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Schneelawinen

Es gibt verschiedene Arten von Lawinen, die sich auf vielfältige Weise klassifizieren lassen. Aus Sicht des Klimawandels ist die Unterscheidung zwischen Trockenschneelawinen (Pulverschnee) und Nassschneelawinen (schwerer Schnee aufgrund eines hohen Wassergehalts in der Schneedecke) besonders relevant.

Die Wissensgrundlage zur Veränderung der Lawinenaktivität ist noch unzureichend, als dass Aussagen zur Schadenentwicklung gemacht werden könnten. Grundsätzlich sind ausgesprochen schneereiche Winter trotz Klimaerwärmung weiterhin möglich.

In Bezug auf das bisherige Auftreten von Lawinen ist kein signifikanter Trend feststellbar. In Zukunft dürfte sich die Häufigkeit und Mächtigkeit von Lawinen je nach Höhenlage unterschiedlich entwickeln. Wenn die Schneefälle in hohen Lagen zunehmen (Zunahme der Niederschläge im Winter), werden auch Trockenschneelawinen in diesen Gebieten zahlreicher und über grössere Gebiete verteilt auftreten als heute. Nassschneelawinen in grossen Höhen dürften ebenfalls - sowohl was die Häufigkeit als auch die Mächtigkeit betrifft - deutlich zunehmen, während sie in den Voralpen immer seltener und in kleinerem Ausmass zu erwarten sind. Zur Entwicklung bei den sehr grossen, sogenannten Schadlawinen, die typischerweise im Bereich der oberen Waldgrenze oder weiter oben anbrechen und bis in die Täler vorstossen, können noch keine gesicherten Aussagen gemacht werden.

(Quelle: BAFU, Klimabedingte Risiken und Chancen, Bundesamt für Umwelt BAFU, 2017)

Klimabedingte Risiken und Chancen
Klimabedingte Risiken und Chancen Bericht 2017
Fallstudien aus sechs Kantonen

Schneelawinen

Bei Schneelawinen handelt es sich um eine Naturgefahr, die primär im Gebirge droht und je nach ihrer Dimension oder der Steilheit des Geländes auch mittlere oder sogar tiefe Lagen erreicht.

Grunddisposition: Die Grunddisposition für die Entstehung von Lawinen hängt in erster Linie von der Morphologie des Terrains ab. Es braucht genügend steile Hänge (ungefähr zwischen 28°und 60°) und das Anrissgebiet weist in der Regel eine minimale Fläche (> 5000 m2) und eine minimale Hanglänge (> 50 m) auf.

Die Lawinen werden in zwei unterschiedliche Typen unterteilt: Trockenschnee- und Nassschneelawinen. Dadurch lassen sich die variable Disposition und der auslösende Prozess auswerten.

Trockenschneelawinen

Variable Disposition: Die variable Disposition von Trockenschneelawinen wird von der Mächtigkeit und der Stratifizierung der Schneedecke bestimmt. Grosse Neuschneemengen, Perioden mit starkem Wind sowie instabile Schneeschichten sind Faktoren, die die Disposition für die Entstehung von Trockenschneelawinen erhöhen.

Auslösender Prozess: Der spontane Anriss von Trockenschneelawinen wird in der Regel von einer Zunahme der Last auf der Schneedecke verursacht. Die Last kann durch Starkschneefälle oder Triebschneeansammlungen erhöht werden. Daten zeigen, dass grosse Lawinen oft nach Starkschneefällen von einer Dauer von drei oder mehr Tagen auftreten. Trockenschneelawinen werden meistens im Hochwinter oder anfangs Frühling beobachtet. Eine Beurteilung der zukünftigen Entwicklung aller Effekte, welche die Bildung von Trockenschneelawinen beeinflussen, in Abhängigkeit der Szenarien, erweist sich als zu komplex.

Zusätzlich werden die Lawinen nach ihrem Anrissvolumen unterschieden. Es wird dabei vermutet, dass die Zunahme von Neuschnee geringere Auswirkungen auf die Lawinen mit einem kleinen Anrissvolumen haben. Demgegenüber können Lawinen mit einem grossen Anrissvolumen um ein Vielfaches mehr Schnee mobilisieren.

Nassschneelawinen

Variable Disposition: Parameter, welche die variable Disposition von Nassschneelawinen beeinflussen, sind z.B. der Wassergehalt der Schneedecke sowie deren Höhe und Struktur.

Auslösender Prozess: Nassschneelawinen können entstehen, wenn der Wassergehalt der Schneedecke rasch ansteigt, etwa durch hohe Temperaturen oder Regen. Dies reduziert ihre Stabilität. Oft rutscht dabei die gesamte Schneedecke ab (bis zur Bodenoberfläche). Nassschneelawinen ereignen sich primär am Ende des Winters und im Frühling, wenn die Temperaturen und dadurch auch die Schneefallgrenze ansteigen. Die zukünftige Entwicklung der Häufigkeit und Mächtigkeit von Nassschneelawinen basiert auf den erwarteten Änderungen der Parameter Temperatur, Schneedeckenmächtigkeit und Starkniederschläge.

(Quelle: Analyse klimabedingter Risiken und Chancen in der Schweiz: Fallstudie Kanton Tessin, im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU, 2017)

Klimabedingte Risiken und Chancen
Klimabedingte Risiken und Chancen Bericht 2017
Fallstudien aus sechs Kantonen

Es gibt drei Grundtypen von Lawinen: die Schneebrettlawine, die Lockerschneelawine und die Gleitschneelawine. Bei bestimmten Bedingungen kann sich aus einer Schneebrettlawine eine Staublawine und aus einer Lockerschnee- bzw. Schneebrettlawine eine Nasschneelawine entwickeln.

Schneebrettlawinen

Schneebrettlawinen entstehen häufig bei instabilen Schneeschichten, wenn die aufeinander liegenden Schneeschichten teilweise aus unterschiedliche Schneekristallstrukturen aufgebaut sind, und dabei mindestens eine dieser Schichten schlecht mit einer benachbarten Schicht verbunden ist. Schneebrettlawinen werden häufig durch die Einwirkungen äusserer Kräfte (Bps.bei einer Zusatzbelastung durch Schneesportler) ausgelöst. Das Schneebrett löst sich entlang einer meistens mehrerer Meter langen, beinahe geradelinigen Bruchlinie von den übrigen Schneemassen ab.

Lockerschneelawinen

Lockerschneelawinen werden meistens aufgrund von klimatischen Einflüssen (Schneefall, Erwärmung, Sonneneinstrahlung usw.) an einem Punkt in einem steilen Gelände ausgelöst. Der fliessende Schnee reisst auf seinem Weg ins Tal weitere Schneemassen mit.

Gleitschneelawine

Bei einer Gleitschneelawine rutscht die gesamte bis auf den Boden reichende Schneedecke ab einer Bruchlinie hangabwärts. Als Gleitschicht dient die stark durchfeuchtete Grundschicht oder die auf dem Boden aufliegende Schmelzwasserschicht. Gleitschneelawinen bilden sich häufig während Erwärmungsphasen im Hochwinter oder bei steigenden Temperaturen im Frühling.

Staublawinen

In einem steilen Gelände kann sich aus einem Schneebrett mit trockenem Schnee eine Staublawine entwickeln. Staublawinen schieben eine Druckwelle vor sich her. Hinter der Lawinenfront entsteht kurzzeitig ein Unterdruck mit Sogwirkung. Staublawinen rasen mit grosser Geschwindigkeit talwärts.

Nassschneelawinen

Nassschneelawinen treten häufig nach Regenfällen auf, wenn das einsickernde Regenwasser die obersten Schneeschichten durchnässt und so destabilisiert. Nassschneelawinen können entlang einer Bruchlinie als Schneebrett oder an einem Auslösepunkt als Lockerschneelawine entstehen. Nassschneelawine entwickeln eine grosse Zerstörungskraft, da sie aus feuchtem Schnee mit grosser Dichte bestehen.

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