Geomorphologie: Massenbewegungen
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Felssturz 7. März 2012

In der Nähe des Bahnhofs Gurtnellen sind am 7. März 2012, Nachmittag, mehrere Felsblöcke und Geröll auf die Gleise der Gotthard-Linie gestürzt. Geologen haben den Berghang in der Folge als instabil beurteilt. Deshalb müssen am Wochenende Sprengungen durchgeführt werden. Die Bahnstrecke bleibt bis mindestens Montag, 12. März 2012, um 12 Uhr, zwischen Erstfeld und Göschenen gesperrt. Es kommt zu Verspätungen und Zugsausfällen. Zwischen Erstfeld und Göschenen sind Ersatzbusse im Einsatz.

Gestern Nachmittag sind einen Kilometer unterhalb des Bahnhofs Gurtnellen insgesamt 300 bis 400 Kubikmeter Gestein zu Tal gestürzt. Der grösste Teil wurde von den Schutzbauwerken oberhalb der Gleise aufgefangen, welche damit ihre Wirkung bewiesen haben. Nur rund 5 Kubikmeter Gestein landeten auf den Schienen. Der grösste Felsbrocken ist etwa 2 Kubikmeter gross. Wenig später fuhr ein Güterzug von SBB Cargo auf die Steine auf. Weil der Lokführer aber rechtzeitig die Bremsung einleitete, entstand am Zug kein Schaden, verletzt wurde niemand.

Geologen haben den Berghang in der Folge als instabil beurteilt. Es droht ein weiterer Felssturz. Voraussichtlich übermorgen Samstag wird das instabile Gestein gesprengt. Derzeit laufen dazu die Vorbereitungsarbeiten. Anschliessend müssen die Bahngleise geräumt werden.

Felssprengung bei Gurtnellen am Gotthard am Samstagmorgen: Verkehrsbehinderungen auf Schiene und Strasse im Kanton Uri.

Morgen Samstag, 10. März 2012, sprengt die SBB um 11.15 Uhr bei Gurtnellen aus Sicherheitsgründen rund 250 Kubikmeter Fels, die auf das Bahntrassee der Gotthard-Bahnlinie zu stürzen drohen. Sämtliche Verkehrswege auf Schiene und Strasse zwischen Amsteg und Göschenen bleiben am Samstag von ca. 10 bis ca. 11.30 Uhr gesperrt. Die Sprengzone wird grossräumig abgesperrt. Die SBB rät aus Kapazitätsgründen von Bahnreisen übers Wochenende ins Tessin ab. Seit Mittwochnachmittag ist die Bahnlinie der Gotthard-Nordrampe nach einem Felssturz für jeglichen Zugverkehr gesperrt.

Weil weiteres loses Gestein und Geröll auf das Bahntrassee zu stürzen drohen, sprengt die SBB bei Gurtnellen morgen Samstag um 11.15 Uhr rund 250 Kubikmeter Fels. Eine Stunde vor dem geplanten Spreng-Zeitpunkt, das heisst voraussichtlich ab ca. 10 Uhr, werden am Samstag sämtliche Verkehrswege auf Schiene und Strasse zwischen Amsteg und Göschenen gesperrt (Autobahn, Kantonsstrasse, Wanderwege etc.). Auf der Autobahn werden die Fahrzeuge in Fahrtrichtung Norden in Airolo angehalten. Auch wird das Sprenggebiet weiträumig abgesperrt. Die Bahnersatzbusse zwischen Flüelen und Göschenen verkehren während der Sperrzeiten ebenfalls nicht.

12. März 2012

Nach Felssprengung und Instandsetzung: Bahnverkehr rollt am Gotthard wieder.

Seit heute Mittag rollt der Verkehr wieder vollständig über den Gotthard. Nachdem sich gestern Sonntagnachmittag die während mehrerer Tage abgestellten Transitgüterzüge nach ihren Zieldestinationen im Norden und Süden Europas aufmachten, gesellten sich heute Montag auch die Personenzüge dazu. Die wichtigste Alpentransversale Europas blieb wegen eines Felssturzes während gut vier Tagen für jeglichen Zugverkehr gesperrt. Verletzte waren nicht zu beklagen, die Schutzbauwerke entfalteten ihre Wirkung.

Die SBB konnte ihren Fahrplan zur Wiederinbetriebnahme der Gotthardstrecke nach einem Felssturz bei Gurtnellen am vergangenen Mittwochnachmittag umsetzen. Nach der erfolgreichen Sprengung am Samstag kurz vor dem Mittag und der anschliessenden Bestätigung der Geologen, der betroffene Hang oberhalb des Bahntrassees sei nun sicher, machten sich in der Nacht Samstag/Sonntag gegen 50 SBB Mitarbeitende an die Räumungs- und Instandsetzungsarbeiten. Sie räumten hunderte Tonnen Gestein und Geröll weg, ersetzten zehn Meter Gleis, reparierten geknickte Fahrleitungen etc.

Ab Sonntagmittag verkehrten als erste die rund ein Dutzend nördlich und südlich des Gotthards abgestellten Transitgüterzüge über die in Stand gestellte Strecke.

Während des Unterbruchs setzte die SBB zwischen Flüelen resp. Erstfeld und Göschenen bis zu 15 Busse ein, die während des Unterbruchs gegen 340 Züge ersetzten. Die Kapazitäten über den Gotthard betrugen etwa einen Viertel des normalen Angebots, die Reisezeiten von und nach dem Tessin verlängerten sich um bis zu 60 Minuten.

Schutzbauwerk hielt 99 Prozent des Gerölls zurück.

Erste geologische Erkenntnisse lassen vermuten, wie es zum Felssturz von Mittwoch hatte kommen können. Im warmen Januar sammelte sich zwei bis drei Meter unter dem besagten Fels bei Gurtnellen viel Feuchtigkeit und Wasser an. Wegen des sehr kalten Februars bildete sich unter dem Fels viel Eis, das starken Druck erzeugte und in der Folge zum Felssturz führte. Noch letzten Sommer war der betroffene Hang kontrolliert worden - nach aktueller Einschätzung war der nun eingetretene Felssturz weder voraussehbar, geschweige denn sichtbar.

Die Wirkung des unterhalb des Hanges vorhandenen Schutzbauwerkes hat sich am Mittwoch eindrücklich gezeigt: Gegen 99 Prozent der fast 400 Kubikmeter herunterstürzendes Gestein konnten durch den gegen 40 Meter langen Schutzdamm aufgehalten und somit weiterer sehr grosser Schaden an den Bahnanlagen verhindert werden.

Quelle: Text SBB, März 2012

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