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Tropische Wirbelstürme Taifune
Zyklon Nargis Myanmar 03.05.2008
Myanmar Ein Jahr nach "Nargis" 2009
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Zyklon Nargis (Myanmar)
3. Mai 2008
Wo? Was?
Nach dem Durchgang des verheerenden Zyklons «Nargis» in Myanmar ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der lokalen Behörden bis auf über 3000 gestiegen.
Externe Links
INDIA METEOROLOGICAL DEP.
WMO's Severe Weather Information Centre

"Nargis" war vom Golf von Bengalen aufgezogen und im Irrawaddy-Delta aufs Land getroffen. Die Böen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern. Tausende Gebäude wurden zerstört, unzählige Bäume entwurzelt und Stromleitungen zerrissen.

In Burma sind nach Angaben der Militärregierung vermutlich mehr als 15 000 Menschen durch den Wirbelsturm "Nargis" getötet worden. Zudem gibt es laut den Vereinten Nationen mehrere hunderttausend Obdachlose.

Schwierige Verhältnisse im Ayeyarwady (Irawadi)-Delta

Die Flussdeltas der grossen südostasiatischen Flüsse wie Ganges, Irawadi (= Ayeyarwady oder Irrawaddy), Mekong, usw. zeigen Gemeinsamkeiten:

Die Deltaregionen sind weite, flache und von vielen Flussarmen durchzogenen Schwemmlandflächen, welche nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen.

Sie liegen in den möglichen Zugbahnen von tropischen Zyklonen, welche die Regionen mit einer Flutwelle überziehen können.

Sie sind "Kornkammern", in welchen bedeutende landwirtschaftliche Erträge für die entsprechenden Staaten erwirtschaftet werden.

Die Infrastruktur mit Brücken, Verbindungsstrassen, Hochwasserschutzanlagen, Telekommunikationsanlagen usw. ist bescheiden ausgebaut.

Die Regionen sind dicht besiedelt und werden von armen Bevölkerungsschichten bewohnt, welche mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig sind. Die Leute sind aus existentieller Not bereit, mit den lebensbedrohenden Naturrisiken zu leben.

Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung für die Lebensmittelversorgung werden die Gebiete von den jeweiligen Regierungen nur ungenügend betreut. Der Katastrophenschutz ist nur unzureichend ausgebaut und zudem meist schlecht organisiert. Ein Katastrophenwarnsystem fehlt weitgehend.

Myanmar (Burma) ist im Gegensatz etwa zu Bangladesh oder Indien (Monsun in Indien) kein demokratisch strukturiertes Staatsgebilde. In Myanmar (Burma) herrscht eine Militärregierung, welche mit diktatorischer Gewalt versucht, ihre eigenen Macht- und Reichtumsansprüche durchzusetzen. Ausländische Hilfe wird oft als Einmischung in die innenpolitischen Angelegenheiten des Landes verstanden.

Rasche Soforthilfe wie sie im Falle der katastrophalen Auswirkungen des Tropensturms "Nargis" nötig gewesen wäre, wird von von den Exponenten der Militärregierung mit bürokratischen Hemmnissen behindert. Katastrophenhelfer (selbst jene von UNO-Organisationen) benötigen ein Einreisevisum. Die Regierung wünscht Geld und keine logistische Unterstützung mit ausländischem Gerät und externen Helfern. Die Angst der alten Garde der Armeegeneräle ist gross, dass sich mit der ausländischen Hilfe auch die Keime von Menschenrechtsansprüchen (Menschenrechtserklärung) im Land ausbreiten könnten. Mit Menschenrechten tut sich die Militärjunta sehr schwer.

Nachtrag
14. Mai 2008 Die Militärregierung hat einzelne Hilfsflüge bewilligt. Einer beschränkten Anzahl ausländischer Hilfspersonen wurde ein Einreisevisum gewährt. Die Regierung besteht allerdings weiterhin darauf, die Hilfslieferungen mit eigenem Personal den Hilfesuchenden zu verteilen. Die wenigen ausländischen Beobachter beschreiben die unsägliche Not der Menschen, welche in der von der Katastrophe heimgesuchten Region festsitzen. Wenige Strassen ins Deltagebiet sind inzwischen freigeräumt. Die UNO spricht von bis zu 100'00 Todesopfern. Andere Quellen schätzen, dass die Zahl der Opfer höher ist. Die Regierung gibt 35'000 Tote und gegen 25'000 vermisste Menschen an. Der Monsun hat in Myanmar rund zwei Wochen früher als üblich eingesetzt.
17. Mai 2008 Die Militärregierung gibt die Anzahl der Opfer mit 78 000 und die Zahl der Vermisten mit 52 000 an.

Das World Food Program WFP hat Hilfsgüter bereitsgestellt. Die UNO-Helfer dürfen jedoch nicht ins Land. Die Militärregierung betrachtet die UNO nicht als befreundete Organsisation. Ihre Vertreter wurden vor einiger Zeit des Landes verwiesen. äusserungen zu den Menschenrechten betrachten die Generäle als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.

Politiker von UNO-Staaten denken laut über eine Militärintervention nach. Diese Meinungsäusserungen werden allerdings als Drohgebärden gewertet, denn die Militärjunta hat sich noch nie von Worten oder Drohungen beeindrucken lassen. China und Indien, welche auf die militärische Unterstützungen von Myanmar bei innerstaatlichen Problemen rechnen dürfen, halten ihre "schützenden Hände" über Regierung der Generäle. Bedeutende Rohstoffvorkommen sind ebenfalls ein wichtige Trümpfe der Machthaber von Myanmar.

Monsun Windsystem in Südostasien
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Erdbeben in Myanmar 2016

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Weitere Informationen
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Überschwemmungen in Bangladesch
Myanmar Ein Jahr nach "Nargis" 2009
Bilder aus aller Welt
Schweizer Hilfswerke
RAOnline EDU
Myanmar - Burma: Bilder
Erdbeobachtungssatelliten
Externe Links
Asterweb
MODIS Rapid Response System
MODIS Near-Real-Time Subsets
NASA Earthobservatory
NASA Visible Earth
Internationale Satellitenüberwachung zur Katastrophenvorsorge und - überwachung
Externe Links
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
International Charter "Space and Major Disasters"
SERTIT, remote sensing and image processing service
UNOSat
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