Klima
Extremereignisse Starkniederschläge
vorangehende Seite
end
Hochwassermanagement Bern
Thunersee Hochwasser-Entlastungsstollen
Thunersee Projekt Entlastungsstollen
Systematik der Entscheidungskriterien
Technisches zum Entlastungsstollen
Betrieb und Hochwassermanagement
Chronologische Zeitachse 1999 - 2009
Hochwasserschutz Weitere Informationen
Weitere Informationen
Hochwasser-Management Hochwasserschutz Publikationen
Hochwasser-Management Startseite
Naturgefahren in der Schweiz
Geografie-Erdkunde Naturwissenschaften & Technik Klima
Hochwasser-Management: Seeregulierung im Kanton Bern
Hochwasser-Entlastungsstollen am Thunersee

Hochwasser in der Vergangenheit

Überschwemmungen am Thunersee sind nicht singuläre Ereignisse, sondern treffen über Jahrzehnte beobachtet immer wieder ein. Seit der Einleitung der Kander in den Thunersee im Jahr 1714 wurde die Stadt Thun nachweislich immer wieder überschwemmt. Die Überschwemmungsgefahr wurde durch die Erstellung der äusseren Aare am Ort der alten Stadtbefestigung im Jahre 1722 und durch den Bau des Uttigenkanals vor 1870 wesentlich reduziert.

Seit 1869 misst die Landeshydrologie die Pegelstände am Thunersee. Sie geben eine Übersicht über die Höchstwasserstände der letzten 131 Jahre (nach der Realisierung des Uttigenkanals). Seitdem ist der Hochwasserpegel von 558.30 m ü. M. in 37 Jahren erreicht oder überschritten worden. Dabei ragt das Ereignis von 1999 aus den üblichen Überschreitungen als einzigartiges Extremhochwasser heraus (Pegel 559.12 resp. 559.17 m ü. M.). Die überschreitung der Hochwassergrenze ist dabei mehr als doppelt so hoch wie beim höchsten Hochwasser in den gesamten vorangehenden 131 Jahren mit einem Pegel 558.68 m ü. M. im Jahr 1910.

Das Ereignis von 2005 (siehe: Hochwasser im August 2005) war mit einem Pegel von 559.24 m ü.M. das höchste je gemessene Hochwasser. Davor hatte das Hochwasserereignis von 1999 559.12 m ü. M. erreicht. Diese übertrafen das dritthöchste Hochwasser von 1910 um 56 cm, resp. 44 cm!

Anfälligkeit des Thunersees

Der Thunersee ist aus drei Gründen besonders anfällig für Hochwasser:

Der Anteil seiner Seefläche von 50 Quadratkilometern (km2) ist verglichen mit seinem Einzugsgebiet (2500 km2) mit 2 Prozent sehr klein.

Im Schweizer Vergleich ist dieser Anteil sogar Rekord. Dies ist insbesondere auf die Umleitung der Kander in den Thunersee im Jahr 1714 zurückzuführen. Durch diesen Eingriff hat sich das Einzugsgebiet des Thunersees annähernd verdoppelt.

Die Differenz zwischen dem mittleren Sommerwasserstand und der Hochwassergrenze beträgt nur 50 cm.

Mit dem Reglement wird der Thunersee im Sommer auf einem mittleren Wasserstand von 557.80 m ü. M. gehalten. Bis zur Hochwassergrenze kann der Thunersee also nur 50 cm steigen, was im Vergleich zu den meisten übrigen Schweizer Seen sehr wenig ist.

Die Aare in Thun - der Abfluss des Thunersees - ist sehr seicht und hat damit eine zu kleine Abflusskapazität.

Bei der Schadau liegt die Flusssohle mit 556.60 m ü. M. nur gut einen Meter unter dem mittleren Sommerwasserstand. Die Sohle oberhalb der Scherzligschleuse bildet als engste Stelle im Abfluss den eigentlichen "Tellerrand» des Thunersees. Dies hat zur Folge, dass bei tiefem Seestand nur wenig Wasser aus dem Thunersee abfliessen kann. Erst mit steigendem Seepegel nimmt auch die Abflussmenge zu.

nach oben

Chronologische Zeitachse 1999 - 2009

Mai 1999
Hochwasser 1999

Bis 2001
Ausarbeiten mehrerer Studien mit dem Ziel, die Abflussverhältnisse des Sees für den Fall eines Extremereignisses zu verbessern. Mehrere politische Vorstösse, insbesondere aus Thun.

2002
Beschluss des Oberingenieurkreises I in Absprache mit der kantonalen Bau-, Energie- und Verkehrsdirektion, die Problematik im umfassenden Sinn anzugehen, verschiedene Lösungsvarianten zu entwickeln und einem objektiven Vergleich zu unterziehen.

2003
Wahl der besten Variante: Entlastungskanal vom Schifffahrtskanal zur äusseren Aare und zusätzliche Vertiefung der Scherzligschleuse.

Juni 2004
öffentliche Mitwirkung des Kantonalen Wasserbauplans mit 8 Massnahmen 2004 Idee und Integration des "Entlastungsstollen Schifffahrtskanal - Kraftwerk" in den Variantevergleich, Planungsarbeiten

November 2004
Entscheid für Entlastungsstollen

Ab 2004
Erarbeiten UVB

Juli 2005
Auflage Bauprojekt Entlastungsstollen

August 2005
Hochwasser: August 2005

11. Januar 2006
Genehmigung Wasserbauplan durch BVE

15. Dezember 2006
Spatenstich

Januar 2007
Baubeginn Auslaufbauwerk Selveareal

12. Juli 2007
Inbetriebnahme Tunnelbohrmaschine Aarabella

8.-10. August 2007
Hochwasser: August 2007

August 2007 - April 2008
Stollenvortrieb mit Tunnelbohrmaschine

September 2007
Baubeginn Einlaufbauwerk Bahnhofplatz

15. April 2008
Durchstichfeier

März 2008
Auflage des Betriebsreglements

Herbst 2008
Bauabschluss Ein- und Auslaufbauwerk

29. Mai 2009
Offizielle Eröffnung und Inbetriebnahme Entlastungsstollen

Herbst 2009
Voraussichtliche Genehmigung des Betriebsreglements

Quelle: Text Kanton Bern, Tiefbauamt, Juni 2009
Hochwasser-Entlastungsstollen
Hochwasserschutz im Sarneraatal Kanton Obwalden
Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee und Limmat Entlastungsstollen Thalwil
Lyssbach Hochwasser-Entlastungsstollen
Hochwasserschutz-Massnahme Entlastungskanal Grafiken
Hochwasserschutz Obwalden
Hochwasserschutzprojekt Engelberger Aa Kanton Obwalden
Klima und Hochwasserschutz
Flussmorphologie Gestaltung der Landschaften durch Fliessgewässer
Hochwasser von August 2005 Bericht des Bundesamtes für Wasser und Geologie
Hochwasser von Juli 2006 Kanton Uri Hochwasserschutz Holdenbach 2011 - 2013
Klimawandel am Grimselpass Kanton Bern Hochwasserschutzprojekt Spreitgraben
Auenschutzpark Aargau Kanton Aargau Renaturierung von Fliessgewässern
Brienzersee Thunersee

nach oben

Weitere Informationen
Seeland (Schweiz): Juragewässerkorrektion
Hochwasser: August 2005 Hochwasser: August 2007
Gewässerregulierung
Gefahrenkarten
Naturschutzgebiet Kanderdelta
Links
Externe Links
Aktuelle Abfluss- und Wasserstandsdaten

Kanton Bern
Kanton Bern: Informationen über Energie und Wasser
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion
Energie Wasser
top
vorangehende Seite