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Erfolgreicher Weltraumstart für Europas neue Trägerrakete Ariane-6
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Trägerrakete «Ariane 6»

Erfolgreicher Weltraumstart für Europas neue Trägerrakete Ariane-6

Die Ariane-6, Europas neue Schwerlastträgerrakete, ist am 9. Juli 2024 um 16.00 Uhr Ortszeit (+4 Std., d.h. um 20.00 Uhr BST, +5 Std., d. h. um 21.00 Uhr MESZ) zum ersten Mal vom europäischen Raumflughafen in Französisch-Guayana aus in den Weltraum gestartet.

Die Ariane-6 löst als neueste Ausführung der verschiedenen europäischen Ariane-Träger die Ariane-5 ab und ermöglicht mit ihrem modularen und vielseitigen Konzept den Start von Missionen in erdnahe Umlaufbahnen bis hin zum interplanetaren Weltraum.

"Es kommt nicht oft vor, dass völlig neu entwickelte Trägerraketen gestartet werden, und ein Erfolg ist in so einem Fall bei weitem nicht garantiert. Deswegen kann ich heute mit Stolz erklären, dass ich Zeuge dieses historischen Moments sein durfte, in dem der erste Träger der neuen Ariane-Generation - wohlgemerkt erfolgreich - gestartet ist und somit Europa wieder einen Zugang zum Weltraum eröffnet", gab ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher zu Wort.

"Dieser Erstflug war ein gewaltiges Unterfangen, für das Tausende von Menschen jahrelang unablässig gearbeitet haben. Dieser gleich beim ersten Mal geglückte Bilderbuchstart ist ein Beweis für ihre Hingabe, aber auch für das herausragende Know-how Europas im Ingenieurwesen und in der Spitzentechnologie. Mein aufrichtiger Dank gilt daher den Teams der ESA, des CNES, der ArianeGroup und von Arianespace für ihre harte Arbeit, die uns die Erreichung dieses Meilensteins ermöglicht hat. Ich möchte auch nicht zuletzt unseren Mitgliedstaaten dafür danken, dass sie das Programm Ariane-6 eingeleitet und unterstützt haben. Dieser Weg war nicht immer einfach, aber heute zeigt sich, dass es sich grosszügig gelohnt hat durchzuhalten."

Der heutige Erstflug VA262 ist ein Demonstrationsflug, mit dem Ziel, die Fähigkeiten und Leistungen der Ariane-6 bei der Überwindung der Schwerkraft der Erde und ihrem Einsatz im Weltraum unter Beweis zu stellen. Die Ariane hatte jedoch trotz dieses Demonstrationscharakters mehrere Nutzlasten an Bord.

Um 17.06 Uhr etwas mehr als eine Stunde nach dem Start löste sich ein erstes Paket an Satelliten von der Raketenoberstufe, die in 600 km Höhe über der Erde ihre Umlaufbahnen erreichten. Zu den auf dem Erstflug mitgeführten Nutzlasten gehören Satelliten und Experimente verschiedener Raumfahrteinrichtungen, Unternehmen, Forschungsinstitute, Hochschulen und junger Fachkräfte.

Mit diesem Start wurden jedoch nicht nur die Leistungsmerkmale des Trägers, sondern auch die Funktionsabläufe der neuen Startanlage und der Bodenbetriebstätigkeiten auf Europas Raumflughafen demonstriert. So ermöglicht der eigens für die Ariane-6 von der französischen Raumfahrtagentur CNES errichtete Startplatz eine höhere Startrate für die neue Trägerrakete.

Philippe Baptiste, der Vorstandsvorsitzende des CNES, erklärte nach dem Start: "Dieser erste erfolgreiche Start der Ariane-6 hat Europa endlich wieder seine Kapazitäten für einen eigenständigen Zugang zum Weltraum zurückgegeben. Ich selbst bin von diesem Ereignis tief bewegt und möchte in erster Linie all den Teams in Kourou, Paris, Vernon, Les Mureaux, Toulouse, Bremen, Lampoldshausen, Lüttich, Barcelona, Collefero, Zürich und überall in Europa dafür danken, dass sie diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben. Würdigen möchte ich ausserdem das Engagement der Beschäftigten des CNES, der ESA, der ArianeGroup, von Arianespace und unserer Unterauftragnehmer. Die letzten Monate waren sehr arbeitsintensiv, weswegen ihnen allen mein Dank gebührt. Europa kann stolz sein auf sein Raumfahrtprogramm, und es kann stolz sein auf sein Know.how und seine Fachkenntnisse. Gemeinsam werden wir die Zukunft der Trägerraketen und die Zukunft der Raumfahrt gestalten."

Die Ariane-6 wurde unter der Leitung der ArianeGroup gebaut, die sowohl Hauptauftragnehmer als auch die für die Entwurfsarbeiten zuständige Stelle ist. "Mit dem erfolgreichen Erstflug der Ariane-6 hat ein neues Kapitel in der europäischen Raumfahrt begonnen", so Martin Sion, Vorstandsvorsitzender der ArianeGroup. "Dieser historische Start zeigt das unermüdliche Engagement unserer Teams und Partner, denen ich für diesen Erfolg, der ein Erfolg der gesamten europäischen Industrie ist, herzlich danken möchte. Der erste Weltraumflug von Europas neuer Trägerrakete markiert den Höhepunkt eines aussergewöhnlichen technischen und technologischen Abenteuers und den Beginn eines langen Einsatzzeitraums für die Ariane-6. Die nächsten Flugmodelle befinden sich bereits in der Fertigung, und die Trägerstufen für den kommenden Ariane-6-Flug, der zum ersten Mal kommerzieller Natur sein wird, werden noch diesen Herbst nach Französisch-Guayana gesandt."

Nächster Schritt: Technologiedemonstrationen, kontrollierte Entfernung aus der Umlaufbahn sowie Aussetzung von zwei Kapseln

Mit der Einbringung der Satelliten in ihre Umlaufbahnen hat die Ariane-6 unter Beweis gestellt, dass sie erfolgreich Nutzlasten in den Weltraum befördern kann. Die Bodenkontrolle hat für diesen Erstflug jedoch noch weitere Manöver geplant, denn in der nächsten Stunde wird die Oberstufe der Ariane-6 zeigen, dass sie ihr Vinci-Triebwerk mit dem neuen Hilfsantriebssystem erneut zünden kann. Dank dieser Fähigkeit zur erneuten Triebwerkszündung wird die Ariane-6 in der Lage sein, auf ihren künftigen Flügen mehrere Nutzlasten in verschiedene Umlaufbahnen auszusetzen und am Ende ihrer Mission ein Deorbit-Manöver vorzunehmen.

Für den weiteren Flugverlauf ist geplant, dass die Raketenoberstufe zwei Kapseln freisetzt, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten sollen, bevor auch die Oberstufe selbst beim Wiedereintritt in die Atmosphäre sauber verglühen und somit in der Umlaufbahn keine Raumfahrtrückstände hinterlassen wird.

Die nächste Ariane-6 soll noch dieses Jahr zum ersten Mal für einen kommerziellen Start mit Arianespace als Startdienstbetreiber eingesetzt werden. "Der Erfolg dieses Erstflugs markiert den Beginn des regulären Einsatzes der Ariane-6, der Europa einen eigenständigen Zugang zum Weltraum sichern wird", betonte der Vorstandsvorsitzende von Arianespace, Stéphane Israël. "Das Auftragsbuch der neuen Trägerrakete ist der beste Beweis für die Vielseitigkeit der Ariane-6, ihre Fähigkeit, ein breites Spektrum an Missionen in verschiedene Umlaufbahnen zu bringen, sowie das Vertrauen, das die Kunden sowohl für ihre institutionellen als auch ihre kommerziellen Missionen in die Ariane-6 setzen. Deshalb blicken wir dem Einsatz unserer neuen Trägerrakete erwartungsvoll entgegen.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist das Tor Europas zum Weltraum.

Die ESA ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürger/innen in Europa und weltweit zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden,die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Lettland, Litauen, die Slowakei und Slowenien sind assoziierte Mitglieder.

Die ESA hat eine formelle Zusammenarbeit mit vier Mitgliedstaaten der EU aufgebaut. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU bei der Verwirklichung der Programme Galileo und Copernicus und mit Eumetsat bei der Entwicklung von Meteorologiemissionen zusammen.

Quelle: Text ESA, 9. Juli 2024
ESA Trägerrakete «Ariane 6»
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Die Ariane 6 ist startklar für ihren Jungfernflug

Know-how aus Deutschland spielt Schlüsselrolle im europäischen Trägerraketen-Programm

+++ Update vom 10. Juli 2024: Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 ist am 9. Juli 2024 um 21:00 Uhr MESZ (16:00 Uhr Ortszeit Kourou) erfolgreich ins All gestartet. +++

Deutschland ist nach Frankreich zweitgrösster Teilnehmer am Ariane-6.Programm. Die deutschen ESA-Beiträge werden von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR koordiniert.

Das DLR ist über die Oberstufentests am DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen massgeblich an der Entwicklung der Ariane 6 beteiligt.

Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 soll am 9. Juli 2024 zum ersten Mal starten. Sie soll den unabhängigen europäischen Zugang zum Weltraum genauso leistungsfähig wie ihre Vorgängerin, die Ariane 5, aber wesentlich günstiger und flexibler für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus sichern. Deutschland ist nach Frankreich zweitgrösster Beitragszahler des Ariane-6.Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die deutschen ESA-Beiträge werden von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn koordiniert. Das DLR ist zudem über verschiedene Triebwerkstests und insbesondere die Tests der neu entwickelten Oberstufe am DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen massgeblich an der Entwicklung der Ariane 6 beteiligt.

Vor allem institutionelle Raumfahrtmissionen - insbesondere von der ESA, der Europäischen Union, nationalen Raumfahrtagenturen sowie der Europäischen Organisation für die Nutzung Meteorologischer Satelliten EUMETSAT - sollen mit diesem neuen Träger starten. 29 Flüge sind für Ariane 6 aktuell in Auftrag gegeben, darunter auch die ESA-Mission PLATO, die 2026 starten wird, um nach erdähnlichen extrasolaren Planeten in der Milchstrasse zu suchen. Das DLR entwickelte für dieses Weltraumteleskop mehrere Kamerasensoren, gebaut wird es von der deutschen Raumfahrtindustrie. Oder die Starts für die Megakonstellation Kuiper des US-Unternehmens Amazon. Bei dem Erstflug werden aber zunächst 17 kleinere Nutzlasten an Bord sein. Ein Wiedereintrittsdemonstrator, ein Deployer zum Aussetzen von Cubesats sowie drei Kleinsatelliten kommen aus Deutschland.

"Ein eigenständiger europäischer Zugang zum All ist sowohl für unser tägliches Leben wie auch für Wirtschaft und Wissenschaft unverzichtbar. Die akute Launcher-Krise in Europa hat uns dies umso mehr bewusst gemacht. Jetzt drücken wir die Daumen für den Erststart nächste Woche und danken dem gesamten Ariane-6-Team und allen Beteiligten für die unglaublichen Anstrengungen der letzten Jahre. Der Start einer neuen Trägerrakete ist immer auch eine Faszination, was die Menschheit mit exzellenter Forschung und Technik erreichen kann und damit eine wichtige Inspiration für unseren europäischen Innovationsstandort", betont Dr. Anna Christmann, Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt und Bundestagsabgeordnete.

"Die deutsche Forschung und Industrie spielen im Gesamtpaket der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 eine Hauptrolle. Die Stärken der deutschen Standorte liegen dabei im Flüssigkeitsantrieb, in der Oberstufentechnologie sowie in den Tanks und Strukturen. Dazu gehört auch der Forschungs- und Industriestandort Lampoldshausen - Europas modernstes Test- und Produktionszentrum für diese Flüssigkeitsantriebe. Dieser Standort wird langfristig eine wesentliche Rolle bei der Ariane 6 spielen. Auch viele wichtige Teile des Ariane-6-Startplatzes in Kourou wurden von deutschen Unternehmen gefertigt. Die Ariane 6 ist damit ein Beleg dafür, dass deutsche Technologie und Know-how im Trägersektor unverzichtbar sind", betont Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

Die Bremer Oberstufe wurde beim DLR in Lampoldshausen auf Herz und Nieren geprüft

Seit dem Eintreffen der ersten Oberstufe der europäischen Trägerrakete Ariane 6 am 14. Februar 2021 am DLR-Standort Lampoldshausen - dem flexibelsten und leistungsfähigsten Testzentrum für Raketenmotoren in Europa -, absolvierte sie mehrere umfangreiche Tests im neuen Prüfstand P5.2. Um die komplette Stufe zu testen, hat das DLR diesen Prüfstand speziell für diese Tests entwickelt und aufgebaut. Da bei der Ariane 6 eine von Grund auf neu entwickelte Oberstufe zum Einsatz kommt, musste sie vor dem Erstflug auf Herz und Nieren durchgetestet werden. Konzipiert und gebaut wurde sie von ArianeGroup in Bremen als Hauptauftragnehmer der ESA.

Die neue Oberstufe hat einen Durchmesser von 5,4 Meter, eine Länge von circa zehn Metern und wiegt rund sieben Tonnen ohne Treibstoff. Betankt bringt sie rund 38 Tonnen auf die Waage. Sie besteht aus zwei Haupttanks, die mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff gefüllt sind, die auf minus 183 beziehungsweise minus 253 Grad Celsius extrem tief heruntergekühlt werden müssen.

Dazu kommt das bis zu viermal wiederzündbare Vinci-Triebwerk und die sogenannte APU (Auxiliary Power Unit, eine innovative Antriebseinheit) - beides mit Kern-Komponenten der ArianeGroup aus Ottobrunn. Die APU erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Ariane 6 erheblich: Durch das mehrmals wiederzündbare Vinci-Triebwerk und die APU sind flexiblere Missionsprofile möglich. Zudem ist die Oberstufe so konzipiert, dass sie nach dem Einsatz komplett in der Erdatmosphäre verglüht, also keine Trümmerteile hinterlässt. Das ist eine wichtige Massnahme, um weiteren Weltraumschrott zu vermeiden. Mit mehreren Zündungen des Vinci-Triebwerks und wiederholten Zündungen der APU wurden bei Heisslauftest in Lampoldshausen sehr komplexe Anforderungsprofile am Prüfstand nachgestellt. Bei einem der Tests ist es zum Beispiel gelungen, ein Szenario nachzustellen, das den Anforderungen des Erstflugs der Ariane 6 entspricht. Durch die gesamten Versuche konnten wichtige Informationen und Daten über die Stufe gesammelt werden, die für einen erfolgreichen Erststart und die Etablierung eines neuen zuverlässigen Trägers unverzichtbar sind.

Innovative Fertigung in Deutschland

In der deutschen Trägerraketen-Industrie arbeiten rund 1'000 Ingenieurinnen und Ingenieure von ArianeGroup an den Hauptstandorten Bremen, Lampoldshausen und Ottobrunn sowie 500 bei MT Aerospace in Augsburg und Bremen. Hinzu kommen mehr als 50 kleine und mittlere Unternehmen (KMU), deren spezielles Know-how einen wichtigen Beitrag zum Ariane-6.Programm liefert. In der Hansestadt werden zum Beispiel alle wiederzündbaren Oberstufen der Ariane 6 gebaut. Hier kommt auch Industrie-4.0-Technologie zum Einsatz. Modernste automatisierte Schweissverfahren und serienmässiger 3D-Druck in vielen Bauteilen, insbesondere bei den Triebwerken, belegen zudem die Spitzentechnologie aus Europa und aus Deutschland. So kommen in Ottobrunn für die Brennkammerfertigung - das"Herzstück" eines jeden Triebwerks Aussenverkleidungen der Ariane 6 hergestellt. Die - innovative Techniken wie 3D-Druck (Additive Layer Manufacturing, ALM) zum Einsatz. Das Verfahren hat grosse Vorteile gegenüber gegossenen oder geschmiedeten Produkten, denn die hergestellten Teile können nahezu ohne mechanische Nachbearbeitung in hoher Stückzahl auch bei komplexer Struktur hergestellt werden. Die Einsparung verschiedener teurer Fertigungsschritte und die Vereinfachung der Triebwerkstruktur senken die Kosten bei jedem Start erheblich. Die Spezialisten von MT Aerospace stellen unter Verwendung modernster Fertigungsverfahren Tanks und Strukturen für alle Ariane-6-Raketen her. Diese Strukturen halten trotz ihres minimalen Gewichts den enormen Belastungen beim Start einer Ariane stand. Alle diese Neuerungen "made in Germany" machen die Ariane 6 in der Produktion deutlich günstiger als das Vorläufermodell.

Zudem soll in naher Zukunft eine neue "Kick-Stage"-Lösung aus Bremen, Ottobrunn und Lampoldshausen im Rahmen des so genannten ASTRIS-Programms der ESA die Ariane 6 noch vielseitiger einsetzbar machen. Mit dieser zusätzlichen Oberstufe kann die Trägerrakete mehrere Nutzlasten effizient in unterschiedlichen Orbits absetzen oder Satelliten direkt in deren Zielorbit bringen. Die Kick-Stage wird von dem wiederzündbaren BERTA-Triebwerk angetrieben, dessen Entwicklung von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gefördert wurde.

Neue Rakete - neuer Startplatz

Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 hat zudem einen neuen Startplatz am europäischen Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guyana) bekommen. Ein Firmenkonsortium unter der Leitung des französischen EIFFAGE-Konzerns war für den Bau des "ELA 4" genannten Areals zuständig. Mit dabei waren auch vier deutsche Unternehmen: Die Hannoveraner Stahltechnologiefirma SEH hat das sogenannte Infrastrukturpaket übernommen. Dazu zählt vor allem die flache Montagehalle BAL (Bátiment Assemblage Lanceur). Hier werden die Haupt- und Oberstufe der Ariane 6 vorbereitet und liegend zum sogenannten Zentralkern - dem "Central Core" - miteinander verbunden. Auch die rund 100 Meter hohe und 8'000 Tonnen schwere so genannte Mobile Gantry - eine fahrbare Riesengarage auf Schienen - war Teil dieses Pakets. Mit seinen gigantischen Ausmassen gilt die Mobile Gantry als eines der grössten und schwersten beweglichen Gebäude der Welt, das die Rakete auf der Startrampe während ihres finalen Zusammenbaus umgibt. Kurz vor dem Start fährt die riesige Stahlkonstruktion dann in einen sicheren Abstand zurück.

Die OHB Digital Connect GmbH aus Mainz war als ein Tochterunternehmen des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB für das sogenannte Mechanikpaket verantwortlich. Das Unternehmen hat den 650 Tonnen schweren Starttisch gebaut, auf dem die Rakete errichtet wird, den Startturm, über dessen wichtige Verbindungen die Rakete mit Treibstoff und Strom versorgt wird, sowie weitere mechanische und metallische Elemente.

Die Firma RMT aus Kehl am Rhein legte die Stromversorgung und baute die Elektroanlagen auf, während die Actemium Cegelec GmbH aus Mannheim die Gas- und Flüssigkeitsinfrastruktur zur Betankung der Ariane 6 eingerichtet hat.

Quelle: Text Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), 4. Juli 2024

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