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Neue Tsunami-Szenarien für indonesisches Frühwarnsystem 2015
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Tsunami: Deutsches Warnsystem in Indonesien
Neue Tsunami-Szenarien für indonesisches Frühwarnsystem

Das schwere Erdbeben und die meterhohen Tsunamiwellen in Chile vor wenigen Tagen haben ein weiteres Mal gezeigt, wie wichtig ein präzises Frühwarnsystem ist. Auch Indonesien ist von Tsunamis bedroht. Im Warnfall war bislang kein detaillierter Blick auf einzelne Küstenabschnitte möglich. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts helfen, in einer internationalen Kooperation diese Lücke zu schliessen.

Das indonesische Frühwarnsystem wurde nach dem verheerenden Tsunami 2004 von einem Team deutscher Wissenschaftler unter Leitung des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) entwickelt und installiert. Hierbei sollten zunächst die besonders gefährdeten und dicht besiedelten Küsten von Sumatra, Java und Bali entlang des Sundagrabens abgedeckt werden.

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Am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) wurde dafür der Simulationscode TsunAWI entwickelt und eine Datenbank von 4'400 detaillierten Szenarien für mögliche Beben mit Magnituden von 7,2 bis 9,0 im Sundagraben erstellt. Sobald eine Erdbebenmessung vorliegt, kann innerhalb weniger Sekunden abgeschätzt werden, welche Wellenhöhen an den Küsten zu erwarten sind. Ausserdem eignen sich die Szenarien zur Vorbereitung, denn sie enthalten auch eine Simulation der Überflutung.

Viele Küsten im Nordosten Indonesiens sind ebenfalls von Tsunami bedroht. Im Warnfall wird bisher auf eine sehr schnelle, einfache Echtzeit-Simulation zurückgegriffen, die die Warnlevel gut abschätzt. Allerdings ist diese Simulation viel gröber und erlaubt zum Beispiel keinen detaillierten Blick auf einzelne Küstenabschnitte oder die mögliche Überflutung.

Diese Lücke wird nun in einer Kooperation indonesischer und deutscher Wissenschaftler mit australischer Unterstützung geschlossen. Die Australian-Indonesian Facility for Disaster Reduction (australisch-indonesische Einrichtung zur Katastrophenminderung) hat das Projekt initiiert und stellt in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ein Linux-Cluster mit 212 Rechenkernen für die Simulationen bereit. Das Cluster besteht aus drei verbundenen Rechnern mit je vier Intel Xeon 18Kern-Prozessoren und hat damit die 50–100fache Rechenleistung eines typischen Arbeitsplatz-PCs. Während in der Vergangenheit die Szenarien und die Warnprodukte von der Tsunami-Modellierungsgruppe am AWI erstellt wurden, übernehmen nun die indonesischen Wissenschaftler am Frühwarnzentrum in Jakarta diese Aufgabe. Dafür werden sie in sechs gemeinsamen Workshops geschult.

Das australische Aussenministerium finanziert das Projekt "Strengthening the Decision Support System of the Indonesian Tsunami Early Warning System" (Stärkung des entscheidungsunterstützenden Systems des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems) mit ca. 120'000 € von Mai 2015 bis März 2016.

Quelle: Text Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) AWI, September 2015
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Das deutsche Konzept zur Einrichtung eines Tsunami-Frühwarnzentrums
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