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In grösseren Gruppen leben Giraffenweibchen länger 2021
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In grösseren Gruppen leben Giraffenweibchen länger

Weibliche Giraffen, die sich mit anderen Weibchen zu grösseren Gruppen zusammenschliessen, leben länger als weniger gesellige Individuen. Geselligkeit beeinflusst das Überleben der Tiere stärker als der Lebensraum oder die Nähe zu Siedlungen, wie eine Studie der Universität Zürich an Giraffen in Tansania zeigt.

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Wie wirken sich das soziale Verhalten, die natürliche Umgebung und der Mensch als möglicher Störfaktor auf das Überleben von Giraffen aus? Diese Frage untersuchte ein Team von Biologinnen und Biologen unter der Leitung von Monica Bond, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich (UZH), während fünf Jahren an Giraffen in Tansania. Das Resultat: Erwachsene Giraffenweibchen, die in grösseren Gruppen leben, überleben länger als sozial isolierte Weibchen.

Wie wirken sich das soziale Verhalten, die natürliche Umgebung und der Mensch als möglicher Störfaktor auf das Überleben von Giraffen aus? Diese Frage untersuchte ein Team von Biologinnen und Biologen unter der Leitung von Monica Bond, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich (UZH), während fünf Jahren an Giraffen in Tansania. Das Resultat: Erwachsene Giraffenweibchen, die in grösseren Gruppen leben, überleben länger als sozial isolierte Weibchen.

Geselligkeit führt zu längerem Leben

Im Verlauf eines Tages schliessen sich Giraffen immer wieder zu wechselnden Gruppen zusammen. Erwachsene Weibchen halten allerdings spezifische Freundschaften über längere Zeit aufrecht.

«Das Zusammenleben mit einer grösseren Anzahl Weibchen geht einher mit einer erhöhten Überlebensrate von weiblichen Giraffen, selbst wenn sie ihre Gruppen häufig wechseln», sagt Bond. «Dabei ist die Geselligkeit der Tiere wichtiger als Umweltfaktoren wie die Vegetation oder die Nähe zu menschlichen Siedlungen.»

Bessere Futterquellen und weniger Belästigungenn

Abgesehen von der Wilderei sind Krankheiten, Stress oder Unterernährung die Hauptursachen für die Sterblichkeit erwachsener Giraffenweibchen. «Soziale Beziehungen können die Effizienz der Nahrungssuche verbessern und helfen, die Konkurrenz mit Artgenossen, drohende Gefahr durch Raubtiere, Krankheitsrisiken und psychosozialen Stress zu bewältigen», erklärt UZH-Professorin Barbara König, Letztautorin der Studie.

Vermutlich schliessen sich Giraffenweibchen mit einer möglichst optimalen Anzahl anderer Weibchen zusammen, um untereinander Informationen über die besten Futterquellen auszutauschen. Andere Vorteile des Gruppenlebens können sein, dass die Weibchen weniger durch paarungsbereite Männchen belästigt werden, dass sie ihre Jungen gemeinsam betreuen, oder dass schon die Anwesenheit vertrauter Weibchen Stress vermindert. Die Studie zeigt auch, dass Giraffenweibchen, die näher bei Städten leben, eine etwas geringere Überlebensrate haben, möglicherweise aufgrund von Wilderei durch Stadtbewohner.

Ähnliche soziale Gewohnheiten wie Menschen und Primaten

Das Team dokumentierte das Sozialverhalten der wild lebenden Giraffen mit Hilfe von Algorithmen zur Analyse von Netzwerken – vergleichbar mit solchen, die von Social Media-Plattformen verwendet werden. Gemäss den Ergebnissen sind die sozialen Gewohnheiten der Giraffen erstaunlich ähnlich wie jene von Menschen und anderen Primaten, bei denen eine grössere soziale Vernetzung ebenfalls mehr Möglichkeiten bietet.

So leben etwa Schimpansen und Gorillas in Gemeinschaften, in denen soziale Bindungen mit vielen Individuen flexiblere Nahrungssuchstrategien ermöglichen. «Giraffenweibchen scheinen einen Vorteil davon zu haben, sich mit mehreren anderen Weibchen zu vernetzen und entwickeln somit ein Gespür für eine grössere Gemeinschaft, nicht aber für eine einzelne Kleingruppe», sagt Monica Bond

Literatur:

M. L. Bond, D. E. Lee, D. R. Farine, A. Ozgul, and B. König. Sociability increases survival of adult female giraffes. 10 February 2021. Proceeding of the Royal Society B. DOI: 10.1098/rspb.2020.2770

Quelle: Text Universität Zürich, Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften, 10. Februar 2021
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