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Kenia - Volksstämme

Ethien

Kenia ist die Heimat von rund 40 Volksgruppen (Ethnien). Die Bantus sind die grösste Ethnie. Zu den Bantus gehören mehr als 60% der Bevölkerungen. Weitere Ethnien in Kenia sind die Luo (Westniloten) und die Kalenjin (Ostniloten) sowie die bekannten Massai. Die Massai sind allerdings zahlenmässig eine sehr kleine Volksgruppe. Zu den Bantuvölkern gehören u.a. die Kikuyu, die Luhya und die Kamba. Weitere Volksstämme heissen El Molo, Turkana, Rendille usw.

Die Volksgruppen unterteilen sich wieder in Volksstämme, welche nicht immer friedlich miteinander zusammenleben können. Einige Stämme sind sesshafte Ackerbauern. Andere Stämme ziehen mehrheitlich als Nomaden mit ihren Viehherden umher. Vor allem aus ökonomischen Gründen kommt es daher oft zu Gebietskonflikten.

Die Volksstämme bestehen aus Clans, worin sich blutsverwandte Sippen (Grossfamilien) vereinigt haben. Auch zwischen Clans schwelen ab und zu Fehden. Die einzelnen Stämme und Clans pflegen teilweise unterschiedliche Bräuche und Rituale.

Es ist durchaus üblich, dass ein Mann mehrere Frauen anheiratet und auch mit allen Ehefrauen Kinder zeugt.

In einigen Stämmen ist es üblich, dass sich eine Sippe in zwei Gehöften verteilt. In einem Hof leben die ältere Frauen mit ihren Kindern. Der älteste Sohn übernimmt in dieser Siedlung die wichtige Aufgabe des "Familienoberhaupts". In einem anderen Hof lebt der Familienvater mit den jüngeren Frauen und ihren Kindern. Der jüngste Sohn der zuerst angeheirateten Frau lebt als Haupterbe auch in dieser Gemeinschaft.

Samburus - Die Nomaden im Samburu Wildpark

Der Samburu Wildpark ist nach einem der bedeutendsten Volksstämme in Kenia benannt. Die Trockensavanne wird vor allem von den nomadisierenden Samburus als karges Weidegebiet genutzt. Einer Insel gleich wurde mitten im Stammesgebiet ein grosses Tierreservat für den Tourismus ausgeschieden. Im Gebiet der Samburus wechseln weite, flache Savannen und buschbewachsene Gebirgszüge.

Das trockene Land eignet sich kaum für Ackerbau. Die Samburus halten sich in Stammesgruppen (Familienclans) Ziegen- und Rinderherden. Privatbesitz ist noch weitgehend unbekannt. Der Stamm als Familiengemeinschaft sorgt für das Wohlergehen seiner Mitglieder. Alte Stammestraditionen wie Viehraub, Initialriten für junge Krieger, Geister- und Ahnenbeschwörung sind verbreitet. Die Viehherden werden daher von speerbewaffneten Stammeskriegern bewacht.

Da die Weidewirtschaft wenig Ertrag abwirft, leben die Nomaden meistens am Rande des Existenzminimums. Krankheiten und Unterernährung schwächen die Arbeitskraft der Menschen.

Die Regierung hat mitten im Stammesgebiet der Samburus ein Tierreservat in der Grösse des Kantons Aargau (Schweiz) errichtet. In den von gewehrbewaffneten Wildhütern bewachten Flächen herrscht ein absolutes Jagd- und Weideverbot. Der Staat schützt die Tiere wie Elefanten, Giraffen usw. auch deshalb, weil der rege Safari-Tourismus wertvolle Devisen ins Land bringt. Die Tierparks bewirken jedoch auch zahlreiche Probleme:

- Die Samburus wurden von alten Weide- und Jagdrechten entbunden.

Durch den kleineren Wirtschaftsraum hat sich die Not noch verstärkt.

- In den Tierreservaten haben sich sich die nun geschützten Tiere lebhaft vermehrt. Vor allem die grossen Elefantenherden entrinden und zerstören weite Waldpartien, sodass die drohende Desertifikation weiter fortschreitet.

- Einzelne Nomaden plagen die Behörden als Wildfrevler und Wegelagerer. Sie holen sich ihren Teil am städtischen Wohlstand durch Sammeln von Wildtrophäen (Elfenbein usw.) und durch Überfälle auf Versorgungstransporte.

Bei den Nomaden gilt das Vieh als Kapitalanlage und Statussymbol. Nebenbei dienen die Tiere als Fleisch- und Milchlieferanten. Die Kuhfelle werden als Schlafunterlage benützt. Die Ziegen- und Schaffelle werden zu Taschen, Kleidungsstücken und Schmuckteilen verarbeitet. In den Dürreperioden treibt der Stamm das Vieh
in feuchtere Gebiete.

Einige Stämme haben sich von ihrer nomadischen Lebensweise und die Clans haben sich in in Dörfern angesiedelt. Trotz ihrer Nomadenvergangenheit kannten viele von ihnen das Bewässern von Kulturen seit langer Zeit. Heute werden in den eigenen Gärten Hirse, Mais, Zwiebeln, Chili, Melonen und Zitrusfrüchte für den Eigenbedarf und den lokalen Markt angebaut. Die grösseren Bewässerungsanlagen dienen vor allem zum Anbau von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, welche in anderen Landesteilen verkauft werden.

Bis ins 21. Jahrhundert hinein schwelt in Kenia das Misstrauen zwischen den nomadisierenden Viehhändlern und den sesshaften Ackerbauern. Immer wieder entladen sich die Spannungen in blutigen Fehden, welche von der bewaffneten Staatsgewalt jeweils nur nicht so leicht unter Kontrolle zu bringen sind.

Text: RAOnline

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