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Taifun Haiyan (Yolanda)
Millionen von Kokospalmen wurden zerstört

Der tropische Wirbelsturm «Haiyan» (lokal «Yolanda» genannt) hat die Lebensgrundlagen von 14 MillionenMenschen auf den Philippinen beeinträchtigt und Millionen von Kokosbäumen zerstört. Allein auf der Insel Ostsamar wurden 42 Millionen Kokosbäume geköpft.

Der Sturm hat eine betrübliche Landschaft aus kopflosen Baumstämmen hinterlassen. Seit 2 Jahren arbeitet die einheimische Bevölkerung mit Unterstützung der Regierung und von ausländischen Hilfsorganisationen hart daran, ihre Häuser wieder aufzubauen und diese wieder an die Wasserversorgung und an das Abwasserkanalisationsnetz anzuschliessen. Mehr als eine Million Bauern stellen sich der Herausforderung, ihre Kokosplantagen wieder herzurichten. Diese Bauern arbeiten hauptsächlich in diesen Pflanzungen. In der Zeit vor dem Durchgang des Taifuns «Haiyan» bestritten sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf der Kokosprodukte. Seit der Naturkatastrophe leisten sie sehr viel Wiederaufbauarbeit.

Mit dieser Arbeit erwirtschaften bisher sie noch kein Einkommen. Eine Kokospalme muss 6 bis 8 Jahre wachsen, bis ihre Nüsse auf dem Markt Käufer finden werden. Für diese Bauern stellt sich die Frage, womit sie in der Zwischenzeit bis zum Heranreifen der ersten Kokosnüsse das Geld für die täglichen Ausgaben erarbeiten können.

Von Monokulturen zu Betrieben mit einer Produktevielfalt

Die Bauern in abgelegenen Gegenden haben seit Generationen nur ihre Kokosbäume betreut. Sie können sich daher nicht vorstellen, was sie anderes auf ihren Feldern anpflanzen sollen. Es fehlen ihnen die Kenntnisse, welche Kulturpflanzen sich für ihre Felder eignen würden, und wie man diese neuen Pflanzenarten anbaut und pflegt. Sie kennen sich mit Absatzwegen und der Vermarktung dieser neuen Produkte nicht aus. Die durch die Verwüstungen von «Haiyan» geschaffenen neuen Lebensbedingungen machen sie oft hilf- und ratlos.

Die Bauern müssen aus der Abhängigkeit von ihren Monokulturen herausgeführt werden. Fachleute beraten die Bauern auf dem Weg, ihre Existenzgrundlagen zu verbreitern. Die Bauern lernen, welche Anbauprodukte auf dem Markt auch längerfristig einen guten Preis erzielen werden. Bei der Auswahl der Pflanzen muss darauf geachtet werden, dass nicht eine Überproduktion und eine Übernutzung der Böden gefördert wird. Ein Überangebot senkt den Verkaufspreis. Eine abnehmende Bodenqualität senkt die Ernteerträge. Als Folge davon entstehen höhere Ausgaben für den Bodenunterhalt durch Düngemittel usw. Die Bauern werden darüber informiert, wie sie mit Kooperationen die Anbaufläche und damit auch die Erntemenge koordinieren können.

Sie werden angeleitet, wie sie mit diesen Kooperationen den Arbeitsablauf, den Unterhalt und die Lagerhaltung vereinfachen und somit die Produktionskosten senken können. Die neu zu schaffenden Organisationen werden die Verkaufskanäle und die Vermarktung künftig bündeln.

Die landwirtschaftlichen Produkte werden von den Bauern an Sammelstellen geliefert. Die verderbliche Waren werden dort bis zum Verkauf sachgerecht gelagert. Die Marktchancen für die angebotenen Produkte steigen auch, weil eine Kooperation interessierten Grosskunden grössere Mengen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse anbieten kann. Eine Kooperation wird u.a. das Saatgut und die Düngemittel in grösseren Mengen kostengünstiger einkaufen.

Die Bauern schaffen sich Kleinvieh oder Grossvieh an. Ein Teil der Fläche der ehemaligen Kokosplantage wird nun als Viehweide genutzt.

Brücken zwischen den Bauern und den Märkten schaffen

Die ausländischen Nichtregierungsorganisationen ACTED (Agency for Technical Cooperation and Development, Frankreich) , People in Need (Techechien) und Helvetas (Schweiz) haben sich für die Hilfsprojekte auf den Inseln Guiuan und Ostsamar zusammengeschlossen. Die drei Organisationen werden bei ihrer Arbeit von der französischen AFD (French Development Agency) und der schweizerischen «Swiss Solidarity» (Glückskette) unterstützt.

Vor ihrem Einsatz auf den drei Inseln haben Fachleute eine Machbarkeitsstudie verfasst.

Es wurde untersucht, welche Wirtschaftsformen und Anbautechniken auf den Inseln vorherrschen, und welche Hilfsmittel die Bauern für ihre Arbeit verwenden.

Die Experten klärten ab, welche anderen Anbauprodukte auf den Feldern angepflanzt und deren Ernten auf den Märkten erfolgreich absetzt werden könnten. Von Interesse war auch, welche bestehenden landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmethoden verbessert und welche Techniken neu eingeführt werden müssten.

In einer ersten Phase des Aufbauprojekts werden einigen lokalen Bauern die notwendigen Kenntnisse über die neuen Arbeits- und Bewirtschaftungsformen vermittelt. Diese ausgebildeten Bauern (LLF = Local Lead Farmers) werden ihr Wissen an andere Bauern weitergeben. Die LLF verfügen über viel Erfahrung und einen guten Ausbildungsstand.

Hauptaufgaben der LLFs

- Sie beraten die Bauern bei der Umstellung auf die neuen Wirtschaftsformen.
- Sie wirken als Vermittler zwischen den Bauern und dem privaten Sektor.
- Sie helfen den Bauern dabei, sich in bäuerlichen Arbeitsgruppen zu organisieren.
- Sie organisieren die Aus- und Weiterbildung der übrigen Bauern.

12'000 Bauern können in Zukunft vom eingeleiteten Aufbauprojekt profitieren.

Quelle: ACTED, Juni 2015 (Text: RAOnline)

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Weitere Informationen
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Natürlicher Küstenschutz: Riffe und Mangroven
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im Pazifik Palau
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Helvetas Swiss Solidarity
Helvetas French Development Agency
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