Geomorphologie - Hydrologie
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Geomorphologie Hydrologie
Flussmäander in Sohlentälern
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Flussmorphologie
Gestaltung der Landschaften durch Fliessgewässer
Flussmäander
In Flussabschnitten mit wenig Gefälle (Mulden- oder Sohlentäler) lässt die Tiefenerosion nach. Die Stelle mitder grössten Fliessgeschwindigkeit liegt in der Flussmitte wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche, weil an dieser Stelle die Reibung am geringsten ist.

Da der Flusslauf selten geradlinig ist, beginnt der Stromstrich ( = Linie mit der grösster Strömungsgeschwindigkeit) allmählich von einem Ufer zu anderen zu pendeln. Trifft der Stromstrich bei einer Kurve des Flusses auf das Flussufer, so setzt eine seitwärts gerichtete Erosion (= Seitenerosion) ein. Das Flussufer wird an diesem sogenannten Prallhang abgetragen (= Erosion). Der Stromstrich wird an das gegenüberliegende Ufer gelenkt, wo ein neuer Prallhang entsteht. Weichere Uferpartien werden dabei unterspült. Der Fluss beginnt zu mäandrieren, d.h. Flussschleifen (= Mäander) entstehen.

Der dem Prallhang gegenüber liegende Uferabschnitt heisst Gleithang. Am Gleithang ist die Strömungsgeschwindigkeit gering. Manchmal setzt dort bei geringen Wassermengen sogar eine gegenläufige Fliessrichtung ein. Am Gleithang lagert der Fluss Geröll, Sand und Schwebestoffe ab (= Akkumulation). Der Gleithang wächst so in den Fluss hinaus. Es bilden sich Kies- und Sandbänke.

Durch die Mäander (Flussschleifen, welche nach dem stark mäandrierenden türkischen Fluss Mendres (ehemals Mäander) benannt werden. Schleifebildende Flüsse verlängern Flusslauf. Das Flussgefälle sinkt. Bei Hochwasser treten diese Flüsse häufig über die Ufer und nähren so eine artenreiche Auenlandschaft. Bei Mäandern sind Erosion und Akkumulation im Gleichgewicht.

Im letzten und vorletzten Jahrhundert wurden viele mäandrierende Flüsse begradigt.

Die Flussbegradigungen erwiesen sich für die Menschen für viele Jahrzehnte als segensreich. Sie konnten durch die Korrektionsbauwerke viel zusätzliches Landwirtschafts- und Bauland gewinnen. Weite Landstriche wurden vor den verheerenden Überschwemmungen und der Mückenplage befreit. In den Flüssen entstanden Flusskraftwerke zur Gewinnung von elektrischer Energie, welche die Industriealisierung förderte.

Erst allmählich wurden auch die negativen Folgen der Begradigungen sichtbar. Durch die grössere Fliessgeschwindigkeit erhöhte sich die Tiefenerosion. Der Grundwasserspiegel sank.

Der Klimawandel führte in den letzten Jahrzehnten zu immer stärkeren Starkniederschlägen. Die Flüsse konnten die Wassermassen nicht mehr wegbefördern. Siedlungsräume, welche sich bis an die Flussufer ausgedehnt hatten, wurden immer häufiger überschwemmt. Ein Umdenken setzte ein. Heute werden die Dämme entlang der begradigten Flussläufen wieder stellenweise aufgebrochen. Der Mensch schafft mit viel Kapital und Maschinenkraft neue Auenlandschaften, welche bei Hochwasser als Auffang- und Ausgleichsbecken dienen.

In Flussbetten von Flüssen mit geringem Gefälle, welche schwankenden Wasserständen unterworfen sind, spielen sich vergleichbare hydrodynamische Prozesse ab wie in den Wattflächen von Meeren mit grossem Tidenhub (siehe Wattenmeer an der Nordseeküste) .

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Abtragung und Ablagerung Grimselgebiet: Rotlaui und Spreitgraben

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