattenau und Herren sind vor weiteren Murgängen geschützt», erklärte Gemeindepräsident Hansruedi Forrer an der Medienorientierung vor Ort. Aufgrund des Befundes hat die Gemeinde entschieden, dass die Planungszone aufgehoben werden kann. Das Gebiet wird weiterhin überwacht, die Notfallplanung bleibt aktiv. Die Schutzbauten werden auf ein 100-jährliches Ereignis ausgelegt. Die Abschluss- und Umgebungsarbeiten sind per Ende 2025 vorgesehen.

Weitere Teilprojekte auf Kurs

Mitte Februar 2025 haben die Bauarbeiten des Teilprojektes 4 «Umlegung Herrenstrasse und Werkleitungen» begonnen. Da Murgangablagerungsplatz und Schutzdamm im Bereich der ehemaligen Herrenstrasse liegen, müssen Strasse und Werkleitungen neu verlegt werden. Diese Verlegungsarbeiten sind mit den Bauarbeiten der Schutzbauten koordiniert und werden im 4. Quartal 2025 abgeschlossen. Die provisorische Notbrücke über den Sernf wird Ende März, anfangs April 2025 entfernt. Während der Bauphase bleibt die Erreichbarkeit des Quartiers Herren via Plattenaustrasse gewährleistet. Das Teilprojekt 3, «Erschliessung Niderental» wird an der Gemeindeversammlung im Juni 2025 der Stimmbevölkerung vorgelegt. Im Teilprojekt 2, «Umsiedlung und Umzonung» konnten mit den betroffenen Personen einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Damit ist auch dieses Projekt auf Kurs.

Quartierverein gegründet

Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebietes Plattenau haben zur Bewältigung der Folgen den Quartierverein Plattenau gegründet. Als Teil der Aktivitäten für die Wiederherstellung der Umgebung wurde zusammen mit der OST - Ostschweizer Fachhochschule ein Gestaltungswettbewerb lanciert. Studierende des Lehrgangs Landschafsarchitektur haben sich damit beschäfigt, wie das Quartier künfig aussehen könnte. Quartiervereinspräsident Jürg Hefi erklärte vor den Medienschaffenden, dass es neben der Instandstellung der vom Murgang betroffenen Immobilien auch um die Gestaltung der Aussenräume zwischen den Häusern gehe. Entsprechende Vorschläge zur Aussengestaltung wurden Ende Februar am Campus in Rapperswil-Jona vorgestellt.

15. April 2025

Gebäuderückbau im Gebiet Wagenrunse

Die Gemeinde Glarus Süd hat aufgrund der ereignisbezogenen Gefahrenkarte und der Risikobetrachtung Wagenrunse auch für drei Liegenschaften am Berg mit insgesamt vier Gebäuden ein Nutzungsverbot und eine Abbruchverfügung erlassen. Der Rückbau ist aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig.

Sicherheit und Rücksichtnahme im Fokus

Zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit und zum Schutz der direkten Anwohnenden hat sich die Gemeinde für eine Rückbauvariante mit Helikoptereinsatz entschieden. Diese Lösung wurde sorgfältig geprüft und ermöglicht eine sichere und effiziente Umsetzung mit möglichst geringer Belastung für die Umgebung. Durch den Lufttransport werden Verkehrswege entlastet, Risiken minimiert und die Gesamtkosten im Vergleich zu einer Rückbauvariante per Materialseilbahn deutlich gesenkt. Die Ausschreibung der Rückbauarbeiten erfolgte im Rahmen eines Einladungsverfahrens gemäss den Vorgaben der Submissionsgesetzgebung. Den Zuschlag erhielt die Firma Marti AG, Matt.

Koordinierte Einsätze

Die Helikoptereinsätze sind gebündelt und gut abgestimmt, voraussichtlich an drei Tagen pro Woche mit kurzen Einsätzen von jeweils 30 bis 60 Minuten. Die Arbeiten sind auf etwa drei Monate angesetzt und starten am Dienstag, 22. April 2025.

Die Helikoptereinsätze werden gebündelt und es wird versucht, sie mit anderen Projekten in der Region abzustimmen. Nach dem Rückbau der Gebäude am Berg wird das an die Runse angrenzende, übermurte Kulturland so gut wie möglich rekultiviert. Die Gemeinde ist sich bewusst, dass es durch die kumulierten Arbeiten in den kommenden Wochen zu einer erhöhten Lärmbelastung kommen kann - insbesondere im Raum Schwanden. Die täglichen Einsätze wurden daher zeitlich klar begrenzt und werden auf ein Minimum reduziert, um die Belastung für die Bevölkerung so kurz wie möglich zu halten.

Quelle: Text Gemeinde Glarus Süd, Medienmitteilungen 2024-2025

Erdrutsch Wagenrunse: Die Folgen

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Bergsturz Ein Bergsturz ist eine Massenbewegung von Felsblöcken, Geröll und Schutt mit einem Volumen von über einer Million m3 Material, das entspricht dem Volumen von 1'000 bis 2'000 Einfamilienhäusern.
Felssturz Von einem Felssturz spricht man, wenn sich Felsblöcke, Geröll und Schutt mit einem Volumen von mehr als 100m3 und weniger einer Million m3 talwärts bewegen, das ist vergleichweise das Fassungsvermögen von 500 bis 600 Badewannen.
Blockschlag Blockschlag entsteht, wenn grössere Felsbrocken bzw. Felsblöcke niedergehen.
Steinschlag Ein Steinschlag ist ein Sturzprozess, bei welchem sich kleinere Mengen von Fels-, Schutt- und Steinmaterial, oft sogar nur einzelne Steine ins Tal stürzen. Grössere Steinschlagereignisse können u.a. Verkehrsverbindungen und Wanderwege kurzzeitig blockieren.
Murgang oder Rüfe Murgänge sind eine Mischung aus Hochwasser, Erdrutsch und Felssturz. Murgänge oder Rüfen sind «Gerölllawinen».
Hangrutsch Von einer Hangrutschung spricht man, wenn festes Material wie Fels und Gestein auf einer festen Unterlage talwärts gleitet. Das kann ein jahrhundertelanger Prozess sein, kann aber auch spontan und schnell ablaufen
Quelle: WSL

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