Klima im Wandel - Climate Change
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WMO 1998-2007 ist das wärmste Jahrzehnt 2009
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WMO: 1998-2007 ist das wärmste Jahrzehnt seit Messbeginn
Rekorde Temperatur Niederschläge
La Niña Ozon Wirbelstürme
Meereis Meeresspiegel
Der weltweite Temperatur-Mittelwert liegt gegenwärtig um 0,41°C über dem Mittelwert der Periode von 1961 bis 1990, welcher 14,00°C beträgt.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich der Durchschnitt der weltweiten Landtemperaturen um 0,74°C erhöht. Der lineare Erwärmungstrend für die letzten 50 Jahren ist mit 0,13 °C pro Jahrzehnt nahezu doppelt so hoch wie in den 100 Jahren zuvor.

Auf der Nordhalbkugel war 2007 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messreihe im Jahre 1850. Die Durchschnittstemperatur lag um 0,63°C höher als der Temperaturmittelwert von 1961 bis 1990 mit 14,6°C.

Auf der Südhalbkugel wurde das neuntwärmste Jahr registriert. Die Durchschnittstemperatur lag um 0,20°C höher als der Temperaturmittelwert von 1961 bis 1990 mit 13,4°C.

Der Januar 2007 war mit 12,7°C der wärmste Monat seit Beginn der Temperaturmessungen. Der Vergleichswert der Periode 1960 bis 1990 beträgt 12,1°C.

Das Jahr 2007 war von einigen ausserordentlichen Wetterereignissen geprägt:

Die Eisbedeckung der arktischen Gebiet war noch nie so gering.
Erstmals war die Kanadische Nordwest-Passage in Sommer für einige Wochen eisfrei.
über der Antarktis war das Ozon-Loch verhältnismässig klein.
Die Ausdehnung des La Niña-Effekt in den äquatornahen zentralen und östlichen Pazifik.
zahlreiche Flut- und Dürre-Katastrophen.

Zyklon Gonu
Wirbelsturm Favio
Hochwasser im südlichen Afrika 2007
Monsun in Südostasien 2007

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Regionale Temperatur-Anomalien

Das Jahr 2007 begann mit einer Reihe von Temperaturrekorden in zahlreichen Regionen der Welt.

In Europazählen der Winter und der Frühling 2007 zu dem mildesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Von Januar bis April 2007 lagen die Durchschnittstemperaturen in Europa um mehr als 4°C über dem langjährigen Durchschnittswert für diese Region.

In West-Australien wurden von anfangs Januar bis anfangs März extrem hohe Temperaturen verzeichnet. Die Durchschnittstemperaturen lagen um mehr als 5°C über dem langjährigen Durchschnittswert für diese Region.

Südost-Europa war im Juni und Juli 2007 von einer aussergewöhnlich Hitzewelle betroffen. In vielen Ländern wurden die Hitzerekorde mit Temperaturen weit über 40°C gebrochen. Am 23. Juli 2007 wurden in Bulgarien 45°C gemessen. In diesem osteuropäischen Land starben während dieser Hitzewelle Dutzende von Menschen und Flächenbrände vernichteten Tausende von Hektaren Land.

In den Südstaaten der USA verloren im August 2007 50 Menschen während einer Hitzewelle ihr Leben.

In Japan herrschten von August bis September 2007 überdurchschnittlich warme Wetterverhältnisse. Mit 40,9°C wurde am 16. August 2007 der bisherige nationale Temperaturrekord gebrochen.

In Australienwurde hingegen der kälteste Juni verzeichnet. Der langjährige Temperaturmittelwert für den Juni wurde um 1,5°C unterboten.

In Südamerika wurden ein ausserordentlich kalter Winter (Juni bis August 2007) mit starken Winden, Schneestürmen und verhältnismässig wenigen Niederschlägen registriert. Im Juli 2007 wurden in Chile -18°C und in Argentinien gar -22°C gemessen. In einigen Gebieten wurde der erste Schneefall seit Menschengedenken verzeichnet.

In Nordamerika herrschte über weite Zeitabschnitte im Jahr 2007 Dürre ähnliche Verhältnisse. Im Westen , im oberen Teil des Mittelwestens der USA und im südlichen Ontario (Kanada) wurde ab Mitte Sommer bis in den Dezember 2007 hinein eine ausgeprägte Trockenheit festgestellt. In südlichen Teil der Grossen Ebenen wurde durch heftige Niederschläge beendet.

In Australien war das Jahr 2007 nicht so trocken wie 2006. Die Wasserreserven erholten sich wegen den unterdurchschnittlichen Niederschlägen kaum, was in den dichter besiedelten Region Australiens und in den grossen Städten zu Einschränkungen im Wasserverbrauch führte.

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Überschwemmungen und starke Stürme

Afrika wurde im Jahr 2007 besonders stark von Überschwemmungen heimgesucht. Im Februar zerstörte die schlimmsten Flutwasser der letzten 6 Jahre im Sambesi-Tal nahezu 40 Millionen Hektaren fruchtbaren Ackerlandes. Dutzende von Menschen verloren im Wasser ihr Leben. Tausende von Menschen verloren ihr Hab und Gut.

Ende Juni anfangs Juli bewirkten starke Regenfälle im Sudan eine Flutkatastrophe, von welcher 410'000 Menschen betroffen waren. Über 200'000 Menschen verloren ihr Zuhause. Im Juli bis im September lösten ausserordentlich starke südwestliche Monsunströmung in West- und Zentralafrika sowie in Gebieten am Horn von Afrika langanhaltende Überflutungen. 1,5 Millionen Menschen waren von den Ereignissen betroffen. Tausende verloren ihre Wohnungen.

Im Januar und Februar zerstörten in Bolivien Überschwemmungen 70'000 Hektaren Ackerland. 200'000 Menschen waren unmittelbar von den fluten betroffen. Von starken Stürmen begleitete intensive Regenfälle haben Ende März und anfangs April grosse Teile Argentiniens unter Wasser gesetzt. Anfangs Mai wurden Uruguay 110'000 Menschen von der verheerendsten Überschwemmungen seit 1959 heimgesucht. Wirbelstürme haben anfangs November Mexiko stark zugesetzt. Die nationale ölindustrie meldete riesige Schäden. 500'000 Menschen wurden obdachlos.

Ausgedehnte Überschwemmungen wurden im Februar aus Java (Indonesien) gemeldet. Weite Teile der Hauptstadt Jakarta waren bis zu 3,5 m unter Wasser. starke Regenfälle setzten im Juni setzten in China weite Landstriche unter Wasser. Erdrutsche zerstörten Verkehrsverbindungen und Siedlungsräume. 13,5 Millionen Menschen waren vom Hochwasser unmittelbar betroffen.

Ausserordentliche starke Monsunniederschläge beschäftigen während Wochen weite Teile Südostasiens. über 25 Millionen Menschen in Pakistan, Bangladesh, Indien und Nepal kämpften mit den Auswirkungen der Hochwasser. In Indien sind in den Sommermonaten starke Monsunniederschläge normal. 2007 fielen lediglich 5% mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt. Ausserordentlich war jedoch 2007 die Niederschlagsverteilung auf bestimmte Regionen und Zeiträume.

Der mächtige Sturm "Kyrill" überzog Mitte Januar Nordeuropa mit heftigen Winden und intensiven Niederschlägen. Die Sturmböen erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h. 47 Tote wurden gezählt.

England und Wales meldeten von Mai bis Juli mit 415 mm die niederschlagsreichste Periode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im jahre 1789. Die Regenfälle sorgten in weiten Landstrichen für die Überflutung. 9 Personen starben in den Fluten. Der Sachschaden belief sich auf rund 6 Milliarden US$.

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Entwicklung von La Niña

Die kurze El Niño-Periode von Ende 2006 war im Januar 2007 beendet. La Niña-Bedingungen verstärkten sich in der zweiten Jahreshälfte 2007. Das Meerwasser kühlte sich in den zentralen und östlichen äquatornahen Gebieten des Pazifiks ab. Zusätzliche zum La Niña-Effekt wurde von Nordaustralien bis zum Indischen Ozean kühlere Meerwassertemperaturen als normal registriert. Im westlichen Indischen Ozean war das Meerwasser hingegen wärmer als üblich. Diese zusätzlichen Bedingungen, so glauben die wissenschaftler, haben die zu erwartenden weltweiten Auswirkungen La Niña von beeinflusst.

Die gegenwärtige La Niña-Phase wird sich voraussichtlich bis ins erste Jahresviertel 2008 fortsetzen.

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Verhältnismässig kleines Ozonloch über der Antarktis

Das Ozonloch über der Antarktis war wegen den milden Wintertemperaturen der antarktischen Stratosphäre relativ klein. Das Ozonloch erreichte Mitte September mit 25 Millionen km2 seine grösste Ausdehnung. 2000 und 2006 wurden als Rekordwerte 29 Millionen km2 gemessen. Das Ozonmassendefizit betrug am 23. September 28 Mt (Megatonnen). 2006 betrug das Defizit 40 Mt.

(Klimawandel in der Antarktis)

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Verheerende Tropische Wirbelstürme

Im Nordwest-Pazifik entwickelten sich 2007 24 mit Namen versehene tropische Wirbelstürme. Durchschnittlich werden in dieser Region pro Jahr etwa 27 grössere Stürme erwartet. 14 Stürme wurden als Taifune klassifiziert, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht.

Im Atlantik entstanden während der Hurrikan-Saison 2007 14 benannte tropische Wirbelstürme (2 mehr als im langjährigen Durchschnitt). 6 Stürme wurden als Hurrikane bewertet. diese Anzahl entspricht dem langjährigen Durchschnitt. Erstmals erreichten in einer Saison zwei Kategorie 5-Hurrikane (Dean und Felix) das Festland.

Im Februar setzte der tropische Wirbelsturm Gamède in La Réunion (Frankreich) einen neuen Niederschlagsweltrekord. Innert 72 Stunden prasselten 3'929 mm (rund 5,5 cm pro Stunde) Regen auf das Inselreich im Indischen Ozean.

Im Juni streifte der Zyklon Gonu den Iran und erreicht in Oman die Arabische Halbinsel. Letztmals erreichte 1945 ein Zyklon den Iran.

Am 15. November sorgte der Zyklon Sidr in Bangladesh für grosse Zerstörungen. Rund 3000 Menschen starben und rund 8,5 Millionen Menschen wurden auf die Flucht getrieben. Bangladesch ist häufig von Sturmereignissen betroffen. Das Land hat ein Netz von Sturm- und Überflutungsschutzräumen sowie ein Sturmfrühwarnsystem gebaut. Diese Massnahmen halfen mit, die Opferzahl zu vermindern.

Die Sturmsaison in Australien fiel moderat aus. In der Saison 2006/2007 wurden nur 5 tropische Wirbelstürme registriert, was der geringsten Anzahl Stürme seit 1943/44 entspricht. betrug das Defizit 40 Mt.

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Tiefststand in der arktischen Meereisausdehnung öffnete die Northwest Passage

Am Ende der Eisschmelz-Saison, welche üblicherweise jedes Jahr zusammen mit dem Nordsommer abschliesst, war im September 2007 die durchschnittliche Meereisfläche im Arktischen Meer mit 4,28 Millionen km2 auf einem neuen Rekordtiefstand. Die Eisausdehnung war um 39% geringer als der langjährige Mittelwert der Periode von 1979 bis 2000 und 23% geringer als der alte Rekordwert vom September 2005.
(Klimawandel in der Arktis)

Zum ersten Mal in der Geschichte führt die geringe Meereisausdehnung in den arktischen Gebieten dazu, dass die Kanadische Nordwest-Passage ab dem 11. August 2007 für gut ausgerüstete Schiffe während 5 Wochen frei passierbar. Die Nordwest-Passage, welche üblicherweise von Schelf- und Treibeis blockiert ist, wurde in dieser Zeit rund 100 Mal von Schiffen durchfahren.

Die jährliche Abschmelzrate beträgt gegenwärtig bezogen auf das Jahr 1979 rund 10% pro Jahrzehnt, was einer Verringerung der arktischen Meereisfläche um 72'000 km2 entspricht.

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Der Meeresspiegelanstieg setzt sich fort

Der Meeresspiegel erhöht sich gegenwärtig um Beträge, welche höher liegen als jene im 20. Jahrhundert. Im letzten Jahrhundert stieg das Meer um durchschnittlich 1,7 mm pro Jahr. In diesem Jahrhundert ist die Anstiegsrate auf über 3 mm pro Jahr geklettert. Moderne Satellitenmessungen bestätigen diesen Trend seit 1993. Schätzungen vermuten, dass sich der Meeresspiegel seit 1870 um rund 20 cm angehoben hat.

(Golfstrom Meeresströmung im Atlantik)

Quelle: World Meteorological Organization WMO, Dezember 2007
The World Meteorological Organization WMO is the United Nations' authoritative voice on weather, climate and water.
Text: RAOnline

An diesem Bericht haben folgende Institute und Organisationen mitgewirkt:
Hadley Centre of the UK Meteorological Office, the Climatic Research Unit, University of East Anglia, UK, and in the USA: NOAA's National Climatic Data Centre, National Environmental Satellite and Data Information Service, National Snow and Ice Data Centre and NOAA's National Weather Service.
Beiträge wurden ausserdem von folgenden WMO-Mitgliedsstaaten und Organsisationen geliefert:
Argentina, Australia, Brazil, Canada, China, Fiji, France, Germany, Iceland, India, Japan, the Netherlands, New Zealand, Sweden and Tunisia.

The African Centre of Meteorological Applications for Development (ACMAD, Niamey), the Australian Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO), the Centro Internacional para la Investigación del Fenõmeno El Niño (CIIFEN, Guayaquil), the IGAD Climate Prediction and Applications Centre (ICPAC, Nairobi), the SADC Drought Monitoring Centre (SADC DMC, Gabarone) and the World Climate Research Programme (WCRP).

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