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Datenbank zum Zustand von Permafrostgebieten auf der ganzen Welt

AWI-Forschende haben eine internationale Permafrost-Datenbank neu aufgesetzt und auf einer neuen Webseite nun öffentlich gemacht. Die Datenbank wird kontinuierlich mit neuen Daten aus der ganzen Welt gefüttert.

Permafrost ist ein wichtiger Kohlenstoffspeicher der Erde. Der Klimawandel und seine Folgen verändern die Permafrostlandschaften weltweit jedoch zunehmend, wodurch Treibhausgase freigesetzt werden. Um den Zustand des Permafrosts umfassend, langfristig und nachhaltig zu überwachen, sammelt das Globale Terrestrische Netzwerk für Permafrost (GTN-P) seit den 1990er Jahren hochwertige Messdaten in seiner Datenbank. Während der letzten Jahre haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Permafrost Sektion in Potsdam die Datenbank neu aufgesetzt und nun auf der neuen GTN-P Webseite öffentlich gemacht Diese Daten werden in Zusammenarbeit mit Forschenden weltweit kontinuierlich erhoben und in die GTN-P Datenbank eingepflegt.

Das Globale Terrestrische Netzwerk für Permafrost (GTN-P) ist das führende internationale Programm zur Langzeitüberwachung von Permafrost. Forschende aus 26 Ländern, darunter viele Nachwuchstalente, arbeiten eng zusammen, um ein datengetriebenes Netzwerk zu unterhalten, das einen Überblick über den Zustand von Permafrost auf der ganzen Welt gibt.

So lassen sich Veränderungen im Laufe der Zeit bewerten und globale Erwärmungstrends erkennen.

AWI-Forschende haben eine internationale Permafrost-Datenbank neu aufgesetzt und auf einer neuen Webseite nun öffentlich gemacht. Die Datenbank wird kontinuierlich mit neuen Daten aus der ganzen Welt gefüttert.

Seit 2011 wird GTN-P vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) aus geleitet. "Das Netzwerk übernimmt eine zentrale Rolle in der globalen Wissenschaftsgemeinschaft, in der es tief verwurzelt ist", sagt Dr. Anna Irrgang, Permafrost-Forscherin am AWI und Leiterin des internationalen GTN-P Büros. "Seine Daten und Arbeiten liefern Forschenden aus verschiedenen Disziplinen, lokalen Partnern und internationalen Organisationen zuverlässige Informationen über Permafrost." Das Netzwerk deckt die Arktis, Antarktis und Permafrostgebiete in Hochgebirgsregionen ab, einschliesslich des Dritten Pols in der Himalaya-Hindukusch-Region. Es umfasst insgesamt 1'386 Bohrlöcher, in welchen Permafrost-Temperaturen gemessen werden und 255 Standorte an welchen die jährliche Auftauschicht über dem Permafrostboden gemessen wird. Die Daten dieser Messstellen spielen eine entscheidende Rolle bei globalen Klimaprojektionen oder der Berichterstattung über die globale Klimaentwicklung. So nutzen etwa die Weltorganisation für Meteorologie WMO, die UN-Klimarahmenkonvention UNFCC oder das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus die Daten des GTN-P.

Jetzt hostet das AWI auch die Datenbank des GTN-P. "Wir haben drei Jahre lang intensiv daran gearbeitet, die Plattform ans AWI zu holen, sie neu aufzusetzen und ‚fit für die Zukunft‘ zu machen", sagt Anna Irrgang. Das Ergebnis ist unter anderem eine frei zugängliche Webseite inklusive Datenbank, die heute an den Start geht. "Auf der Seite können Nutzer:innen Permafrost-Daten erkunden, filtern, visualisieren und herunterladen und sich zudem über die Aktivitäten des GTN-P informieren."

In den nächsten Jahren wollen die Permafrost-Forschenden die Datenbank weiterentwickeln: In enger Zusammenarbeit mit indigenen und nicht-indigenen arktischen Gemeinschaften will GTN-P zusätzlich lokale Daten und Variablen zu Tauwetter bereitstellen und so neue Wege für handlungsorientiertes Wissen schaffen. "Darüber hinaus werden wir die Standardisierung der GTN-P-Datenprodukte fortsetzen, um sie sowohl für wissenschaftliche als auch nicht-wissenschaftliche Zielgruppen besser zugänglich zu machen", sagt Prof. Guido Grosse, Leiter der Sektion Permafrostforschung am AWI. Langfristig sollen GTN-P-Daten auch für globale Klimabewertungen verfügbar sein, etwa für den Bericht des Weltklimarats IPCC oder für die Berechnung des globalen Kohlenstoffbudgets.

"GTN-P ist der globale Knotenpunkt für den Wissens- und Datenaustausch zu Permafrost.," fasst Anna Irrgang zusammen. "So können wir dazu beitragen, das Verständnis über das polare Ökosystem zu verbessern."

Von 2025 bis 2030 wird die Entwicklung der GTN-P-Datenbank mit Unterstützung des vom AWI geleiteten PeTCaT-Projekts fortgesetzt, das vom Schmidt Sciences Virtual Institute for Carbon Cycle gefördert wird. Das Vorhaben untersucht, wie Kohlendioxidund Methan aus tauenden Permafrostgebieten das Klima beeinflussen könnten

Quelle: Text AWI, 19. Januar 2026

Webseite des Globalen Terrestrischen Netzwerks für Permafrost

https://www.gtn-p.org

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