Klima
Monsun - Windsystem in Südasien und Südostasien
vorangehende Seite
end
Monsun in Asien Windsystem in Südasien und Südostasien
Monsun-Saison 2010 Indien
ANIMATION: Monsun-Saison 2010 - Südostmonsun
Monsun in Asien Weitere Informationen
Monsun-Saison 2007 Bangladesh
Indischer Subkontinent: Klimadiagramme
Weitere Informationen
Hilfe für Flutopfer in Indien 2008
Südostmonsun in Pakistan 2010
Naturwissenschaften & Technik Geografie-Erdkunde Klima
Monsun - Windsystem in Südasien und Südostasien
Massive Starkregenfälle über Leh in Ladakh
(Jammu und Kaschmir - Indien)

Heftige Monsunniederschläge im August 2010 haben in Pakistan über 1500 Tote und in Indien über 115 Menschenleben gefordert. Beide Wetterereignisse sind in ihrer Art sehr selten. Lokale Wolkenbrüche über dem östlichen Himalaja haben die Flüsse zum überlaufen gebracht. Betrachtet man den diesjährigen Niederschlagsverlauf (siehe Grafik), so wird das Monsunjahr 2010 in Indien eher als ein Jahr mit unterdurchschnittlichen Regenmengen in die Statistiken eingehen. Die Wetterbehörden in Nepal meldeten für die erste Augustwoche 2010 nur ein Drittel der sonst üblichen Regenmenge.

Massive Starkregenfälle über Leh in Ladakh (Jammu und Kaschmir in Indien)

Am 6. August 2010 fielen zwischen 01.30 und 02.00 Uhr IST (Indian Standard Time , GMT+ 5,5 h)heftige Niederschlägeauf Leh und seine benachbarten Täler. Am stärksten vom Unwetter betroffen war das Dorf Chomglamsar bei Leh.

Leh liegt 3'524 m über dem Meeresspiegel und erstreckt sich über eine Fläche von 45'110 km2. Um Leh herum liegen 12 Dörfer. Es bestehen zwei Strassenverbindungen, die eine zum 434 km entfernten Srinagar, die andere zum 474 km entfernten Manali im Bundesstaat Himachal Pradesh.

Die Niederschläge erzeugten in den Täler Flutwellen, während von den Hängen Erdrutsche in die Talsohlen rauschten und dabei Dörfer, Felder und Verkehrsverbindungen zudeckten. Die lokalen Behörden meldeten mindestens 115 Tote und Hunderte von zum Teil schwerverletzte Menschen aus den betroffenen Gebieten.Ladakh das nur über zwei äusserst anfällige Strassen erreicht werden kann, blieb für Stunden von der Aussenwelt abgeschlossen. Hunderte von Touristen steckten vorerst in Leh fest, da für Tage keine Busse mehr fuhren.

Der Starkregen beschränkte sich auf ein relativ kleines Gebiet. Die Niederschlagsintensität war grösser als bei starken Gewittern. In der von dieser Art Wetterereignis eher seltenen betroffenen Region fielen zum Teilmehr als 100 mmRegen pro Stunde. Normalerweise ereignen solchen Wolkenbrüche während der Monsunzeit auf der Südabdachung der Himalaja Kette, in den nordöstlichen indischen Bundesstaaten und über den West-Ghats. Ladakh liegt jedoch bereits auf der Nordseite der Himalaja-Kette am Rande der Hochebene von Tibet. Die Wolkentürme, aus denen die sintflutartigen Regenfälle hervorbrechen, können bis in 15 km Höhe reichen.

Die Merkmale des Wolkenbruchs vom 6. August 20120 über Leh in Ladakh (Indien):

1. Die Gewitterwolke bildete sich in einer östlichen Windströmung, welche von den Faktoren des SE-Monsuns bestimmt wurde. Die Satellitenbilder zeigen an diesem Tag ein langgezogenes Wolkenband, welches sich über Nepal am 5. August 2010 gebildet hatte, und sich anschliessend von Südosten nach Nordwesten fortbewegte. Auf seinem Weg nach zum Bundesstaat Jammu und Kaschmir verstärkte sich das Wolkensystem. Am 5. August 2010 um 21.30 Uhr IST entwickelte sich östlich von Leh durch Konvektion ein Wolkengebäude. Der Wolkenbruch, welcher sich aus dem Gewitterwolke entwickelte, war lokal äusserst begrenzt. Die Wetterstation des Militärflughafens bei Leh mass von 05.30 Uhr IST am 5. August 2010 bis um 05.30 Uhr IST am 6. August 2010 lediglich 12,8 mm Regen.

Genaue Analysen ergaben, dass sich die SW-Monsunströmung am 4. und 5. August 2010 südlicher als normal verlief. Ein Tiefdruckgebiet befand sich zu dieser Zeit in den tieferen Luftschichten über dem westlichen Rajastan. Ein Tiefdruckgebiet befand sich zudem über dem Nordwesten des Golfs von Bengalen und über dem Norden des Bundesstaates Orissa.

Diese beiden Tiefdrucksysteme steuerten südöstliche Monsunwinden mit Windgeschwindigkeiten von 30 bis 37 von bis km/h gegen die Himalaja-Kette.

2. Normalerweise bauen sich Wolkenbrüche im westlichen Himalaja immer in Verbindung mit dem Südwest-Monsun in den mittleren Breiten auf. Entscheidend für die Stärke des Wolkenbruchs sind u.a. die topografischen Verhältnisse in eher meernahen gebieten. Starke Wolkenbrüche werden deshalb vor allem aus den West-Ghats und den nordöstlichen Bundesstaaten Indiens gemeldet. In Ladakh, einem Teilgebiet des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir, sind die beschriebenen Wetterereignisse sehr selten. Ladakh ist eine kalte, trockene Gebirgswüste, deren durchschnittliche Regenmenge im August lediglich 15,4 mm beträgt. 1933 wurde in Ladakh bisher grösste Regenmenge gemessen. Innerhalb von 24 Stunden fielen damals 51,3 mm Regen auf das Gebiet.

Quelle: India Meteorological Department, August 2010
Text: RAOnline

nach oben

Monsun am 5. August 2010 Monsun am 6. August 2010
Monsun 2010: 5. August
Monsun 2010: 6. August

nach oben

VIDEO
Indien 2008

nach oben

nach oben

Weitere Informationen
Länderdaten: Pakistan Erdrutsch in Pakistan: Hunza-Region
Erdbeben inPakistan Überschwemmungen in Bangladesh
El Niño - La Niña Wetterphänomen
Monsun Windsystem in Südostasien Indischer Subkontinent: Klimadiagramme
Gletscher im Himalaja Gletscher in Nepal Fotogalerie 13 Seiten
Klimawandel im Himalaja: Gletscher Informationen
VIDEO
Indien
Monsun Startseite
end
vorangehende Seite