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5. IPCC-Bericht zum globalen Klimawandel
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5. IPCC-Bericht zum globalen Klimawandel 2013 - 2014

(Veröffentlichung: 13. April 2014) IPCC 5th Assessment Report - AR5 - Working Group III: "Climate change 2014: Mitigation of Climate Change"

Bericht der IPCC-AG III: Minderung des Klimawandels

Energiewende ist Schlüssel für mehr Klimaschutz

Weltklimarat legt Bericht zur Treibhausgas-Minderung vor

Der neue Bericht des Weltklimarats IPCC stellt klar: Die international vereinbarte Obergrenze von maximal 2°C kann mit ambitionierter Klimapolitik noch eingehalten werden. Die Wissenschaftler zeigen Optionen auf, wie dies erreicht werden kann. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sehen den zentralen Schlüssel für mehr Klimaschutz in einem grundlegenden Umbau der Energieversorgung. Nötig sei eine globale Energiewende mit erneuerbaren Energien, Energie- und Ressourceneffizienz. Hierzu lieferten Forschung und Entwicklung die notwendigen Baupläne.

Der IPCC hat in Berlin seinen dritten Teilbericht vorgelegt. Demnach würde eine weitere Verzögerung von anspruchsvollen Klimaschutzmassnahmen die Zahl der technologischen Optionen empfindlich reduzieren und die Kosten des Klimaschutzes erheblich erhöhen.

Bundesumweltministerin Hendricks: "Wir müssen jetzt alles daran setzen, im Klimaschutz beherzt voran zu gehen. Deutschland kann dabei eine wichtige Rolle spielen, wenn wir der Welt am praktischen Beispiel zeigen, dass Klimaschutz in einem Industrieland funktioniert. Auf nationaler Ebene wollen wir nun in allen Bereichen nach den effizientesten Lösungen für den Klimaschutz suchen, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Auf internationaler Ebene ist es wichtig, dass in diesem und nächsten Jahr die Weichen für ein verbindliches,
weltweites Abkommen für die Zeit nach 2020 gestellt werden. Europa muss hier die Führung übernehmen. Darum wollen wir so schnell wie möglich ein EU-weites Klimaziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 festlegen. Der Bericht des Weltklimarats zeigt, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienz zentrale Bausteine für mehr Klimaschutz sind. Darum brauchen wir auch eigene Ziele für diese beiden Bereiche.“

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bis 2020 soll die Minderung mindestens 40 Prozent betragen.

Bundesforschungsministerin Wanka: "Der Bericht der IPCC-Wissenschaftler zeigt: Die Klimaforschung und die Forschung für die Energiewende müssen mit Hochdruck fortgeführt werden.“ Seit dem letzten IPCC-Bericht 2007 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Klimaforschung massiv verstärkt, vor allem mit seinem Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA). Allein im Jahr 2013 hat das BMBF 750 Millionen Euro in Klima- und Energieforschung investiert. Priorität haben dabei Projekte zur Vermeidung von CO2, beispielsweise bei Speichertechnologien wie Wärmespeichern und Batterien, Materialforschung oder der Nutzung von CO2 als Rohstoff. Zugleich entwickelt das BMBF nationale und internationale Strategien zur Anpassung an Folgen des Klimawandels. "Wir übernehmen Verantwortung insbesondere in den Regionen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind“, sagte Wanka. So werden in Kooperation mit zehn westafrikanischen und fünf südafrikanischen Ländern Kompetenzzentren zu Klimawandel und Landnutzung in Afrika aufgebaut. Das BMBF richtet sein Augenmerk auch auf noch offene Forschungsfragen, etwa die Wolkenverteilung und Kohlenstoffspeicherung im Ozean. "Wo noch Wissenslücken bestehen, werden wir die Forschung vorantreiben“, so die Bundesforschungsministerin.

Der Bericht ist der letzte von drei Teilbänden des 5. IPCC-Sachstandsberichtes. Der Teilbericht zeigt Handlungsoptionen zur Minderung von Treibhausgasemissionen auf. An ihm wirkten hunderte von Wissenschaftlern mit, auch 16 Experten aus Deutschland waren daran beteiligt. Nach Schweden und Japan war Deutschland erstmals Gastgeber des IPCC-Treffens, an dem rund 120 Staaten teilnahmen. Der erste Teilband beschäftigte sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, der zweite stellte die Folgen des Klimawandels, Verwundbarkeiten und Möglichkeiten der Anpassung dar. Der Zyklus des 5. IPCC-Sachstandsberichts schliesst mit dem übergreifenden Synthesebericht, der Ende Oktober 2014 in Kopenhagen verabschiedet wird.

Quellen: Text Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Bundesrepublik Deutschland, 13. April 2014
Die wichtigsten Erkenntnisse

Der Bericht IPCC-Arbeitsgruppe III hält u.a. fest:

Zusammenfassung

Trotz Klimaschutzanstrengungen sind die weltweiten Treibhausgas-Emissionen (THG) durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum mit zunehmender Geschwindigkeit angestiegen. Sie erreichten in dieser Dekade einen Höchststand.

Die Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze ist möglich. Damit verbunden ist ein tiefgreifender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Verzögerung weiterer globaler Massnahmen zum Klimaschutz erschwert zunehmend die Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze, reduziert die Handlungsmöglichkeiten und steigert die künftigen Klimaschutzkosten erheblich. Je weniger die Emissionen bis 2030 reduziert wurden, desto schneller müssen die Emissionen zwischen 2030 und 2050 sinken.

Klimaschutzmassnahmen im Energiesektor, der grössten Emissionsquelle von Treibhausgasen, müssten auf eine vollständige Dekarbonisierung zielen. Auf Verbraucherseite stehen Energieein-sparungen sowie der Einsatz kohlenstoffarmer Energieträger im Vordergrund. Weitere wichtige Minderungsoptionen bestehen in der Industrie, im Gebäude- und Transportbereich sowie in der Landnutzung. Eine klimafreundliche Stadtentwicklung sowie vorausschauende Infrastrukturmass-nahmen können zusätzlich Emissionen vermeiden. Durch Verhaltensänderungen können technologische und strukturelle Klimaschutzmassnahmen ergänzt werden.

Das Klima ist ein globales Allgemeingut, daher kann weltweiter Klimaschutz nur durch internatio-nale Kooperation erreicht werden. Ergänzende Politikmassnahmen bis hin zur lokalen Ebene spielen eine zentrale Rolle, um die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise zu befördern.

Beobachtete Treibhausgas- und CO2-Emissionen

- Die grössten Quellen der weltweiten Treibhausgas-Emissionen (THG) sind der Energiesektor (global 35% im Jahr 2010), vor allem in den einkommensstarken Ländern, sowie die Bereiche Land- und Forstwirtschaft und andere Landnutzungen (24%), vor allem in einkommensschwachen Ländern. Weitere wichtige Beiträge kommen aus den Sektoren Industrie, Transport und Gebäude (jeweils 21%, 14% und 6% im Jahr 2010).

- Den grössten Anteil an den weltweiten THG-Emissionen hat weiterhin Kohlendioxid (76%), gefolgt von Methan (16%), Lachgas (ca. 6%) und fluorierten Kohlenwasserstoffen (2%).

- 2010 erreichten die weltweiten jährlichen THG-Emissionen einen Höchststand von 49 Mrd. Tonnen CO2eq1, der jährliche Ausstoss ist seit 2000 um rund 10 Mrd. Tonnen CO2eq gestiegen. Im Vergleich mit vorherigen Dekaden sind die globalen THG-Emissionen zwischen 2000 und 2010 noch einmal deutlich angestiegen.

1 Der Ausdruck CO2eq steht für CO2-Äquivalente. Er berücksichtigt den Beitrag unterschiedlicher Treibhausgase zur globalen Erwärmung im Vergleich zu CO2.

- Der Emissionszuwachs ist vor allem auf die globale Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen. Die erreichten Emissionsminderungen, vor allem durch Verbesserungen bei der Energieintensität, wurden durch diesen Zuwachs übertroffen. Die CO2-Intensität der Energieerzeugung hat besonders aufgrund der verstärkten Kohleverstromung in der vergangenen Dekade erstmalig wieder zugenommen.

- 2010 waren lediglich 10 Länder für 70% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Der Grossteil des Emissionszuwachses in den vergangen 10 Jahren hat aufgrund von Verschiebungen der globalen Wirtschaftszentren in die Entwicklungs- und Schwellenländern stattgefunden. Die CO2-Emissionen dieser Länder entstehen bei der Herstellung von Produkten, die zum Teil in Industrieländern konsumiert werden.

- Die Pro-Kopf-Emissionen bleiben weltweit sehr unterschiedlich. In einkommensstarken Ländern sind sie im Durchschnitt fast zehnmal so gross wie in einkommensschwachen Ländern (durchschnittlich 13 Tonnen bzw. 1,4 Tonnen CO2eq pro Kopf und Jahr).

Mögliche globale Entwicklungspfade und Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze

- Die Zwei-Grad-Obergrenze kann noch eingehalten werden. Dies erfordert einen tiefgreifenden technologischen, wirtschaftlichen und institutionellen Wandel, wird jedoch bei weiterer Verzögerung immer schwieriger. Dies zeigen Szenarien, die mögliche technologische und politische Entwicklungen und ihren Einfluss auf das Klima abbilden. Für diesen Bericht hat der IPCC rund 900 Szenarien analysiert, in denen auch die Wirkung von Klimaschutzpolitik berücksichtigt wird.

- Um die Zwei-Grad-Obergrenze mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 66% einzuhalten, müsste die THG-Konzentration in der Atmosphäre bis zum Jahrhundertende bei rund 450 ppm CO2eq liegen2. Dabei ist eine kurzfristige Überschreitung dieses Konzentrationsniveaus möglich. In den meisten Szenarien des IPCC entspricht dies einer Menge von jährlich weltweiten THG-Emissionen zwischen 30 und 50 Mrd. Tonnen CO2eq im Jahr 2030. Im weiteren Verlauf bis 2050 müssten die Emissionen weltweit zwischen 40% und 70% unter das Niveau von 2010 gesenkt werden und bis Ende des Jahrhunderts bis nahezu null sinken.

- Eine Verzögerung intensiver Minderungsanstrengungen bis zum Jahr 2030 erschwert die Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze, reduziert die Handlungsmöglichkeiten und steigert die Klimaschutzkosten erheblich. Bei Emissionen deutlich über 50 Mrd. Tonnen CO2eq im Jahr 2030 würden die nachfolgenden Minderungsraten pro Jahr im Mittel bei 6% statt 3% liegen. Die Transformation des Energiesystems würde ökonomisch ineffizienter ausgestaltet und wäre aufgrund der wachsenden Abhängigkeit von Massnahmen zur Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre mit zusätzlichen Kosten und weiteren Risiken belegt.

- Bei international koordinierten Klimaschutzanstrengungen mit ambitionierteren Minderungszielen steigen die wirtschaftlichen Einbussen vergleichsweise moderat. Für eine Zwei-Grad-kompatible Entwicklung verringert sich in diesem Jahrhundert der jährliche Konsumzuwachs um 0,04 bis 0,14% gegenüber einer Entwicklung ohne Klimaschutzpolitiken. In diese Berechnungen sind weder Zusatznutzen noch vermiedene Kosten durch Anpassungsmassnahmen oder Schäden des Klimawandels einbezogen.

- Die freiwilligen THG-Reduktionsziele für 2020 der weltweit grössten Emittenten im Rahmen der Vereinbarung unter der Klimarahmenkonvention UNFCCC von 2010 in Cancun (Cancun pledges) sind für eine wirtschaftlich effiziente und kostengünstige Einhaltung der Zwei-Grad-Obergrenze nicht ausreichend.

2 Das Kürzel "ppm“ bedeutet parts per million, also "Teil pro Millionen Teile“.

Massnahmen auf Sektorenebene

- Die Szenarien zeigen, dass sich die Emissionen im Energiesektor ohne Klimaschutzmassnahmen bis 2050 verdoppeln, wenn nicht verdreifachen könnten. Dabei steigt der Energiebedarf bis 2050 der End-Verbrauchsektoren Verkehr, Gebäude um etwa die Hälfte und bleibt unverändert im Industriebereich.

- Die vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung, die Reduktion des Endenergieverbrauchs und der Wechsel hin zu kohlenstoffarmen Kraftstoffen stellen übergreifende Vermeidungsansätze im Energiesystem dar. Dazu müssten die CO2-Emissionen aus dem Energiesektor bis um die Mitte des Jahrhunderts (2040 bis 2070) um 90% gegenüber 2010 gesunken sein und auch danach weiter sinken. Ausserdem ist damit eine Erhöhung der Energieeffizienz verbunden, flankiert durch Verhaltensänderungen. Solche sektorübergreifenden Vermeidungsansätze werden im Vergleich zu sektoralen oder technologiespezifischen Ansätzen grundsätzlich als kosteneffizienter und wirkungsvoller in Bezug auf Emissionsreduktionen eingeschätzt.

- Erneuerbare Energieträger haben sich hinsichtlich Leistung und Wirtschaftlichkeit substanziell weiterentwickelt und sind für die zukünftige kohlenstoffarme Energieversorgung unverzichtbar. Der Ersatz von Kohlekraftwerken durch moderne Gaskraftwerke oder die Kraft-Wärme-Kopplung können zudem kurzfristig THG-Emissionen vermindern. Bioenergie kann eine zentrale Rolle bei der Minderung von THG-Emissionen einnehmen, wenn eine effektive globale Landnutzungsplanung die Umwandlung von kohlenstoffreichen Ökosystemen verhindert und weltweit klimafreundliche, nachhaltige Land- und Forstwirtschaftsmethoden zur Anwendung kommen. Hinsichtlich der Nebenwirkungen und Risiken besteht ein hohes Mass an Unsicherheit.

- CO2-Emissionen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft und andere Landnutzungen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. In diesem Bereich bestehen weiterhin kosteneffiziente Emissionsminderungsoptionen. Dazu zählen unter anderem die Drosselung von Entwaldung und nachhaltige Landnutzung. Darüber hinaus könnten veränderte Ernährungsgewohnheiten einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der THG-Emissionen haben.

- Um bei einer verzögerten Klimaschutzpolitik ambitionierte Klimaziele noch erreichen zu können, müsste der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen werden. Dies könnte durch grossskalige Aufforstung oder durch Kombination von Bioenergie mit CO2- Abscheidung und -Speicherung geschehen. Generell gilt, dass solche und andere Massnahmen noch nicht einsatzbereit und/oder mit unterschiedlichen Nebenwirkungen und Risiken behaftet sind.

- Im Verkehrssektor können bis zum Jahr 2050 bis zu 20 bis 50% der Emissionen im Vergleich zu einem Business-as-usual Szenario vermieden werden. Die Steigerung der Energieeffizienz von Fahrzeugen oder die Einführung von kohlenstoffarmen Treibstoffen, Änderungen des Nutzungsverhaltens und eine nachhaltige Infrastruktur- und Städteplanung sind Beispiele für erfolgreiche Minderungsstrategien.

- Im Gebäudebereich kann durch Nutzung fortschrittlicher Technologien, der energetischen Sanierung des Bestands und Einführung von Energieeffizienzstandards für Neubauten der Endenergieverbrauch bis 2050 stabilisiert bzw. gesenkt werden.

- Im Industriesektor kann durch verbreiteten Einsatz der besten bereits heute verfügbaren Technologien die Energieintensität um ein Viertel gegenüber dem aktuellen Niveau gesenkt werden. Durch technologische Entwicklungen zur Verbesserung der Energieeffizienz sind Reduktionen um weitere 20% möglich. Absolute Emissionsreduktionen erfordern neben der Steigerung der Energieeffizienz auch Massnahmen zur Erhöhung der Emissionsintensität, der Materialeffizienz und der Produktnutzungsintensität sowie die Verringerung der Produktnachfrage und die Substitution von klimawirksamen Gasen.

- Verstädterung und die damit einhergehenden Emissionssteigerungen ist ein weltweit zu beobachtender Trend. Deswegen können in den kommenden beiden Dekaden THG-Emissionen aus städtischen Siedlungsflächen reduziert und Lock-in Effekte bei der Errichtung neuer Infrastrukturen vermieden werden. Die schnell wachsenden urbanen Räume ohne verfestigte Infrastrukturen bergen die grössten THG-Vermeidungspotenziale; deren Umsetzung ist allerdings wegen der dort herrschenden technischen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie institutionellen Kompetenzen häufig beschränkt.

Politische Rahmenbedingungen, Massnahmen und Institutionen

- Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise erfordert neue Investitionsmuster. Dies beinhaltet eine deutliche Zunahme von Investitionen in kohlenstoffarme Technologien – insbesondere in der Stromversorgung – und in Energieeffizienzmassnahmen. Investitionen in konventionelle, fossile Energieträger würden zurückgehen. Durch den Abbau öffentlicher Subventionen fossiler Brennstoffe sind neben Emissionsreduktionen zusätzliche Einsparungen sozialer Kosten zu erwarten.

- Der Privatsektor spielt eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung von Klimaschutzmassnahmen. Es gilt entsprechende Rahmenbedingungen und spezifische Anreizstrukturen zu etablieren.

- Technologiefreundliche Politikmassnahmen umfassen die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie Anreize für die Nachfrage nach innovativen Produkten und Dienstleistungen. So können Marktversagen in Bezug auf Innovationen verhindert und die Entwicklung neuer Technologien und ihre Verbreitungbefördert werden. Im Bereich erneuerbarer Energietechnologien haben solche Politiken zu substanzieller Innovation und Marktdurchdringung geführt. Dabei ergeben sich neue Herausforderungen für die wirtschaftliche Effizienz dieser Massnahmen sowie für die Integration erneuerbarer Energien in bestehende Energiesysteme.

- Eine Entkopplung der THG-Emissionen von wirtschaftlicher Entwicklung konnten jene Länder erreichen, die zusätzlich zu Technologie- und anderen Politikmassnahmen Kohlenstoffabgaben oder Steuern auf fossile Energien eingeführt haben. Für den Erfolg von Emissionshandelssystemen ist es notwendig, ausreichend hohe Preise für Emissionszertifikate zu erreichen, um Anreize für einen Wechsel zu kohlenstoffarmen Energieträgern zu bieten.

- Die Beachtung der Wechselwirkungen von Klimaschutzmassnahmen mit anderen Politikfeldern hat zu neuen, integrativen Ansätzen geführt, die umweltpolitische Mehrfachziele stärker berücksichtigen, Synergien maximieren und nachteilige Wirkungen minimieren. Wechselwirkungen können dazu führen, dass sich Einzelmassnahmen gegenseitig verstärken aber auch gegenseitig schwächen können. Kohlenstoffabgaben lassen sich leichter mit anderen Massnahmen kombinieren. Der Emissionshandel beeinträchtigt die Wirkung anderer Massnahmen, es sei denn, die Anzahl der zulässigen Zertifikate wird flexibel angepasst.

- Internationale Kooperation ist notwendig für wirksamen und kostengünstigen Klimaschutz und kann eine konstruktive Rolle bei der Entwicklung und Verbreitung von Wissens- und umweltfreundlichen Technologien spielen. Effektive Emissionsminderungen sind nicht möglich, wenn Staaten ihre Einzelinteressen verfolgen.

Quellen: Text Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Bundesrepublik Deutschland, 13. April 2014
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