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Die Grundlagen des Hinduismus ist in den ältesten indischen Religionsschriften, den Weden, festgehalten. Die Weden sind in der klassischen indischen Sprache, dem Sanskrit, geschrieben.

Vier Prinzipien bilden das Grundgewebe für das menschliche Handeln eines Hindus:

Dharma die Verbundenheit mit den Überlieferungen und den Grundwerten der Religion
Artha das materielle Interesse
Kama die Sinnesfreuden, insbesondere die sinnliche Liebe
Moksha das Streben nach Erlösung und der Vereinigung mit der übersinnlichen Macht. Ein Hilfsmittel für diesen Weg ist die Yoga-Lehre.

Die Hindus bekennen sich zu drei Hauptgöttern. Jeder dieser Gottheiten werden andere Eigenschaften zugeschrieben:

Brahma Gott Brahma gilt als der Weltschöpfer.
Wischnu Gott Wischnu ist der Welterhalter. Er geniesst das höchste Ansehen. Wischnu ist mit Lakschmi, der Göttin des Glücks, der Wohlfahrt und des Reichtums, verheiratet. Ganga, der Gott für den Regen und der Namensgeber für den Fluss Ganges, ist der Sohn aus dieser Beziehung.
Schiwa (Shiva) Gott Schiwa (Shiva) wird als Weltzerstörer betrachtet. Ihm wird aber auch ein gutmütiges Wirken zugeschrieben. Schiwa (Shiva) ist mit den Göttinnen Durga, Kali und Parwati verheiratet. Kali gilt als grausam und blutrünstig. Die Göttin Kali wird in schwarzer Farbe dargestellt. Parwati wird hingegen immer als anmutige Figur dargestellt. Ganescha ist der Gott mit dem Elefantenkopf. Er wacht über die Gelehrsamkeit der Gläubigen.
Moksha das Streben nach Erlösung und der Vereinigung mit der übersinnlichen Macht. Ein Hilfsmittel für diesen Weg ist die Yoga-Lehre.
Indra (der Regengott) Gott Shiva Indra (der Regengott) gott Bhairab
(Inkarnation von Shiva)
Everest

Im Mittelpunkt des Glaubenskults steht vor allem Wischnu, der als Rama und Krischna eine menschliche Gestalt angenommen hatte.

Die Taten von Rama sind in den Ramayana-Epen niedergeschrieben. Diese Geschichten haben in der Hindugesellschaft einen hohen Stellenwert.

Der Alltag wird von vielen anderen Gottheiten begleitet. Jedem Naturelement wird ein Gott oder eine Göttin zugeordnet. Weitere lokale Gottheiten wachen über das Alltagsleben.

Die Hindus sind bestrebt, den vielen Göttern wohlgefällig zu sein. Dazu gehört, dass sie sich streng an die in den Weden festgelegten Rituale und Lebensweisen halten.

Das Gedankengut der Weden hat sich tief in den hinduistischen Traditionen festgesetzt.

Zwei Lehren, welche untrennbar miteinander verknüpft sind, beherrschen das moralische Wirken und das irdische Schicksal eines Hindus:

Samsara Die Samsara ist die Lehre von der Wanderung der Seelen. Ein Mensch besitzt eine Seele, welche sich nach seinem Tod vom toten Körper löst und sich auf die Suche nach einem neuen Körper macht. Die Seele lässt sich so auf Neugeborene übertragen. Man betrachtet es als Wiedergeburt, wenn sich die Seele des Verstorbenen im Körper eines Neugeborenen festgesetzt hat. Die Seele kann jedoch auch auf Tiere, Pflanzen oder Gegenstände übertragen werden.
Karma Karma ist die Lehre von der Wirkungskraft der menschlichen Tat. Ein Hindu glaubt, dass sein tägliches Handeln, also die Summe seiner guten und schlechten Taten, die Rangstellung seiner Seele in einem späteren Leben bestimmt.

Die Samsara (= Seelenwanderung) ist die Grundlage der hinduistischen Gesellschaftsordnung, dem Kastenwesen. Ein Hindu existiert als Angehöriger einer Kaste, einer sozialen Schicht, oder als Kastenloser. In seinem gegenwärtigen Leben kann eine Hindu seiner Kaste nicht entrinnen. Jeder durch Reichtum oder Bildung erworbenes höheres Ansehen gilt nichts, wenn nicht gleichzeitig auch das Ansehen seiner Kaste gestiegen ist. Das Ansehen der Unterkasten der Hauptkasten kann sich durch politische oder wirtschaftliche Faktoren verändern. Das Ansehen der Hauptkasten bleibt aber unverrückbar. Die Hauptkasten können nur durch eine Wiedergeburt gewechselt werden. Da der Kastenwechsel nur mit einer religiös korrekten Lebensführung möglich sein wird, hat sich das soziale Gefüge der hinduistischen Gesellschaft in den letzten Jahrhunderten sehr wenig verändert.

In den Weden sind vier grosse Kasten festgeschrieben:

Brahmanen Die Brahmanen gelten als Priesterkaste. Brahmanen geben das religiöse Wissen und geistige und soziale Wertvorstellungen weiter. Brahmanen haben in Indien ein sehr hohes Ansehen und damit auch einen grossen Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungswege.
Kshatriyas Kshatriyas (Kschatrias) sind traditionell Angehörige der Kriegerkaste. Mitglieder dieser Kasten waren im Dienste der Herrscher als Soldaten für deren Machterhalt bzw. für die Ausdehnung der Einflusssphäre besorgt.
Vaishyas Vaishyas (Waischas) sind Angehörige der Kaste für Kaufleute und Händler. Mitglieder dieser Kaste waren mit dem Handel und der Verteilung von Waren beschäftigt.
Shudras In der Kaste der Shudras (Sudras) befanden sich ursprünglich Handwerker und Landarbeiter (Bauern).

In der modernen indischen Wirtschaft finden wir heute in den einzelnen Berufsgruppen Angehörige aus jeder Kaste. Im Gesellschaftsleben spielt das Kastendenken eine wesentlich grössere Rolle. Es ist für einen im westlichen Denken verankerten Menschen äusserst schwierig oder fast unmöglich, die Feinheiten und Abstufungen im indischen Gesellschaftssystem zu erkennen und darauf richtig zu reagieren.

Parias (Harijans)

Ein besondere Gruppe stellen die Kastenlosen, die Parias, dar. Mahatma Ghandi, der berühmte gewaltlose Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und Staatsgründer von Indien, hat die Parias in Hirijans (= Gotteskinder) umbenennen lassen. In Nepal werden die Parias auch Dalits genannt. Die Hirijans befinden sich auf der untersten Stufe der hinduistischen Gesellschaftsordnung. Ihnen wurden und werden immer noch Arbeiten übertragen, welche in der hinduistischen Wertvorstellungen als unrein gelten. Dazu gehören u.a. die Beseitigung von Müll, das Reinigen von Büroräumen oder von Kleidern, Lederarbeiten usw. Die Kastenlosen gelten als unrein und somit "unberührbar".

Die Hirijans wurden zu Randgruppe im hinduistischen Gesellschaftssystem. Die Hirijans müssen häufig ausserhalb der Dörfer in eigenen Siedlungen leben. Wasser- und Wegerechte besitzen sie in der Regel nicht. Es ist möglich, das Hirijans die kürzeste Verbindung von ihrem Weiler zum Nachdorf nicht benutzen dürfen und einen langen Umweg in Kauf nehmen müssen, weil ihnen ein Landbesitzer einer höheren Kaste den Durchgang verwehrt.

Am 15. August 1947 erlangte Indien seine Unabhängigkeit vom britischen Königreich (Empire). Der gewaltlose Kampf von Mahatma Ghandi für die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht fand an diesem Datum sein erfolgreiches politisches Ende. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit ist in Indien bis in die heutige Zeit noch nicht abgeschlossen. Nach der Unabhängigkeit wurden die rechtliche Gleichheit aller indischer Staatsbürger in der Verfassung verankert. Keine soziale Gruppe oder Kaste durfte für sich Vorrechte beanspruchen. Die neuen Voraussetzungen haben es auch Harijans ermöglicht, einen politischen oder wirtschaftlichen Aufstieg zu erarbeiten. Im indischen Alltag gibt es bis heute immer noch krasse Benachteiligungen von Randgruppen und Frauen. In der Privatsphäre lebt die hinduistische Klassengesellschaft weiter. Für Angehörige von Randgruppen ist es vielfach immer noch sehr schwierig, ihre Anliegen auf dem Rechtsweg durchzusetzen. In den Köpfen von vielen Hütern der Staatsmacht wie Polizisten, Richter usw. hat sich das traditionelle hinduistische Gedankengut fest verankert.

Frauen

In der patriarchalisch geprägten Gesellschaftsordnung in Indien haben Frauen nicht das Recht, die Wahl ihres Lebenspartners zu beeinflussen. Die Partnersuche und die Partnerwahl nehmen die Eltern vor. Bei der Auswahl des Ehemannes spielt die Kastenzugehörigkeit und die berufliche Stellung der Kandidaten eine entscheidende Rolle. Eine Liebesheirat gibt es in diesen Kreisen nicht. Die Eltern der künftigen Eheleute einigen sich nach langen Verhandlungen auf eine Heirat ihrer Kinder. Die Eltern eines Mädchens müssen sich die Heirat durch Geschenke an die Familie des Bräutigams erkaufen. Die Heirat eines Mädchens ist für ihre Eltern oft eine kostspielige Angelegenheit. Die Ehepaare wünschen sich daher in ihren Familien viele Knaben und möglichst wenig Mädchen. Die Geschlechtsbestimmung vor einer Geburt und die Abtreibung der heranwachsenden weiblichen Föten ist in Indien noch heute ein illegales, aber geduldetes blühendes Geschäft.

Das moderne indische Rechtssystem behandelt Frauen und Männer gleich. Die Gesetze gelten in gleichem Masse für beide Geschlechter. «Recht haben» und «Recht bekommen» sind jedoch auch in Indien nicht immer identisch. Auch nach der Heirat können die Frauen dem strukturierten und fest verankerten Mikrokosmos des hinduistischen Wertesystems nicht entrinnen. Die neue Ehefrau muss sich den Anordnungen des Ehemannes und seiner Mutter fügen. Ein grössere soziale Anerkennung können die Frauen erst bei einer Geburt eines Sohnes erwarten.

Die Frauen haben in diesem System kein Recht auf eine Scheidung. Von der Erbfolge sind sie ausgeschlossen. Die Frauen können auch nicht den Rechtsweg beanspruchen, weil sie so aus der Sozialordnung der Familie vollkommen ausgeschlossen würden. Die schon vorher äusserst schwierige soziale Stellung der Frau würde dadurch weiter abgeschwächt. Die Frauen können von den Ehemännern verstossen werden. Die Frauen kehren dann wieder in ihre eigenen Familien zurück. Für diese bedeutet die Rückkehr der Tochter eine Schande, an der sie schwer zu tragen haben. Die Brautgeschenke bleiben jetzt geschuldet. Die in einer Ehe gescheiterten Frauen haben wenig Chancen auf ein lebenswertes Dasein. Die Dunkelziffer der Selbstmordrate für Frauen ist in Indien sehr hoch. Häufig werden die Selbstmorde vor den Untersuchungsbehörden als Unfälle "getarnt".

Es gibt in Indien allerdings auch viele Familien, in welchen die Ehefrauen und deren Töchter als gleichwertige Mitglieder behandelt werden. Diese Familien sorgen dafür, dass die Mädchen eine vorzügliche Schulbildung u.a. in Privatschulen erhalten. Die Mädchen dieser Familien treiben u.a. auch Sport. In Indien gibt es sehr viel vorzüglich ausgebildete Frauen, welche sich in der Berufswelt eine Karriere erarbeitet haben.

Text: RAOnline

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