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Gletscher in der Schweiz
Berner Oberland Abgestürzte Dakota vom Gauligletscher 2012
Abgestürzte Dakota Aktuelle Situation auf dem Gauligletscher 2018
Abgestürzte Dakota Erste Bergung der Dakota-Wrackteile 2018
erfolgreich abgeschlossen
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Berner Oberland: Abgestürzte Dakota vom Gauligletscher

Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation der Funde

Die Gemeinde Innertkirchen wird ein Konzept erarbeiten, wo und wie die Funde der vor 66 Jahren abgestürzten Militärmaschine auf dem Gauligletscher aufbewahrt und präsentiert werden sollen. Dies ergab ein Treffen, an dem sich unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern, der Gemeinde Innertkirchen, der Luftwaffe und des Flugplatzes Meiringen beteiligten.

Am 19. November 1946 stürzte am Gauligletscher in der Gemeinde Innertkirchen eine amerikanische Militärmaschine ab.

Die Passagiere der Dakota C-53 wurden in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen. Das Wrack selber sowie viele der abgeworfenen Rettungsgüter blieben im Gelände liegen, versanken allmählich im Schnee.

Der Gletscher transportierte die Gegenstände mit den Eismassen mit und gibt sie nun nach 66 Jahren Aufenthalt im Eis nach und nach wieder frei.

Gemäss dem Denkmalpflegegesetz des Kantons Bern gehören grundsätzlich alle zutage tretenden Funde dem Kanton, ob es nun der prähistorische Pfeilbogen des Zeitgenossen von Oetzi auf dem Schnidejoch oder der Propeller der Dakota ist. Das gilt gemäss dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch für alle Funde.

Diskussion über die Zukunft der Funde

Nachdem im vergangenen August einige Relikte des Absturzes geborgen wurden, hat ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Archäologischen Dienstes, der Gemeinde Innertkirchen, der Schweizerischen Luftwaffe und Flughafens Meiringen stattgefunden. An den Gesprächen beteiligten sich auch die Schweizerische Stiftung Museum und Historisches Material der Luftwaffe in Dübendorf, das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, das Alimentarium (Musée de l'alimentation) Vevey sowie das Alpine Museum der Schweiz in Bern. Es wurden Ideen ausgetauscht und Konzepte angedacht, was mit den in naher Zukunft zu erwartenden weiteren Funden geschehen soll. Es zeigte sich, dass das Interesse an der Überlieferung dieser geschichtlichen Zeugen sehr hoch ist. Zwar sind die Gegenstände relativ jung. Mit ihnen ist aber eine Geschichte verbunden, die ein grosses internationales Echo auslöste und weit über die Region des Berner Oberlandes hinaus Bedeutung erlangte.

Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation

Die Gemeinde Innertkirchen wird nun im Verlaufe des Winters unter Einbezug weiterer Kreise ein Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation der heutigen und zukünftigen Funde erarbeiten. Der Flughafen Meiringen hat sich bereit erklärt, neue oder bereits vorhandene Funde, die derzeit in privatem Besitz sind, provisorisch zwischenzulagern. Auch die Bevölkerung ist zur Mitwirkung am Konzept eingeladen. Von privaten Bergungsaktionen ist jedoch nicht bloss aus gesetzlichen Gründen abzuraten; das Gebiet des Gauligletschers gilt auch unter Kennern als gefährlich und soll nur in Begleitung ausgewiesener Bergführer begangen werden.

Quelle: Text Kanton Bern, Erziehungsdirektion, 3. Dezember 2012

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Abgestürzte Dakota: Aktuelle Situation auf dem Gauligletscher

In den vergangenen Wochen hat der Gauligletscher weitere Teile der abgestürzten Dakota aus dem Jahre 1946 zu Tage befördert. Bei den aktuell sichtbaren Trümmerteilen handelt es sich um ein komplettes Triebwerk mit Propeller und Teile einer Tragfläche. In diesem Zusammenhang musste geklärt werden, ob durch auslaufendes Öl oder Fettrückstände Handlungsbedarf wegen allfälliger Umweltschäden besteht.

Am 15. August 2018 hat die Gemeinde Innertkirchen Vertreter des Amtes für Wasser und Abfall AWA und dem Archäologischen Dienst zu einer Begehung auf dem Gauligletscher eingeladen.

Die Beteiligten konnten folgende Feststellungen machen:

Es handelt sich aktuell um einen kleinen Teil der gesamten zu erwartenden Trümmerteile der Unfallmaschine.
Es besteht kein unmittelbares Risiko für die Umwelt oder Gewässer.
Der Archäologische Dienst des Kanton Bern ADB hat entgegen der Annahme aus dem Jahre 2012, keinen Besitzanspruch auf die Trümmerteile. Nach heutiger Einschätzung handelt es sich nicht um Herrenlose Naturkörper oder Altertümer von wissenschaftlichem Wert. Der ADB steht mit seinen Fachleuten bei der Restaurierung und Konservierung zur Verfügung.
Die Frage wem die Trümmerteile gehören, wird derzeit zwischen der Gemeinde Innertkirchen und dem VBS geklärt.
Die Beteiligten sind sich einig, dass die Trümmerteile nicht auf dem Gletscher liegen bleiben sollen und ordentlich abtransportiert werden. Gegenstände von öffentlichem Interesse sollen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Nach wie vor ist das Abtransportieren von Fundgegenständen untersagt.
Interessierte werden auf geführten Touren zu den Trümmerteilen begleitet und können sich dafür in der SAC Gaulihütte melden.
Quelle: Text Gemeinde Innertkirchen, 15. August 2018

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Gauligletscher: Erste Bergung der Dakota-Wrackteile erfolgreich abgeschlossen

Montag und Dienstag, 17./18. September 2018, hat das Gebirgsdetachement der Luftwaffe den Gauligletscher von grösseren und kleineren Wrackteilen der am 19. November 1946 abgestürzten amerikanischen Dakota C-53 gesäubert. Die Überreste wurden mit Helikoptern auf den Militärflugplatz Meiringen geflogen. An der Bergungs- und Säuberungsaktion waren neben der Luftwaffe auch die Logistikbasis der Armee sowie die Führungsunterstützung involviert.

Vor 72 Jahren, am 19. November 1946, stürzte bei dichtem Nebel eine amerikanische Militärmaschine des Typs Dakota C-53 auf den Gauligletscher im Berner Oberland ab. Das Flugzeug befand sich auf dem Flug von Tulln bei Wien via Marseille nach Pisa. Bei dem Unfall gab es Verletzte. Die Rettungsaktion, welche gleichzeitig auch die Geburtsstunde der fliegerischen Gebirgsrettung war, fand weltweit sehr grosse Beachtung und Anerkennung. Das Flugzeugwrack wurde danach eingeschneit und versank im Eis.

Im August 2012 entdeckten drei Bergsteiger einen Propeller der Dakota, welcher durch die Luftwaffe geborgen wurde. Nun, 72 Jahre nach dem Ereignis, gab der Gauligletscher diesen Sommer, bedingt durch die grosse Wärme und den Klimawandel, weitere und die bisher grössten Wrackteile frei.

Im Auftrag des Bundesrat Guy Parmelin, Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat die Schweizer Armee in den letzten Wochen die Bergungsaktion vorbereitet, die nun durch das Gebirgsdetachement der Luftwaffe vollzogen wurde. Diese Aktion wurde erfolgreich durchgeführt und am Dienstagnachmittag, 18. September, abgeschlossen. Dabei wurden insgesamt 2,4 Tonnen Material eingesammelt und die Fundstelle gesäubert. Der Auftrag konnte für dieses Jahr abgeschlossen werden, da keine weiteren Wrackteile mehr einfach im Gletschereis zugänglich sind. Allerdings fehlen noch weitere grössere Teile des Flugzeuges; es ist also in den nächsten Jahren, je nach Gletscherabschmelzen, mit weiteren solchen Einsätzen zu rechnen.

Quelle: Text Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 18. September 2018
Weitere Informationen
Einmalige archäologische Funde im Berner Oberland
Links
Externe Links
Kanton Bern
Arbeit des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern
Gemeinde Innertkirchen
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Gruppe Verteidigung
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