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Bartgeier nimmt Flugstunden im Natur- und Tierpark Goldau 2016
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Bartgeier nimmt Flugstunden im Natur- und Tierpark Goldau

Das junge Bartgeier-Weibchen im Natur- und Tierpark Goldau lernt fliegen. Im Herbst wird es seinen Geburtsort verlassen und in eine Zuchtstation umgesiedelt, um für weiteren Nachwuchs bei den stark bedrohten Greifvögeln zu sorgen.

Am 29. Februar 2016 durchbrach der junge Bartgeier im Natur- und Tierpark Goldau seine Eischale. Ein kleines, verletzliches Küken erblickte das Licht der Welt. Aus dem winzigen Flaumknäuel ist in der Zwischenzeit ein stattlicher Bartgeier herangewachsen. Im Gegensatz zu seinen Eltern Mascha und Hans trägt er noch das dunkle Jugendfederkleid der Vögel.

Bartgeier sind Aasfresser. Auf der Suche nach toten Tieren legen sie in der Natur grosse Distanzen zurück. Gute Flugkenntnisse sind für die Vögel überlebenswichtig. Im Moment ist der Jungvogel ausgiebig am Üben. Er schwingt seine riesigen Schwingen im Sitzen, läuft durch die Anlage und erhebt sich von einem erhöhten Punkt in die Luft, um anschliessend durch sein Revier zu fliegen. Wie bei einem Kind, das Laufen lernt, klappt nicht alles von Anfang an einwandfrei. «Ich habe eine Bruchlandung beobachtet», erzählt Tierarzt Dr. Martin Wehrle. Dem Bartgeier ist dabei glücklicherweise nichts passiert. Vor drei Wochen hat er die ersten Flugversuche unternommen, in den letzten Tagen wurden die Flugbewegungen immer besser.

Seine Kollegen auf Melchsee-Frutt Alois und Cierzo fliegen schon seit zwei Monaten, das Goldauer Bartgeier-Weibchen ist also eine Spätfliegerin. Doch inzwischen durchquert der junge Geier die ganze Anlage sehr geschickt.

Zucht statt Auswilderung

In den letzten Jahren wurden die jungen Bartgeier aus dem Natur- und Tierpark Goldau ausgewildert. Dieses Jahr entschied die Vulture Conservation Foundation, welche die Wiederansiedlung im Alpenraum koordiniert, den wertvollen Vogel aus dem Tierpark für die Zucht einzusetzen. Voraussichtlich wird der Junggeier den Park im Herbst verlassen und in Polen im Zoo Plock als Zuchtvogel für künftige Wiederansiedlungen sorgen.

Die von der Stiftung Pro Bartgeier durchgeführte Auswilderung der Bartgeier auf Melchsee-Frutt ist gut auf Kurs. Die zwei Vögel Alois und Cierzo, die aus der spanischen Zuchtstation Guadalentin kommen und frisches Blut in die Schweizer Population bringen, entwickeln sich bestens. Wie der gleichaltrige Vogel im Tierpark sind auch die beiden ausgewilderten Bartgeier im Moment daran, ihre Flugkünste zu perfektionieren und schon bald werden Sie den Auswilderungsstandort verlassen. Mit etwas Glück lassen sich die Vögel jetzt aber noch bei einer Wanderung auf der Melchsee-Frutt beobachten.

Quelle: Text Natur- und Tierpark Goldau, 10. August 2016

Der Natur- und Tierpark Goldau wurde 1925 gegründet. Er beherbergt auf 42 Hektaren über 100 Tierarten. Als wissenschaftlich geführter Tierpark setzt er sich für die Aufzucht und Wiederansiedelung der vom Aussterben bedrohten Tierarten ein. Der Tierpark Goldau beschäftigt 63 Vollzeit-Mitarbeitende und während der Saison bis zu 156 Personen. Er ist seit 2005 als gemeinnütziges Unternehmen ZEWO-zertifiziert. Das Gütesiegel zeichnet vertrauenswürdige Institutionen aus. Es steht für einen zweckbestimmten und effizienten Einsatz der finanziellen Mittel.

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