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Afrika: Südsudan

Südsudan am Abgrund

Im Dezember 2013 eskalierte im Südsudan ein seit Monaten schwelender Machtkampf zwischen zwei ehemaligen Partnern aus dem Sezessionskrieg. Die Kämpfe zwischen den rivalisierenden Truppen begannen am 15. Dezember 2013. Marodierende Anhänger des amtierenden christlichen Präsident Kiir und des entmachteten ehemaligen christlichen Vizepräsidenten Machar bekämpften sich vorerst in der Hauptstadt Juba. Präsident Salve Kiir hatte im Juli 2013 seine Regierung umgebildet und dabei seinen Stellvertreter Riek Machar entlassen.

Der Machtkampf, welcher durch ethnische Animositäten der im Südsudan angesiedelten Volksgruppen der Nuba, der Dinka und der Nuer genährt wurde, geriet innerhalb von wenigen Tagen ausser Kontrolle. Präsident Kiir gehört der Volksgruppe der Dinka an, sein Kontrahent Machar der Volksgruppe der Dok-Nuer. Einzelne Clans dieser beiden Volksgruppe sind untereinander verfeindet.

Die blutigen Kämpfe verbreiteten sich rasch in andere Landesteilen. In der ersten Woche des ethnisch geprägten Machtkampfs kamen mehrere Hundert Menschen, vor allem Soldaten, ums Leben. Rund 34'000 Menschen suchten in den Stützpunkten der UNO-Friedenstruppen UNMISS (UN Mission in South Sudan) in Juba und Bor Schutz. Die UNO-Schutztruppen gerieten dabei unter das Feuer der Konfliktparteien, welche gegenseitig eine Hatz auf die jeweiligen Angehörigen der anderen Volksgruppen machten. Bei den Kämpfen fanden drei UNO-Blauhelmsoldaten der UNMISS aus Indien den Tod.

Kämpfe wurden aus den Städten Akobo, Bor und Pibor im Staat Jonglei gemeldet. Bor, die Hauptstadt von Jonglier, geriet unter die Kontrolle der Machar-Truppen. Von Gefechte wurden aus 14 Orten, darunter aus Bentui (Unity Staat) und Liyara (Warrap Staat ) sowie Akobo, Gumuruk, Likuangole, Pibor town, Pochalla und Waat berichtet. Die Lage in den Teilstaaten Eastern Equatoria, Unity, Warrap und Western Bahr el Ghazal war äusserst angespannt.

Der südsudanesische Präsident verhängte am 16. Dezember2013 eine nächtliche Ausgangssperre in den Konfliktzonen. Ab dem 18. Dezember 2013 beruhigte sich Lage teilweise wieder. Die UNO begann allerdings damit, ihr Hilfspersonal schrittweise von Bor nach Juba zu verlegen.

Westliche Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland brachten ihre Landsleute mit Militärflugzeugen ausser Landes. Die Bundesrepublik Deutschland flog ihren Botschafter nach Uganda aus. Die USA entsandten ihren Sonderbotschafter in den Südsudan und lassen ihre Botschaft gegenwärtig durch eigene Spezialtruppen bewachen.

Am 21. Dezember 2013 meldeten Radiostationen, dass die südsudanesische Armee (South Sudan Army SSA) nach schweren Kämpfen die Kontrolle über die Stadt Bentui im Teilstaat Unity an die 4. Division der SPLA (Sudan People's Liberation Army) verloren hat. Die dem Präsidenten Kiir loyalen SSA-Truppen zogen sich aus dem Gebiet zurück. Der Kommandeur der 4. SPLA-Division , General James Koang, erklärte den ölreichen Teilstaat Unity als vom Zentralstaat unabhängig. Beobachter gehen davon aus, dass General Koang eine Allianz mit dem Ex-Vizepräsidenten Machar bilden wird. Der neue Machthaber von Unity setzte die Regierung des Teilstaates ab. Der Gouverneur von Unity floh aus seiner Residenz. Der nördlichste Teil von Unity , Pariang County, verblieb vorerst trotz einzelnen Gefechten in der Hand der SSA.

Gegen Ende Dezember 2013 zeichnete sich immer noch keine politische Lösung des Konflikts ab. Die Staatschefs der afrikanischen Nachbarstaaten trafen sich in Nairobi (Kenia), um Druck auf die Führer der beiden verfeindeten Volksgruppen aufzubauen.

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am 24. Dezember 2013 eine Resolution, worin die Entsendung vom weiteren 12'500 Militär- und Polizeipersonal angekündigt wurde.

Die UNO schätzt, dass sich im Südsudan gegen Ende 2013 rund 130'000 Menschen auf der Flucht befanden. 63'000 der Flüchtlinge fanden bei den UNMISS-Basen Zuflucht. Nur wenige Menschen haben sich in die Nachbarländer Kenia, Sudan und Äthiopien in Sicherheit gebracht. In die Zentralafrikanische Republik sind keine Menschen geflüchtet, da in diesem Land seit Wochen ein Bürgerkrieg mit ethischen und religiösen Wurzeln tobt. In der Zentralafrikanischen Republik zeigt der Konflikt ähnliche dramaturgische Züge.

Aus 7 der 10 Teilstaaten wurden Kämpfe gemeldet. Die ethnischen Unruhen haben die Staaten Northern und Western Bahr el Ghazal und Western Equatoria noch nicht erreicht. (Quelle: OCHA)

Einmal mehr werden in einem von Korruption und Armut gezeichneten Land in Afrika die Machtinteressen einer teilweise im englischen Sprachraum ausgebildeten Elite höher als das Wohl der Bevölkerung gewertet.

Quellen: OCHA, FAO und WFP, Dezember 2013 (Text: RAOnline)

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