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Die Menschheit berauscht sich seit Jahrtausenden mit psychoaktiven Pflanzen. Solche Drogen haben grossen Einfluss auf Gesellschaft und Religion einer Kultur. Fliegenpilze, psilocybinhaltige Pilze, Kaffee, Nachtschattengewächse, Coca, Schlafmohn, Hanf, Tabak und viele mehr haben eine uralte Tradition. Die meisten dieser Drogen gerieten aber mehr und mehr in den Schatten der heute üblichen Substanzen. Neben Nikotin und Hanf machten Alkohol, alle möglichen chemischen Medikamente, und verschiedene synthetische oder halbsynthetische Drogen das Rennen.Wahrscheinlich deshalb sind auch sehr viele psychoaktive Pflanzen erlaubt.

Die Wirkungen von pflanzlichen Drogen sind sehr unterschiedlich. Alle möglichen psychischen und körperlichen Effekte können erzielt werden. Von anregender Wirkung bei Coca, Kaffee, Mate oder Mormonentee bis beruhigender bei Opium ist alles möglich. Die verschiedensten Schattierungen alkoholähnlicher Rauschzustände können ebenso erzielt werden wie stark halluzinogene Wirkungen.

Körperliche Abhängigkeit entsteht bei pflanzlichen Drogen eher selten, z.B. beim aus dem Schlafmohn gewonnenen Opium. Auch psychische Abhängigkeit ist nicht häufig. Dennoch ist der Umgang mit pflanzlichen Drogen nicht immer harmlos. Manche können zu starken Vergiftungserscheinungen führen, oder im Extremfall sogar zum Tod führen. Auch der Rauschzustand selbst kann bei manchen temporär unkontrollierbar werden und mit vorübergehenden Gedächtnisverlust einhergehen. Gerade die halluzinogenen Substanzen sind mit Vorsicht zu geniessen. Wie LSD können sie latent vorhandene psychische Krankheiten zum Ausbruch bringen oder unerwartet Probleme aus dem Unterbewusstsein hervorspülen.

Neben den positiven Rauscherfahrungen ist bei vielen psychoaktiven Pflanzen auch eine medizinische Nutzung möglich, da sie auch auf die verschiedensten körperlichen Funktionen Einfluss haben können. Aber auch hier sind sie weitgehen von chemischen Medikamenten verdrängt worden, die z.T. auch direkt auf der jeweiligen Pflanzenchemie aufbauen.

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Drogen: LSD und andere Halluzinoge

LSD (Lysergsäurediethylamid) wurde 1938 von Albert Hofmann für das Schweizer Pharmaunternehmen Sandoz synthetisiert. LSD kommt in der Natur nicht vor. Es gibt allerdings in Pilzen (Mutterkorn) und manchen Pflanzen (morning glory) ähnliche, wenn auch nicht so wirksame Substanzen.

LSD wurde erfolgreich in der Psychotherapie eingesetzt ("psycholytische Therapie") und erzielte dort eine Reihe weithin beachteter medizinischer Erfolge. In den 60er und 70er Jahren wurde LSD in verschiedenen "Subkulturen" sehr populär und beeinflusste Musik ("Acid Jazz"...), Kunst und spirituelle Bewegungen. Ende der 60er wurde LSD erstmals verboten und ist dies heute auch in den meisten Staaten der Erde.

Die Sinne werden unter LSD hochempfindlich, Töne und Farben werden viel intensiver wahrgenommen. Teilweise treten Halluzinationen auf. Es kann zu intensiver Selbstreflexion und starker emotionaler Verbindung zur Umgebung, aber auch zu völliger Entfremdung zu sich selbst und zur Umgebung kommen.Die meisten Konsumenten benötigen einige Tage Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.

LSD erzeugt keine körperliche Abhängigkeit. Eine psychische Abhängigkeit wird diskutiert. LSD erzeugt keine Schädigungen von Gehirn oder Organen. Die Gefahren des LSD-Konsums liegen im psychischen Bereich. LSD kann latent vorhandene Psychosen zum Ausbruch bringen. Es kann depressive Stimmungen verstärken ("horror trip") und die Drogenwirkung kann nach abklingen des Rausches kurz wiederkehren ("flashbacks"). Zu diesen "flashbacks" existieren kaum wissenschaftliche Erkenntnisse, vor allem keine Zahlen. Auch können unter LSD-Einfluss unkontrollierte Handlungen (Fehleinschätzung von Gefahren, Gefühl der Unverletzlichkeit...) vorkommen. Diese und die anderen psychischen Probleme lassen sich durch eine sorgfältige Vorbereitung und Information über Wirkung und Art des Rausches vermeiden. Todesfälle durch LSD-Überdosen sind nicht bekannt.

Quelle: Grüne Jugend Bundesverband - Fachforum Drogen des Grün-Alternativen Jugendbündnisses (GAJB), Grüne Berlin, 1997
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