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Forschung in der Antarktis: Britisch Antarctic Survey (BAS)
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Antarktis - Pinguinzählung mit Satellitenbildern

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat unter der Leitung des British Antarctic Survey (BAS) die Pinguin-Kolonienin der Antarktis mit hochauflösenden (Very High Resolution (VHR)) Satellitenbildern gezählt und mit diesen Informationen eine Karte erstellt.

Kaiser-Pinguin
Der BAS-Geograf Peter Fretwell erklärt, dass das Forscherteam 595'000 Pinguine gezählt hat. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie die bisherigen Annahmen, dass zwischen 270'000 und 350'000 Expemplare dieser Vogelart um den Südpol herum leben.

Das schwarzweisse Gefieder der Pinguine hebt sich vom weissen Schneehintergrund gut ab und ist daher auf den Bildern aus dem Weltraum sehr gut erkennbar. Eine spezielle Analysetechnik erlaubt es den Wissenschaftlern, zwischen den Vögeln, dem Eis und Schnee, ihren Schatten sowie ihrem Kot (Guano) zu unterscheiden.

Die Forscher zählten 44 Kaiserpinguin-Kolonien entlang der Küstenlinie der Antarktis. 7 dieser Kolonien waren bisher unbekannt.

Karte der Kaiserpinguin-Kolonien in der Antarktis Grössere Grafik

Pinguine sind sehr schwierig zu erforschen, weil die Tiere in unwegsamen, abgeschiedenen Gebieten brüten, wo oft Temperaturen unter - 50°C herrschen.

Die neu entwickelte Methode für die Bestandesaufnahme der Pinguine eröffnet den Forschern zahlreiche, neue Möglichkeiten. Die Zählung der Vögel lässt sich wiederholen. Neuere Datensätze können nun sehr genau mit älterem Zahlenmaterial verglichen werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Klimawandels und anderer Umwelteinflüsse zu.

Die Forscher vermuten, dass die Entwicklung der Pinguin-Kolonien auf dem Antarktischen Kontinent sehr unterschiedlich verlaufen wird. Nicht alle Kolonien sind vom Klimawandel gleich stark betroffen.

Die Forscher nehmen an, dass die weiter südlich brütenden Kaiserpinguine von der Erwärmung weniger stark betroffen sein werden. Der Trend zu einer Erwärmung wird auch in der Antarktis immer deutlicher sichtbar.

Im antarktischen Frühling beginnt vor allem in der Westantarktis der Schmelzprozess des Meereises früher. Die Futtersuche der Kaiserpinguine wird durch den frühen Eisverlust beeinträchtigt. Das Meereis ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten. In den Gewässern mit Meereis schliessen sich einige Nahrungsketten.

Die Studie wurde vom Britischen Natural Environment Research Council (NERC) und vomCommonwealth Office Overseas Territories Environment Programme (OTEP) finanziert. An der Studie waren auch die Scripps Institution of Oceanography, dieAustralian Antarctic Division (AAD) sowie die University of Minnesota mit finanzieller Unterstützung derU.S. National Science Foundation beteiligt.

Kaiserpinguine

1992 wurden in der Antarktis 135'000-175'000 brütender Pinguinpaare gezählt.Die neuen Zahlen aus dem Jahr 2009 zeigen, dass auf dem Kontinent 238'000 Pinguinpaare brüten. 2009 wurden 43 Bilder aus dem Weltraum ausgewertet. Bei der Schätzung wurde davon ausgegangen, dass 80% der Pinguinpaare jedes Jahr brüten.

Der Kaiserpinguin ist die einzige Pinguinart, welche während dem Antarktischen Winter bei Temperaturen unter -50°C und Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h brüten.

Die Kaiserpinguine bilden auf dem Meereis grosse Kolonien, in welchen die weiblichen Pinguine ein einziges Ei pro Saison legen, welches sie den männlichen Pinguinen in ihre Brutfalten übergeben.

Das Pinguinmännchen brütet dann das Ei aus. Das mit Federn und Haut bedeckte Ei wird rund 70°C wärmer gehalten als die Umgebungstemperatur.

Die Kaiserpinguine haben eine doppelte Schicht Federn und grosse Fettreserven, um die tiefen Temperaturen zu überstehen.

Das Pinguinweibchen begibt sich auf die Futtersuche, während das Männchen das Ei warm hält. Die Weibchen legen auf ihrer Futtersuche eine Wegstrecke von rund 100 km bis zum Eisrand zurück.

Auf ihrem langen Marsch fastet das Pinguinweibchen und verliert dadurch rund 45% ihres Körpergewichts. Nach einem rund 4 Wochen dauernden Marsch kehrt das Weibchen zum Brutplatz zurück und würgt das gefangene Futter für das Jungtier heraus.

Quelle: British Antarctic Survey & National Science Foundation, April 2012 (Text: RAOnline)

 

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