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Grundwasser besser vor Trockenheit schützen
Wie der Sommer 2026 deutlich vor Augen führt, gefährden die immer häufigeren und extremeren Trockenperioden auch die Verfügbarkeit und Qualität des Grundwassers, der mit Abstand wichtigsten Trinkwasserressource der Schweiz. Um vorzubeugen soll die Schweiz die Neubildung von Grundwasser konsequent fördern, die Infrastruktur resilienter und das Management umfassender ausgestalten.
Gesellschaft für Hydrogeologie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz haben das Wissen zu Trockenheit im Grundwasser in einem Faktenblatt zusammengestellt.
Rund 80 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser. Auch für die Landwirtschaft, Industrie und für viele Ökosysteme ist Grundwasser unverzichtbar. Grundwasser kann als Puffer bei Trockenheit wirken: je nach Typ und Jahreszeit trägt Grundwasser 30 bis 80 Prozent zum Gesamtabfluss der Schweizer Fliessgewässer bei.
Grundwasserstände sinken und Quellen versiegen
Bei zunehmender Trockenheit sinken die Grundwasserstände und vor allem im Jura und den Alpen versiegen Quellen. Für Ökosysteme wie Moore oder Fliessgewässer können die Folgen gravierend sein. Auch in der Landwirtschaft, der Industrie und für Haushalte kann es einschneidende Engpässe geben. Diese können sich verschärfen, weil das Grundwasser zunehmend mit Schadstoffen belastet ist und sich deren Konzentrationen während Trockenperioden erhöhen können.
Grundwasserschutz hilft bei Trockenheit
«Trockenheit ist keine Ausnahme mehr, sondern eine wiederkehrende Herausforderung. Es gilt Resilienz aktiv zu gestalten, bevor akute Krisen eintreten», schreiben die Expert:innen im Faktenblatt. Sie schlagen mehrere Massnahmen vor, um das Grundwasser besser zu schützen:
Nutzung erfassen, überwachen und optimieren: Die Schweiz verfügt über ein gutes Grundwassermessnetz in besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Regionen. Dieses soll in peripheren Regionen ausgebaut werden. Messungen, Satellitendaten und Modelle helfen, Bewässerung und Wasserentnahmen besser zu erfassen und zu planen.
Neubildung von Grundwasser fördern: Durch Entsiegelung, Renaturierung von Fliessgewässern und Mooren, naturnahe Rückhaltemassnahmen und eine bodenschonende Landwirtschaft gelangt mehr Regen ins Grundwasser. Diese Massnahmen sollen konsequent in die Raum-und Nutzungsplanung integriert werden.
Qualität sichern: Nähr- und Schadstoffe sollen in Zuströmbereichen von Grundwasserfassungen möglichst nicht ausgebracht werden. Entscheidend ist zudem, die bestehenden Schutzzonen rund um Trinkwasserfassungen konsequent durchzusetzen.
Gemeinsames Management: Bund, Kantone, Gemeinden und Nutzergruppen sollen Wasser je Einzugsgebiet integrativ managen, basierend auf kantonalen und nationalen Wasserstrategien. Für akute Phasen braucht es Notfallpläne.
Grundwasserschloss Schweiz
Die Schweiz ist reich an Grundwasser. Dieses umfasst ein Volumen von 150 Kubikkilometern, etwa 3-mal das Volumen des Bodensees. Etwas mehr als 10 Prozent werden jährlich erneuert. Wie sich Trockenheit aufs Grundwasser auswirkt, hängt stark vom Typ des Vorkommens ab. Im Mittelland dominieren grosse Vorkommen in Lockergesteinen. Diese reagieren nur langsam auf Veränderungen: sie können Trockenperioden lange abpuffern. Umgekehrt werden Verunreinigungen nur langsam ausgewaschen. Im Jura und den Alpen dagegen können die Grundwasservorkommen und Quellen bei Trockenheit rasch zurückgehen und versiegen. Auch ist die Filterwirkung des Untergrundes schlechter. Je nach Region und Typ des Grundwasservorkommens sind deshalb unterschiedliche Massnahmen nötig.
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| Quelle: Text Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT, 11. September 2026 |
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