Wasserstrassen
Wasserstrassen der Welt: Panamakanal
vorangehende Seite
end Wasserstrassen - Kombinierter Verkehr
Wasserstrassen Panamakanal
Panamakanal Rekordtrockenheit führt zu Einschränkungen 2023
Wasserstrassen Weitere Informationen
Panamakanal Links und weitere Informationen
Geografie-Erdkunde Wirtschaft, Handel und Beruf
Panamakanal (Panama)
2023: Rekordtrockenheit führt zu Einschränkungen im Kanalbetrieb

Das Jahr 2023 war gemäss Aufzeichnungen der Panamkanalbehörden (Panama Canal Authority PCA oder Autoridad del Canal de Panama ACP) in erster Linie als Folge des El Niño-Klimaphänomens sehr trocken. Normalerweise beginnt die Regenzeit in Panama im Mai und endet im November. Während der El Niño-Saison kann sich der Beginn der Regenzeit weit hinauszögern und damit die Trockenzeit wesentlich verlängern.

El Niño verstärkt auch die Wasserverdunstung in den Kanälen und den Seen wie dem Gatunsee und dem Alhajuelasee, deren Seespiegel hauptsächlich von Regenfällen und dem zufliessenden Flusswasser beeinflusst werden.

Die Wassermenge, welche die Flüsse im Einzugsgebiet des Kanals den beiden Seen zuführen, muss einerseits für einen geordneten, zum Teil auch reduzierten Kanalbetrieb reichen, und andererseits den Wasserbedarf von grossen Bevölkerungsteilen in Panama abdecken.

Seit dem 3. Januar 2023 veranlasste die Kanalbehörde verschiedene Massnahmen, um den notwendigen Wasserbedarf für einen akzeptablen Kanalbetrieb zu gewährleisten. In den Panamamax-Schleusen wird seither das für die Schiffsschleusungen notwendige Wasser für die Kammerfüllungen bzw. -entleerungen gegenseitigausgetauscht. Der Wechsel der Fahrtrichtung (Transitverkehr nach Norden bzw. nach Süden) im Schleusenbereich wird in den Gatun-Schleusen weniger häufig vorgenommen als zuvor. Häufiger werden hingegen Tandem-Schleusungen vorgenommen. In den beiden Neopanamax-Schleusen kommen die Wasserspeicherbecken häufiger als bisher üblich zum Einsatz. Die Stromproduktion im hydroelektrischen Kraftwerk Gatun wurde bereits ab 2018 zeitweise eingestellt.

Anfangs Oktober 2023 flossen dem Gatun-Wasserreservoir täglich 7 Kubikhektometer hm3 (= 7'000'000 m3) zu. Gleichzeitig verliert das Wassersystem im Panamakanal jeden Tag 3 Kubikhektometer durch die Schleusenaktivitäten, die Verdunstung, den Wasserkonsum der Bevölkerung und der Industrie. 3 hm3 entsprechen der Wassermenge, welche in 1'200 Schwimmbecken mit olympischen Abmessungen gespeichert sind. Das Wasserdefizit von 3 Kubikhektometern pro Tag geht zulasten der Füllstände bzw. Wasserspiegel der Wasserreservoire. Im Durchschnitt fliessen dem Panamakanal in Jahren mit normalen Niederschlagstätigkeit rund 15 Kubikhektometer Wasser zu.

Der Wasserspiegel des Gatunsees senkte sich als Folge des Wasserdefizist auf einen Rekordtiefststand rund 2,14 m (7.0 feet) unter den für den Normalbetrieb des Kanals notwendigen Wasserstand. Es ist der tiefste jemals während der Regenzeit gemessene Wasserstand.

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2023 flossen dem Panamalkanal aus seinem Einzugsgebiet 25,6% weniger Wasser als im Durchschnitt der letzten 73 Jahre zu. Um dieses Wasserdefizit auszugleichen wären die Regenmengen von ausserordentlich starken Stürmen wie zum Beispiel dem Sturm La Purisima oder dem tropischen Wirbelsturm Otto 2016 notwendig.

Die Kanalverwaltung hat Wassersparmassnahmen im Umfang von 1,2 Millionen Kubikmeter pro Tag veranlasst. Diese Wassermenge entspricht 80% des täglichen Wasserverbrauchs in den Provinzen Colon, Panama und West Panama.

Der Oktober 2023 war der trockenste Monat am Panamakanal seit 1950. Die durch das El Niño-Klimaphänomen verursachte ausserordentliche Trockenphase beeinträchtig immer mehr den Betriebsablauf im Panamakanal. Im Oktober 2023 fielen rund 41% weniger Regenfälle als üblich.

Der Wasserspiegel des Gatunsees hat einen Tiefststand erreicht, welcher um diese Jahreszeit noch nie beobachtet wurde. Das Wasser aus dem Gatunsee ist ein zentrales Element bei der Schiffsschleusung im Panamakanal. Das Wasser aus dem Gatunsee ist ebenfalls sehr wichtig für die Wasserversorgung der Bevölkerung. 50% der Bevölkerung von Panama wird mit Wasser aus dem Gatunsee versorgt.

Der Wassermangel in der Region um den Panamakanal stellt die Kanalbehörden im Herbst 2023 vor grosse Herausforderungen. Die Behörde muss den Kanalbetrieb so gut als möglich gewährleisten und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Bevölkerung genügend Wasser erhält. Die Kanalbehördehat daher bereits im Juli 2023 einschneidende Massnahmen ergriffen. Die PCA beliess den maximal möglich Tiefgang bei Schiffspassagen in den Neopanamax-Schleusen bei 13,41 m (= 44 feet). Sie reduzierte die maximale Anzahl buchbarer Schiffspassagen pro Tag auf 32. Eine beschränkte Anzahl Schiffe mussten ihren Tiefgang durch eine geringere Zuladung auf 11,3 m (= 37 ft.) vermindern.

Obwohl die PCA alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Reduktion des Wasserverbrauchs wie die Wasserspeicherung in den Becken bei den beiden Neopanamax-Schleusen Agua Clara und Cocoli sowie den Wasser sparrenden Schleusenbetrieb in den Panamax-Schleusen ausgeschöpft hat, musste sie mit einer Ankündigung Ende September 2023 weitere Durchfahrtsbeschränkungen verordnen. Bei gleichbleibenden maximalen Tiefgang von 13,41 m reduzierte sie die täglich buchbaren Schiffspassagen schrittweise von 32 Durchfahrten im Monat September 2023 auf 18 Passagen ab Februar 2024.

Quelle: Panama Canal Authority (ACP), Juli bis November 2023
Text: RAOnline

nach oben

Reduktion des Wasserverbrauchs bei den Neopanamax-Schleusen

Bei den Neopanamax-Schleusen Agua Clara und Cocoli bestehen Wasserspeicherbecken, welche bei jeder Schleusung mithelfen,die Wassermenge aus dem Gatunsee um rund 60% zu reduzieren.

Panamakanal
Massnahmen zum Wassersparen - Reduktion der Wassermenge für den Kanalbetrieb

nach oben

Bei normalen Wasserbedingungen können Schiffe bis zu einem Tiefgang von 15,25 m TFW (= 50 feet) in die neuen Neopanamax-Schleusen Agua Clara auf der Atlantikseite und Cocoli an der Pazifikküste einfahren. TFW bedeutet "Tropical Fresh Water" (tropisches Frischwasser). Die Tiefgangaben beziehen sich auf das Süsswasser im Gatunsee, dessen Dichte 0,9954 g/cm3 bei 29,4°C (= 85°F) beträgt. Schiffsagenten, Schiffseigner und Schiffsbetreiber sind in der Lage, aufgrund dieser Angaben den genauen Tiefgang ihrer Schiffe im Voraus zu berechnen.

Änderungen in den Tiefgangbedingungen werden von der ACP in Schritten von je 1 Fuss (one foot = 12 inches = 0,3048 m) allen Schiffsagenten, Schiffseignern und Schiffbetreibern mindestens 4 Wochen vor dem Inkrafttreten mitgeteilt.

Bis Ende 2023 wurden der maximal zulässige Tiefgang in vierSchritten auf 13,41 m reduziert.

Elbe Fahrrinnenanpassung von Unter- und Aussenelbe
Tideelbe: Die Sedimentfracht im Wechsel der Gezeiten
Die Neopanamax-Klasse hiess früher Post-Panamax-Klasse. Schiffe der Neopanamax-Klasse können rund 2,5 mal mehr Container laden als die Schiffe Panamax-Klasse.
Die neuen Schleusenkammern für die Neopanamax-Klasse sind 427 m lang, 54,9 m breit ( gegenüber bisher 33,5 m) und haben eine Wassertiefe von 18,3 m (gegenüber bisher 12,8 m).
Alptransit Die Warenströme suchen neue Wege
Bau des neuen Neopanamax-Schleusensystems 2013-2015
Klimaphänomen «El Niño» beeinflusst Kanalbetrieb 2015/16
Trockenheit führt zu Einschränkungen im Kanalbetrieb 2019
El Niño - La Niña

nach oben

Häfen - Reedereien - Schiffe
Bilder
Videos Länder-Informationen Karten Klima
Externe Links
Panama Canal Authority Panama Canal Official Website
Panama Canal Expansion Visit Canal de Panama
end
vorangehende Seite Wasserstrassen - Kombinierter Verkehr