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Geologie der Schweiz Gebirgsbildung - Jura
Juratypen im Kanton Jura und im Berner Jura Tafeljura, Faltenjura, Plateau-Jura
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Juratypen im Kanton Jura und im Berner Jura
Tafeljura, Faltenjura, Plateau-Jura

Das Juragebirge: Einführung

Der Jura hat eine wesentlich einfachere Tektonik als die Alpen. Das Juragebirge ist aus einfachen Falten im Kettenjura und einfachen Brüche oder Verwerfungen im Tafeljura aufgebaut.

Der Jura ist erst in einer späten Phase der Alpenbildung entstanden, als sich die Meeressedimente (die Molasse) auffaltete. Molassegesteine wie Nagelfluh, Sandstein und Mergel verwittern leicht. Die Molassegesteine entstanden in der zweiten Hälfte des Tertiärs (das Tertiär ist eine Zeitabschnitt der Erdgeschichte, welcher von 65 bis 2,4 Mio. Jahren vor unserer Zeitrechnung dauerte) als Schuttablagerungen in den ufernahen Zonen des Randmeers während der starken Auffaltung. Im Laufe der Zeit haben sich diese Ablagerungen zu Gesteinen verfestigt. Der Grossteil des Molassengürtels erstreckt entlang der Alpenränder. Im Jura kommen diese Molassegesteine in einer weit geringeren Verbreitung auch vor.

Die Unterlage der Molassegesteine sind Kalkgesteine wie Malm. Kalkgestein gehört zu den Sedimenten, welche mit der Hilfe von Lebewesen entstehen. Meereslebewesen wie Korallen, Muscheln, Schnecken usw. verwenden das im Meerwasser gelöste Kalk (= Calciumcarbonat) zum Aufbau ihrer Stützgerüste wie Schalen und Skelette. Nach dem Absterben dieser Meerestiere bleiben die harten Bestandteile der Stützgerüste übrig und fallen auf den Meeresgrund, wo sie sich schichtweise ansammeln. Die tierischen (organischen) Ablagerungen verfestigen sich auf dem Meeresgrund zusammen mit in physikalisch-chemischen Prozessen aus dem Meerwasser ausgefälltem Kalk. Im Verlauf von Millionen von Jahren mächtige Kalksteinschichten.

Das Juragebirge besteht aus aufgefaltetem, ehemaligen Meeresgrund. Einige Schichten enthalten daher Fossilien. Die Fossilien bestehen aus Hartteilen von ehemaligen Meereslebewesen.

Die Landschaft im Jurabogen wird geprägt von Karsterscheinungen wie u.a. Dolinen und Höhlen. Karst ist der Oberbegriff für Erscheinungen, welche im Zusammenhang mit dem Lösen von Gesteinsarten wie Kalk oder Gips stehen.

Der Kettenjura

Der Faltenkranz des Kettenjuras verläuft von Westsüdwesten nach Ostnordosten durch die Schweiz. Die höchsten Berge befinden meistens in den beiden am südlichsten verlaufenden Ketten. Die höchste Erhebung im Schweizer Jura ist mit 1'677 m ü.M. der im Westen nahe der Französischen Grenze aufragenden La Dȏle (Kanton Waadt). Dieser Berg ist zugleich der am weitesten im Westen liegende Juraberg der Schweiz. Die nördlich von Genf auf französischen Gebiet verlaufenden Jurakuppen (Crêt de la Neige 1'718 m ü.M.) sind noch höher als der La Dȏle. Der am weitesten im Osten aufragende Berg im Kettenjura ist die Lägern (859 m ü.M., Kantone Zürich und Aargau). Die Lägern und der Kestenberg (647 m ü.M., Kanton Aargau) sind mit ihren langgezogenen Bergrücken typische Vertreter des Kettenjuras. An beiden Stellen ist es der Aare gelungen, die Jurakette zu durchbrechen.

Zweite weitere markante, von weitem sichtbare Kettenberge aus der "Südfront" sind das 1'289 m hohe Balmfluechöpfli im Weissenstein-Massiv (Kanton Solothurn) und der Chasseral (1'607 m ü.M., Kanton Bern).

Chasseral (1'607 m ü.M., Kanton Bern).

Juragebirge im Kanton Jura und im Berner Jura

Der Jura der Faisceaux und der Jura der Plateau werden mit dem Namen Plateau-Jura zusammengefasst.
Seedorf (Kanton Bern) liegt im Gebiet des Juratyps «Faltenjura, Haute-Chaȋne». Auf der Jurakette im Norden verläuft die Grenze zum Kanton Jura.

Kanton Jura treffen sich alle vier Juratypen. Während der grösste Teil der Ajoie im Tafeljura liegt, erstreckt sich im Westen des Pruntruter Zipfels ein ganz kleines Gebiet im Plateau-Jura. In der Schweiz befinden sich keine weiteren Regionen mit dem Juratyp «Plateau-Jura». Bei der Flussschleife des Clos du Doubs westlich von St-Ursanne treffen sich der Faltenjura, Typ Franches Montagnes (Freiberge), und der Faltenjura, Typ Haute-Chaȋne (hohe Kette oder Kettenjura).

In der Region zwischen den Ortschaften Réclère (Kanton Jura, Schweiz) und Vaufrey (Franche-Compté, Frankreich) treffen drei Juratypen aufeinander. Einzig der Tafeljura ist hier nicht vorhanden. Beidseits der Landesgrenze bildet der Doubs zwischen Vaufrey und St-Ursanne die Grenze zwischen den beiden Faltenjuratypen. Westlich von Vaufrey erstreckt sich der Plateau-Jura bis weit nach Frankreich hinein. (siehe auch: Tektonische Gliederung der Schweiz)

In der Region von Vaufrey (Franche-Compté, Frankreich) treffen am Doubs drei Juratypen aufeinander.
Die Ortschaft Soubey liegt am Rand des Clos du Doubs. Die Landschaft gehört zum Juratyp «Faltenjura, Typ Freiberge».
Bei der Ortschaft Glovelier geht der Juratyp «Faltenjura, Typ Freiberge» gegen Süden in den Juratyp «Faltenjura, Typ Haute-Chaȋne» (rechte Bildseite) über .
Das Tal mit den Ortschaften Réclère und Damvant ist die einzige Region in der Schweiz, welche zum Juratyp «Plateau-Jura» zugerechnet wird.
Die Landschaften der Ajoie gehören mehrheitlich zum Juratyp «Tafeljura». In der Schweiz erstreckt sich der Tafeljura weiter im im Osten von Region um Reigoldswil (Kanton Basel-Landschaft) bis zum Aareunterlauf bei Koblenz (Kanton Aargau). Er findet im Randen (Kanton Schaffhausen) seine Fortsetzungen

Klusen

Eine Klus ist ein Quertal im Faltenjura. Der Name Klus bezeichnet eine Erosionsform, welche den Schweizer Jura auszeichnet.

Bereits vor der Auffaltung der Meeressedimentschichten sind Flüsse vom Festland her gegen das Meeresufer geflossen. Während des gesamten Auffaltungsprozesses gruben sich die Flüsse fortlaufend in die sich wölbenden weichen Kalksteinschichten ein.

Die Quertäler, die Klusen, durchschneiden die Ketten des Faltenjuras. Die Klusen werden auf beiden Talseiten von steilen Kalksteinwänden eingefasst.

Durch die Klusen verlaufen teilweise sehr wichtige Verkehrsverbindungen. Durch die Taubenlochschlucht führen zwei Strassenstränge und eine Bahnlinie von Biel in Richtung La-Chaux-de-Fonds bzw. Moutier und Delémont. Durch das markante Klusensystem zwischen Court und Courrendlin verläuft die Hauptstrasse sowie eine Bahnlinie. Die Autobahn (die Transjurane) wurde parallel dazu mehrheitlich in Tunneln gebaut.

Souboz (Kanton Bern) liegt im Gebiet des Juratyps «Faltenjura, Typ Haute-Chaȋne». Markante Schluchten, Klusen, durchschneiden die Bergketten.
Die Klus von Pichoux bei Souboz im Grenzgebiet der beiden Kantone Bern und Jura ist eine von zahlreichen Klusen Kettenjura.

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