Klima im Wandel - Berichte zum globalen Klimawandel
vorangehende Seite
end
Klimawandel Globale Berichte
SwissRe Vorläufige sigma-Bilanz zu Katastrophen 2017 Dezember 2017
2018
Klima Weitere Informationen
RAOnline Informationsseiten über den Klimawandel
Klimawandel Was ist das?
Weitere Informationen und Links
Klima Naturwissenschaften /Technik Geografie - Erdkunde
Natur-und Man-made-Katastrophen
Sigma - Schadensbilanz 2017
Vorläufige sigma-Schätzungen für 2017

136 Mrd. USD versicherte Schäden weltweit, dritthöchster Wert der sigma-Statistik

Gesamtwirtschaftliche Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen belaufen sich 2017 den Schätzungen zufolgeauf 306 Mrd. USD gegenüber 188 Mrd. USD in 2016
Versicherte Schäden aus Katastrophen weltweit dürften 2017 Schätzungen gemäss 136 Mrd. USD erreichen - den dritthöchsten Wert der sigma-Statistik
Am schwersten betroffen waren die USA; unter anderem von den Hurrikanen Harvey, Irma und Maria, welche die Hurrikan-Saison 2017 zur zweitteuersten der sigma-Statistik nach 2005 machten
Katastrophenereignisse forderten 2017 über 11'000 Opfer

Nach vorläufigen sigma-Schätzungen liegen die versicherten Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2017 weltweit bei rund 136 Mrd. USD und damit weit über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Damit ist 2017 das Jahr mit den dritthöchsten Schäden seit Beginn der sigma-Statistik 1970. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden beliefen sich 2017 auf 306 Mrd. USD, was einer massiven Erhöhung des letztjährigen Betrags von 188 Mrd. USD entspricht. Besonders in der zweiten Jahreshälfte 2017 akkumulierten sich die wirtschaftlichen und versicherten Schäden - vor allem durch die drei Hurrikane Harvey, Irma und Maria in den USA und der Karibik sowie aufgrund der Waldbrände in Kalifornien. Weltweit forderten Katastrophen im Jahr 2017 über 11'000 Menschenleben oder Vermisste, ähnlich wie 2016.

Die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2017 werden auf 306 Mrd. USD geschätzt und dürften damit höher ausfallen als 2016 (188 Mrd. USD) und dem Jahresdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre (190 Mrd. USD). Die versicherten Schäden durch Katastrophenereignisse 2017 lagen weltweit bei etwa 136 Mrd. USD und waren ebenfalls bedeutend höher als 2016 (65 Mrd. USD) als auch über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (58 Mrd. USD) - sie entsprechen den bisher dritthöchsten Schäden der sigma-Statistik. Von den versicherten Schäden dieses Jahres entfielen 131 Mrd. USD auf Naturkatastrophen1, die restlichen 5 Mrd. USD auf Man-made-Katastrophen. 2017 forderte rund 11'000 Menschenleben oder Vermisste, was einer ähnlichen Zahl wie 2016 entspricht.

1 In dieser Mitteilung werden geschätzte Schäden aus Waldbränden den Naturkatastrophen zugeordnet.

«In den letzten Jahren überschritten die durch Katastrophenereignisse verursachten jährlichen Versicherungsschäden einige Male die 100 Mrd. USD Marke», sagt Martin Bertogg, Leiter Naturgefahren bei Swiss Re. «Die Versicherungswirtschaft hat bewiesen, dass sie so hohe Schadenzahlen sehr gut bewältigen kann. Es bestehen aber weiterhin erhebliche Deckungslücken. Wenn es der Branche gelingt ihre Reichweite zu vergrössern, können viel mehr Menschen und Unternehmen die Folgen von Katastrophenereignissen besser verkraften.»

Zweigeteilter Jahresverlauf Extreme Wetterereignisse in den USA im zweiten Halbjahr 2017 waren die Hauptursache für die hohe Zahl versicherter Schäden in 2017. In der ersten Jahreshälfte waren die Schäden durch Katastrophenereignisse geringer als im gleichen Zeitraum 2016 und weitaus tiefer als der jährliche Sechsmonatsdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Im August und September2017 wurden die USA von drei Hurrikanen der Kategorie 4 und höher getroffen; von Harvey, Irma und Maria (HIM). Die Zerstörungen durch diese drei Hurrikane reichten von der texanischen Küste (Harvey) über das westliche Florida bis in die Karibik (Irma und Maria). Insgesamt beliefen sich die versicherten Schäden auf rund 93 Mrd. USD2. Angesichts der Grösse der Fläche der verwüsteten Gebiete ist die vollständige Bewertung der versicherten Schäden noch nicht abgeschlossen, denn die Hurrikane suchten in kurzer Folge verschiedene Orte heim und betrafen verschiedene Geschäftssparten. Die wirtschaftlichen Schäden dieser drei Ereignisse werden zudem aufgrund der erheblichen - meist unversicherten - Überschwemmungsschäden durch den Hurrikan Harvey im dicht besiedelten Houston, Texas, eines längeren Stromausfalls in Puerto Rico nach dem Hurrikan Maria und der sogenannten «Post-Event Loss Amplification» (dem Anstieg der Preise bei der Beseitigung der Schäden) höher ausfallen.

Nachdem zwölf Jahre lang kein starker Hurrikan3 mehr in den USA auf Land getroffen war, machten HIM die Hurrikan-Saison 2017 den sigma-Daten zufolge zur bisher zweitteuersten nach 2005. «Die USA wurden viele Jahre von Hurrikanen verschont», sagt Kurt Karl, Group Chief Economist von Swiss Re. «Das Schadenpotential von Hurrikanen hat an einigen Orten signifikant zugenommen, da die Zahl der Einwohner und der neuen Häuser in den Küstengemeinden seit Katrina, Rita und Wilma im Jahr 2005 stark gestiegen ist.»

2 Diese aggregierte Zahl beinhaltet die Schadenschätzungen des National Flood Insurance Program (NFIP).
3 Ein «starker Hurrikan» («major hurricane») ist ein Hurrikan ab Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Skala.


Waldbrände und Gewitter erhöhen die Schadensbilanz der USA

In der zweiten Jahreshälfte 2017 konnten sich in Kalifornien, begünstigt von warmem und trockenem Wetter, Waldbrände entzünden und in städtische Gebiete ausbreiten. Im Oktober kam es im Norden Kaliforniens zu drei grossen Brandereignissen; in Tubbs, Atlas und am Lake Mendocino. Betroffen waren Wohn- wie auch Gewerbeimmobilien (unter anderem Weingüter). Nach vorläufigen Schätzungen von Property Claims Services verursachten die grossen Brandereignisse versicherte Sachschäden in Höhe von insgesamt 7,3 Mrd. USD. Auch im Dezember 2017 wüten Brände in Südkalifornien, und die bisher noch nicht bestimmten versicherten Schäden durch Waldbrände im Gesamtjahr werden wohl höher sein.

Zu den weiteren Wetterereignissen in den USA zählte eine Vielzahl schwerer Wärmegewitter. Unabhängig voneinander verursachten fünf schwere Unwetter im Zeitraum von Februar bis Juni Schäden von jeweils über 1 Mrd. USD. Das schwerste und teuerste Unwetter ereignete sich im Mai 2017 und dauerte vier Tage. Es führte zu schweren Hagelschäden in Colorado und starken Winden in den südlichen und zentralen Bundesstaaten. Der wirtschaftliche Schaden aus diesem Unwetter alleine betrug 2,8 Mrd. USD, von denen 2,5 Mrd. USD versichert waren.

Auch andere Regionen von Katastrophen betroffen

Mitte September 2017 führten zwei starke Erdbeben in Tehuantepec und Puebla, Mexiko, zum Einsturz zahlreicher Gebäude. Sie forderten viele Opfer und verursachten versicherte Schäden von über 2 Mrd. USD.

Ende März 2017 suchte der Zyklon Debbie, ein tropischer Wirbelsturm der Kategorie 4, die Küstenregion im Nordosten Australiens heim. Windböen von bis zu 263 km/h, gefolgt von grossflächigen Überschwemmungen im zentralen und südöstlichen Queensland sowie im Nordosten von New South Wales, verursachten Versicherungsschäden von 1,3 Mrd. USD.

Ende April 2017 erlitt Europa einen Kälteeinbruch, gefolgt von einem Sommer mit Hitzewellen und Rekordtemperaturen in verschiedenen Regionen. Damit war 2017 ein Jahr der Wetterextreme. Des Weiteren verursachten starke Überschwemmungen in Südostasien schwere Verwüstungen und forderten viele Todesopfer.

Definitionen und Auswahlkriterien für die sigma-Katastrophenstatistik:

Naturkatastrophen Durch Naturgewalten ausgelöste Schadenereignisse
Man-made-Katastrophen Durch menschliche Aktivitäten ausgelöste Schadenereignisse
Versicherte Katastrophenschäden Durch Sachversicherungen gedeckte Katastrophenschäden
Gesamtschäden Enthalten auch den unversicherten Teil der katastrophenbedingten Sachschäden
Mindestauswahlkriterien
Gesamtschäden 89,2 Mio. USD
Oder: Versicherte Sachschäden Schifffahrt: 17,9 Mio. USD Luftfahrt: 35,9 Mio. USD Sonstige: 44,6 Mio. USD
Oder: Personenschäden Tote oder Vermisste: 20 Verletzte: 50 Obdachlose: 2 000

Swiss Re

Die Swiss Re Gruppe ist ein führender Wholesale-Anbieter von Rückversicherung, Versicherung und anderen versicherungsbasierten Formen des Risikotransfers. Die von Swiss Re direkt oder über Broker betreuten internationalen Kunden sind Versicherungsgesellschaften, mittlere bis grosse Unternehmen und Kunden des öffentlichen Sektors. Swiss Re wurde 1863 in Zürich gegründet und ist über ein Netz von Gruppengesellschaften und Vertretungen an rund 70 Standorten präsent.

Quelle: Text Swiss Re, 20. Dezember 2017

Die Schadenschätzungen auf dieser Seite können sich noch ändern.
Naturkatastrophen - Schadensbilanzen Übersicht
Hurrikan Harvey 2017 U.S.A.
Hurrikan Irma 2017 Karibik und U.S.A.
Hurrikan Maria Karibik 16.9. - 26.9.2017

nach oben

Weitere Informationen
Globale Klimaberichte IPCC, WMO, UNEP ...
Klimainformationen im Dienste der Weltgemeinschaft
Klimakonferenzen Klimawandel
Klimawandel Grafiken, Diagramme
Klimawandel Dokumentation, Unterrichtsmaterial
Klima im Wandel Übersicht
Informationen über den Klimawandel
Themenauswahl
Klima- und Wetterentwicklungen Übersicht
Bilder
Videos Länder-Informationen Karten Klima
Links
Externe Links
Swiss Re Swiss Re: Interaktive Grafiken zu Man-made-Katastrophen
Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC
Klima
top
vorangehende Seite