Gesundheit & Umwelt: Sanitäre Grundversorgung
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Die Cholera ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Aufnahme der Erreger über verunreinigtes Trinkwasser oderinfizierte Nahrung. Die Erkrankung kann einen sehr starken Durchfall und ein starkes Erbrechenauslösen. Der erkrankte Mensch erleidet bei einem akuten Ausbruch von Cholera einen hohen Wasserverlust, was zu einer schnellen Austrocknung seines Körpers führt.

Die meisten Choleraerreger bewirken keine Erkrankung. Nach dem Ausbruch der Erkrankung ist die Todesrate hoch, wenn keine unverzügliche medikamentöse Behandlung erfolgt.

Cholera tritt heute vor allem in der subtropischen und der tropischen Zone auf. Besonders stark von Choleraausbrüchen sind Ostafrika, Westafrika und Indien betroffen.

Die weltweite Infektionsrate mit dem Choleraerreger steigt fortwährend seit 2005. Die Cholera breitet sich auf verschiedenen Kontinenten aus. Die Cholera bleibt in zahlreichen Ländern eine ernsthafte Bedrohung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten sind von der Cholera betroffen. 2012 stammten 48% der bekannten Cholerafälle aus Afrika. Zwischen 2001 und 2009 wurden 93 bis 98% aller Choleraerkrankungen in Afrika registriert. 2012 traten gegen 49% der Cholerafälle in Amerika auf. Am meisten von dieser Seuche betroffen war Haiti.

80% der Choleraerkrankungen können mit Medikamenten bekämpft werden. Die Medikamente sorgen dafür, dass der Körper an Cholera erkrankten Personen nicht austrocknet. Für den Erfolg bei der Bekämpfung der Cholera ist die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. 783 Millionen Menschen haben weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

2012 wurden 245'000 Cholerafälle gemeldet. Etwas mehr als 49% der Meldungen stammten aus dem amerikanischen Kontinent. 2012 erlagen weltweit 3'034 Personen (oder 61% weniger als 2011) als Folge einer Infektion mit dem Choleraerreger. Die Todesrate für Cholera betrug 2012 rund 1,2%.

Quelle: WHO 2014 (Text: RAOnline)


WMO Atlas der Gesundheit und des Klimas

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Cholera-Schluckimpfung äusserst wirkungsvoll bei Cholera-Ausbruch in Guinea

Laut einer Studie, die am 28. Mai 2014 in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde, hat bei einem kürzlich aufgetretenen Cholera-Ausbruch in Guinea eine Schluckimpfung 86 Prozent der geimpften Personen vor einer Infektion geschützt.

Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Notfälle gelagerte Schluckimpfung einen raschen Schutz in einem Choleraausbruch bietet und in zukünftigen Ausbrüchen die Kontrolle und Eindämmung der Krankheit unterstützen kann. Durchgeführt wurde die Studie gemeinsam von Epicentre, einer Forschungsabteilung der internationalen humanitären Organisation Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen (MSF), und dem guineischen Gesundheitsministerium.

Impfung als fester Teil der Bekämpfungsmassnahmen

«Da die Wirksamkeit des neuen Impfstoffs nie unter realen Bedingungen bei einem Choleraausbruch getestet wurde, war uns das volle Potential dieser Impfung im Kampf gegen Cholera nicht bekannt», sagte Dr. Francisco Luquero, einer der Hauptforscher der Studie. «Jetzt wissen wir, dass die Cholera-Schluckimpfung bei einem Ausbruch einen sehr hohen Schutz bieten kann. Die orale Impfung gegen diese meist tödliche Krankheit sollte bei der Ankündigung einer Epidemie zu den vorbeugenden Massnahmen gehören, zusätzlich zu den anderen Präventions- und Eindämmungsmassnahmen.»

In der Epicentre-Studie wurde die Wirkung von zwei kompletten Impfdosen Shanchol (einer der zwei von der WHO zugelassenen Cholera-Schluckimpfstoffe) in den ersten Monaten nach der Verabreichung untersucht. Shanchol wird für Länder mit niedrigem Einkommen als die bessere der beiden Optionen betrachtet, da der Wirkstoff günstiger, leichter herzustellen und bezüglich Transport und Lagerung weniger heikel ist.

Durchführbarkeit bewiesen

Die im NEJM veröffentlichte Untersuchung war Teil einer gross angelegten Studie von Epicentre über die Cholera-Schluckimpfung in Guinea 2012 - die erste Studie über Cholera-Impfstoffe, die während eines Ausbruchs in Afrika durchgeführt wurde. Im April 2012 verabreichten das guineische Gesundheitsministerium und MSF in den guineischen Küstenpräfekturen Boffa und Forécariah während sechs Wochen in zwei Durchgängen 316’250 Dosen des Impfstoffs. Die Impfkampagne erreichte eine hohe Durchimpfungsrate von 75.8 Prozent in Boffa und 75.9 Prozent in Forécariah.

«Wir haben bewiesen, dass es mit der richtigen Planung tatsächlich möglich ist, Hunderttausende von Leuten einer sehr mobilen Bevölkerung in einem abgelegenen Gebiet relativ kurzfristig gegen Cholera zu impfen», erklärte die Leiterin der MSF-Impfkampagne in Guinea, Dr. Iza Ciglenecki.

Ansteckungsschutz von 86 Prozent

Durch die hohe Abdeckung konnte die Übertragung der Krankheit in den betreffenden Gemeinden deutlich reduziert werden. Die meisten der bestätigten Cholera-Fälle stammten aus einem Gebiet mit einer sehr niedrigen Durchimpfungsrate. Die Cholera-Verdachtsfälle wurden mit Schnelltests bestätigt, und anschliessend prüften die Teams, wie viele dieser Menschen geimpft worden waren. Die Impfung mit zwei kompletten Dosen von Shanchol führte zu einem Ansteckungsschutz von beachtlichen 86 Prozent.

Der orale Cholera-Impfstoff wurde 2010 in das von der WHO empfohlene Programm zur Cholera-Prävention und -Eindämmung aufgenommen. 2013 legten die WHO und ihre Partner einen Vorrat des Impfstoffs für Notfälle an. Bis jetzt wurde dieser im allgemeinen Gesundheitswesen jedoch kaum zur Prävention oder Krankheitskontrolle eingesetzt. Aus Sorge um die Durchführbarkeit, die rechtzeitige Anlieferung, die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Verlagerung von Ressourcen anderer medizinischer Programme wurden die Mittel nur beschränkt verwendet.

«Nach diesen Ergebnissen bezüglich Wirksamkeit und Durchführbarkeit der Cholera-Schluckimpfung bei einem tatsächlichen Notfall werden - so hoffen wir - die Bemühungen verstärkt, den Impfstoff in die globale Strategie der Cholera-Bekämpfung aufzunehmen», sagte Dr. Rebecca Grais, die leitende Autorin der Studie.

Impfstoffe müssen erschwinglich sein

«Bis vor kurzem wurden Cholera-Impfungen nicht als Mittel angesehen, die bei Ausbrüchen eingesetzt werden können», sagte Grais. «Bei mehreren Cholera-Epidemien von landesweiten Ausmassen wurden allerdings die Grenzen herkömmlicher Bekämpfungsmethoden deutlich. Die Verwendung oraler Cholera-Impfungen wird uns bei der Prävention und Bekämpfung von Epidemien sehr helfen und somit letztendlich mehr Leben retten.»

MSF ist einer der weltweit grössten Einkäufer von oralen Cholera-Impfstoffen. Wenn mehr Menschen in Notlagen von diesen Impfungen profitieren sollen, erklärte MSF, müssten diese oralen Cholera-Impfstoffe, aber auch andere Präparate wie Pneumokokken-Impfstoffen, zu günstigen Preisen erhältlich sein.

Quelle: Text Médecins sans frontières (MSF) , 29. Mai 2014
Weitere Informationen
Choleraausbruch in Kenia 2009 Sanitäre Grundversorgung - Siedlungshygiene
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