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Monsun - Windsystem im Südasien
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Monsun - Windsystem in Südasien und Südostasien
Südwest- und Südost-Monsun
Monsun über Südasien
Video: 9,4 MB
Dauer: 1 Minute 11 Sekunden

Inhalt:

Monsunströmung:
SW- und SE-Monsun über Indien und Pakistan
Filmquelle: EUMETSAT, 2010
grösseres Bild
Die Bildanimation zeigt eine Folge von Satellitenbildern, welche ein Wettersatellitvom 1. August 2010 ab 16.00 Uhr bis zum 2. August 2010 um 15.00 Uhr UTC zu jeder vollen Stunde über dem Indischen Subkontinent aufgenommen hat. Die Bildfolge endet am 2. August 2010 um 15.00 Uhr UTC.

Die Bilder zeigen, wie sich das Wolkenband des Südostmonsuns vom Golf von Bengalen her über die Ganges-Tiefebene, Pakistan und Afghanistan in nordwestlicher Richtung bis in den Iran hinein bewegt.

Am südlichen Rand der Himalaja-Kette befinden sich nur wenige Wolken. Die dichtesten Wolkenflächen befinden sich über dem zentralen Pakistan und über dem nördlichen Afghanistan.

Aus diesen beiden Gebieten meldeten die internationalen Hilfsorganisationen Ende Juli und in der ersten Augustswoche 2010 verheerende überschwemmung mit zahlreichen Todesopfern.

Über dem Indischen Ozean wehen die Winde aus südwestlicher Richtung (Südwestmonsun).

Wetterexperten vermuten, dass zwischen den verheerenden Regenfällen in China und im westlichen Himalaja und im Karakorum-Gebirge (Afghanistan, Indien und Pakistan) sowie der grossen Trockenheit im westlichen Russland ein Zusammenhang besteht. Die lokal äusserst ergiebigen Niederschläge in Nordpakistan und Nordindien führen sie auf eine Verschiebung der Südwestmonsunströmung in südliche Richtung zurück. Diese Verschiebungkönnte vom La Niña-Effekt im Ostpazifik ausgelöst worden sein.

Die Klimaforscher weisen darauf hin, dass die vier grossen Wettereignisse in zentralen und östliche Europa sowie in Asien innerhalb von wenigen Wochen eine eher seltene Begebenheit ist. Sie geben zu bedenken, dass das Jahr 2010 vermutlich zum wärmsten Jahr seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundertwerden wird. Die Rückversicherungsgesellschaft MunichRe gab bekannt, das sich die Anzahl der katastrophalen Klimaereignisse seit 1980 bis heute verdreifacht hat.

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Verheerende Monsunniederschläge in Pakistan
Die schlimmsten Fluten seit 1929 suchten Pakistan im Juli und im August 2010 heim. Ursache dieser Katastrophe sind heftige Monsuniederschläge über dem nördlichen Indusbecken.Satellitenbilder zeigen, dass sich während Tagen immer wieder Wolken über dem zentralen Himalaja gebildet haben.Als Folgeder Südostmonsunströmung wurden diese Wolkenbänder nach Nordwesten ins nördliche Pakistan getrieben.Die in diese Windströmung eingelagerten Gewitterzellen verstärkten sich. über Nordpakistan entluden sich immer wieder heftige Wolkenbrüche.

Für das gesamte Pakistan wurden im Juli 2010 rund 72% höhere Regenfälle als in der Vergleichsperiode 1971-2000 gemessen. In der Region NWFP (Northwest-Frontier-Province) überstiegen die Niederschläge den Normalfall um rund + 180%, im Punjab um +57%, in Balochistan +20%und in Sindh + 34%.

In Muzzafarabad wurden 579 mm Regen gemessen. Normal sind in dieser Provinz 359 mm. Der Rekordwerte für Muzzafarabad beträgt 721 mm und stammt aus dem Jahr 1977. Die Juli-Monsuniederschläge 2010 betragen bereits 78% der durchschnittlichen Jahresniederschläge in Pakistan.

Im Juli 2010 fielen in drei Regionen überdurchschnittlich viel Regen:

- in der Provinz Muzzafarabad und in Kaschmir P.A.K. (= Pakistan-administered Kashmir) im Grenzgebiet zu Indien über 600 mm
- in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (Distrikte Charsadda und Swatin der Region NWFP= Northwest-Frontier-Province) über 400 mm
- in den Provinz Mianwali über 400 mm

Das Regenmaximum liegt in Pakistan im Juli (Durchschnitt 1971 bis 2000) bei etwas über 400 mm. Das Zentrum der höchsten Niederschläge befindet sich jeweils im Grenzgebiet der drei Regionen Punjab, NWFP und Jammu und Kaschmir I.A.K. (= India-administered Kashmir).

Im Juli 2010 wurde die Provinz Khyber Pakhtunkhwa, insbesondere die Distrikte Charsadda, Nowshera and Swat, am stärksten von den überschwemmungen heimgesucht. Hier allein wurden bis am 1. August 2010 über 800 Todesopfer und mehr als 100 Vermisste registriert. Die UNO rechnet mittlerweile mit 1'500 bis 2'000 Toten und 2-3 Millionen Obdachlosen und ingesamt 15 Millionen Betroffenen in ganz Pakistan. Die Distrikte Upper und Lower Dir sowie die Region Gilgit-Baltistan wurden vom übrigen Pakistan abgeschnitten. Der Karakorum-Highway wurde an mehreren Stellen von den Fluten weggerissen. In der ersten Augustwoche haben neue starke Regenfälle in Sindh und Punjab die Situation weiter verschärft.

Quelle: Pakistan Meteorological Department , 1. August 2010 (Text: RAOnline)

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UTC UTC = GMT
United Time Coordinated = Greenwich Mean Time = Zeit in London (Grossbritannien)
Für Indien gilt im Sommer: UTC + 5 h 30 min
Für Indien gilt im Winter: UTC + 4 h 30 min
Für Pakistan gilt im Sommer: UTC + 5 h
Für Pakistan gilt im Winter: UTC + 4 h

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Meldung von UNICEF vom 2. August 2010:

"Schwere Monsun-Regen haben in Pakistan die schlimmste Überschwemmung seit 80 Jahren ausgelöst. über eine Million Menschen sind von der Katastrophe betroffen. Die Zahl der Todesopfer wird auf 1100 geschätzt; es wird jedoch befürchtet, dass die Zahl noch ansteigt, sobald das ganze Ausmass der Katastrophe bekannt ist. Die Fluten haben Tausende von Häusern weggespült, hunderte von Schulen und medizinischen Einrichtungen sind zerstört.

Überschwemmte Strassen und zerstörte Brücken erschweren den Zugang zu den Katastrophengebieten und behindern die Hilfsmassnahmen. Am schwersten betroffen ist das Swat Tal: Immer noch sind 27 000 Menschen von den Fluten eingeschlossen und warten auf Rettung. In den Bezirken Charsadda und Peshawar stehen 60 % bzw. 30 % des Gebiets unter Wasser. Und 20 000 Familien benötigen Unterkunft.

Nebst der Rettung der Menschen aus den Katastrophengebieten sind die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Hygieneartikeln und die Sicherung des Zugangs zu sanitären Anlagen von höchster Priorität. Denn es droht bereits eine zweite Katastrophe: Seuchen wie Cholera und Masern können sich in einer solchen Situation rasch verbreiten. Besonders Kinder sind davon bedroht."

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