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Historisches Streichwehr in der Reuss
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Honeggerwehr: Wasser für Textilfabrikationsbetriebe

Ein Streichwehr ist ein annähernd parallel zum Flussufer angelegter Wall, welcher häufig aus aufgeschüttetem Gesteinsmaterial besteht. Wenn das Streichwehr für die Energieproduktion und nicht ausschliesslich für den Erosionsschutz erbaut wurde, leitet ein Streichwehrkanal das Flusswasser durch eine regulierbare Wehranlage in den Oberwasserkanal eines Fabrikationsbetriebs. Beim Beginn des Streichwehrs wurde häufig quer zur Flussrichtung des Flusswasser eine überströmbare Schwelle ins Flussbett eingelassen. Bei normalen Wasserverhältnissen sorgte diese Schwelle dafür, dass immer genügend Wasser für die Energieproduktion abgezweigt wurde. Bei Hochwasser wurde sowohl die eingelassene Schwelle wie auch das Streichwehr überströmt.

In der Fabrik wird die Wasserkraft genutzt, um mit einem Wasserrad mechanische Energie zum Antrieb von Maschinen zu erzeugen. Das zur Energienutzung verwendet Wasser wird unterhalb der Fabrik in einen Unterwasserkanal eingeleitet, welcher weiter flussabwärts in den ursprünglichen Flusslauf mündet.

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Honeggerwehr
Bleicherei und Färberei «zur Auw» (Bleiche) auf der Au in Bremgarten (das Gebiet innerhalb der Bremgarter Reussschleife), welche der Wittwe Katharina Honegger gehörten, wurde bereits 1695/97 urkundlich erwähnt. In einer Bleicherei wurden Textilien gebleicht, d.h. unerwünschte Farbstoffe aus ihnen entfernt. Die Anlage der Wittwe Honegger bestand aus Gebäuden, in welchen Textilien gefärbt, gewalkt und gebleicht wurden. In die Anlage waren zwei Walkmühlen mit unterschlächtigen Wasserrädern am Reussufer integriert.

In einer Walkmühle wurden die Textilien durch Holzhämmer gestaucht, geklopft und verdichtet. Diese Textilveredelung vollbrachten in noch früheren Zeiten Menschen mit ihren Füssen.

1838 wurde reussabwärts eine mechanische Baumwollspinnerei mit einem Wasserwerk errichtet. Ein in der Reuss mit Steinen aufgeschüttetes Streichwehr leitete das Flusswasser vorerst der Bleicherei zu, wo es ein unterschlächtiges Wasserrad und daran angeschlossen sechs Hämmer sowie eine Mange antrieb. Das in der Bleiche benutzte Wasser wurdein den Oberwasserkanal der Baumwollspinnerei geleitet.Die Spinnerei besass zusätzlich einen direkten Zufluss aus der Reuss.

Der Bleichebetrieb wurde kurz vor 1876 eingestellt.

1881 wurde das Wasserrecht der Bleiche offiziell aufgehoben und der Spinnerei zugeschlagen.

In den 1940er Jahren wurden die Gebäude vom Fabrikanten Joseph Honegger verkauft.

1993 wurde das Bleichegebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. In der Umgebung wird heute ein kleiner Campingplatz betrieben.

Die von den Überresten des Honeggerwehrs erzeugten Wellen dienen heute Freizeitsportlern (Surfern und Kanuten) als Trainingsstrecke.

Text: RAOnline
Quelle: Denkmalpflege des Kantons Aargau, https://www.ag.ch/denkmalpflege
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