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Grossraubtiere in der Schweiz
Bestand der Grossraubtiere in der Schweiz 2012 2012
Grundsätze der Verbände zur Grossraubtierpolitik 2012
Grossraubtiere Herdenschutz-Projekte
Bewegung «Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere»
Wirtschaftlichkeit der Schafsömmerung bei Anpassung an die 2019
Grossraubtiersituation auf Schafalpen in den Kantonen Uri und Wallis

Viele «moderne» Menschen lieben einen grosszügig gestalteten Wohnraum und die angenehmen Seiten der Mobilität. Gleichzeitig möchten sie die Freizeit in einer naturbelassenen Umgebung geniessen. Die Verkehr- und die Siedlungsentwicklung sowie die sich wandelnden Freizeitgewohnheiten usw. gefährden die Naturräume. Die Behörden mit raumplanerischen Massnahmen Naturschutzgebiete aus, worin sich Pflanzen und Tiere möglichst ungestört entwickeln können. Naturschutz- und Wirtschaftsinteressen geraten immer wieder in Konflikt zueinander.

Zu einer naturbelassenen, ursprünglichen Landschaft gehören Grossraubtiere. Grossraubtiere wie der Bär, der Wolf oder der Luchs beanspruchen grössere Lebensräume als in den eher kleinparzellierten Naturschutzgebieten vorhanden sind. Die Grossraubtiere dringen in Gebiete vor, welche Menschen bisher für ihre wirtschaftlichen Interessen genutzt haben.

Die gesetzlichen Vorgaben haben es dem Wolf ermöglicht, sich mit Unterstützungen der Behörden vor allem im Alpenraum auszubreiten. Der Alpenraum ist eine Region, welche mehrheitlich von der Forst- und Berglandwirtschaft, vom Tourismus, von der Wasserkraft und teilweise noch der Armee lebt. Die Bauwirtschaft und das Gewerbe ziehen ihren Nutzen aus der Entwicklung im Tourismus. Der Tourismus hat ebenfalls von den Investitionen der Energieunternehmen und der Armee sowie den Aktivitäten in der alpinen Forst- und Landwirtschaft profitiert.

Das Marketing der Tourismusvertreter propagiert eine Alpenwelt, in welcher Kühe in den blumenübersäten Alpenwiesen vor dem Hintergrund einer grandiosen Schnee- und Eislandschaft grasen. Die alpine Idylle aus dem Touristenprospekt ist in Gefahr. Die Bewahrer der alpinen Kulturlandschaft, die Bergbauern, geraten trotz staatlicher Unterstützung immer mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Milchwirtschaft und die Kleinviehhaltung wirft in unserem tiefpreisorientierten «Marktumfeld» immer geringere Erträge ab, für welche sich für die Bergbauern die beschwerliche Arbeit auf den Alpweiden nicht mehr lohnt.

Die Ausbreitung der Wolfspopulation im Alpenraum stellt vor allem die Besitzer der Schafherden vor eine grosse Herausforderung. Die Schafhaltung ist für viele Bergbauern ein wichtiger Faktor beim jährlichen Erwerbseinkommen.

Im Jahr 2014 waren allein im Kanton Graubünden 54'292 Schafe und 6'245 Ziegen in den Alpentälern unterwegs. In den Bergregionen weiden schweizweit jeden Sommer 400'000 Kühe, Rinder und Kälber, 210'000 Schafe sowie Pferde, Ziegen, Lamas und weitere Wiederkäuer (stand 2013). Das Gras der Alpen wird so zur Erzeugung von Milch, Käse und Fleisch genutzt.

Die Alpweiden verganden, wenn sie von den Bauern nicht mehr bewirtschaftet werden.

Wo die Bergbauern ihr Vieh- und Kleinvieh nicht mehr weiden lassen oder auf einen Grasschnitt verzichten, wachsen sehr schnell Büsche auf dem ehemaligen Kulturland. Im Urserntal breitet sich vor allem die Grünerle explosionsartig aus, 2,5 Mal so schnell wie der Wald im schweizerischen Alpenraum. Die mit Grünerlen besetzte Fläche hat allein in den letzten zehn Jahren um einen Viertel zugenommen. Der eigentlich in Bachgräben und Lawinenstrichen beheimatete Busch dominiert inzwischen die Nordhänge. Die Grünerle ist invasiv. Schafe verhindern die Verbuschung der Alpweiden. Aus der Verbuschung weiter Flächen in der Alpenregion zieht niemand einen Nutzen, weder die Tier- und Pflanzenwelt noch die Wirtschaft.

Die Bergkantone sind auf den Tourismus angewiesen. Der Tourismus profitiert von Berglandwirtschaft. Der Sommertourismus gewinnt für den Alpenraum in den Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Die Berglandwirtschaft kann in der heutigen Form nur überleben, wenn ihnen der Staat und eine breite Öffentlichkeit eine genügend grosse Unterstützung gewähren. Die Erhaltung und Pflege der alpinen Erholungs-, Natur- und Kulturlandschaft hat ihren Preis.

Die Grossraubtierpolitik verfolgt die Absicht, in einem konsensorientierten Prozess Lösungen zu erarbeiten, welche die Einzelinteressen der beteiligten Parteien möglichst gut berücksichtigt. Konsensorientierte Lösungen erfordern ein gegenseitiges Verständnis und manchmal auch die Aufgbabe von Prinzipien. Befürworter und Gegner der Wiederansiedlung von Grossraubtieren in der Schweiz bringen Argumente in die Diskussion, welche isoliert betrachtet nachvollziehbar und sinnvoll sind. Die Aufgabe der Grossraubtierpolitik ist es, diese Argumente zu begutachten, zu gewichten, zu verknüpfen, die Folgen aufzuzeigen und Richtlinien zu erlassen, welche in betroffenen Regionen zu einer nachhaltigen Entwicklung von Naturschutz und Wirtschaft führen.

Text: RAOnline
Der Wolf ist in der Schweiz geschützt, doch die Kantone können für einzelne Wölfe, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten, eine Abschussbewilligung erteilen. Das Ziel ist die Vermeidung von weiteren Schäden.

Die Schadenschwelle liegt bei Gebieten, in dem der Wolf das erste Mal auftritt (Nichtpräsenzgebiet Wolf) bei 25 gerissenen Nutztieren in einem Monat oder 35 Nutztieren in vier Monaten. Weil der Wolf im Gebiet Gurtnellen und Wassen westlich der Reuss erstmals auftrat, werden somit alle Risse gezählt. In den Folgejahren werden die Risse nur noch gezählt, wenn alle zumutbaren Schutzmassnahmen ergriffen werden oder die Tiere auf den Alpen nicht mit zumutbaren Massnahmen geschützt werden können.

Quelle: Kanton Uri

Wald erobert den Alpenraum
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