Berichte über den Klimawandel - Globale Berichte
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4. IPCC-Bericht zum globalen Klimawandel
Die drei Teilberichtedes IPCC: Zusammenfassung von Greenpeace

Der erste IPCC-Teilbericht liefert die wissenschaftlichen Grundlagen:

Die wichtigsten Kernaussagen sind:

1. Beobachtungen und Messungen lassen keinen Zweifel, dass sich das Klima ändert: Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg hat sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. Zum Beispiel waren 11 der letzten 12 Jahre (1995-2006) unter den 20 wärmsten seit Beginn der Beobachtungen vor 100 Jahren.

2. Es gilt als gesicherte Erkenntnis, dass im weltweiten Durchschnitt menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat; vorrangig durch den fossilen Brennstoffverbrauch, die Landwirtschaft und geänderte Landnutzung.

3. Je nach Emissions-Szenarien (abhängig u.a. von Annahmen zu Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum) und ohne verstärkten Klimaschutz wird die globale Erwärmung im Verlaufe des 21. Jahrhunderts 1,8 bis 4 °C betragen (jeweils mittlerer Schätzungswert).

Generell wird die Reaktion des Klimasystems auf den menschlichen Einfluss so beschrieben: Bei einer Verdopplung der CO2-Konzentration steigt die globale Durchschnittstemperatur um 2 bis 4,5° C. Die mittlere Schätzung liegt etwa bei 3 °C und somit höher als im dritten IPCC-Bericht. Die Erwärmungsrate ist für die letzten 50 Jahre fast doppelt so hoch wie für die letzten 100 Jahre.

4. Ausgehend von denselben Emissions-Szenarien wird der Meeresspiegelanstieg im Laufe des Jahrhunderts zwischen 18 bis 59 cm betragen. Bei anhaltend hoher Erwärmung in den nördlichen Breiten würde der grönländische Eisschild komplett abschmelzen und den Meeresspiegel langfristig 7 Meter steigen lassen.

5. Regionale Klimaänderung: Die Modelle haben sich für regionale Vorhersagen stark verbessert und zeigen: Die räumliche Verteilung des Erwärmungstrends der letzten 50 Jahre wird sich ohne verstärkten Klimaschutz fortsetzen. In den nördlichen Breiten (siehe 4.), in den Alpen und auf den Landmassen steigen die Temperaturen stärker als im globalen Durchschnitt.

6. Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und heftige Niederschläge sind häufiger geworden. Auch die Intensität von tropischen Stürmen hat sich erhöht und wird wahrscheinlich weiter zunehmen. Eine Aussage, die gegenüber dem vorangegangen Bericht neu ist. Beobachtete Zunahmen an Intensität stehen in Zusammenhang mit der steigenden Oberflächentemperatur der Meere.

7. Versauerung der Ozeane. Die zunehmende CO2-Konzentration in der Atmosphäre führt dazu, dass auch in den Ozeanen mehr CO2 gebunden wird und diese somit versauern. Dadurch gefährdet sind zum Beispiel Planktonorganismen und Korallenriffe und damit ganze Nahrungsketten.

Der 2. Teilbericht des IPCC beschreibt die Folgen des Klimawandels für Mensch und Umwelt:

Der 2. Teilbericht des 4. IPCC-Weltklimaberichtes wurde im April 2007 in Brüssel vorgestellt. Hunderte von Wissenschaftlern haben rund 30 000 Datensätze aus über 70 internationalen Studien aus den letzten Jahrzehnten überprüft. Die Befunde zeigen deutlich, wie stark die Klimaerwärmung die verschiedenen Systeme von Mensch und Umwelt belastet. Die Erkenntnisse lassen zuverlässige Aussagen zu den regionalen Auswirkungen des Temperaturanstiegs zu - auch für die Schweiz.

Klimawandel heute - beobachtete Folgen:

Die Feststellungen des IPCC treffen vollumfänglich auch für die Schweiz zu.

Die Eisschmelze führt zu mehr und grösseren Gletscherseen (Gletscher), die plötzlich ausbrechen können.

Der Permafrost taut weiter auf; das Risiko von Felsstürzen steigt.

Flüsse führen im Frühjahr grössere Abflussmengen aus schmelzenden Gletschern und Eisfeldern; das Frühlingshochwasser erfolgt früher.

Der Frühling setzt früher ein, und damit auch Blattentfaltung und Vogelzug; Tier- und Pflanzenarten wandern in den nun milderen Norden und lokal in grössere Höhen.

Flüsse und Binnenseen erwärmen sich, ihre thermische Schichtung und die Wasserqualität verändern sich - zumeist nachteilig.

Hitzewellen erhöhen die Sterblichkeit; Stechmücken und Zecken erhöhen das Infektionspotential; verstärkte allergene Pollenbelastung.

In tieferen alpinen Lagen herrscht Schneemangel. Der Wintersport (Klimawandel & Tourismuswird nachteilig beeinflusst.

Klimawandel in Zukunft - absehbare Folgen:

Erstmals bewertet der 4. IPCC-Bericht die Klimafolgen bei der künftig erwarteten Temperaturerhöhung bis 2100.

Im besten Fall ist bis 2100 mit einer Erwärmung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad.

Am wahrscheinlichsten ist ein Anstieg um 1,7 bis 4 Grad. Der Meeresspiegel wird bis 2100 im besten Fall um 19 bis 37 Zentimeter, im schlimmsten Fall um 26 bis 59 Zentimeter steigen.

In den nächsten 30 Jahren rechnen die IPCC-Forschenden mit einem Anstieg der Temperaturen um rund 0,7 Grad Celsius.

Die drei Hauptszenarien:

Szenario unter 1,5°C: Stürme und Hochwassersituationen treten häufiger auf, die Gesundheit wird beeinträchtigt durch Hitzewellen wie jene von 2003, wo in der Schweiz knapp 1000 Menschen starben. In südlichen Ländern treten vermehrt Mangelernährung, Durchfall, Infektionen auf.

Szenario ab 1,5° bis 3,5°C: Es gibt gravierende Folgen in jeder Hinsicht: Abschmelzprozess der polaren Eisschilde; viele Millionen Küstenbewohner werden durch Anstieg des Meeresspiegels vertrieben; weitgehender Verlust der biologischen Artenvielfalt.

Szenario ab mehr als 3,5°C: Alle Systeme, und insbesondere die menschlichen Gesellschaften, sind überfordert mit der Anpassung an eine solche Erwärmung; regional könnendie Auswirkungen dramatisch sein. Vom Klimawandel besonders betroffen sind Afrika (südlich der Sahelzone), kleine Inseln, die Arktis sowie die dicht bevölkerten Flussmündungen, etwa in Asien.

Die Flüchtlingsströme könnten ungeahnte Ausmasse annehmen.

Regionale Auswirkungen in Europa

Nahezu alle europäischen Regionen werden durch die Klimaveränderung betroffen. Insgesamt wird es mehr Überflutungen geben und in Küstengebieten häufigere Überschwemmungen. Die biologische Vielfalt wird sich v.a. im Alpenraum gravierend verändern. Die Gesundheitsrisiken werden sich verstärken.

Nordeuropa hat kurzfristig Vorteile durch den geringeren Heizbedarf der Häuser, höhere Ernteerträge und ein stärkeres Waldwachstum. Später können jedoch auch hier die negativen Begleiterscheinungen überwiegen.

Mittel- und Osteuropa werden vermehrt unter abnehmendem Sommerniederschlag und Wasserstress leiden. Das Waldwachstum nimmt ab.

Südeuropa ist bereits heute negativ durch die Klimaschwankungen betroffen; künftig werden Hitze und Gesundheitsprobleme steigen, das Wasser wird knapp, es gibt mehr Flächenbrände.

Anpassung und Klimaschutzmassnahmen

Die IPCC-Forscher halten fest, dass bei einem ungebremsten Klimawandel die Anpassungsfähigkeit von Mensch und Natur sinkt, während die Anpassungskosten steigen. Nur eine rechtzeitige und energische Emissionsverminderung von Treibhausgasen kann die Folgen des Klimawandels abfedern.

Die Palette möglicher Anpassungsmassnahmen ist sehr gross; sie reicht von Verhaltensänderungen (Ernährungsverhalten, Reiseverhalten) bis hin zu politischen Entscheidungen (Planungsvorschriften, Emissionsminderungsziele).

Enorme ökonomische, soziale, bewussteins- und verhaltensbezogene Barrieren stehen derzeit der Umsetzung der nötigen Anpassungen entgegen, lautet die Feststellung der IPCC-Forschenden.

Der 3. Teilbericht macht Aussagen dazu, wie sich der Klimawandel bremsen lässt:

Der 3. Teil des 4. IPCC-Weltklimaberichtes wurde in Bangkok Anfang Mai 2007 vorgestellt. Seine Kernaussagen: Es muss alles unternommen werden, um die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Dies ist nur machbar, wenn die Trendwende beim Ausstoss der Treibhausgase bis 2020 geschafft ist und die Emissionen von da an sinken. Ein radikaler Politikwechsel ist unumgänglich. Die Regierungen müssen bis 2030 massiv in CO2-arme Technologien investieren.

Ausstoss der Treibhausgase drosseln

«Weiter wie bisher» hiesse: Ohne weitergehende Massnahmen werden die Treibhausgasemissionen bis 2030, je nach Entwicklungsszenario, um 25 % bis 90 % ansteigen; bis 2100 bis zu 270 % (gegenüber dem Jahr 2000). So viel kann weder der Mensch noch seine Umwelt verkraften.

Die Botschaft der IPCC-Forscher ist daher klar:

Der Anstieg der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid (Verkehr, Energieerzeugung), Methan und Lachgas (Viehhaltung, Nassreisanbau, Dünger) muss bis 2020 gestoppt werden, damit die Klimaerwärmung nicht über 2 Grad (gegenüber der vorindustriellen Zeit von 1750) klettert.

Nach 2020 bis 2050 muss eine massive Reduktion von global rund 60 % erreicht werden. Die Staatengemeinschaft hat damit nur wenige Jahre Zeit für eine nachhaltige Trendumkehr beim Treibhausgasausstoss. Ein überschreiten der 2-Grad-Temperaturschwelle muss nach Ansicht der Klimaforscher unter allen Umständen vermieden werden, weil die Folgen des globalen Wandels sonst «unbeherrschbar» würden.

Alle bisherigen Klimaschutzmassnahmen, auch jene im Rahmen des Kyoto-Protokolls, seien ein bedeutender Fortschritt, jedoch «inadäquat», um den allgemeinen Treibhausgas-Emissionstrend umzukehren, halten die IPCC-Experten fest.

Verringerung der Treibhausgase bis 2030 - Möglichkeiten und Kosten

Laut IPCC gibt es nur einen Weg: Wer Treibhausgasemissionen verursacht, muss dafür zahlen. Mit einem Preis von 100 US-Dollar pro Tonne CO2 könnte die Treibhausgas-Konzentrqation auf 450-550 ppm (Teile pro Million) CO2-Äquivalente bei 2-3 Grad Erwärmung in diesem Jahrhundert begrenzt werden. Zum Vergleich: vorindustriell betrug die Konzentration rund 280 ppm, heute liegt sie um die 410 ppm.

Der IPCC-Bericht sagt es sehr deutlich: CO2 muss einen Preis haben. Mit dem Ertrag aus der CO2-Abgabe können klimafreundliche Technologien gefördert werden. Dies beflügelt den technologischen Wandel, stärkt die Energiesicherheit, verbessert die Beschäftigung und die Luftqualität. Ohne staatliche Steuerung geht es jedoch nicht. Die IPCC-Forscher rechnen mit Kosten von maximal 3 % des globalen BSPs. Das ist der Preis für jene Vollbremsung, welche die Menschheit noch vor dem Klimakollaps retten kann.

Riesige Einsparpotentiale

Die IPCC-Forscher orten überall riesige Einsparpotentiale. So etwa in der Gebäudedämmung, bei Heizung und Warmwasseraufbereitung. Die Förderung der Energieeffizienz und von erneuerbaren Energien ist steuerbar durch Abgaben, Energiestandards, Labels oder Subventionen.

Einsparpotential beim Verkehr:
Je höher der Preis von fossilen Brennstoffen bei Auto oder Flugzeug ist, desto wettbewerbsfähiger sind CO2-emissionsarme Alternativen. Beim Auto lassen sich die Emissionen mit Hybrid-Technologie und sparsameren Motoren bis 2030 bereits um 50 % verringern.

Der Tenor ist klar:
Mit maximal 2 Grad Klimaerwärmung (verglichen zu 1750) können die Folgen der Klimaerwärmung wahrscheinlich auf einem erträglichen Mass gehalten werden. Doch ohne schnelles Reagieren, grosse Anstrengungen und Investitionen, vornehmlich bei der Vermeidung von CO2-Ausstoss oder der Förderung CO2-armer Technologien, lässt sich das nicht bewerkstelligen. Nicht-Handeln wird ungleich teurer werden, warnen die Forscher. Aktive Klimapolitik lässt sich nicht aufschieben.

Drittweltländer sind bereits in den nächsten Jahren extrem von Dürre, Krankheit oder Überschwemmungen betroffen. Es wird viele Millionen Klimaflüchtlinge geben.

Klare Klimaschutzpolitik nötig

Soll bis 2030 der durchschnittliche Temperaturanstieg auf 2 Grad begrenzt bleiben, muss das Wachstum der Treibhausgasemissionen bis 2020 gestoppt werden und bis 2050 um 60 % sinken. Ein verspäteter Beginn der Massnahmen zur Emissionsminderung führt zu ungleich höheren Kosten.

Quelle: Text Greenpeace Schweiz, Dezember 2007

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