Kombinierter Verkehr: Luftverkehr
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Lufthansa Cargo - Luftfracht auf Schienen
Als Hannibal einst über die Alpen wollte, überquerte er sie mit Elefanten. Die Lufthansa hat es da in der heutigen Zeit viel leichter, sie überfliegt einfach die Berge. Doch manchmal geht es bei der Lufthansa-Tochter Cargo auch am Boden voran. Strasse und Schiene sind dann tatsächlich der Weg zum Ziel. Ein ganz spezielles Angebot ist in diesem Zusammenhang die Rollende Landstrasse (RoLa) des Schweizer Betreibers RAlpin. Dabei werden LKW samt ihrer Ladung auf Zügen von Freiburg nach Novara (Italien) gebracht.

Die Huckepack-Methode dieses Luftfracht-Ersatzverkehrs auf Schienen ist kein Rückschritt in vergangene Zeiten, sondern eine moderne, zuverlässige und vor allem umweltfreundliche Alternative zur Alpenüberquerung auf der Strasse. Dass der Transport nicht im Flugzeug möglich ist, hat einfache Gründe: Grosse und sperrige Frachtgüter, die in Intercontinental-Flugzeugen oder reinen Luftfrachtern aus aller Welt beispielsweise in Frankfurt landen, können in kleineren Mittelstreckenflugzeugen, die in Europa im Liniendienst stehen, oft nicht weiterbefördert werden. Der ungewöhnliche Alpentransit auf Schienen hat dabei gegenüber dem normalen Transport per LKW einen wichtigen Vorteil: die Schweiz lässt sich so auch trotz Nachtfahrverbot durchqueren.

Die Verknüpfung mehrerer Verkehrsträger ist Tagesgeschäft. Besonders palettierte Güter aus Übersee reisen nach Ankunft an einem der grossen europäischen Drehkreuze wie Frankfurt, Amsterdam oder Paris zumeist auf der Strasse quer durch den Kontinent zu ihrem endgültigen Bestimmungsort. Immer häufiger kommt dabei ein Zug zum Einsatz. Im Liniendienst rollen wöchentlich rund 40 Luftfracht-Ersatzverkehre auf der Schiene; dazu kommen 35 Ad-hoc-Fahrten im so genannten trimodalen Verkehr (Luft, Strasse und Schiene). Insgesamt werden dadurch jährlich rund 4'000 Sendungen von der Strasse auf die Schiene verlagert.

Und so verläuft eine typische RoLa-Reise mit den Verkehrsmitteln Flugzeug, LKW und Zug:

Güter, die zuvor in einem dreistrahligen MD-11 Cargo-Frachter zu Europas grösstem Luftfrachtdrehkreuz nach Frankfurt gebracht worden sind, werden zunächst für den Weitertransport in alle Himmelsrichtungen sortiert. Diejenigen der speziellen Flugzeugpaletten, die Italien als Ziel haben, werden an der Lufthansa Cargo Basis auf den Sattelschlepper verfrachtet.

Auf der Strasse geht es dann zunächst bis nach Freiburg im Breisgau, wo die LKW am Terminal der Firma RAlpin verladen werden. Sollte der Zug nicht gleich starten, hat Lufthansa Cargo für Abhilfe gesorgt. Zusammen mit der auf Luftfracht spezialisierten Firma Georgi-Transporte in Burbach wurden fixe Stellplätze für den Luftfrachtersatzverkehr durch die Alpen gebucht. So stellt die Cargo für ihre Ladungen sicher, auch bei hohem Verkehrsaufkommen mitzureisen. Zwar verkehren die Züge auf der Lötschberg-Simplon-Achse elf Mal täglich mit zwanzig Tragwagen, doch das genügt besonders ab der Wochenmitte oft nicht mehr.

Wenn der LKW die Waage (maximal 44 Tonnen sind zulässig) und den Profilbogen (vier Meter Eckhöhe sind erlaubt) passiert hat, wird er im Schritttempo auf den Niederflurwaggon gefahren. Für den Fahrer des Trucks beginnt danach eine Schonzeit; er darf sich im Begleitwagen mit Liegeabteil und Aufenthaltsraum samt Speiseabteil erholen. Acht bis neun Stunden dauert die Reise.

Zwischendurch wird die Grenze an der Basler Rheinbrücke ohne Stopp überquert, weil Transporte auf der RAlpin als Verkehr innerhalb der EU von Deutschland nach Italien und umgekehrt gelten.

Eine wichtige Stelle markiert unterwegs der Lötschberg-Basistunnel, der bis zur Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels mit 35 Kilometern längste Alpentunnel. Vor dessen Eröffnung hätte man für die Fahrt durch den früheren Scheiteltunnel auf knapp 1'200 Meter über Meereshöhe eine zweite Lokomotive vorspannen müssen. Heute entfällt der Zusatzaufwand wegen des flacheren Verlaufs. Mit Tempo 100 geht es durch die erste Alpenkette, später verschluckt der Simplon-Tunnel den Zug noch einmal. Für die relativ kurze Distanz zwischen Domodossola und Novara im Piemont braucht die RoLa noch drei Stunden. Im speziell gebauten Terminal Novara ist das Ziel nach 414 Kilometern auf der Schiene endlich erreicht. Die Weiterreise führt wieder über die Strasse.

Lufthansa Cargo nutzt die Rollende Autobahn der RAlpin seit 2002. Einen ähnlichen Service gibt es für die Strecke von Regensburg aus über den Brenner durch Österreich. Die Entscheidung für die jeweilige Route ist aus Sicht der Lufthansa von Destination und Abgangsort in Italien abhängig. Doch ob Lötschberg oder Brenner: Die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene ist für die Cargo eine gute Wahl, denn aus ökologischer Sicht fährt die Lufthansa mit der Rollenden Autobahn immer auf der Überholspur.

Quelle: Lufthansa newslink 43, 2009
Alpenquerender Güterverkehr
Gotthard-Bergstrecke Güterverkehr durch die Alpen
Alptransit Gotthard-Basistunnel Alptransit Lötschberg-Basistunnel

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Abflug in Frankfurt- Ladeplanung in Kapstadt

In drei Lufthansa Global Load Control Centern werden Flugzeug-Ladepläne für Stationen in aller Welt errechnet

Der Passagier blickt aufs Flughafenvorfeld. Unzählige Gepäckstücke verschwinden von Pritschenwagen über Förderbänder im Flugzeugrumpf unterhalb der Kabine. Passt alles hinein? Ist mein Koffer auch wirklich dabei? Situationen wie diese hat jeder Reisende schon einmal erlebt. Was aber die wenigstens wissen: Obwohl der Koffer erst vor einer Stunde aufgegeben wurde und der Passagier nur von Frankfurt nach London will, hat das Gepäckstück bei Lufthansa schon eine lange virtuelle Reise hinter sich: einmal Kapstadt und zurück zum Beispiel.

Seit der Einführung des Konzeptes von Global Load Control, mit dem Lufthansa wieder einmal eine Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb einnimmt, werden Ladepläne und die so genannten Loadsheets von nur drei Standorten aus weltweit gesteuert. Seit Juni 2009 werden die bisherigen Standorte in Kapstadt (Südafrika) und Brno/Brünn (Tschechische Republik) durch Istanbul (Türkei) ergänzt. Die türkische Station ist nach einer Einführungsphase jetzt voll in den Regelbetrieb übergegangen. Kapstadt und Brno wurden bereits 2004 beziehungsweise 2007 eröffnet.

Die 250 Mitarbeiter an den drei Standorten fertigen unter anderem die Drehkreuze Frankfurt und München ab und erstellen Ladepläne für mehr als 90 weitere Stationen weltweit. Insgesamt 75 Prozent aller Lufthansa-Flüge werden durch das Global Load Control Netzwerk abgefertigt. In den kommenden Jahren sollen möglichst alle Lufthansa-Stationen weltweit angebunden werden.

Hinter den Ladevorgängen steckt eine ausgefeilte Logistik und Planung, für die die Load Control Agenten der Lufthansa bereits zwei bis vier Stunden vor dem Abflug an den Start gehen. Dies geschieht in Abhängigkeit vom Flugzeugtyp. Ähnlich wie beim Boxenstopp in der Formel 1 kommt es darauf an, ein Flugzeug so schnell wie möglich wieder auf die Strecke zu schicken. Denn je kürzer die Bodenzeiten, desto effizienter kann Lufthansa ihre Flotte einsetzen. Möglichst zügig und genau muss daher auch die Beladung, vom Passagiergepäck bis hin zu zusätzlicher Fracht, abgewickelt werden.

Lufthansa erfüllt mit diesem System höchste Qualitätsansprüche, was unabhängige Gutachter bescheinigen. Die Global Load Control Center wurden unter anderem im Mai 2009 durch DEKRA ISO 9001:2008 zertifiziert. Dabei werden entsprechend einer weltweit anerkannten Norm die Management- und Qualitätssicherungsprozesse einer umfangreichen Prüfung unterzogen.

Beim Beladen eines Flugzeuges sind viele Faktoren zu beachten. Dazu zählen etwa Volumeneinschränkungen, Gewichtslimits und Vorgaben zu bestimmten Ladepositionen. So muss besonders jede Fracht, die im Laderaum des Flugzeugs transportiert wird, so gelagert werden, dass eine günstige Schwerpunktlage der Maschine erreicht wird. Dies ist sowohl für den Start als auch für den Reiseflug von grosser Bedeutung und beeinflusst den Treibstoffverbrauch während des Flugs.

Für das Justieren von Gewicht und Balance werden modernste IT-gestützte Verfahren eingesetzt. Die Load Control Agenten erstellen mittels eines ausgeklügelten elektronischen Systems Ladepläne für die Lademannschaften an den Flughäfen und schliesslich das so genannte Loadsheet mit wichtigen Informationen über Startgewicht und Trimmeinstellung des Flugzeuges für die Piloten. Die Daten werden nach Abschluss der Beladung per Datenfunk direkt ins Cockpit gesendet. Rund 50'000 Flüge werden pro Monat auf diese Weise im Global Load Control Netzwerk abgefertigt. Auch andere Fluggesellschaften nehmen inzwischen die Dienste von Global Load Control in Anspruch.

Die Agenten in den Load Control Centern arbeiten wie ein elektronischer Lademeister. Sie kennen jedes Detail der Verladung genau, ohne die Koffer oder Fracht real vor sich zu sehen. All diese Informationen können dem speziell für die Flugzeugabfertigung entwickelten Computersystem entnommen werden. Koffer, Frachtpaletten, Stückgut und Containerfracht müssen der berechneten Vorgabe des Ladeplaners entsprechend verstaut werden.

Ein modernes Informations- und Telekommunikationssystem namens IGCC (Integrated Ground to Cockpit Communication) ermöglicht den ständigen Kontakt aller Prozessbeteiligten untereinander. In Sekundenschnelle werden Abgleiche vorgenommen und überprüft. Alle, vom Kapitän über die Tank- und Cateringfirma, den Lademeister und Flightmanager am Gate bis zum Load Controller, melden sich dazu mit ihrem Mobil- oder Festnetztelefon oder Funkgerät bei einem zentralen Server an. Dieser erstellt dann unter der entsprechenden Flugnummer eine "Brückenliste" mit allen erforderlichen Ansprechpartnern. Selbst kurzfristige Abweichungen zum Ladeplan "wie etwa eine fehlende Frachtpalette " können so innerhalb kürzester Zeit unter allen Beteiligten abgestimmt werden.

Ebenso schnell wird der daraufhin aktualisierte Ladeplan über das weltumfassende Datennetz von Lufthansa Systems zum Zentralrechner der Fluggesellschaft nach Kelsterbach unweit des Frankfurter Flughafens und von dort an den Abflugort übermittelt.

Wer ist qualifiziert für den Job? Lufthansa stellt nur Agenten ein, die fliessend Englisch und zumeist auch Deutsch sprechen. Überhaupt sind die Anforderungen hoch. Die Arbeit ist verantwortungsvoll, sicherheitsrelevant, hoch analytisch und verlangt Stressresistenz. Lufthansa setzt auch hier hohe Massstäbe. Die Fluggesellschaft schult ihre Mitarbeiter fortlaufend an allen drei Standorten. Auch der Load Control Agent fängt klein an, er rechnet zunächst Ladepläne für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge wie Boeing 737 oder Airbuse der A320-Familie. Bis zu einem Jahr vergeht, bevor ein Load Controller dann den Ladeplan für einen Jumbo-Jet erstellen darf.

Quelle: Text Lufthansa newslink 47, 2009
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Lufthansa Cargo Grosswetterlage Frankfurt Airport
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Quelle: Lufthansa
Lufthansa Cargo
Informationen über die Lufthansa und ihren Frachtbetrieb
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Quelle: Lufthansa
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Informationen über das Flugwetter im Speziellen und das Wetter im Allgemeinen
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