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Hochmoor und Flachmoor
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Ein Wasserüberschuss im Bodenhorizont führt zum Luftabschluss von Pflanzenteilen, welche als Folge dieser anaeoroben Verhältnisse absterben. Das Absterben der organischen bodenbedeckenden Schichtführt zu einer Vertorfung. Moorböden sind organogene Böden aus nicht oder nur unvollständig zersetzten abgestorbenen Pflanzenresten. Die vertorften Bodenschichten sind vorerst meist 20 bis 30 cm dick.

Es gibt Niedermoore (Niederungsmoore oder Flachmoore), welche sich häufig in Geländevertiefungen (grundwassernahen Mulden sowie Fluss-, See- und Teichufern, in der Nähe von Quellen, über wasserdichten lehm- oder tonhaltigen Bodenschichten usw.) bilden und Hochmoore, welche sich unter bestimmten Voraussetzungen (Bodenprofil, Klima, Wasserversorgung) vor allem in Gebirgslagen entwickeln.

Zwei Typen von Moorbiotopen: Hochmoor und Flachmoor

Über all dort, wo Böden wassergesättigt sind, entstehen Moore. Nur spezialisierte Pflanzenarten können solche Standorte besiedeln. Je nach Herkunft des Wassers wird zwischen zwei Moortypen unterschieden:

Die extrem nährstoffarmen, über die Umgebung aufgewölbten, torfreichen Hochmoore werden ausschliesslich über die Niederschläge nass gehalten;
die Flachmoore werden dagegen zusätzlich mit Grundwasser versorgt.

Im Gegensatz zu den Hochmooren sind die meisten Flachmoore Kulturbiotope, die sich auf gerodeten und nicht vollständig entwässerten Flächen entwickelt haben.

Hochmoore

Für das Wachstum der Hochmoore ist das Torfmoos verantwortlich. Die Spitzen dieser kleinen Torfmoospflanzen wächst langsam, aber stetig dem Himmel entgegen. Die unteren Schichten der Pflanzen sterben ab und verwandeln sich in Torf, da die abgestorbenen Pflanzenteile aufgrund der sehr sauren und sauerstoffarmen Bodenverhältnisse sich nicht zersetzen. Im Laufe der Zeit wird die Torfschicht immer mächtiger. Sobald sich die Torfschicht über den Grundwasserspiegel anwächst wird aus einem Flachmoor ein Hochmoor.

Hochmoore sind sehr sensible und störungsanfällige Lebensräume. Hochmoore sind nicht sehr artenreich, denn nur hoch spezialisierteTiere und Pflanzen könnendensauren, sauerstoff- und stickstoffarmen Lebensraum besiedeln.

Charakteristisch für Hochmoore ist, dass ihre Oberfläche über den Grundwasserspiegel hinausragt. Die Pflanzen der Hochmoore, welche in der obersten Torfschicht wurzeln, werden allein durch nährstoffarmes Regenwasser gespeist. Typische Bestandteile der Vegetation sind die Torfmoose, welche ein grosses Wasserspeichervermögen aufweisen und starke Säuren ausscheiden.

Die Hochmoore sind nicht vom Grundwasser abhängig. Für die Bildung von Hochmooren wird durch viel Niederschlagswasser, geringe Temperaturen und daher auch eine geringe Verdunstung gefördert. Hochmoore trifft man daher vorwiegend in höher gelegenen Gebieten an. Als Folge der vorzüglichen Wasserversorgung entwickeln sich in gewissen Regionen aus den Niedermooren sehr langsam Hochmoore. Die Torfmoose (Sphagnen) wachsen über die Grundwasser durchtränkte Bodenschicht hinaus. Die von einer neuen Schicht Torfmosse bedeckte Moosschicht stirbt in der sauerstofflosen Umgebung ab.Die Pflanzen zersetzen sich aufgrund der sehr sauren und sauerstoffarmen Bedingungen in diesem Lebensraum nicht. Dieser Wachstumsprozess setzt sich viele Jahre fort. Das Hochmoor wächst Schicht um Schicht. Die Torfbildung ist im Zentrum der Hochmoore stärker als an ihren Rändern. Als Folge dieser uneinheitlichen Wachstumsentwicklung bildet sich ein konvexförmiger organischer Torfkörper.Im Laufe der Jahrtausende entwickelt sich eine mächtige Torfschicht, welche über den Grundwasserspiegel anwächst.

Die Hochmoore gehören zu den nährstoffärmsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Das konvex aufgewölbte Hochmoor gleicht einem riesigen Schwamm. Im Zentrum der Hochmoore können keine Bäume wachsen, den der Boden ist zu nass und zu nährstoffarm. An den besser entwässerten Rändern der Hochmoore wächst ein lichter Moorwald.

In Hochmooren können nur hoch spezialisierte Lebewesen und Pflanzen in dieser nährstoffarmen, stickstoffreien Umgebung überleben. Fleischfressende Pflanzen wie der Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), einem mehrjährigen Kraut,haben sich an diese Bedingungen angepasst. Die Pflanze fängt Insekten. Eiweisspaltende Enzyme sowie Ameisensäure zersetzen die Weichteil der Beute. Das Wurzelsystem des Sonnentaus dient nicht zur Versorgung mit Nährstoffen und daher ist daher nur schwach entwickelt.

Hochmoore gehören zu den störungsanfälligsten Biotopen der Schweiz. Drainagen, Nährstoffeintrag oder Trittschäden bei der Beweidung der Flächen sind die wichtigsten Bedrohungen.

Halbmoore

Halbmoore entstehen in flachen Geländelagen an den Rändern von Flüssen oder Seen, wo Hochwasser durch das Einschwemmen von mineralischen Sedimenten den Torfbildungsprozess stören können. Durch die Mineralstoffanreicherung des Grundwassers (vor allem Calzium-Ionen) ist der Mineralstoffgehalt dieser Moorgebiete hoch.

Durch die Entwässerung (Drainage) von Feuchtgebieten tritt Luft in die Torfschicht ein. Die Torfbildung wird durch den Luftzutritt gestoppt.

Der Säuregehalt (pH-Wert) unterscheidet sich von Moor zu Moor. Es gibt saure, wenig zersetzte Moore und auch neutrale, gut zersetzte Moore.

Flachmoore

Flachmoore werden zusätzlich zum Regenwasser auch durch andere Wasserquellen wie z.B. Hangwasser oder Grundwasse, gespeist. Die Pflanzen der Flachmoore erreichen mit ihren Wurzeln das Grund- oder Hangwasser, das sie etwas reichlicher mit Nährstoffen versorgt. Die Vegetation der Flachmoore ist produktiver und vielfältiger als diejenige der Hochmoore.

Es gibt torfbildende und nicht torfbildende Flachmoore. Feuchtgebiete, in welche keine oder nur eine kaum erkennbare Torfbildung stattfindet, werden ebenfalls als Flachmoore bezeichnet. Die Mehrzahl der Flachmoorgebiete sind heute Kulturbiotope, welche durch menschliches Handeln (Waldrodungen, eingeschränkte Entwässerungen usw.) entstanden sind.

Flachmoore haben eine ebene Oberfläche und ihre Torfmoose vermögen kaum über den Grundwasserspiegel oder den Wasserspiegel der Gewässer in ihrem Lebensraum zu wachsen. Flachmoore entstehen in der Regel in Verlanden Flussläufen, Seen und Teichen sowie durchnässten Geländemulden, wo während der Vegetationszeit der Pflanzen immer genügend Grundwasser zur Verfügung steht. Flachmoore entstehen auch in den glazial geprägten Vorfeldern der Gletscher in den Alpen, wo sich in Felskammern eine durch Hangwasser und Niederschläge versorgter Bodenbildung einsetzen kann. An den Rändern mäandrierenden Flussläufen der alpinen Auen kann ebenfalls eine Vertorfung einsetzen.

Flachmoore sind etwas nährstoffreicher als die Hochmoore. Die Flachmoore werden fortlaufend mit mineralienhaltigem Grund- und/oder Hangwasser versorgt. Manche Flachmoore werden temporär bei Überschwemmungen mit Mineralstoffen versorgt. Flachmoore sind artenreicher als Hochmoore.

Text: RAOnline
Quellen:
Bundesamt für Umwelt BAFU , aus Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz, Ergebnisse der Erfolgskontrolle Moorschutz. BAFU, Stand: Juni 2007
BUWAL (heute BAFU), aus Faktenblätter Auen, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Dezember 2005
Verhaltenshinweise für Naturschutzgebiete

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