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Wallis Gefährdeter Schutzwald im Aletschgebiet 2020
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Der Wald als Schutzwald

Gefährdeter Schutzwald im Aletschgebiet

Langfristige Strategie zur Waldverjüngung wird weitergeführt

Fehlende Waldverjüngung, der Klimawandel und jüngst der Borkenkäfer setzen dem Schutzwald im Aletschgebiet zu. Der Kanton Wallis informierte am Donnerstag Vertreter aus Gemeinden, Tourismus, Naturschutz und die Waldeigentümer über die aktuelle Situation und die weiteren Massnahmen.

Trotz des starken Borkenkäferbefalls ist die Schutzwirkung im Aletschwald kurzfristig nicht gefährdet. Die langfristige Strategie der Waldpflege und der Jagd wird beibehalten. Die Gefährdungslage wird weiter überwacht.

Die Wälder an den Südhängen oberhalb der Dörfer von Lax, Fiesch und Fieschertal schützen die Dörfer und dortige Infrastruktur vor Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Erosionen. Deren Schutzfunktion ist in Gefahr. So zum Beispiel der Griewald oberhalb von Fiesch, welcher aktuell unter starkem Borkenkäferbefall leidet. Die seit 2017 aktive Borkenkäferbekämpfungsstrategie durch die Entnahme der befallenen Bäume im Aletschgebiet, musste im Juli 2020 geändert werden.

Der Borkenkäfer-Befall hat in dieser Region ein Ausmass erreicht, dass die Bekämpfung mittels Fällen und Entnahme der Bäume nicht mehr verantwortet werden kann. Die toten Bäume haben stehend oder liegend im Wald eine bessere Schutzwirkung als aus dem Wald entfernt.

Die kantonalen Dienststellen für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL) und für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) haben im September 2020 Vertreter aus Gemeinden, Tourismus, Naturschutz und die Waldeigentümer über die aktuelle Situation und die weiteren Schritte im Aletschgebiet und im Speziellen im Griewald informiert.

Experten schätzen, dass die Schutzfunktion des Griewaldes sicher noch für 10 bis 20 Jahre erhalten bleibt. Damit die Schutzfunktion längerfristig garantiert ist, muss der Wald mit einer möglichst breiten Palette klimafitter Baumarten verjüngt werden. Verbissschäden von Wildtieren verhinderten in den letzten Jahren örtlich das genügende Aufkommen der Waldverjüngung.

Der Klimawandel führt zudem zu häufigeren Trockenperioden, heftigen Stürmen und vermehrten Borkenkäferbefällen. Das schwächt den Wald weiter. Die eingeleiteten intensiven Bemühungen der letzten Jahre in der Waldpflege und der Wildtierregulierung waren erfolgsversprechend. Der jetzige Borkenkäferbefall verschlechtert die Situation jedoch momentan wieder. Die kantonalen Behörden sind trotzdem überzeugt, dass die langfristige Strategie der letzten Jahre, trotz des derzeitigen Borkenkäferbefalls, der richtige Weg in die Zukunft bleibt.

Die DWFL hat seit 2018 die Mittel für die Verjüngung des Waldes nochmals um 25% erhöht. Dadurch soll sich der Wald schneller an den Klimawandel anpassen können. Im Forstrevier Aletsch werden jährlich auf 75 Hektaren der Schutzwald gepflegt und Wald-Wild-Massnahmen ausgeführt. Der Borkenkäferbefall wird weiter überwacht, ebenso die Gefahrensituation für die Bevölkerung und die Infrastruktur. Sollte der Wald seine Schutzfunktion nicht mehr wahrnehmen können, können die Gemeinden, mit finanzieller Unterstützung durch Bund und Kanton, rechtzeitig Schutzbauten planen und deren Erstellung in die Wege leiten, so dass für Bevölkerung und Infrastruktur das Risiko vor Naturgefahren reduziert und der Schutz sichergestellt werden kann.

Die DJFW trägt zudem mit einer starken Rothirschbejagung seit einigen Jahren zur Verbesserung der Wald-Wild-Situation in der gesamten Region Goms-Aletsch (Bitsch-Oberwald) bei. Durch den erhöhten Jagddruck auf die weiblichen Tiere, der Öffnung von kantonalen und eidgenössischen Jagdbanngebieten (Schwerpunktbejagung) und der Durchführung von Nachjagden (Intervalljagd) konnte der Rothirschbestand reduziert werden. Die diesjährige Öffnung der Forststrassen in der Region Goms-Aletsch für die Jäger(innen) soll ebenfalls zur Regulation des Rothirschs beitragen.

Im Rahmen des neuen 5-Jahresbeschlusses (2021-2025) werden zudem neue Methoden diskutiert, um die Effizienz der Rothirschregulierung während der Hochjagd zu optimieren. Die DJFW rechnet damit, dass der im Rahmen der Wald-Wild-Kommission vereinbarte Zielbestand in der Region zwischen Bitsch und Oberwald bis Ende 2021 erreicht wird und so dem Lebensraum angepasst ist. Sollte dem so sein, wird in den Folgejahren der Rothirschbestand stabil gehalten und kontrolliert, wie sich die angewandte Reduktionsmassnahme auf die Verjüngungssituation der Schutzwälder auswirkt.

Um den Austausch zwischen den involvierten Parteien zu stärken, soll möglichst rasch ein nächstes Treffen der Wald-Wildkommission organisiert werden. Dabei soll vor allem die gegenseitige Information über die Situation und Entwicklung im Griewald sowie in den umliegenden Schutzwäldern im Vordergrund stehen. Die Aufrechterhaltung der Schutzwälder ist komplex und bedingt einer guten Zusammenarbeit aller involvierten Akteure. Alle Parteien sind bestrebt, die Schutzfunktion der Wälder im Aletschgebiet so gut wie möglich zu erhalten.

Quelle: Text Kanton Wallis Dienststellen für Wald, Flussbau und Landschaft und für Jagd, Fischerei und Wildtiere, 11. September 2020
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