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Kraftwerke in der Schweiz
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Energie Schweiz Wasserkraft - Speicherkraftwerke
Wasserkraftwerke in einem schwierigen Marktumfeld 2015
Pumpspeicher-Kraftwerke "Eckpfeiler der Versorgungsstrategie" 2009
A-CH-D "Gemeinsame Versorgungsstrategie" 2012
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Pumpspeicherkraftwerke "Eckpfeiler der Versorgungsstrategie"
Wasserkraftwerke in einem schwierigen Marktumfeld

Die Energiewirtschaft bewegt sich zu Beginn des neuen Jahrtausends zunehmend in einem veränderten Marktumfeld. Neue Gewinnungsmethoden beim Abbau von Ölschiffergesteinen haben die Gasförderung in Nordamerika massiv gesteigert. Die nicht mehr benötigte Kohle exportieren die U.S.A. und Kanada stark verbilligt nach Europa, wo sie zum Beispiel in Deutschland in Kohlekraftwerken verfeuert und diese Energie in elektrischen Strom verwandelt wird. Gaskombi-Kraftwerke werden mit billigerem Erdgas versorgt. Die in Kohle- und Gaskombi-Kraftwerken billiger produzierte elektrische Energie drückte den Strompreis auf dem internationalen Markt.

Der Erdgas-Boom durch den Einsatz von Technologien wie Fracking wird voraussichtlich nicht zu einer Verringerung der Treibhausgas-Emissionen führen. Die Verbrennung von Erdgas erzeugt im Vergleich zu Kohle zwar nur etwa die Hälfte der CO2-Emissionen pro Energieeinheit. Aber wenn Erdgas reichlich verfügbar und somit billig wird, hat dies letztlich auch einen höheren Energieverbrauch zur Folge. (Quelle: PIK Potsdam 2014)

In vielen europäischen Ländern wird im Zeichen der Energiewende die Solar- und die Windenergie staatlich gefördert und zum Teil massiv subventioniert. Auf dem internationalen Mark ist die angebotene Strommenge gestiegen und der Preis gesunken. Die mangelnde Nachfrage in Zeiten der Wirtschaftskrise haben den Preis weiter unter Druck gebracht.

Die Schweizer Stromwirtschaft, welche gegenwärtig rund 60% der elektrischen Energie aus Wasserkraft erzeugt, bewegt sich in einem schwierigen Marktumfeld. Die Ertragslage hat sich verschlechtert. Der Strom aus Schweizer Kraftwerken ist auf dem internationalen Markt nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Stromabkommen mit der Europäischen Union EU, welches den Marktzugang für den Schweizer Strom erleichtern würde, ist weiterhin in der Schwebe. Der Investitionsbedarf in die Erneuerung, die Instandhaltung und den Ausbau der teilweise seit Jahrzehnten in Betrieb stehenden Wasserkraftanlagen ist gross.

Bei den relativ neuen Windkraft-und Solaranlagen besteht gegenwärtig noch kein Revisionsbedarf. Die Fragen im Zusammenhang mit dem späteren Rückbau und die Entsorgung (zum Beispiel der Solarpanelen) dieser Anlagen stehen gegenwärtig noch nicht im Vordergrund. Aus Deutschland ist bekannt, dass die Wasserströmung an den Fundamenten der riesigen Windkraftanlagen in der Nordsee nagt. Eine Lösung für die Stabilisierung dieser Fundamente wurde bis heute noch gefunden. Die Kostenfolgen werden sich erst in einigen Jahren zeigen.

Die Schweizer Stromwirtschaft hat in den vergangenen Jahren viel Kapital in den Bau von Pumpspeicherkraftwerken investiert. Die Kraftwerke sollten den europäischen Markt in Zeiten des Strommangels mit Energie aus den Schweizer Bergen versorgen. Wasserkraft ist die einzige Energieform, bei der heute eine langzeitige Speicherung in grösserem Umfang möglich ist.

Die Wasserkraft ist ein flexibel einsetzbarer Energieträger. Windkraft- und Solaranlagen sind von der Witterung abhängig. Bei bedecktem, windlosem Wetter sinkt die Produktion dieser Anlagen beträchtlich. Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke können bei solchen Wetterbedingungen sofort in die Lücke springen und die Nachfrage abdecken. Die Schweizer Kraftwerke können diese Aufgabe jedoch nur erfüllen, wenn das Stromversorgungsnetz in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Diese Einsatzstrategie kommt gegenwärtig nicht voll zum Tragen, weil auf dem internationalen Strommarkt mehr elektrische Energie angeboten als nachgefragt wird. Der Bedarf an zusätzlichem Schweizer Strom ist meistens nicht vorhanden. Die Schweizer Stromwirtschaft muss zeitweise ihr Produkt unter den Gestehungskosten ins europäische Stromnetz einspeisen.

Die meisten Schweizer Stromunternehmen sind im Besitz der öffentlichen Hand (Kantone, Gemeinden, SBB). Die Ertragskraft dieser Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gesunken. Die Stromwirtschaft ist kapitalintensiv und das eingesetzte Geld ist für Jahrzehnte gebunden. Zunehmend fehlt in diesem Wirtschaftszweig das Kapital für Erneuerungs- und Ausbauprojekte. Der Ruf nach Investitionsbeihilfe und bessere Rahmenbedingungen wird in dieser Branche immer lauter. Eine Reduktion der Wasserzinsen (die Abgaben im Rahmen der Konzessionsbedingungen) soll die Ertragslage verbessern.Wirtschaftsliberale Kräfte möchten die Stromwirtschaft dem freien Spiel der Marktkräfte aussetzen und keine Beihilfen (Subventionen) gewähren. Investitionsbeihifen sind marktfremde Massnahmen.

Die Grundversorgung der Schweizer Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und elektrischem Strom sind einige der Kernaufgaben, welche bis heute in der Schweiz vom Staat unterstützt, gefördert und gelenkt werden. Die Politik, welche die Wirtschaftlichkeit und die Umweltverträglichkeit der Energieprojekte gewichten muss, ist gefordert, ein ausgewogene Lösungen zu finden.

Text: RAOnline 2015
2016 - Stromproduktion in einem schwierigen Marktumfeld
Im europäische Stormmarkt herrschen veränderte Marktbedingungen. Die starke Zunahme von volatiler Wind- und Sonnenergie und die weiterhin hohe Stromproduktion der Kohle- und Kernkraftwerke hat die Strompreise unter Druck gebracht. Der Investitionen in neue Pumpspeicherkraftwerke bringen gegenwärtig den Energieunternehmen nicht die notwendigen Erträge.
PSW Limmern Wertberichtigung 2016
Pumpspeicher-Kraftwerke "Linthal 2015" Linth-Limmern
Kraftwerke Oberhasli KWO
Der Strompreis
Strompreisentwicklung in der Schweiz 1985- 2013

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Ein Eckpfeiler der erneuerbaren Energie in unserem Land

Dank ihrer Topografie und den hohen Niederschlägen stützt die Schweiz ihre Stromerzeugung seit der Nachkriegszeit weitgehend auf erneuerbare und CO2-freie Energiequellen. Heute entfallen 56 Prozent der Stromproduktion unseres Landes oder rund 38 Milliarden kWh pro Jahr auf Wasserkraft. Mehr als die Hälfte der so erzeugten Elektrizität stammt aus Speicherkraftwerken (Spitzenenergie), das verbleibende Volumen aus Laufkraftwerken (Bandenergie).

Bis heute lassen sich Energievorräte nur in Stauseen und insbesondere in Pumpspeicherkraftwerken lagern. Diese hochflexiblen Produktionsanlagen können auf Nachfragespitzen reagieren und dienen der Regelung des schweizerischen und europäischen Stromnetzes. Der Bedarf an Regelenergie, die rund um die Uhr das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Produktion sicherstellt, wächst stetig. Grund ist der laufende und geplante Ausbau der neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz und in Europa. Da Wind- und Solaranlagen direkt von der Wetterlage abhängen, unterliegt das erzeugte Volumen Schwankungen, die mit der Zuführung von Regelenergie kompensiert werden müssen. Pumpspeicherkraftwerke können Produktionsbaissen dank ihrer Stauseen umgehend und effizient abdecken.

Ein Ausbaupotenzial von rund drei Milliarden kWh

Infolge der geplanten Stilllegung der Schweizer Kernkraftwerke und auslaufender langfristiger Importverträge droht unserem Land gemäss swisselectric bis 2035 ein Produktionsdefizit von rund 30 Milliarden kWh. Um diese Stromlücke zu kompensieren, verabschiedete der Bund im Jahr 2007 eine auf vier Säulen abgestützte Energiestrategie, zu der auch die Förderung erneuerbarer Energien - insbesondere der Wasserkraft - gehört. Das reale Ausbaupotenzial der Wasserkraft wird auf rund drei Milliarden kWh oder zehn Prozent des angekündigten Produktionsdefizits geschätzt, ein unverzichtbarer aber begrenzter Beitrag. Im Hinblick auf eine auch in Zukunft sichere Versorgung ist die Schweiz auf einen diversifizierten Erzeugungsmix angewiesen, der - wie in der Strategie des Bundesrats vorgesehen - den Bau von Grosskraftwerken mit einbezieht.

Wasserkraft - über 50 % der Schweizer Stromproduktion von Alpiq

Alpiq ging aus dem Zusammenschluss von zwei führenden Schweizer Unternehmen im Bereich Wasserkraft hervor (Atel und EOS). Alpiq erzeugt in der Schweiz mehr als 50 Prozent seines Stroms mit Wasserkraft. An die 75 Prozent der in seinen Wasserkraftwerken installierten Leistung (2160 MW) befinden sich im Herzen der Walliser Alpen. 2009 betrieb Alpiq 24 Wasserkraftanlagen: 18 Speicherkraftwerke und 6 Laufkraftwerke.

Gemeinsam mit anderen Partnergesellschaften plant Alpiq in der Schweiz Investitionen von mehr als 2,8 Milliarden Franken; die Beteiligung von Alpiq beträgt 1,2 Milliarden Franken. 84 Prozent des Gesamtbetrags, das heisst rund 2,4 Milliarden Franken, fliessen in den Bau neuer Anlagen, die restlichen 440 Millionen Franken in die Überholung bestehender Einrichtungen.

Quelle: Text Alpiq Holding AG 2009

Alpiq hat 2016 angekündigt, dass sie ihre Beteiligungsanteile an Wasserkraftwerken in der Schweiz verringern will.

Wirtschaftliche Situation von Schweizer Energieversorgungsunternehmen 2017
Wasserkraftwerke in einem schwierigen Marktumfeld
Pumpspeicherkraftwerke können mithelfen, die Versorgungsicherheit mit elektrischer Energie zu gewährleisten. Bei den Strategien für einen Ausstieg aus der Atomenergie, welche nach dem Reaktorunfall in Fukushima (Japan) entwickelt wurden, spielen Pumpspeicherkraftwerke eine wichtige Rolle.

Pumpspeicherkraftwerke sind geeignet, den elektrischen Strom, welcher in Windkraft- oder Solaranlagen usw. produziert wurde, bis zu einer Nachfrage zu speichern.

Der Ausbau des europäischen Versorgungsnetzes ist allerdings eine Voraussetzung dafür, damit die Energie, welche in Teilen Europas, Afrikas oder des Nahen Ostens aus erneuerbaren Quellen produziert wurde, zu den Konsumenten geleitet werden kann.

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Weitere Informationen
Pumpspeicherkraftwerke
Pumpspeicher-Kraftwerk "Linth-Limmern KLL"
Pumpspeicherkraftwerk Lago Bianco (GR)
Speicherkraftwerk Mapragg - Stausee Gigerwald
Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance (VS)
Kraftwerke Oberhasli - Grimselstrom (BE)
Pumpspeicherkraftwerk Veytaux (VS)
Elektrische Energie Produktion & Verbrauch
Gasbetriebene Kombikraftwerke
Geothermisches Kraftwerk
Windenergie
Sonnenenergie - Fotovoltaik
Video Niederdruck-Laufkraftwerk: Rupperswil - Auenstein AG
Video Niederdruck-Laufkraftwerk: Aare-Hochwasser Juni 2013
Links
Externe Links

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