Armut
Armut in der Schweiz
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Armut Schweiz
Glossar für die Sozialstatistik
EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC)
Gesellschaft, Gesundheit & Soziales
Sozialstaat Schweiz
Glossar für die Sozialstatistik
Äquivalenz- einkommen (Einkommen pro Äquivalenzperson) Damit Haushalte verschiedener Grösse untereinander vergleichbar sind, werden die Einnahmen und Ausgaben pro Äquivalenzperson bzw. für einen Ein-Personen-Haushalt ausgewiesen. Die Umrechnung geschieht mithilfe einer Äquivalenzskala, welche die Tatsache berücksichtigt, dass jede zusätzliche Person in einem gemeinsamen Haushalt nicht dieselben Zusatzkosten verursacht wie die erste Person.
Armut (Einkommensarmut) Finanzielle Armut kann nach zwei geläufigen Ansätzen definiert werden: dem absoluten und dem relativen Ansatz. In beiden Konzepten wird jeweils ausschliesslich die Einkommenssituation betrachtet, ohne allfällige Vermögenswerte (Einkommensarmut).
Personen ab 65 Jahren können zusätzlich zum Einkommen häufiger noch auf Vermögen zurückgreifen als die übrigen Altersgruppen.
Armut
(Relative Armut)
Das Konzept der relativen Armut orientiert sich an der Verteilung von Wohlstand in der Gesamtbevölkerung.
Die gängigsten relativen Armutsgrenzen liegen bei 50 % oder 60 % des mittleren verfügbaren Äquivalenzeinkommens
der gesamten Bevölkerung. (BFS 2016)
Armutsquote Die Armutsquote basiert auf einer «absoluten» Grenze: Als arm gelten demnach Personen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Dieser Definitionsansatz bezieht sich auf das soziale Existenzminimum. Damit bildet die Armutsquote eine Grundlage für die Evaluation der Sozialpolitik. Die verwendete Armutsgrenze leitet sich von den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) ab. Sie setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf für den Lebensunterhalt, den individuellen Wohnkosten sowie monatlich 100 Franken pro Person ab 16 Jahren im Haushalt für weitere Auslagen. (BFS 2016)
Armuts-gefährdungsquote Die Armutsgefährdungsquote basiert auf einer «relativen» Grenze: Als armutsgefährdet gelten Personen mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen, das deutlich unter dem üblichen Einkommensniveau in dem betreffenden Land liegt. Armut wird somit als eine Form der Ungleichheit betrachtet. Vereinbarungsgemäss setzt die Europäische Union die Armutsgefährdungsgrenze bei 60 Prozent des medianen verfügbaren Äquivalenzeinkommens an.(BFS 2016)
Bruttoinlandprodukt (BIP) Das BIP ist die Summe aller durch Produktion von Waren und Dienstleistungen erzielten Wertschöpfungen. Es basiert auf dem Inlandkonzept, d.h. umfasst alle auf dem Gebiet der Schweiz produzierten Güter, unabhängig vom Wohnort bzw. Firmensitz. Das BIP wird berechnet nach dem Produktionsansatz, indem vom Gesamtwert der produzierten Waren und Dienstleistungen die Vorleistungen, also der Wert vor der Produktion, abgezogen werden. Weiter müssen die indirekten Steuern (Mehrwertsteuer) und die Nettoeinfuhrabgaben dazugezählt werden. Alternativ lässt sich das BIP nach dem Verwendungsansatz darstellen, d.h. als Summe aller Ausgabenkomponenten (Konsum, Investitionen, Exporte minus Importe) bei der Verwendung der Einkommen durch die privaten und öffentlichen Haushalte sowie die Unternehmen.
Bruttoeinkommen Das Bruttohaushaltseinkommen fasst alle Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Privathaushalts zusammen (Einkommen aus unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, Renten und Sozialtransfers, Vermögenserträge usw.). Um den finanziellen Vorteilen bei selbst genutztem Wohneigentum oder Mietobjekten, deren Mietzinsen unter dem marktüblichen Preis liegen, Rechnung zu tragen, wird bei den in der Schweiz veröffentlichten Indikatoren zum Bruttoeinkommen der betreffenden Haushalte eine «fiktive Miete» addiert. Die fiktive Miete entspricht dem Nutzungswert des Objekts nach Abzug der effektiven Wohnkosten. Sie wird bei europäischen Vergleichen zum verfügbaren Äquivalenzeinkommen nicht berücksichtigt. Die fiktive Miete wird nicht in allen Ländern berechnet.
Einkommens- ungleichheit Die Einkommensungleichheit wird anhand der gebräuchlichsten Ungleichheitsmasse, des Quintilverhältnisses S80/S20 und des Gini-Koeffizienten.
Erwerbstätige im Haushalt Als Erwerbstätige gelten hier alle Personen ab 18 Jahren, die gemäss ihrer eigenen Einschätzung während des Kalenderjahres vor dem Interview (= Referenzperiode der Einkommen in SILC) mehrheitlich, d.h. in mehr als der Hälfte aller Monate, angestellt oder selbstständig erwerbend waren. Dabei werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Tätigkeiten berücksichtigt.
Erwerbsstatus Als Erwerbstätige gelten hier alle Personen ab 18 Jahren, die während des Kalenderjahres vor dem Interview (= Referenzperiode der Einkommen in SILC) mehrheitlich, d.h. in mehr als der Hälfte aller Monate, angestellt oder selbstständig erwerbend waren.
Dezile Dezile teilen ein der Grösse nach geordnetes Datenbündel in 10 gleich grosse Teile. In der Regel werden im Rahmen dieser Studie nicht die Dezilgrenzen, sondern die Mittelwerte der Dezile dargestellt - also für das 1. Dezil der Mittelwert aus den 10% ärmsten Haushalten.
Gini-Koeffizient Mass für die Ungleichverteilung von bspw. Einkommen zwischen Wirtschaftssubjekten. Der Gini-Koeffizient bewegt sich zwischen 0 und 1. Ist er Null, so sind die Einkommen völlig gleich verteilt, d.h. jeder und jede erhält dasselbe Einkommen.

Je grösser der Gini- Koeffizient ist, desto ungleicher ist die Verteilung der Einkommen (je geringer der Gini-Koeffizient, desto höher die Einkommensgleichheit).

Der Gini-Koeffizient basiert auf dem Konzept der Lorenzkurve und entspricht dem Verhältnis der Fläche zwischen der Diagonalen und der Lorenzkurve zur gesamten Fläche unterhalb der Diagonalen (Dreiecksfläche). Verfügen alle Personen über gleich hohe Einkommen, so fällt die Lorenzkurve mit der Diagonalen zusammen und es ergibt sich ein Gini-Koeffizient von 0. Verfügt eine Person über das gesamte Einkommen, so verläuft die Lorenzkurve entlang der beiden Achsen und der Gini-Koeffizient beträgt 1.

verfügbares Haushaltseinkommen Das verfügbare Haushaltseinkommen wird berechnet, indem man vom Bruttohaushaltseinkommen die obligatorischen Ausgaben, d.h. Sozialversicherungsbeiträge, Steuern, Krankenkassenprämien für die Grundversicherung, Alimente und andere zu leistende Unterhaltsbeiträge abzieht.
Das Bruttohaushaltseinkommen fasst alle Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Privathaushalts zusammen (Einkommen aus unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, Renten und Sozialtransfers, Vermögenserträge usw.). Im Einkommen nicht berücksichtigt sind hingegen allfällige Vermögensbestände.
Haushalte im Erwerbsprozess / Erwerbshaushalte Haushalte im Erwerbsprozess sind Haushalte, dessen Referenzperson folgenden Erwerbsstatus aufweist: Selbständigerwerbender, Landwirt, Unselbständigerwerbender, Hausfrau/Hausmann oder Arbeitslos.
Haushaltskonzept Bei der Messung der Ungleichheit (Gini-Koeffizient und Theil-Index) stellt sich die Frage, wie die demographischen Haushaltsmerkmale berücksichtigt werden sollen. Beim Haushaltskonzept wird lediglich das Haushaltseinkommen mit Hilfe der Äquivalenzskala umgerechnet, um diese miteinander vergleichen zu können. Beim Personenkonzept wird zusätzlich die Gewichtung an die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen angepasst.
Haushaltsquote der Sozialhilfe Die Haushaltsquote misst den Anteil an Haushalten mit mindestens einer Sozialhilfe beziehenden
Person an allen Haushalten in der Wohnbevölkerung des Vorjahres. Ein Haushalt kann neben einer
Unterstützungseinheit (Sozialhilfefall) auch noch weitere nicht unterstützte Personen oder noch
weitere Unterstützungseinheiten enthalten.
Kinder Kinder sind laut nationalem und internationalem Recht definiert als Personen, die ihre Volljährigkeit noch nicht erreicht haben - für die Schweiz also alle jungen Menschen unter 18 Jahren. Die Fragen
zur kinderspezifischen materiellen Entbehrung betreffen jedoch nur Kinder von 1 bis 15 Jahren.
Kurzfristig frei verfügbares Einkommen Verfügbares Einkommen abzüglich Ausgaben für die Miete, Hypothekarzinsen und Nebenkosten der Erstwohnung, der 3. Säule an Versicherungen, Prämienzahlungen für Versicherungen, Übertragungen an Haushalte (dies sind Unterstützung anderer Haushalte, aber auch Schenkungen, usw.) und übrigen Steuern (dies sind Militärpflichtersatz, Hundesteuer, usw.).
Lorenzkurve Das Konzept der Lorenzkurve setzt die relativen kumulierten
Häufigkeiten der Bevölkerung zu den nach Grösse geordneten,
relativen kumulierten Häufigkeiten ihrer Einkommen
in Beziehung. Damit können Aussagen darüber gemacht
werden, welcher Anteil der Bevölkerung über welchen Anteil
am Gesamteinkommen verfügt. Es gilt: Je ungleicher die
Verteilung ist, desto weiter liegt die Lorenzkurve von der
Diagonalen (Gleichverteilung) entfernt.
Materielle Entbehrung Die erhebliche materielle Entbehrung wird beschrieben als finanziell bedingter Mangel von mindestens vier von neun Elementen aus den nachfolgend geschilderten Kategorien. Diese europaweit koordinierten neun Kategorien von Entbehrungen betreffen folgende Bereiche: in der Lage sein, unerwartete Ausgaben in der Höhe jenes Betrages zu tätigen, der 1/12 der Armutsgefährdungsschwelle (bei 60%) für Einpersonenhaushalte entspricht (in der Schweiz: 2000 Franken); in der Lage sein, eine Woche Ferien pro Jahr weg von zu Hause zu finanzieren; keine Zahlungsrückstände (Hypothekenraten oder Miete, laufende Rechnungen, Ratenzahlungen für Mietkauf oder andere Darlehensrückzahlungen); in der Lage sein, jeden zweiten Tag eine fleisch- oder fischhaltige Mahlzeit (oder vegetarische Entsprechung) zu haben; in der Lage sein, die Wohnung ausreichend zu heizen; im Besitz einer Waschmaschine sein; im Besitz eines Farbfernsehers sein; im Besitz eines Telefons sein; im Besitz eines Autos sein.(BFS 2014)
Materielle Entbehrung der Kinder

Materielle Entbehrung ist definiert als der Nichtbesitz von
Gebrauchsgütern bzw. das Fehlen elementarer Lebensgrundlagen aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen. Um die Versorgungslage der Kinder adäquat zu messen, wurden 18 Bereichebetrachtet, die grösstenteils im SILC-Modul «Materielle Deprivation» erhoben wurden:

Fragen an alle Haushalte:
• In allen Wohnräumen für eine angemessene Temperatur sorgen können
• Ein Auto für private Zwecke im Haushalt
• Ein Computer für private Zwecke im Haushalt
• Abgenützte Möbel wenn nötig ersetzen können
• Keine Zahlungsrückstände Fragen, die speziell für Kinder zwischen 1 und 15 Jahren erhoben wurden:
• Jedes Jahr mindestens eine Woche Ferien weg von zu Hause
• Ab und zu neue Kleider
• Mindestens 2 Paar passende Schuhe, davon eines für schlechtes Wetter geeignet
• Mindestens einmal täglich Obst und Gemüse
• Mindestens einmal täglich eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder vegetarischer Entsprechung
• Altersgerechte Bücher im Haus
• Mindestens ein Sport- oder Freizeitgerät für draussen (z.B. Velo, Trottinett, Rollerblades)
• Mindestens ein altersgerechtes Spielzeug für drinnen (z.B. Brettspiele, Bauklötze, Puppen)
• Regelmässige kostenpflichtige Freizeitbeschäftigung (z.B. Sport, Musikunterricht, Jugendverein)
• Feiern von besonderen Anlässen (z.B. Geburts- oder Namenstag)
• Ab und zu Freunde daheim oder auswärts zum Spielen und Essen einladen
• Teilnahme an Schulausflügen und -veranstaltungen, die Geld kosten (nur Schulkinder)
• Angemessener Platz zum Lernen zu Hause (nur Schulkinder)
Die Fragen wurden von einer Person für den gesamten Haushalt resp. für alle Kinder zwischen 1 und 15 Jahren im Haushalt beantwortet. Wenn für ein Kind ein Mangel aus finanziellen Gründen besteht, werden alle Kinder im Haushalt in diesem Bereich als materiell entbehrt eingestuft.(BFS 2016)

Median Der Median gibt das Zentrum der in aufsteigender Reihenfolge klassierten Einkommen wieder. Für die Hälfte der Haushalte liegt ihr Einkommen unterhalb des Medianeinkommen und für die andere Hälfte darüber. Im Gegensatz zum Mittwelwert ist der Median stabil in Bezug auf Extremwerte (extrem hohe oder tiefe Werte).
Mittelwert Der Mittelwert, oder auch arithmetisches Mittel, gibt zum Beispiel die durchschnittliche Einkommens und Ausgabenhöhe wieder.
Personenkonzept Bei der Messung der Ungleichheit (Gini-Koeffizient und Theil-Index) stellt sich die Frage, wie die demographischen Haushaltsmerkmale berücksichtigt werden sollen. Beim Haushaltskonzept wird lediglich das Haushaltseinkommen mit Hilfe der Äquivalenzskala umgerechnet, um diese miteinander vergleichen zu können. Beim Personenkonzept wird noch zusätzlich die Gewichtung an die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen angepasst.
Quintilverhältnis Das Quintilverhältnis S80/S20 vergleicht den Einkommensanteil der reichsten 20% der Bevölkerung mit jenem der ärmsten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt. Da die Bewertung der Ungleichheit beim Quintilverhältnis auf den beiden äusseren 20% der Einkommensverteilung beruht, wird es üblicherweise um weitere Ungleichheitsmasse ergänzt, die die gesamte Verteilung berücksichtigen (z.B. Gini-Koeffizient).
Quartil Quartile teilen ein der Grösse nach geordnetes Datenbündel in 4 gleich grosse Teile. In der Regel werden im Rahmen dieser Studie nicht die Quartilsgrenzen sondern die Mittelwerte der Quartile dargestellt - also für das 1. Quartil der Mittelwert aus den 25% ärmsten Haushalten.
Referenzperson Die Referenzperson ist dasjenige Haushaltsmitglied, das am meisten zum Gesamteinkommen des Haushalts beiträgt. Die Haushalte werden nach den verschiedenen Personenmerkmalen der Referenzperson eingeteilt, wie z.B. nach Alter, Geschlecht und sozio-ökonomischem Status..
Rentnerhaushalte Die Haushalte werden nach Massgabe des Erwerbsstatus der Referenzperson definiert. Die Referenzperson gilt dann als Rentner, wenn sie 65 Jahre oder älter oder Frührentner/IV-Bezüger ist.
SILC Die Erhebung SILC (Statistics on Income and Living Conditions) ist eine europaweit koordinierte Erhebung, die jedes Jahr in über 30 Ländern durchgeführt wird. Ziel der Erhebung ist die Untersuchung der Einkommensverteilung, der Armut, der sozialen Ausgrenzung und derLebensbedingungen anhand von europaweit vergleichbaren Indikatoren. In der Schweiz basiert die Erhebung auf einer Stichprobe von rund 7'000 Haushalten mit etwas über 17 000 Personen, die miteinem Zufallsverfahren aus dem Stichprobenrahmen für Personen- und Haushaltserhebungen (SRPH) des BFS gezogen werden. Grundgesamtheit ist die ständige Wohnbevölkerung in Privathaushalten (inkl. Personen ohne ständigen Wohnsitz, die in einem Haushalt mit mindestens einer ständig wohnhaften Person leben).
Im Mehrjahrestakt rotierende thematische Vertiefungsmodule erlauben die Erfassung von zusätzlichen, im jährlichen Fragebogen nicht enthaltenen Informationen. (BFS 2016)
S80/S20 Verhältnis des gesamten Einkommens der reichsten 20 Prozent zu jenem der ärmsten 20 Prozent in einem Land
Sozialhilfequote Der wichtigste Indikator der Sozialhilfestatistik ist die Sozialhilfequote. Diese misst den Anteil der Personen mit mindestens einem Sozialhilfebezug im Jahr an der ständigen Wohnbevölkerung gemäss der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) am 31. Dezember des Vorjahres.
Theil-Index Mass für die Ungleichverteilung von bspw. Einkommen zwischen Wirtschaftssubjekten. Der Theil-Index bewegt sich zwischen 0 (völlige Gleichverteilung) und log(n) (maximale Ungleichverteilung), wobei n für die Anzahl Beobachtungen steht.
Verfügbares Einkommen Gesamtes Bruttoeinkommen abzüglich der Ausgaben für AHV/IV/EO-, Arbeitslosenversicherungs-, Unfallversicherungs-, obligatorische und überobligatorische Pensionskassenbeiträge, Krankenkassengrundversicherungsprämien, andere Lohnabzüge, direkte Bundessteuer, kantonale, kommunale und andere Steuern, sowie Quellen- und Liegenschaftssteuern des eigenen Erstwohnsitzes.
Wachstumsbeitrag Der Begriff Wachstumsbeitrag soll hier am Beispiel des verfügbaren Einkommens erläutert werden. Das verfügbare Einkommen setzt sich aus Einkommens- und Ausgabenkomponenten zusammen, die im Zeitverlauf zu- oder abnehmen. Der Wachstumsbeitrag ist die gewichtete prozentuale Zunahme der jeweiligen Einkommensund Ausgabenkomponenten am verfügbaren Einkommen.
Quellen: Text OECD, Bundesamt für Statistik BFS, Ecoplan

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EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC)
Armutsgefährdungsquote Die Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen, deren gesamtes Haushaltseinkommen (nach Sozialleistungen, Steuern und sonstigen Abzügen), das für Ausgaben und Sparen zur Verfügung steht, unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, welche auf 60% des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens nach Sozialleistungen festgelegt ist.

Dieser Indikator misst nicht den Wohlstand oder die absolute Armut, sondern einim Vergleich zu anderen Personen im gleichen Landniedriges Einkommen.

Die Schwelle ist abhängig von der Einkommensverteilung in einem Land bezogen auf ein bestimmtes Jahr und unterscheidet sich je nach Haushaltszusammensetzung. Deshalb ist zu beachten, dass die Armutsgefährdungsquote eine relative Messgrösse von Einkommensarmut darstellt und dass sich die Armutsschwelle deutlich zwischen den EU-Mitgliedstaaten unterscheidet.

Armutsgefährdete Personen Personen, die armutsgefährdet sind, sind diejenigen, die in einem Haushalt mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle leben, welche auf 60% des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens (nach Sozialleistungen) festgelegt ist. Das Äquivalenzeinkommen wird berechnet, indem das Gesamteinkommen des Haushalts durch seine, durch Anwendung folgender Gewichte, bestimmte Grösse geteilt wird: 1,0 auf den ersten Erwachsenen, 0,5 auf die übrigen Haushaltsmitglieder ab 14 Jahren und 0,3 auf jedes Haushaltsmitglied unter 14 Jahren.
Personen mit erheblicher materieller Deprivation Personen, die unter erheblicher materieller Deprivation leiden, leben unter Bedingungen, die durch fehlende Mittel eingeschränkt sind, und sind von mindestens 4 der folgenden 9 Deprivationskategorien betroffen:

Sie sind nicht in der Lage ...

1) die Miete/Hypothek oder Rechnungen für Versorgungsleistungen pünktlich zu bezahlen,

2) die Wohnung angemessen zu beheizen, 3) unerwartete Ausgaben zu tätigen,

4) jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder ein Proteinäquivalent zu essen,

5) eine einwöchige Urlaubsreise zu machen,

sich ...

6) ein Auto,

7) eine Waschmaschine,

8) einen Farbfernseher oder

9) ein Telefon (einschl. Mobiltelefon) leisten zu können.

Personen in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit Personen, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit leben, sind diejenigen im Alter von 0-59 Jahren, die in Haushalten leben, in denen die Erwachsenen (18-59 Jahre) im vorhergehenden Jahr insgesamt weniger als 20% ihres Erwerbspotentials ausgeschöpft hatten. Studenten sind nicht miteinbezogen.
Referenzbevölkerung Zur Referenzbevölkerung gehören alle privaten Haushalte und ihre derzeitigen Mitglieder, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Gebiet dieses Mitgliedstaats ansässig sind. In Gemeinschaftshaushalten und in Institutionen lebende Personen sowie kleine, entlegene Teile des Gebiets eines Landes, auf die nicht mehr als 2% seiner Gesamtbevölkerung entfallen, sind generell aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen.
Quelle: Text Eurostat Statistisches Amt der Europäischen Union, 10. Juli 2018

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