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SwissRe Vorläufige sigma-Bilanz zu Katastrophen 2020 Dezember 2020
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Natur-und Man-made-Katastrophen
Sigma - Schadensbilanz 2020
Vorläufige sigma-Schätzungen für 2020

Swiss Re Institute schätzt weltweite versicherte Schäden aus Katastrophen im Jahr 2020 auf 83 Mrd. USD - die bisher fünfthöchste Jahressumme

Naturkatastrophen verursachten 2020 weltweit versicherte Schäden in Höhe von 76 Mrd. USD, 40% mehr als 2019; Hauptursache sind sekundäre Naturgefahren wie schwere Konvektionsgewitter und Waldbrände in den USA
Sehr aktive Hurrikansaison mit Rekordzahl benannter Stürme, aber versicherte Schäden im moderaten Umfang von 20 Mrd. USD
Aufgrund des Klimawandels wird mit einer Zunahme der Schäden durch sekundäre Naturgefahren gerechnet

Gemäss vorläufigen sigma-Schätzungen des Swiss Re Institute beliefen sich die weltweiten Schäden aus Natur-und Man-made-Katastrophen für die Versicherungswirtschaft im Jahr 2020 auf 83 Mrd. USD. Damit ist das Jahr 2020 das fünftteuerste Jahr für die Versicherungsindustrie seit 1970. Hauptursache der Schäden war eine Rekordzahl schwerer Konvektionsgewitter (Gewitter mit Tornados, Überschwemmungen und Hagel) und Waldbrände in den USA. Diese und andere sekundäre Naturgefahrenereignisse auf der ganzen Welt verursachten 70% aller versicherten Schäden aus Natur.katastrophen, die sich auf 76 Mrd. USD beliefen.1 Eine sehr aktive Hurrikansaison im Nordatlantik löste weitere Versicherungsschäden in Höhe von 20 Mrd. USD aus, was gemessen an den Rekordsaisons 2005 und 2017 moderat war. Die Versicherungswirtschaft deckte 45% der weltweiten wirtschaftlichen Schäden des Jahres 2020 ab und lag damit über dem Zehnjahresdurchschnitt von 37%.

Durch den Klimawandel dürften sekundäre Naturgefahrenereignisse künftig schwerer ausfallen, weil feuchtere Luft und steigende Temperaturen zu extremeren Wetterbedingungen führen. Diese begünstigen das Eintreten und die Ausbreitung von Ereignissen wie Waldbränden, Sturmfluten und Überschwemmungen.

Jerome Jean Haegeli, Group Chief Economist von Swiss Re: «Wie COVID-19 wird auch der Klimawandel eine enorme Belastungsprobe für die globale Widerstandsfähigkeit sein. Weder Pandemien noch der Klimawandel sind ‹Black-Swan-Ereignisse›. Im Gegensatz zu COVID-19 hat der Klimawandel jedoch kein Verfallsdatum - wenn es jetzt nicht gelingt, die globale wirtschaftliche Erholung "grün" zu gestalten, werden die Kosten für die Gesellschaft in Zukunft noch weiter steigen. Die diesjährigen Natur.katastrophen ereigneten sich in Regionen mit hoher Versicherungsdurch.dringung, was den betroffenen Menschen und Gemeinden lebenswichtige Unterstützung bietet und ihre finanzielle Widerstandsfähigkeit erhöht.»

In den USA verursachte eine Rekordzahl schwerer Konvektionsgewitter das ganze Jahr über Verwüstungen. In der Folge werden jährliche Rekord.schäden für diese Gefahr in den USA erwartet. Australien und Kanada erlitten 2020 erhebliche Verluste durch Hagelschäden: Im Januar führten Hagelstürme im Südosten Australiens zu versicherten Schäden von über 1 Mrd. USD, während im Juni das bisher teuerste Hagelereignis Kanadas in Calgary Schäden von 1 Mrd. USD verursachte.

Auch Brände trugen zu den Schäden durch sekundäre Naturgefahren für die Versicherer bei. Australiens Brandsaison 2019, die bisher längste und zerstörerischste aller Zeiten, dauerte selbst Anfang 2020 noch an, wobei die hohen versicherten Schäden vor allem auf die Waldbrände zurückzuführen waren, die ab Mitte August in den USA wüteten. Mehr als 800 Waldbrände in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington zerstörten auf einer Fläche von fast 25 000 km2 Tausende von Gebäuden und verursachten versicherte Schäden in Milliardenhöhe. Auch wenn das Jahr 2020 nicht an die Rekordschäden von 2018 und 2017 heranreicht, wird es hinsichtlich Brandschäden eines der teuersten sein.

Zu den weiteren sekundären Naturgefahrenereignissen zählten schwere Überschwemmungen in mehreren chinesischen Provinzen am Jangtse-Fluss, die ab Mai versicherte Schäden in Höhe von rund 2 Mrd. USD verursachten.

Rekordzahl von Hurrikanen, aber nur moderate Schäden

Die Hurrikansaison im Nordatlantik brachte 2020 die Rekordzahl von 30 benannten Stürmen, von denen allein fünf im US-Bundesstaat Louisiana auf Land trafen - auch dies ist ein neuer Rekord. Prognosen zufolge hätte in diesem Jahr eine einmalig förderliche Konstellation atmosphärischer und ozeanischer Bedingungen dazu führen sollen, dass weit überdurchschnittlich viele Stürme entstehen und auf Land treffen. Doch die meisten Hurrikane in den USA trafen 2020 nicht auf dicht besiedelten Gebiete, sodass die versicherten Schäden mit 20 Mrd. USD relativ gering ausfielen und weit hinter den bisherigen Hurrikan-Rekordsaisons zurückblieben (2017 mit 97 Mrd. USD durch Harvey, Irma und Maria und 2005 mit 87 Mrd. USD durch Katrina).

Martin Bertogg, Head of Catastrophe Perils bei Swiss Re: «Im Jahr 2021 und wohl auch danach ist aufgrund der grossflächigen Klimabedingungen im Nordatlantik mit einer verstärkten Hurrikanaktivität zu rechnen. Dies erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass Hurrikane auf Land treffen und dort grosse Schäden anrichten. In Kombination mit den Schadenauswirkungen von sekundären Naturgefahren, intensiviert durch den Klimawandel, werden die versicherten Katastrophenschäden in Zukunft nur weiter steigen.»

In Nordeuropa führten Winterstürme im Februar zu Überschwemmungen, Stromausfällen und Verkehrsstörungen mit versicherten Schäden von insgesamt mehr als 2 Mrd. USD. Im Mai führte der Zyklon Amphan im Golf von Bengalen zu wirtschaftlichen Schäden in Höhe von 13 Mrd. USD und war damit der zerstörerischste tropische Zyklon, den Indien je erlebt hat. Aufgrund der geringen Versicherungsdurchdringung der Region ist voraussichtlich nur ein Bruchteil der wirtschaftlichen Schäden versichert.

Diese sigma-Katastrophenschadenschätzungen beziehen sich auf Sachschäden; COVID-19-Schäden sind nicht berücksichtigt. Die Schadenschätzungensind vorläufig und stehen unter dem Vorbehalt von Änderungen, da noch nicht alle Schadenereignisse vollständig bewertet sind. COVID-19 verzögert die Schadenbearbeitung, insbesondere bei Grossereignissen, und es wird erheblich länger dauern, bis die Schadenbilanz endgültig feststeht.

Der Klimawandel führt zu häufigeren und schwerwiegenderen sekundären Gefahrereignissen, die sich auf unterschiedliche Weise manifestieren:mehr lokale Überschwemmungen, sintflutartige Regenfälle, anhaltende Dürre, schwere Waldbrände und andere extreme Wetterereignisse.

Swiss Re

Die Swiss Re Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbieter von Rückversicherung, Versicherung und anderen versicherungsbasierten Formen des Risikotransfers mit dem Ziel, die Welt widerstandsfähiger zu machen. Sie antizipiert und steuert Risiken - von Naturkatastrophen bis zum Klimawandel, von alternden Bevölkerungen bis zur Cyber-Kriminalität. Ziel der Swiss Re Gruppe ist es, der Gesellschaft Wohlstand und Fortschritt zu ermöglichen, indem sie ihren Kunden bei neuen Geschäftsmöglichkeiten und Lösungen unterstützend zur Seite steht. Von seinem Hauptsitz in Zürich (Schweiz) aus, wo die Swiss Re Gruppe 1863 gegründet wurde, steuert das Unternehmen ein Netzwerk von weltweit rund 80 Standorten. Es ist in drei Geschäftseinheiten gegliedert, die jeweils über eine eigene Strategie und eine Reihe von Zielsetzungen verfügen, die zur Mission der Gruppe insgesamt beitragen.

Quelle: Text Swiss Re, 15. Dezember 2020

Die Schadenschätzungen auf dieser Seite können sich noch ändern.
Naturkatastrophen - Schadensbilanzen Übersicht
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