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Albatrosse zeigen verändertes Brutverhalten 2012
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Vögel in der Antarktis
Antarktische Albatrosse zeigen verändertes Brutverhalten

Eine neue Studie über die Wanderalbatrosse auf der subantarktischen Insel Südgeorgien (South Georgia) zeigt auf, dass einige der Vögel früher mit Brüten beginnen als noch vor 30 Jahren. Die Untersuchung über das Brutverhalten der Albatrosse stand unter der Leitung von Dr. Sue Lewis von der Universität Edinburgh (Grossbritannien). Die Studie erfolgte aus einer Zusammenarbeit zwischen der University of Edinburgh und dem British Antarctic Survey (BAS). Finanziert wurde das Unternehmen durch den British Natural Environment Research Council (NERC).

Der Albatross ist einer der grössten Vögel auf der Erde.

Einige der Albatrosse auf Südgeorgien legen ihre Eier im Durchschnitt 2,2 Tage früher als in der Vergangenheit.

Die Forschenden sind von dieser Erkenntnis überrascht und können sich bisher die Verhaltensänderung der Vögel nicht erklären. Die Vögel beginnen ihr Brutgeschäft mit einer erstaunlichen Regelmässigkeit. Die Wissenschaftler waren bisher in der Lage, den Beginn des Brutgeschäfts und das Eierlegen auf den Tag genau vorherzusagen.

Es war bekannt, dass vor allem ältere Vögel und solche, welche kurz vorher den Partner gewechselt hatten, früher mit Brüten beginnen.

Neu ist für die Wissenschaftler, dass auch jene Vögel, welche in der vergangenen Saison keine Jungen aufziehen konnten, mit dem Brutgeschäft früher beginnen.

Seit 30 Jahren beobachten Forscher der BAS-Forschungsstation Bird Island die Vögel, welche in der Nähe der Station ihre Nester bauen.

Die Forscher überwachen die Nester vor dem Eierlegen, während dem Eierlegen, während der Aufzucht und auch während der Zeit, wo die Jungtiere erstmals ausfliegen. Die Beobachtungen werden in Dokumenten festgehalten, welche ein klares Bild über die Verhaltensweisen der Vögel aufzuzeigen.

Die Anzahl der Vögel, welche Südgeorgien anfliegen, ist in den letzten Jahren ständig gesunken. Seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich ihre Zahl um mehr als 50% von 1'700 auf 800 Brutpaare vermindert. Als Grund für die Abnahme der Vögel nennen die Wissenschaftler die Hochseefischerei. Die Vögel verfangen sich mit ihren markanten Schnäbeln in den langen Schleppnetzen der Boote der Fischfangflotten. Die in den Netzen gefangenen Vögel werden unter Wasser gezogen und verenden.

Der BAS-Ökologe Dr. Richard Phillips ist es noch nicht klar, ob die Verhältensänderungen einiger Vögel mit dem Wetter, einer Änderung der Bedingungen in den Meeren oder der veränderten Verfügbarkeit von Nahrung zusammenhängen. Im Indischen Ozean konnte beobachtet werden, dass die stärker wehenden Westwinde die Verteilung der Nahrungsquellen für die Albatrosse verändert haben.

Der Antarktische Albatross ist der grösste Meeresvogel. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 3 m. Der Vogel wiegt zwischen 8 und 12 kg. Der weibliche Albtross legt alle zwei Jahre lediglich ein Ei. Die Geschlechtsreife entwickelt sich innerhalb von 10 Jahren. Die Albatrosse haben eine der geringsten Reproduktionsraten unter den Vögeln. Die Albatrosse leben bis zu 60 Jahren. Zahlreiche Vögel sterben allerdings vor dem 30. Altersjahr vor allem durch Umwelteinflüsse. Die Bestände der Albatrosse sinken weltweit. Der Fortbestand der Albatrosse ist gefährdet.

Der Wanderalbatross (Diomedea exulans) durchstreiftauf seiner Futtersuche auch während der Brutzeit Tausende von Quadratkilometern Meeresfläche. Der Wanderalbatross ist in subtropischen wie auch antarktischen Gewässern heimisch. Auf ihren Flügen können die Tiere in 10 bis 20 Tagen durchaus 10'000 km zurücklegen.

Die Wanderalbatrosse beginnen ihr Brutgeschäft im November. Sie versammeln sich in Kolonien und bevorzugen flache Grasflächen. Ihre Eier legen sie im Dezember. Die Kücken schlüpfen im April.

Die Vögel ernähren sich vorwiegend aus einem Brei aus Tintenfischen und anderen Fischen.

Im November oder Dezember fliegen die Jungtiere aus. Albatrosseltern, welche einen Jungvogel gross gezogen haben, sorgen im darauf folgenden Jahr für keinen Nachwuchs. Es ist bekannt, dass die verschiedenen Vogeleltern ihr Brutgeschäft unterschiedlich gut verrichten.

Jedes Jahr werden rund 300'00 Seevögel durch die Fischereiindustrie, welche mit riesigen Schleppnetzen arbeitet, getötet.Biologen haben aufgedeckt, dass jedes Jahr 100'000 Albatrosse durch die Schleppnetze der Fischfangflotten, welche auf der Suche nach Schwertfischen, Thunfischen usw. sind, getötet werden. Falls diese unheilvolle Entwicklung nicht gestoppt wird, sind in einigen Jahrzehnten keinen Albatrosse mehr vorhanden.

Quelle: British Antarctic Survey (BAS), April 2012, Text: RAOnline

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