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Tropische Wirbelstürme Tropische Zyklone
Zyklon Idai Mosambik (Moçambique) 14. März 2019
Zyklon Kenneth Komoren und Mosambik (Moçambique) 24./25. April 2019
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Tropischer Zyklon Idai (Mosambik) 14. März 2019
Der tropische Zyklon Idai traf am 14. März 2019 um 23.30 UTC mit Windgeschwindigkeit von über 150 km/h in der Nähe der Hafenstadt Beira (Mosambik) auf Land. Der Landfall war von einer rund 2,5 m hohen Sturmflut begleitet. Der tropische Wirbelsturm hinterliess in den Ländern Mosambik, Malawi und Simbabwe Hunderte von Todesopfern und verursachte vor allem durch verheerende Überschwemmungen grosse Schäden.

Hunderttausende von Menschen wurden aus ihren Wohngebieten vertrieben. Die Auswirkungen auf der Insel Madagaskar blieben vorerst unklar.

Bereits am 21. Januar 2019 sorgte das tropische Tiefdruckgebiet Desmond für Starkregenfälle in der Region in und um Beira. Tausende von Menschen wurden zeitweise evakuiert.

Der tropische Zyklon Ida entwickelte sich am 3. und 4. März März 2019 aus einem Tiefdruckgebiet, dessen Kern sich zu diesem Zeitpunkt vor der Küste von Mosambik bei Ouelimane lag. Das Tiefdruckgebiet bewegte sich unter Verstärkung in nördliche bzw. westliche Richtung ins Landesinnere. Über Malawi änderte das Drucksystem seine Bewegungsrichtung und verschob sich fortan in östliche Richtung auf das offene Meer hinaus. Über den warmen Gewässern in der Strasse von Mosambik nahm das Tiefdruckgebiet viel Energie auf. Es entwickelte sich am 9. März 2019 zu einem tropischen Tiefdruckgebiet und später zu einem tropischen Sturm.

Am 10. März 2019 änderte der Sturm seine Bewegungsrichtung vor der Westküste von Madagaskar ein weitere Mal. Als tropischer Zyklon (vergleichbar mit einem Hurrikan der Kategorie 2 nach der Saffir-Simpson Windskala) mit Windgeschwindigkeiten von über 160 km/h zog der Tropensturm nach Westen.

Am 14. März 2019 traf der starke tropische Wirbelsturm bei Beira auf die Küste von Mosambik. Der Durchgang des Zyklons Idai war von starken Regenfällen begleitet.

Die Zugbahn von Idai war nach Ansicht von Wissenschaftlern der Universität Florida bemerkenswert und aussergewöhnlich. Der Wirbelsturm bewegte sich über dem Kontinent im Gegenuhrzeigersinn in einer kreisförmigen Zugbahn. Es sei durchaus üblich, so die Forscher, dass die Zugbahnen von tropischen Zyklonen in der Strasse von Mosambik mäandrieren oder in eine Kreisbewegung übergehen würden. Dieses Verhalten habe ihre Ursache bei den meist schwachen Winde- und Meeresströmungen in dieser Region.

Tropische Wirbelstürme, welche von Osten oder Nordosten her über den Indischen Ozean gegen Madagaskar und die Strasse von Mosambik steuern, sind in der Regel kräftiger als jene welche sich über Mosambik oder Strasse von Mosambik bilden.

Tropische Zyklone, welche die die Strasse von Mosambik überqueren, zeigen häufig ein einheitliches Merkmal. Die Wirbelstürme gewinnen rund einen Tag vor dem Landfall an Stärke. Dabei hat die Herkunft und das Entstehungsgebiet des Sturmsystems keinen Einfluss. Die Verstärkung wird vor allem durch warmes Meerwasser aus einem genügend tiefen Meeresbecken, feuchte Luftmassen und das Fehlen von starken Winden in der oberen Atmosphäre gefördert. Diese klimatischen Voraussetzungen sind in den Meeresgebieten vor Mosambik und Madagaskar häufig vorhanden.

Die grösste Sturmaktivitäten im südwestlichen Teil des Indischen Ozeans werden in der Zeit zwischen Oktober und Mai beobachtet. Die meisten Stürme sind Mitte Januar oder Mitte Februar bis anfangs Mai unterwegs.

Der tropische Sturm Idai war der siebte Tropensturm, welcher sich in der Sturmsaison 2018/19 im südwestlichen Teil des Indischen Ozeans gebildet hat.

Quelle: NASA Earth Observatory, Kathryn Hansen, März 2019
Text: RAOnline

Situation am 26. März 2019

In den Ländern Mosambik, Malawi und Zimbawe sind durch das Extremereignis, welches durch den tropischen Zyklon Idai verursacht wurde, hat rund 3 Millionen Menschen betroffen. Insgesamt wurden bisher mindestens 678 Todesopfer geborgen.

Malawi meldet 59 Todesopfer, 672 Verletzte und rund 870'000 Betroffene. Über 87'000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Mosambik beklagt bisher mindestens 447 Tote, 1'522 Verletzte und rund 1,85 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Über 1'500 verletzte Person benötigen eine medizinische Behandlung. Beinahe 130'000 Obdachlose wurden in 143 Notaufnahmezentren gebracht. Nach Behördenangaben sind rund 72'000 Häuser zerstört, beschädigt oder überflutet. Auf 474'000 Hektaren Kulturland wurde die Ernte ganz oder teilweise zerstört. Stark beschädigt wurden auch zahlreiche Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Rund 3'100 Schulzimmer und 45 Gesundheitszentren wurden teilweise schwer beschädigt.

In Simbabwe hinterliess Idai mindestens 172 Todesopfer und mehr als 180 Verletzte. 327 Menschen werden noch vermisst. Mindestens 16'000 Haushalte benötigen dringend Unterstützung. 4'500 Bewohner haben ihre Wohnung verloren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet eine Ausbreitung der Choleraseuche. Hunterttausende von Impfdosen wurden nach Mosambik geflogen und Impfaktionen für die betroffene Bevölkerung sind geplant.

Quelle: UN OCHA, 26. März 2019
Text: RAOnline
Mosambik nach dem tropischen Zyklon Idai
CARE-Helferteam berichtet aus dem Katastrophengebiet
Mosambik Tropischer Zyklon Kenneth 2019

Erdbeobachtung
Erdbeobachtungssatelliten Fernerkundung (Remote Sensing)
ESA-Erdbeobachtungssatelliten «Sentinel»

Schweiz weitet Hilfe an Katastrophengebiete in Südostafrika aus

Die Humanitäre Hilfe der DEZA entsendet weitere Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) in die vom Zyklon Idai betroffenen Gebiete von Mosambik. Sie werden sich vor allem bei der Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung engagieren.

Ortsansässige versuchen, die Reste der Hauptstrasse zu befahren nach dem Zyklon Idai.
Eine vom Zyklon zerstörte Hauptstrasse in der Provinz Sofala im Zentrum Mosambiks. © Keystone

Die Humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wird in den kommenden Tagen ein weiteres Team von fünf SKH-Angehörigen nach Mosambik entsenden. Das Team setzt sich vor allem aus Wasserexperten und Logistikern zusammen. Es verstärkt die SKH-Experten, die seit Anfang der Woche in Mosambik tätig sind.

Mit der ersten Staffel wurden bisher zwölf Tonnen Hilfsgüter in das Katastrophengebiet transportiert. Sie bestehen zum grössten Teil aus Material und Werkzeug zum Bau von Unterkünften. Mit dem neuen Transport sollen vor allem Güter für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, z.B. Brunnenreinigungsausrüstung, in die Region gebracht werden.

Zusätzlich stellt die Schweiz den UN-Organisationen, die vor Ort die Flutkatastrophe bekämpfen, zwei bis vier SKH-Angehörige zur Verfügung. Insgesamt stellt die Humanitäre Hilfe der DEZA CHF 2 Mio. für die Bewältigung der Not in Südostafrika bereit. Die Hälfte davon wird für die eigenen Aktionen der Humanitären Hilfe eingesetzt. Die andere Hälfte wird UN-Organisationen ausbezahlt, die die Flutkatastrophe in Mosambik, Simbabwe und Malawi bekämpfen.

Quelle: Text EDA, 21. März 2019

Mosambik wird immer wieder von klimatischen Extremereignissen wie tropischen Wirbelstürmen, Starkregen und Dürren heimgesucht.

Im Januar 2015 ergossen sich als Folge des El Niño-Wetterphänomens ergiebige Regenfälle über das Land. 157'000 Menschen (oder 32'711 Familien, die meisten in der Provinz Zambezia, waren von den Überschwemmungen betroffen. Weite Teile der Nord- und Zentralprovinzen waren von einem Stromausfall betroffen, welcher erst am 30. Januar 2015 wieder behoben werden konnte.

Im Jahr 2018 litt Mosambik unter einer lang anhaltenden Dürre.

In Mosambik fallen in normalen Jahren in den Monaten Januar bis März die meisten Niederschläge.

Neben klimatischen Einflüssen muss Mosambik auch mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen leben. Mosambik gehört trotz seines Rohstoffreichtums zum den ärmsten Ländern der Welt. In Mosambik lag 2017die Kindersterblichkeitsrate bei rund 75 Promille (d.h. 75 Kleinkinder von 1'000 Lebendgeburten sterben vor dem 5. Altersjahr, Quelle: Child Mortality Report 2018 der UN Inter-agency Group for Child Mortality Estimation). 2017 starben 13 von 1'000Kinder der Altergruppe der 5- bis 14-jährigen Jugendlichen. Mit diesen Werten befindet sich Mosambik in der Spitzengruppe der afrikanischen Staaten. Höher sind die Werte nur in Staaten wie zum Beispiel Südsudan oder Somalia, wo Bürgerkriegsverhältnisse herrschen.

Wie in anderen afrikanischen Staaten ist auch in Mosambik die Korruption ein nicht ausrottbares Übel. Eine kleine Oberschicht bereichert sich skrupellos. Seit Mosambik 1975 von Portugal die Unabhängigkeit erlangt hat, herrscht im Land die Partei der ehemaligen Freiheitskämpfer, die Regierungspartei Frelimo. Die Regierungsarbeit hat gegenwärtig wenig Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes. Misswirtschaft und "Filzokratie" prägen den Alltag. Von den ausländischen Investitionen und dem Verkaufserlös der Rohstoffe wie Gas und Kohle spürt die Mehrheit der Bevölkerung kaum etwas.

Im Norden des Landes haben sich die Islamisten festsetzen können. Die Aktivitäten der islamistischen Milizen sorgen wie in anderen afrikanischen Ländern für Verunsicherung und hemmen eine wirtschaftliche Entwicklung.

Text: RAOnline
Das Unglück trifft nur die Armen
Aussenpolitik der Schweiz
Die Schweiz begleitet die Entwicklung in Mosambik
Zyklon Favio Mosambik 22.02.2007
Mosambik Informationen über das Land
Weitere Informationen
Tropische Zyklone
Mosambik Tropischer Zyklon Favio 2007
Madagaskar Tropischer Zyklon Enawo 2017
Madagaskar Tropischer Zyklon Ava 2018
Mosambik Tropischer Zyklon Kenneth 2019
Tropische Zyklone Einteilung in Kategorien
Madagaskar
Madagaskar Informationen über das Land
Madagaskar Tropischer Zyklon ENAWO 2017
RAOnline: Weitere Informationen über Länder
Bilder Videos Länderinformationen Karten Klima
Links
Externe Links
WMO's Severe Weather Information Centre
South African Weather Service
GDACS
U.S. Joint Typhoon Warning Center
Moçambique Instituto Nacional de Meteorologia
NASA Earth Observatory
DEZA
UN OCHA
Internationale Satellitenüberwachung zur Katastrophenvorsorge und - überwachung
Externe Links
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
International Charter "Space and Major Disasters"
SERTIT, remote sensing and image processing service
UNOSat
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