Umwelt Schweiz: Raumplanung und Landschaften
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Umwelt Schweiz Raumplanung
Landschaft im Visper- und Saastal 2014
Saastal Raumplanung ist mehr als Siedlungsentwicklung 2013
Vispertal Visualisierung einer Landschaft 2014 u. 2050
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Landschaft im Visper- und Saastal
Wie soll die Landschaft im Visper- und Saastal aussehen?
Die Erhaltung der Kulturlandschaft hat in der Bevölkerung des Visper- und Saastals, Kanton Wallis, einen hohen Stellenwert. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Die Bevölkerung wurde gefragt, welche Landschaft sie in der Zukunft bevorzugen würde

Die Raumplanung hat unter anderem zum Ziel, die erwünschte Entwicklung des Landes zu verwirklichen und die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser, Wald und die Landschaft zu schützen.

Dabei stellt sich die Frage, was eine erwünschte Entwicklung ist. Insbesondere da Abstimmungen auf nationaler Ebene den Handlungsspielraum der Raumplanung für Kantone und Gemeinden beeinflussen.

In diesem Kontext hat die Universität Göttingen in enger Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und der ETH Zürich im Rahmen des Forschungsprojekts Mountland eine Umfrage im Visper- und Saastal (Kt. Wallis) durchgeführt. Die Umfrage ging der Frage nach, welche zukünftige Landschaft die einheimischen Bewohnerinnen und Bewohner bevorzugen würden. Dazu verteilten die Forschenden zwischen August und Oktober 2013 an 600 repräsentative Haushalte in der Region Fragebögen.

Die Teilnehmenden der Befragung konnten dabei zwischen verschiedenen zukünftigen Zuständen der Landschaft auswählen (siehe Abbildung 1). Neben dem Landschaftsbild unterschieden sich diese verschiedenen Zustände in drei Bereichen: der Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe, der Fläche an artenreichen Trockenwiesen sowie der Anzahl von Naturgefahrenereignissen wie Steinschlag oder Lawinen. Insgesamt nahmen etwas mehr als 250 Haushalte an der Befragung teil.

Siedlungsentwicklung hat grössten Einfluss

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen: Den grössten Einfluss auf die Beurteilung des zukünftigen Landschaftsbildes hat die Siedlungsentwicklung. Bilder mit einer starken Ausdehnung der Ortschaften bewerten die Befragten klar negativ. Insgesamt möchte die Mehrheit die bestehende Kulturlandschaft erhalten. So lehnen es viele Befragte auch ab, wenn die Anzahl von Landwirtschaftsbetrieben stärker abnimmt als im Mittel der letzten Jahre. Skeptisch zeigen sich die Befragten, wenn sich der Wald vermehrt ausdehnt. Positiv beurteilen sie erwartungsgemäss, wenn der Schutz gegen Naturgefahren zunimmt und Trockenwiesen und Trockenweiden, die viele schützenswerte Arten beheimaten, sich ausdehnen. Die Befragten bevorzugen Landschaftsbilder mit mehr blühenden Pflanzen im bewachsenen Grünland. Solche Anblicke bieten vor allem extensiv genutzte Flächen. Absterbende Bäume, z.B. aufgrund von Dürreschäden in Talnähe, lehnten diejenigen Befragten ab, die viel Freizeit "in der Natur" verbringen.

Visualisierung Siedlungszustand Vispertal 2014 und 2015 (animiertes Panoramabild)

Mehr Siedlungen negativer bewertet als mehr Wald

Ein Ziel der Studie war es, die Wertschätzung der Einwohnerinnen und Einwohner für positive wie für negative Landschaftsveränderungen in Schweizer Franken auszudrücken. Mit den einzelnen Bildern waren daher Angaben zu den Steuerprozenten verknüpft, die es seitens der Bürgerinnen und Bürger bräuchte, um die abgebildete Landschaft zu erhalten. Die Befragten konnten so auch ökologisch gesehen positive Entwicklungen - wie beispielsweise eine Ausdehnung von Trockenwiesen - ablehnen, wenn ihnen deren Pflege und Erhaltung zu teuer erschien. Die Studie ergab, dass die Befragten im Mittel zusätzliche Siedlungen nur akzeptieren würden, wenn sie im Gegenzug deutlich weniger Steuern zu zahlen bräuchten. Hingegen wären sie durchaus bereit, Landwirte für eine extensivere Wiesennutzung zu entschädigen oder Massnahmen gegen die Zunahme des Waldes zu finanzieren.

Erhaltung der Kulturlandschaft lokal steuern

Zusammengefasst ergab die Befragung, dass die Erhaltung der Kulturlandschaft in der Bevölkerung des Visper- und Saastals einen hohen Stellenwert hat. Viele Menschen sind skeptisch, wenn sich Siedlungsgebiete und Wald weiter ausdehnen und die Landwirtschaft intensiviert wird. Die erwünschte Entwicklung vor Ort scheint sich daher nicht grundsätzlich von den übergeordneten, nationalen und kantonalen Zielen der Raumplanung zu unterscheiden. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie diese erwünschten Entwicklungen in den lokalen Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden können.

Die aus dieser Befragung gewonnenen Erkenntnisse dienen im weiteren Verlauf des Forschungsprojekts als Orientierungspunkt, um aufzuzeigen, wie sich die Bereitstellungen solcher erwünschten Entwicklungen der Landschaft in dieser Region besser steuern lassen.

Quelle: Text Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung, Juli 2014

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Das Saastal rüstet sich für die Zukunft Eidgenössische Forschungsanstalt WSL
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