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PISA 2012: Kantonale Leistungsberichte - Aargau

Aargau: Mathematikkompetenz im Fokus von PISA 2012

Bei PISA 2012 standen die Mathematikkompetenzen im Zentrum. Die Tests haben gezeigt, dass sich die Aargauer Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe im interkantonalen Vergleich in Mathematik und Naturwissenschaften im Mittelfeld bewegen. Im Lesen hingegen weisen sie einen leichten Leistungsrückstand auf. Diese Ergebnisse liegen unter den Erwartungen des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS).

Elf Kantone haben sich mit einer Zusatzstichprobe an der PISA-Erhebung 2012 beteiligt: die deutschsprachigen Kantone Aargau, Solothurn, St. Gallen, sämtliche französischsprachige Kantone, die zweisprachigen Kantone Wallis und Bern sowie der Kanton Tessin. Wie in jeder PISA-Erhebung wurde auch in dieser Durchführung ein Kompetenzbereich vertieft getestet: Dieses Mal die Mathematikkompetenz. Rund 900 Aargauer Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe nahmen an dieser kantonalen PISA-Erhebung teil.
Aargauer Mathematikleistungen im schweizerischen Mittelfeld

In der Mathematik liegt der Kanton Aargau wie in den Vorjahren mit seinen PISA-Leistungen im schweizerischen Mittelfeld. Diese durchschnittlichen Leistungen sind als gut zu bewerten, da sich die Schweiz im internationalen Vergleich auf einem hohen Kompetenzniveau bewegt. In den Naturwissenschaften konnte der Kanton Aargau seine Spitzenposition der letzten PISA-Studie nicht halten und schneidet neu im schweizerischen Mittelfeld ab, wobei sich die Schweiz auch in diesem Bereich im internationalen Vergleich auf einem hohen Leistungsniveau bewegt. Im Lesen sank das Leistungsniveau ebenfalls etwas. Der Kanton Aargau liegt jetzt knapp unter dem schweizerischen Durchschnitt. Allerdings ist der Leistungsrückstand als gering einzustufen. Im Lesen liegt die Schweiz wie in der Mathematik und in den Naturwissenschaften über dem Durchschnitt der an PISA beteiligten Länder.

Breites Leistungsspektrum in Mathematik

14 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen am Ende der Volksschule in der Mathematik ein Kompetenzniveau, das für einen reibungslosen Übertritt in weiterführende Schulen nicht ausreicht. Diese Risikogruppe ist seit 2003 relativ stabil. Auf der anderen Seite der Leistungsskala liegen die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler. Sie erreichen die beiden obersten Kompetenzniveaus. Allerdings sank der Anteil leistungsstarker Schülerinnen und Schüler von 27 Prozent im Jahr 2003 auf 20 Prozent in der jetzigen Auswertung. In dieser Gruppe kann ein Geschlechtereffekt nachgewiesen werden: 23 Prozent aller Knaben und nur 18 Prozent aller Schülerinnen sind in dieser Gruppe vertreten. Betrachtet man hingegen die Schülerinnen und Schüler sämtlicher Kompetenzniveaus, gibt es keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Dies obwohl PISA wiederholt gezeigt hat, dass die Schülerinnen tendenziell eine grössere Angst und eine geringere Motivation in Mathematik aufweisen.
PISA-Ergebnisse unter den Erwartungen

Zwar liegen die Ergebnisse des Kantons Aargau bei dieser PISA-Erhebung mehrheitlich im Schweizer bzw. Deutschschweizer Durchschnitt. Der sich nun im langjährigen Vergleich abzeichnende Trend liegt jedoch klar unter den Erwartungen.

PISA ist eine Standortbestimmung der Kompetenzen am Ende der Volksschule und liefert keine Aussagen zu den Ursachen für die erbrachten Leistungen. Aufgrund der im Schweizerischen Vergleich relativ kleinen Stichprobe des Kantons Aargau ist nicht auszuschliessen, dass das PISA-Ergebnis 2012 ein statistischer Ausreisser sein könnte. Ebenfalls zu berücksichtigen gilt es, dass in der Volksschule Aargau in den vergangenen Jahren einige Neuerungen (u.a. obligatorischer Kindergarten mit neuem Stichtag, Zusatzlektionen für sozial erheblich belastete Gemeinden, Assistenzpersonen für Real- und Sekundarschulen, Heilpädagogische Unterstützung auch am Kindergarten) eingeführt wurden, die für die Umsetzung Zeit brauchen und auch Zeit, bis diese Auswirkungen in der 9. Klasse sichtbar werden.
Schwerpunkt liegt auf Qualitätsentwicklung im Unterricht

Das Departement BKS wird die Entwicklung der Leistungen im Rahmen der Checks und Aufgabensammlung aufmerksam weiterverfolgen. Insbesondere wird es der Volksschule Aargau, die aufgrund zahlreicher Neuerungen in den letzten Jahren tiefgreifende Herausforderungen zu bewältigen hatte, Ruhe für die benötigte Konsolidierung einräumen. Die Strukturen der Aargauer Volksschule sind nun gebaut. Deshalb will das Departement BKS jetzt gemeinsam mit den Schulen den Fokus auf die Schulqualität legen.

Zur Schulqualität gehört insbesondere die Sprachförderung. Da sich schwache Leseleistungen in allen Fächern bemerkbar machen, haben die Lehrpersonen aller Fächer dem Deutsch besonderes Gewicht beizumessen. Zudem gilt es, den Blick im Unterricht sowohl auf die lernschwachen als auch noch mehr auf die leistungsstarken Schülerinnen und Schülern zu legen. Ebenfalls ist dem Schulabsentismus vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Der Umgang mit Schulabsentismus gehört zu den zahlreichen qualitativen schulischen Herausforderungen, die von Schulleitungen, Lehrpersonen oder Schulpflegen angegangen werden müssen.

Ein erster Meinungsaustausch zwischen dem Departement BKS und den Verbänden über Ursachen der PISA-Ergebnisse sowie über mögliche Handlungsansätze fand bereits statt.

Alle kantonalen Berichte sind auf folgender Website der EDK abrufbar: www.pisa2012.ch

Quelle: Text Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport, September 2014
PISA 2012: Porträt des Kantons Aargau
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Quelle: Kanton Aargau
PISA 2012: Porträt des Kantons Aargau

September 2014

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